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Erscheint wöchentlich drei Mal LienStag, Donnerstag und Sonnabend.
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Ar. 8. Iomrtzlig den 2I. ZNmr 1897.
Amtlicher Theil.
Hersfeld, den 14. Januar 1897.
Die unter den Rindviehbeständen des Gutsbesitzers Robert Patry, G. Schütze und Heinrich Schmauch zu Hattenbach ausgebrochene Maul- und Klauenseuche ist erloschen und die durch mein Ausschreiben vom 12. November 1896 I. I. Nr. 6109, Kreisblatt Nr. 135, für diesen Ort angeordnete Gemarkungssperre aufgehoben.
I. I. Nr. 230. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Rath.
Hersseld, den 19. Januar 1897.
Die Mitglieder des Kreis-Vereins zur Pflege im Felde verwundeter und ertränkter Krieger werden hierdurch auf
Dienstag den 26. d. Mts.
Nachmittags 4 Uhr in das Sitzungszimmer des Landrathsamtes dahier zu einer General-Verfammlung eingeladen.
Auf der Tagesordnung steht:
1. Rechnungsablage.
2. Beschlußfassung über die Verwendung der VereinS- mittei unv die Thätigkeit des Vereins im Falle einer Mobilmachung.
3. Mittheilungen über Vereinsangelegenheiten.
Etwaige Anträge bezüglich sonstiger zur Berathung zu bringenden Gegenstände müssen spätestens Tages zuvor bei dem Vorsitzenden schriftlich eingereicht werden.
Der Vorsitzende:
Freiherr von Schleinitz.
Nichtamtlicher Theil.
Am JrEsäruns des Mlim Match.
Der Abgeordnete Graf Limburg-Stirum - hatte am Montage im preußischen Abgeordnetenhaus« ; die Beziehungen des Auswärtigen Amts zur Presse be- ■ rührt und einer abfälligen Kritik unterzogen. Er hatte verlangt, daß von dem Verkehr mit dem Auswärtigen ’ Amte diejenigen Zeitungen ausgeschlossen werden sollten, < welche „gegen andere Ressorts intriguieren." Demgegen
Die letzte» Homburger.
Erzählung aus dem Jahre 1409.
Von M. Petri. (Fortsetzung.)
Aber nicht nur Gelehrte barg das Kloster, sondern auch tüchtige Kräfte für das praktische Leben, die es als wichtige Aufgabe ansahen, Wälder auszuroden und Sümpfe aUSzutrocknen, dar so gewonnene Land zu bebauen und Ackerhöfe anzulegen. Am Fuße des Berges i trieb der muntere Forstbach eine flinke Mühle und füllte sorgfältig gegrabene Fischteiche mit seinem klaren Wasser. Gar manchen Tag ertönte das seltsame Gerassel der ' Webstühle in den stillen Mönchszellen, und die gefertigten Tuche kamen als gesuchte Waare auf die Märkte zu [ Dämeln und Höxter. Uni weit hinaus über die Ufer der Weser reichte der Einfluß und Segen des Klosters. Schon in der Mitte des zwölften Jahrhunderts, kam Berno, ein Amelungsborner Mönch, nach Mecklenburg und wurde dort der erste Bischof zu Schwerin. Ihm folgte auf Wunsch der Mecklenburgischen Fürsten im Jahre 1170 ein ganzer Konvent der Amelungsborner Mönche, welche das Kloster Doberan gründeten und von dort aus nicht nur das Heidenthum vertilgten, sondern jegliche Bildung des Geistes und alle Geschicklichkeiten in Handwerk und Ackerbau aus ihrem Mutterhaus mit- brachten und im Lande ausbreiteten.
So wurde der Born des Amelung eine Quelle reichen Segens auch für entfernte Länder.
Ein trüber Herbsttag neigte sich dem Abend zu. Der
über bemerkte am Dienstage der Ministerpräsident Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe: „Ich kann mir kein rechtes Bild davon machen, wie eine Zeitung gegen ein Ressort intriguieren kann. Vielleicht sollte das heißen, daß der Minister der Auswärtigen Angelegenheiten einem Journal, das gegen einen Ressortminister, z. B. den Justizminister oder den Landwirthschaftsminister, Opposition macht, die Verbindung aufkündigen solle. Ich gestehe, daß ich eine solche Forderung nicht für ganz ernst nehmen kann!" Auf den Vorwurf des Grafen Limburg, daß auch untergeordnete Leute empfangen würden, wies Fürst Hohenlohe mit Recht auf die Erfahrungen hin, die mit Herrn v. Lützow gemacht worden sind.
„Der Prozeß Leckert-Lützow" — erklärte Fürst Hohenlohe weiter — „w a r nothwendig und nicht zu vermeiden. Erst im Laufe der gerichtlichen Untersuchung hat sich herausgestellt, daß durch eine Reihe falscher Auskünfte eines Kriminalkommissärs über den Ursprung von Zeitungsartikeln wiederholt Verdacht und Mißstimmung unter hohen Beamten und gegen solche erzeugt worden war. Selbstverständlich konnte wegen der Verwicklung eines Kriminalkommissärs als Zeuge in den Prozeß nicht auf die Staf- verfolgUNg der gerügten Preistreibereien verzichtet werden. Ich war verpflichtet, den Strafantrag zu stellen. Es handelt sich um verleumderische-Beleidigungen von Beamten des Hofes und des Auswärtigen Amts. D a wäre mit Verhandlungen zwischen den Ressorts nichts zu machen gewesen; es mußte an das Gericht und damit an die Oeffentlich- keit gegangen werden, und ich stehe nicht an, zu erklären, daß ich die Hilfe des Gerichts auch ferner überall da in Anspruch nehmen werde, wo ich Verleumdungen und Beleidigungen gegen Beamte in der Presse begegne. Diesem Vorgehen widerspricht nicht die preußische Tradition, sondern sie erfordert e s."
Zum Schluß stellte der Ministerpräsident noch die Thatsache fest, „daß Freiherr v. Marschall in dem ganzen Prozeß nicht vorgegangen ist, ohne fortlaufend das Staatsmini sterium in Kenntniß zu setzen; er hat von diesem die Zustimmung zu seinem Vorgehen erhalten. In allen politischen Grundanschauungen" — das betonte Fürst Hohenlohe ausdrücklich — „besteht vollkommen Uebereinstimmung in dem Ministerium."
Wind trieb schwarze Wolken tief über die Wälder hin, und ab und zu fiel der Regen schwer zur Erde nieder. Der Wald war dumpf und schauerlich, die Bäume streckten die kahlen Aeste gen Himmel, und lautlos sanken die gelben Blätter vereinzelt herab.
In seiner Zelle saß Abt ReimaruS, einsam, über die Arbeit geneigt. Die Zelle war völlig schmucklos, aber geräumiger als die der Mönche. Auch hatte sie außer der Eingangsthüre zum langen Gang noch zwei Ver- bindungsthüren, welche in keiner Mönchszelle erlaubt waren. Die eine, linker Hand, führte unmittelbar in die große Bücherei des Klosters und wurde vom Abt fleißig benutzt, um bei feinen eifrigen Studien bald zu diesem, bald zu jenem Pergament zu greifen.
In demselben Raum wurde auch das Klosterarchiv ausbewahrt, enthaltend unzählige Urkunden von Privilegien, Schenkungen von Päpsten, Bischöfen, Kaisern und Fürsten an das Kloster. Diese Urkunden wurden als der wichtigste Schatz gehütet, denn in manchem Rechtsstreit mußten sie die Ansprüche des Klosters unterstützen und beweisen, und ein großer Theil derselben ist bis auf unsere Zeit erhalten geblieben und giebt uns Kunde von den Menschen der Vergangenheit und ihrem Thun.
Aus der Bücherei führte ein schmaler Gang mit kleiner Einlaßthüre in die mächtige Klosterkirche, das Monasterium.
Eine dritte kleine Thür in der Wohnung des Abtes verband dieselbe mit der nächstliegenden Zelle. Diese pflegte ein junger Mönch inne zu habe», den der Abt sich selbst auswählte als Diener und Handlanger oder
Politische Nachrichten.
Inland.
Berlin, 19. Januar.
Ihre Majestäten der Kaiser und die Kais erin besuchten heute Vormittag bei ihrem gemeinsamen Spa- ziergange durch den Thiergarten das Atelier des Bildhauers Professor Baumbach. Nach dem Königlichen Schlosse zurückgekehrt, arbeitete der Kaiser längere Zeit mit dem Chef des Militärkabinets, General v. Hahnke. Abends um 7 Uhr gedenkt der Kaiser einer Einladung des Generals v. Arnim zum Diner zu entsprechen.
Der Herzog und die Herzogin Friedrich Ferdinand zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücks- burg werden — nach der Rückkehr der Herzogin aus Dresden — noch einige Zeit in Berlin verweilen.
Der österreichisch-ungarische Minister des Auswärtigen, Graf Goluchowski, ist am Dienstage nach Dresden gereist, wo er vermuthlich auch von König Albert empfangen werden wird. In Berlin ist Graf Goluchowski wiederholt mit den leitenden deutschen Staatsmännern zusammengekommen. Hierbei handelte es sich um einen allgemeinen Ideenaustausch über die politische Lage. Konkrete Abmachu..^.i wurden nicht getroffen. In den berührten Punkten hat sich eine erfreuliche Uebereinstimmung gezeigt.
Das Fest des Schwarzen Adlerordens ist am 18. Januar in üblicher Weise gefeiert worden. Die Investitur wurde an dem Erbgroßherzog von Sachsen- Weimar, dem Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt, dem Staatsminister v. Delbrück, dem Fürsten zu Wied und den Generalen v. Hänisch und v. Seeckt vollzogen. Am Abend fand im Königlichen Schlosse eine Tafel zu Ehren der Ritter des Schwarzen Adler-Ordens statt. Der Kaiser saß zwischen dem österreichischen Minister der Auswärtigen, Grafen Goluchowski, und dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe.
Der Reichstag hat die erste Lesung des Justizetats beendet. Am Dienstage wurde die Etatsberathung fortgesetzt. Außerdem stand die Novelle zum Unfallver- sicherungSgesetze auf der Tagesordnung.
Das preußische Abgeordnetenhaus hat das Lehrerbesoldungsgesetz endgiltig angenommen; dagegen stimmten nur das Centrum und der Abgeordnete Pleß. Ein Antrag des Centrums auf nochmalige Ab-
auch als Mitarbeiter bei seinen oft umfangreichen Arbeiten. Es war dies ein Vertrauensposten, den jeder gern annahm und um den ihn die andern beneideten.
Seil länger als einem Jahre hatte Bruder Masko diese Zelle inne.
Der Abt saß in tiefen ( Banken. Die rechte Hand mit der Feder ruhte nachlc , uf dem Tische, und die linke stützte das müde Haup». E blickte träumerisch in das trübe Licht der Oellampe, und sein Ohr horchte unwillkürlich auf das Heulen des Windes, der mit erneuter Kraft um das hochgelegene Kloster fuhr und in den Bäumen des nahen Waldes knackte und rauschte.
Seit mehr als sechs Wochen saß nun schon in der stärksten Zelle des Klosters der junge Edelherr Heinrich von Homburg, und immer noch nicht war es dem Abt gelungen, eine Entscheidung seines Schicksals herbeizu- führen. Vergeblich hatte er mehrmals in eigener Person den Grafen Hermann aufgesucht, um mit ihm über die Sühne zu verhandeln. Derselbe blieb hart und unerbittlich; er forderte nur persönliche Rache und wollte seinen Gegner sich frei gegenüber sehen. Jede Vermittlung ablehnend, drohte er schließlich mit Gewalt gegen das Kloster, wenn es seiner Rache noch länger im Wege stände.
Da ersann der kluge Abt einen Ausweg. Bischof Heinrich von Hildesheim war ein Graf von Woldenberg, ein Bruder der trauernden Witwe Elika. In seinem Hause weilte Elika mit ihren beiden kleinen Söhnen, da der Bruder die tiefgebeugte Schwester zu sich geholt hatte und ihr mit tröstlichem, frommem Zuspruch das