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GratrsbeiLaigen:^KuitrirUs Sonnragsblatt" n.)llustv!rte lanvwtrthWsMche Verlage".

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Veftellungen auf das Hersfelder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen Jllnstrirtes Sountagsblatt" u^ Jllnstrirte landwirthschaftl. Beilage" für das erste Quartal 1897 werden von allen Aaiserlichen Poftanftalten, tandbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 24. Dezember 1896.

Nach Mittheilung der Großherzoglichen Direktion des dritten Verwaltungsbezirks zu Eisenach ist unter dem Nindviehbestande deS Landwirths Friedrich Schäfer zu Auenheim-Rienau die Maul- und Klauenseuche ausge­brochen.

I. I. Nr. 6956. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 30. Dezember 1896.

Nach Mittheilung des Großherzoglichen Kreisamts Alsfeld ist in einem zweiten Gehöfte zu Grebenau die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt und Gemark- ungssperre angeordnet worden.

In Obergleen ist die genannte Seuche erloschen und sind die angeordneten Sperrmaßregeln wieder aufge­hoben worden.

I. I. Nr. 6955. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 30. Dezember 1896.

Nach Mittheilung des Königlichen Landrathsamtes zu Ziegenhain ist die unter dem Nindviehbestande des Gutsbesitzers Grießel daselbst ausgebrochene Maul- und Klauenseuche erloschen und daher die angeordnete Ge­markungssperre aufgehoben. Dagegen verbleibt die Stadt Ziegenhain bei dem durch Verfügung des Königlichen Landrathsamtes daselbst gebildeten Beobachtungsgebiet. I. I. Nr. 6954. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.

Nachdruck verboten.

Die letzten Hamburger.

Erzählung aus dem Jahre 1409.

Von M. P e t r i.

1. Auf der Homburg.

Ein einsamer Reiter zog langsam und behaglich seine Straße. Aus frischem JünglingSantlitz blickten fröh­liche blaue Augen mit Wohlgefallen auf die Frühlings­pracht umher, und lauschend neigte sich das Haupt, wenn es galt, aus dem jubelnden Sängerchor diese oder jene Vogelstimme herauszufinden. Und wenn sich das Haupt also bewegte, dann huschte wohl ein unbescherdener Sonnenstrahl durch das Gezweig und spielte liebkosend auf dem glattgeschorenen Kopse des Mannes, daß der­selbe erglänzte wie eine blank geputzte Scheibe. Sein Käppchen trug er in der Hand, und nur kurzes, braunes Gelock umrahmte die Tonsur, während die faltige Kutte die kräftigen Glieder einhüllte. Die Zügel ruhten lose auf dem Halse des braven RößleinS, das den wohlbe­kannten Weg sicheren Schrittes einherzog.

Es war nicht zu verwundern, daß Roß und Reiter an ihrer Wanderung Gefallen fanden, denn es ist ein überaus liebliches Thal, das Hoopthal, welches sich in den Weserbergen vom Kloster Amelungsborn bis zum Städtchen Stadtoldendorf hinzieht. Jetzt übertönt zwar der Lärm der Industrie das Rauschen des Forstbaches,

Politische Nachrichten.

Inland.

Berlin, 1. Januar.

S e. Majestät derKaiser unternahm vorgestern Nachmittag um 2 Uhr vom hiesigen königlichen Schlosse eine Ausfahrt und fuhr an dem Gebäude des königl. Staatsministeriums, Leipziger Platz 11, vor, wo Se. Majestät vom Vize-Präsidenten des königl. Staats - Ministeriums, Staatssekretair des Innern, Staatsminister Dr. v. Boetlicher, empfangen wurde und bis kurz vor 4 Uhr Nachmittags der Sitzung des königl. Staats- ministeriums beiwohnte. Um 4 Uhr 5 Min. begab Sich Se. Majestät mit dem fahrplanmäßigen Zuge vom Potsdamer Bahnhöfe nach Wildpark, bezw. dem Neuen Palais zurück, verblieb bis zur Abendtafel im Arbeits­zimmer und arbeitete daselbst allein. Zur Abendtafel waren Einladungen nicht ergangen.

Gestern früh um S1/» Uhr empfingen Ihre Kaiser­lich e n Ma j e st ä t e n im Sterbezimmer des hochseligen Kaisers Friedrich III. durch den Garnisonpfarrer Keßler das heilige Abendmahl. Von 10 Uhr Vormittags ab arbeitete Se. Majestät längere Zeit mit dem Chef des MilitairkabinetS, Generaladjutanten, General der In­fanterie v. Hahnke,

Die Kaiserin Friedrich besuchte vorgestern das Krankenhaus am Friedrichshain.

Die Neujahrsfeier im hiesigen Königlichen Schlosse vollzog sich in der üblichen Weise. Nach Em­pfang der Hofwürdenträger, der Königlichen Familie, des militairischen Gefolges und dem Gottesdienste in der Schloßkapelle erfolgte im Weißen Saale große Defiliercour, an welcher unter Anderem der Reichskanz- ; ler, Fürst von Hohenlohe, das preußische Staatsministerium, | die Präsidien des Reichstags und des' Landtags theil- nahmen. Daran schlössen sich die Empfänge der Bot­schafter und der commandirenden Generale. Mittags begab sich Se. Majestät der Kaiser zu Fuß zur Parole­ausgabe nach dem Zeughause, wo er ungesähr eine Stnnde verweilte. Im Laufe des Nachmittags fuhr der Kaiser bei den Botschaften vor. Der Kaiser war bei dieser Ausfahrt von dem Prinzen Heinrich von Preußen begleitet, welcher von Kiel hier eingetroffen war. Se. Majestät fuhr auch bei dem Reichskanzler Fürsten zu Hohenlohe, dem commandirenden General des Garde­korps, General von Winterfeld, und dem Chef des Generalstabes, General Grafen von Schlieffen, vor.

Gegenüber der neuerdings wieder verbreiteten Nach­

denn große Sägen zerschneiden mit Gekreisch die Steine aus den nahen Steinbrüchen, und klappernde Mühlen zermalen den Gips und bestreuen alles in weitem Um­kreis mit weißem Staub.

Damals, im Jahre 1409, war von alledem nichts zu bemerken. Die Mönche des Klosters sahen mit Stolz auf die Schönheit des Thales und sorgten mit Liebe für den herrlichen Eichen- und Buchenwald, der die Ab­hänge schmückte.

Zur Seite der Landstraße rieselte klar und munter der Forstbach und bot willkommene Erquickung für Menschen und Thiere.

Munter, mein Rößlein," mahnte der Reiter,daß wir bald oben anlangen und die Zeit des Verweilen« nicht gar zu kurz wird. Freund Heinrich wird schon seit Tagen auf unser Erscheinen gewartet haben, und wer weiß, Jungfrau Lutgardis wohl auch, denn sie ist den Büchern nicht abholt und liebt meine Unter­weisung !"

Das Rößlein beherzigte den Wink und durcheilte bald die engen, schmutzigen Straßen Stadtoldendorfs, um jenseits der Stadt der Landstraße zu folgen, die sich im Schatten riesiger Eichen und Buchen in Windungen mühsam zur hochgelegenen Homburg hinaufzog.

Aus runden, ziemlich steil abfallendem Bergkegel hatten sich um das Jahr 1130 die Edelherren von Hom­burg ein starkes Schloß erbaut, um das stattliche Gebiet

richt, ber Ä ai^i^LW nächsten Frühjahr eine Reise nach Palästrrrn'mnrernehmen und auf der Rückreise sich über Petersburg nach Odessa begeben, versichert die Kreuzzeitung", daß von derartigen Plänen an den Stellen, die davon unterrichtet sein müßten, nichts be­kannt ist.

Der Bundesrath tritt nächste Woche wieder zu­sammen. Ihm wird der Entwurf eines Gesetzes über das AuswanderungSwesen zugehen.

Der preußischeStaatsanzeiger" veröffentlicht ein Gesetz über die Kündigung und Umwandlung der 4-proz. konsolidierten Staatsanleihe, sowie eine Bekanntmachung des Finanzministeriums, die für die Forderung des Barbetrags eine Frist bis zum 20. Januar 1897 und für die Anträge auf Eintragung im Staatsschuldbuche bez. auf Ausweichungen der 3'/,-pro- zentigen Schuldverschreibungen an Stelle von Umschrei­bungen im Staatsschuldbuche die Frist bis zum 30. Juni 1897 setzt. Ferner veröffentlicht derStaatsan­zeiger" die Novelle zum Gesetze über die Besteuerung des Gewerbebetriebes im Umherziehen.

DieKreuzzeitung" weist wiederholt darauf hin, daß eine Gefahr der E i n s ch l e p p u n g der Pest aus Bombay auch für deutsche Häfen bestehe. Eine solche Gefahr besteht in gewissem 'inn? allerdings und zwar, im Gegensatz zu der beim gelben Fieber vorhandenen, auch im Winter. Deshalb ist durch die darüber er- gangenen, allgemein gültigen Bestimmungen die ärztliche Untersuchung der Mannschaft von Schiffen, an deren Bord Pestkranke sich befunden haben, zu jeder Jahres­zeit vorgeschrieben, während solche für gelbes Fieber nur zu bestimmten Jahreszeiten stattzufinden hat. Durch die Berichte der im Auslande befindlichen Konsuln sind die Reichsbehörden dauernd über den Stand, die Aus­dehnung und die etwaige EinschleppungSgefahr bei Pestseuchen unterrichtet. Die bisher eingegangenen Be­richte haben jedoch keinen Anlaß ergeben, um über die nach dieser Richtung allgemein geltenden Bestimmungen Hinauszugehen und Verschärfungen eintreten zu lassen. Ebensowenig wie die Reichsbehörden, hatten bisher die Behörden der Hafenstädte, insbesondere die Senate in Hamburg und Bremen Veranlassung zu besonderen Maß­nahmen, wenigstens sind keine darauf bezüglichen Mel­dungen, die andernfalls zu erfolgen hätten, hier einge­laufen. Man ist eben der Meinung, daß die bereits in Kraft befindlichen Vorsichtsmaßregeln gegenüber dem jetzigen Umfange dieser EinschleppungSgefahr vollständig ausreichen.

Der badis che Landtag wird zum 12. Januar

ihrerHerrschaft schützen und regieren zu können. Stunden­weit im Lande war der umfangreiche Thurm sichtbar, als Zeuge, daß seine Erbauer sich von ihrem Recht nichts würden nehmen lassen.

Im geöffneten Thore, an der herabgelassenen Zug­brücke lehnte müßig der Pförtner und wärmte seine alten Glieder behaglich in der Sonne. Beim nahenden Huf­schlag richtete er sich auf, und als die Gestalt des Reiters zwischen den Bäumen auftauchte, flog ein fröhliches Willkommen über seine wetterharten Züge.Grüß Gott, Johannes, mein Junge, wollt ich sagen, Bruder Masko," rief er ihm entgegen,bist ja seit Wochen nicht bei uns hier oben gewesen!"

Hatte nicht Zeit, Alter! Wie stehl's, ist alles wohl­auf?"

Bruder Masko sprang mit der Leichtigkeit der Jugend aus dem Sattel und übergab das Pserd einem Knechte der es zu den Ställen führte, während die beiden Männer über den Hofraum schritten.

Aber zögernd blieb Bruder Masko stehen. Aus den geöffneten Fenstern des Herrenhauses, das sich dem Ein- gangsthoc gegenüber an den starken Thurm anlehnte, erscholl Getöse vieler Stimmen, lautes Klappern von Schüsseln und Bechern und das Gelächter der Zechenden.

Daß bei dem Herrn alles wohlauf ist, barst du," beantwortete der Alte die gestellte Frage.Willst du, daß ich dich melde? Du weißt, daß ihr mit den Kutten