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Amtlicher Sljeil.
Berlin, den 13. Januar 1897.
Auf den Bg/cht vom 29. Dezember 1896 A. III. 14007 erkläre ich mich damit einverstanden, daß Bescheinigungen, die von beamteten Thierärzten über den Gesundheitszustand von Vieh ausgestellt werden, um dessen Ausführung aus Sperr- und Beobachtungsgebieten zu ermöglichen als vorwiegend dem öffentlichen Interesse dienend des in Tarifnummer 77 des Stempelsteuergesetzes vom 31. Juli 1895 vorgeschriebenen Stempels nicht bedürfen.
Der Finanz-Minister. Im Auftrage gez. S ch o m e r. An den Königlichen Regierungs-Präsidenten zu Cassel.
* * *
Cassel, den 18. Januar 1897.
Abschrift zur Beachtung und Bekanntmachung im Kreisblatt.
Der Regierungs-Präsident. J. V.: von Bremer. An die sämmtlichen Herren Landräthe des Bezirks.
*
Hersfeld, den 28. Januar 1897.
Wird veröffentlicht.
I. 825. Der Königliche Lrndrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer NegierungS-Rath.
In dem pomologischen Garten in Caffel finden im Jahre 1897 folgende Unterrichtscurse statt:
1. FrühjahrscursuS für Baumwärter vom 1. März bis 10. April — 6 Wochen.
2. FrühjahrscursuS für Lehrer vom 29. März bis 7. April — 10 Tage.
3. Sommernachcursus für Baumwärter vom 5. Juli bis 17. Juli — 14 Tage.
hiervon für Obstoerwerthung vom 13. Juli bis 16. Juli — 4 Tage.
4. Sommer-ObsiverwerthungScursus für Damen vom 20. Juli bis 23. Juli — 4 Tage.
5. Herbstcursus für Lehrer vom 19. August bis 28. August — 10 Tage.
6. Herbstcursus in Obstverwerthung für Damen vom 14. September biß 17. September — 4 Tage.
7. Herbstnachcursus für Baumwärter vom 20. September bis 2. Oktober — 14 Tage.
hiervon für Obstoerwerthung vom 28. September bis 1. Oktober — 4 Tage.
Nähere Auskunft, Abgabe von Statuten und Anmeldung für die unter 1, 3, 4, 6 und 7 aufgeführten Curse bei dem Leiter der Curse, Herrn JnstitutSgärtner Karl Huber — Caffel — Frankfurter Landstraße 76.
Nichtamtlicher Theil.
Die Reise des Grafen Murawiew.
Der neu ernannte russische Minister des Auswärtigen, Graf Murawiew, hat sich von Kopenhagen aus, wo er sich als bisheriger Gesandter am dänischen Hofe verabschiedete, über Wiesbaden, wo er seiner dort lebenden Mutter einen kurzen Besuch abstattete, nach Paris be-
geben, um dem Präsidenten der Republik, Faure, vorgestellt zu werden. Bei der Nachricht, daß Graf Murawiew vor seiner Rückkehr nach Petersburg Paris zu besuchen gedenke, war natürlich großer Jubel in der französischen Presse; eS wurde dem Besuche eine weittragende Bedeutung beigemeffen, da Graf Murawiew auf Befehl des Zaren komme, der damit aufs neue seine innige Freundschaft für Frankreich an den Tag legen wolle. Einzelne Blätter gingen noch weiter und sagten, das sei die russische Antwort auf den Besuch des Grafen Goluchowski, des österreichisch-ungarischen Ministers des Auswärtigen, in Berlin, als ob bei der Anwesenheit des Grafen Goluchowski als Ritter des hohen Dibenß vom Schwarzen Adler bei dem letzten Ordensfeste am Berliner Hofe irgendwelche schwarzen Pläne geschmiedet worden seien.
Diesen Uebertreibungen wurde ein kleiner Dämpfer mit der Nachricht aufgesetzt, daß Graf Murawiew auch auf einen Tag nach Berlin komme, um dem deutschen Kaiser vorgestellt zu werben. Aber man half sich bald mit der Wahrnehmung, daß doch Berlin auf dem Landwege zwischen Kopenhagen und Petersburg gar nicht zu umgehen sei, während der Abstecher nach Paris eine besondere Reise nöthig mache. Würde Graf Murawiew auf der Rückreise von Paris nach Petersburg an Berlin ohne Aufenthalt an ihm vorbeifahren, so wäre das eine geflissentliche Unhöflichkeit, zu der kein Grund vorliege.
Die Franzosen mögen sich einreden, was sie wollen, das soll uns wenig kümmern. Sie werden sich aber doch damit absinden müssen, daß Kiel ziemlich weit ab von der Linie Paris — Berlin — Petersburg liegt. Die Ankunft des Grafen Murawiew in Berlin ist nämlich für die letzten Tage des Januar angekündigt; um diese Zeit aber ist unser Kaiser in Kiel zur Taufe im Hause des Prinzen Heinrich. Wir vermuthen daher, daß sich Graf Murawiew nach Kiel begehen wird, um dem Kaiser seine Aufwartung zu machen. Wie wir es ganz natürlich fanden, daß der neue russische Minister nach Paris geht, um sich persönlich dort einzuführen und mit dem französischen Kollegen Hanotaux ins Vernehen zu setzen, so liegt auch kein Grund vor, ganz besondere Schlüsse aus der Begnung des Grafen Murawiew mit den deut» fchen Staatsmännern und aus seinem Empfange bei unserem Kaiser zu ziehen.
Politische Nachrichten.
Inland.
Berlin 28. Januar.
Am königlichen Hose wurde gestern das G e b u r t s - fest S r. M a j e st ä t des Kaisers und Königs feierlich begangen. Um 8s/4 Uhr fand die Gratulation im engeren Kreise der königl. Familie statt. Hierauf wurde der engere Hof zur Gratulation empfangen. Die Gratulation seitens Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich und Ihrer königl. Hoheiten der Prinzen und der Prinzessinnen des königl. Hauses sowie der hier anwesenden Höchsten Gäste fand im Pfeilersaal des königl. Schlosses statt, worauf Sich die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften nach dem Elisabeth-Saale und von dort nach dem Rittersaale begaben, wo die feierliche Nagelung der dem 2. Bataillon des Jnf.-Regts. Herwarth von Bitten- feld (1. Westfälischen) Nr. 13 und dein l. Bataillon des 3. Thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 71 verliehenen neuen Fahnen stattfand. Nach dem feierlichen Akte begaben Sich die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften sowie die Höchsten Gäste der Majestäten nach der Schloß- kapelle zum Gottesdienst und nach diesem zur Gratu- lationScour nach dem Weißen Saale. Mittags wohnte Se. Majestät der Kaiser der großen Paroleausgabe im Zeughause bei. Abends 6 Uhr fand bei den Majestäten Familientasel zu 38 Gedecken und in der Bildergallerie Marschalltafel statt. Die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften mit den hier weilenden erlauchten Gästen Abends die Festvorstellung im königlichen Opern- Hause besuchten.
Der Kaiser hörte heute Vormittag den Vortrag
des Kriegsministers v. Goßler und arbeitete darauf längere Zeit mit dem Chef des Mililär-Kabinets, General v. Hahnke. Um 12'/, Uhr mittags hatte der Staatsminister v. Koeller die Ehre, von Seiner Majestät in Audienz empfangen zu werden. Um 3 Uhr nachmittags gedachte der Kaiser die Geweih-Ausstellung zu besuchen.
An seinem Geburtstage hat der Kaiser verschiedene Auszeichnungen vorgenommen und mehrere Beförderungen vollzogen. Unter den erstern sind besonders erwähnenswerth die Verleihung des hohen Ordens vom Schwarzen Adler an den Staats- und Finanzminister Dr. Miguel und den Chef des Geheimen CivilkabinetS, Wirklichen Geheimen Rath und Geheimen Kabinetsrath Dr. v. Lucanus. Die Verleihung des hohen Ordens vom Schwarzem Adler an den Finanzminister Dr. Miguel, der von jetzt an Herr v. M i q u e l zu nennen ist, beweist, welches hohe persönliche Vertrauen der Kaiser ihm nach wie vor bewahrt.
Das preußiiche Staatsministerium hat am Dienstage eine Sitzung abgehalten. Der Kaiser führte den Vorsitz und leitete die Verhandlungen.
Der Reichstag hat die erste Lesung der Novelle zum Unfallversicherungsgesetze beendet. Am Donnerstage wurde die erste Lesung des Postetats begonnen.
Die BudgetkommissioudesReichstages hat beschlossen, die Position Gewährung von Beihilfen an hilfsbedürftige Kriegstheilnehmer von 1,8 Mill. Mk. auf 2,76 Mill. Mk. zu erhöhen.
Die Betheiligung der bayerischen Truppen an den diesjährigen K a i s e r m a n ö v e r n ist als eine Thatsache anzusehen. Die Vereinbarungen zwischen dem Kaiser und dem Prinzregenten sind schon seit geraumer Zeit getroffen.
Bei den preußischen Amtsgerichten ist jetzt die Einrichtung getroffen worden, daß diese über alle Personen, die den Offen barungSeid geleistet haben, alphabetische Verzeichnisse sühren. Die Einsicht dieser Verzeichnisse steht den Interessenten frei.
Ausland.
Alle Staaten haben ihre Zustimmung zu der internationalen Pestkonferenz in Venedig ausgesprochen. Als Tag des Zusammentritts ist der 10. Februar vorgeschlagen. Die einzelnen Staaten werden diplomatische und wissenschaftliche Vertreter zur Konferenz entsenden.
Die Nachricht eines russischen Blattes, wonach die Firma Krupp eine Kanonengießerei für den russischen Staat in Riga zu errichten beabsichtigt, ist unbegründet.
Bei einer in der französischen Stadt St. Etienne bei Anarchisten vorgenommenen Haussuchung wurden Briese, Waffe», Sprengstoffe u. s. w. beschlagnahmt. Fünf Anarchisten wurden verhaftet.
Aus Agordat wird vom 28. Januar gemeldet: Die Derwische haben das Lager bei Amideb, welches sie befestigt hatten, verlassen. Sie sind in vollem Rückzüge begriffen, auf dem sie von bewaffneten Eingeborenen und von italienischen Truppen verfolgt werden.
Aus Provinz hhö SoiührottitL
* Der Getreidemarkt. (Berichtswoche vom 22.. bis 29. Januar.) Die vielfach bessere Kauflust für Merzen und Roggen konnte den Getreidemarkt deshalb nicht beleben, weil von auswärtigen Märkten in den letzten Tagen Geschäftsunlust und Preisrückgänge gemeldet wurden. Räthselhaft verhält sich auch der ameri- konische Markt, von fester Stimmung wechselte er wiederholt auf Flauheit. Im Allgemeine» kann man aber sagen, daß der Weizen seinen bohen Preis immer noch gut behauptet, während der Roggenpreis zu weiteren Rückschritten neigt. In Berlin, Stetlin, Hamburg und Leipzig kostete der Weizen per Tonne (20 Ctr.) je noch Güte 167 biß 176’/., Mark, Roggen 124 bis 127 Mk., Gerste gute innlündische 142 Mark, Braugerste bis 176 Mark, Hafer 131 bis 145 Mark, Mais 96 bis 99 Mk.
* Gegen deutsche Eisenbahn verwaltn »gen