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Gratisbeilagen:)llttstrirtes Sonntagsblatt" u. ,,)llttstrirte landwirthschaftliche Beilage".

Ar. IR ImM Stil 28. Atckr 1886.

Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen Zllnstrirtes Sonntagsblatt"«"» Jllustrirte landivirthschaftl. Beilage" für dtc Monate November und Dezember werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, kaud- briefträgern und non der Expedition angenommen.

Amtliches.

Berlin, den 7. Oktober 1896

An sämmtliche Königliche Regierungs-Präsidenten mit

Ausschluß des zu Breslau.

Der Regie, ungs-Präsident zu Breslau hat den An­trag gestellt, einem auf dem Vieh- und Schlachthof da­selbst zu errichtenden Veterinär-Polizeibureau, welches den mit der veterinärpolizeilichen Kontrole auf dem Vieh­hofe beauftragten staatlichen Veterinärbeamten unterstellt werden soll, alle in veterinärpolizeilichen Angelegenheiten vorkommenden Anfragen, Erklärungen und sonstigen Correspondenzen zu übertragen.

Ich habe dem Anträge stattgegeben und ersuche Sie, die Polizei-Behörden Ihres Verwaltungtz-Bezirks anzu- weisen, in Zukunft alle den Transport von verdächtigem Vieh nach dem Breslauer Schlachthofe betreffenden An­fragen und Benachrichtigungen an dasVeterinär-Poli- zeibüreau des Viehhofes in Breslau" zu richten.

Die Behörden sind bei dieser Gelegenheit wiederum darauf hinzuweisen, daß alle Anfragen über den Trans­port von verdächtigem Vieh stets mit größter Beschleu­nigung eventuell unter Benutzung des Telegraphen zu erledigen sind.

Der Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten.

Im Auftrage. (Unterschrift.)

I. G. Nr. 7736. Cirkular-Erlaß Nr. 43.

* *

*

Cassel, den 14. Oktober 1896.

Abschrift übersende ich zur Kenutuißnahme und Be­

(Nachdruck verboten.»

Aus ilm Leben Ur iliis Weil.

Von A. v. L i l i c n c r 0 n.

(Fortsetzung.)

Noch so mancher Wink, so manches Erinnern an dieses und jenes wurde der blonden Dora von der Schwester zugeflüstert, während die drei zum Bahnhof fuhren, und mit nassen Augen lauschte die Kleine halb bedrückt und halb stolz erhoben durch das ihr anver­traute Amt.

Auf dem Perron nahm der Onkel den Arm der Nichte und zog sie abseits.Höre mal, Lotte," begann er,nun lasse dich nicht ins Boxhorn jagen, wenn du dir mal den Kopf stoßen solltest da draußen, so etwas: passiert auch klügeren Leuten. Du bist zwar eine Pro- sessorentochter, aber das Soldatenblut aus unserer Familie steckt doch in dir, da heißl's denn immer Courage Kopf in die Höhe dem lieben Gott ver­traut und brav durchgeschlagen. Na, Lotte, du weißt schon wie ich's meine, und nun Gott befohlen und vor­wärts marsch, marsch."

Der Zug brauste heran, DoraS Arm schlang sich um den Hals der Schwester, die ihr noch zuflüsterte, sorge für den Vater und die Kleinen," dann schob der Onkel ihre Sachen in das Coupee und half ihr selbst hinein.

Mit jugendlicher Lebendigkeit sprang der alte Herr noch einmal auf das Trittbrett, als die Thür sich be- . reits hinter dem jungen Mädchen geschlossen hatte, das

kanntgabe an die Polizei-Behörden des dortigen Bezirks. Der Regierungs-Präsident. I. V.: von Pawel.

An die sämmtlichen Königlichen Landräthe des Bezirks rc. I. A III. Nr. 11 157.

* *

Hersfeld, den 26. Oktober 1896.

Wird den Polizei-Behörven des Kreises zur Nach- achtung mitgetheilt.

I. 5809. Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n i tz , Geheimer RegierungS-Nath.

Hersseld, den 26. Oktober 1896.

Nachdem die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh des Gutsbesitzers Weitemeyer zu Gethsemane erloschen ist, wird die durch mein Ausschreiben vom 18. September d. Js. I. I. Nr. 5197, Kreisblatt Nr. 112, über die Ortschaften Gethsemane, Ausbach, Unterneurode, Nippe und Hof Oberneurode verhängte Sperre sowie das Verbot des Durchtriebes von Klauenvieh aus anderen Ortschaften durch das Sperrgebiet hiermit aufgehoben. I. 5783. Der Königliche Laudrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Nath.

Hersfeld,, den 26. Oktober 1896.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises veranlasse *ict), die nachstehende Bekanntmachung des Königlich Hessen- Nass. Landgestüts baldigst zur Kenntniß der Pferdezüchter in den Gemeinden zu bringen.

I. I. Nr. 5813. Der Königliche Landrath Freiherr von S ch l e i n i tz , Geheimer Regierungs-Nath.

* *

Bekanntmachung.

Es werden in diesem Jahre an nachstehend bezeich­neten Orten und Tagen zu den festgesetzten Stunden Stutenschauen mit Prämienvertheilung abgehalten: In Fritzlar auf dem Marktplatz bei der Kaserne Dienstag den 3. November 1896, Vormittags 10 Uhr,

Knallhütle Mittwoch den 4. November 1896, Vor­mittags 10 Uhr,

Trendelburg Donnerstag den 5. November 1896, Vormittags 10*/2 Uhr,

Hersfeld auf dem Marktplatz Freitag den 6. November 1896, Vormittags 10 Uhr,

Hünfeld auf dem Platz vor dem Landrathsamt Sonn­

blaß, aber doch mit einem Versuch zum Lächeln der Schwester die Hand herausreichte.

Was ich dir noch sagen wollte, Lotte," kam es mit schlecht bekämpfter Rührung von seinen Lippen,ich kenne dein kleines tapferes Herz und weiß, daß du es dem Vater nie klagen wirst, wenn es dir mal da draußen nicht besonders gut gehen sollte, und das ist brav, denn der Vater hat schon sein Theilchen zu tragen. Aber solch ein alter Junggeselle wie ich, der hat auf der Gotteswelt nichts anderes zu thun, als sich danach um- zusehen, wo er etwa gebraucht werden könnte, da sollst du nun kein Blatt vor den Mund nehmen, wenn du an ihn schreibst, sondern mußt ihm berichten, auch wen» es dir einmal schief gehen sollte, damit /er seiner Lotte das Päckchen tragen helfen könne, was sie so muchig auf sich nimmt."

Ein Pfiff der Lokomotive schnitt ihm das weitere Wort ab, und der Schaffner nöthigte ihn zum Absteigen.

Bis zum Entschwinden des Zuges flatterte DoraS weißes Tuch und hingen ihre Augen an der schlanken Mädchen­gestalt, die sich noch immer grüßend aus dem offenen Fenster beugte, bis sie ihren Arm von Onkel Theodor ergriffen fühlte:Komm, Kleine," meinte er, und feine Stimme klang dabei nicht so energisch wie sonst,jetzt werde ich dich ganz speziell unter meine Flügel nehmen und einmal nachhelfen, wenn du ohne die Lotte nicht fertig werden solltest."

Am Nachmittag desselben Tages rollte wie gewöhn­lich die gelbe Postkutsche durch die holprigen Straßen des kleinen Landstädtchens T. in Hinterpommern. Der

abend den 7. November 1896, Vormittags 10 Uhr.

Es werden nur bedeckte Stuten prämiirt, und bestehen die Prämien darin, daß den Besitzern der auS- gewählten Stuten das in diesem Jahre für die Bedeckung dieser Stuten bezahlte Deck­geld zurückerstattet wird und daß für die von den betreffenden Stuten 1 89 7 eventuell geborenen Füllen ein Füllengeld nicht zu entrichten ist.

Der Nachweis für die Bedeckung der ausgewählten Stuten ist durch Vorzeigen des Deckscheines zu führen.

Nur Stuten, die sich zur Weiterzucht eignen, werden prämiirt, deren v 0 r z u f n h r e n d e N a ch z u ch t ihren Zuchtwerth bethätig n, werden bevorzugt.

Die Zahl der an den einzelnen Schauorten zu prämiirenden Stuten bestimmt die Schaukommission.

Dillenburg, im Oktober 1896.

Der Landstallmeister: gez. v. N a t h u s i u s.

Hersfeld, den 24. Oktober 1896.

Diejenigen Herren Orlsvorstände, welche noch mit Erledigung meiner Verfügung vom 2. d. Mts., J. I Nr. 5402 (Kreisblatt Nr. 118), die Bekämpfung der Tuberkulose unter den Rindvieh- und Schweinebeständen betreffend, im Rückstände sind, werden mit Frist bis zum 5. Nove -".b - r d. I, bei Meidung von 3 M a r k S t r a f e hieran erinnert.

I. 5402. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Nath.

Politische Nachrichkcu.

Inland.

Berlin, 27. Oktober.

S e. M a j e st ä t der Kaiser weilte am Dienstag und Mittwoch als Gast des Geh. Kommerzienrathes Krupp auf der Villa Hügel bei Essen und wohnte bei dieser Gelegenheit Schießversuchen auf dem Kruppschen Schießplatz in Meppen bei. Auch der Kriegsminister halte sich nach Meppen begeben. Von Essen wird Se. Majestät nach Blankenburg im Harz zur Jagd reisen.

Prinz Albrecht von Preußen, Regent von Braunschweig, gedachte am Mittwoch Morgen in Berlin einzutreffen und mittags gegen 1 Uhr zur Theilnahme au der Hofjagd nach Blankenburg weiterzurersen.

Helle -Maientag hatte sich umdüstert und schwarzblaue Wolken hingen schwer herab, aus denen schon hin und wieder einzelne Regentropfen fielen. Trotzdem ließ sich der muntere Postillon in seinen schmetternden Weisen nicht stören, obgleich er wie die junge Insassin des Wagens eben bei sich feststellte jetzt glücklich ein dutzend Mal0 Tannebaum, 0 Tannebaum" mit dem­selben Gefühl gespielt hatte und auch mit denselben falschen Schlußtönen, von denen er sich nickt trennen zu können schien. Etwas beunruhigt blickte das junge Mädchen um sich, als die Postkutsche hielt und sie in der Nähe nicht den Wagen bemerkte, der sie erwar­ten sollte.

Wenn ick nicht irre, so kann ich hier Fräulein von .Sauten begrüßen und ihr meine Hülfe anbieten," klang es da an ihr Ohr.

Freudig blickten die Braunaugen auf. Der junge Mann in dem kurzen Sammetjacket und dem runden Malerhut, den er jetzt grüßend abgenommen, ließ ihr kaum Zeit zu einer raschen Bejahung, sondern fuhr fort: Gestalten Sie mir, daß ich mich Ihnen vorstelle als Freiherr von Sternberg, der Sohn des Mannes, her sich freut, sie in feinem Haufe willkommen zu heißen. Meine Cousine May wollte es sich eigentlich nicht nehmen lassen, die sehnlich erwartete Gefährtin selbst abzuholen, aber eine leichte Verstauchung des Fußes fesselt sie an baS sopha, daher müssen Sie mit meinen Ritterdiensten fürlieb nehmen."

^r hatte dabei ihre Sachen aus dem Wagen genom­men und sich des Regenschirms bemächtigtEs sind