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ersjeliitl Kreisblatt.

Gratisbeilagen:)lluftrirter Ssnntagsblatt" u.Illnstrirte landwirthschaftliche Veilage".

Nr. 1). ZniitkßW K« 1 Wrm 189?.

Vestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen Jllustrirtes Sonntagsblatt"» Jllnstrirte landwirthschaftl. Beilage" für die Monate Februar und März werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, kandbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 1. Februar 1897.

Bei Gelegenheit der Feier des hundertjährigen Ge­burtstages des hochseligen Kaisers Wilhelm I. wird von dem Herrn Minister der geistlichen rc. Angelegenheiten beabsichtigt, eine Festschrift vornehmlich in den Schulen der ländlichen Bezirke vertheilen zu lassen.

Von den bisher erschienenen bezüglichen Schriften

| ist die von der Freifrau A. von Liliencron verfaßte als zur Vertheilung an Schulkinder besonders geeignet er- ; achtet worden. Sie ist unter dem TitelKaiser Wil- i Helm der Große" in dem Verlage des christlichen Zeit- schriftenvereins in Berlin, SW. Alte Jakobstraße 129, erschienen und wird bei größerem Bezüge zum Preise von 22 Mk. für 100 Exemplare geliefert.

Da mit Rücksicht auf den dem Herrn Minister zur Verfügung stehenden Fonds, die Anzahl der an Schüler und Schülerinnen zur Vertheilung bestimmten Exemplare nur eine beschränkte sein wird, eine umfangreiche Ver­theilung der genannten Schrift aber in hohem Maße erwünscht ist, um das Andenken an den großen Kaiser bei der Jugend in weitem Kreise zu pflegen, veranlasse ich die Herren Ortsvorstände des Kreises, auf die Be­schaffung und demnächstige Vertheilung der oben bezeich­neten Festschrift an eine größere Anzahl Schüler und Schülerinnen aus Gemeindemitteln hinzuwirken. Bei der voraussichtlich großen Nachfrage empfehle ich noch die rechtzeitige Bestellung der Schrift.

I. 889. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Berzeichnitz der im Monat Januar 1897 ausgestellten Jagdscheine.

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Gültigkeits-

«

W Tag Man.

Name

Stand

Wohnort

Kreis

bauet

Jahre Tage

Bemerkungen.

223

2/1

Kalbfleisch Jakob,

Ackermann

Hilperhausen

Hersfeld

1

224

Klaholz, Adam

Kerspenhausen

1

225

5/1

Kehr, Julius

Kaufmann

HerSfeld

1

226

Fischer, Heinrich I.

Landwirth

Kathus

1

227

7/1

Willhardt, Johannes

Müller

1 . -

228

8/1

Rüger, Ernst

Musikus

1

229

12/1

Brehm, Johannes

Bürgermeister a. D.

1

230

13/1

Claus, H.

Hofsecretair

Philippsthal

1

231

20/1

Steckel, Johannes

Landwirth

Kohlhausen

1

232

1/2

Reydt, Michael

Zimmermeister

Allendorf

,/

1

MuSgef. am 29/1 1897.

Wird veröffentlicht. Hersfeld, am 1. Februar 1897.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Berlin, den 24. Dezember 1896.

An sämmtliche Königlichen Regierungs-Präsidenten.

In Ergänzung der diesseitigen Erlasse vom 17. De­zember 1892 (I 24723), 10. März 1894 (I 4523) und 22. April 1895 (I 7766), betreffend Benachrichtigung der Veterinärpolizei auf dem hiesigen Viehhose von der Zuführung verdächtigen Viehs :c. ordne ich hiermit Folgendes an:

1. Die Bestimmungen in den angeführten Erlassen sind bis auf Weiteres auf nachgenannte Seuchen anzu- wenden:

a) die Maul- und Klauenseuche,

b) die Lungenseuche des Rindviehs,

c) die Pockenseuche der Schafe,

d) die Räude der Schafe,

e) den Rothlauf der Schweine,

f) die Schweineseuche und die Schweinepest.

2. In den Anfragen über die Zulassung der ver­dächtigen Thiere und in den Anzeigen über ihr Ein­treffen auf dem hiesigen Viehhofe, ist die Art der Seuche, deren die Thiere verdächtig sind, anzugeben. Gleichzeitig bringe ich in Erinnerung, daß die Anzeigen von dem Eintreffen der verdächtigen Thiere ausschließlich an die Königliche Veterinärpolizei auf dem Centralviehhofe zu Berlin und nicht, wie dies noch häufig zu geschehen pflegt,, an die Di.rktis^-sder an die Veterinärverwaltung des CentralviehhofeS zu richten und stets, nöthigenfalls unter Benutzung des Telegraphen, so zeitig zu erstatten sind, daß noch die zur Verhütung einer Seuchenver- schleppung erforderlichen Sicherheitsmaßregeln getroffen werden können.

Die Ortspolizeibehörden sind hiernach mit Anweisung zu versehen.

Der Minister für Landwirthschaft Domänen und Forsten, gez. von Hammerstein.

* * *

Cassel, den 14. Januar 1897.

Abschrift unter Bezugnahme auf meine Rundver­fügungen vom 24. Dezember 1892 A. III. 10462, 27. März 1894 A. III. 2594 und 4. Mai 1895 A. III. 4288 zur Kenntniß. Die Nachgeordneten Ortspolizeibe­hörden sind mit entsprechender Anweisung zu versehen.

Der RegierungS-Präsident. I. V.: v. Bremer. An den Herrn Polizei-Präsidenten hier und sämmtliche Herren Landräthe des Bezirks. A. III. 516.

Herrgottswege.

Bauernroman von A. v. Hahn.

(Fortsetzung.)

Wenn der AloiS nicht von der Annemarie ließ, dachte sie, und dem Vater zu trotzen wagte, dann konnte sich ihr Schicksal doch noch besser gestalten, und eine kecke Stimme in ihr wagte es, zum lieben Gott aufzurufen: Laß ihn doch festhalten an der Annemarie!"

Die alte Ursula aber betete inzwischen so in ihrem Herzen:Lieber Herrgott, sei gut mit dem Alois und wend' dem Alten das Herz, denn wie ich den AloiS kenn', läßt er nimmer von ihr, wenn ihn der Trotz faßt."

Seufzend lag die Ursula abends in ihrer Kammer. Sie dachte an allerlei, am meisten aber an die Anne­marie, die mit Sack und Pack zu ihrem Vater hinüber­gegangen war in die Mühle. Der Sägemüller hatte ge­schworen, die Dirn an den Haaren aus dem Haus zu führen, wenn sie ihm noch einmal in seinen vier Wänden begegnete, und gedroht, den Huber, samt ihr, vom Hof zu treiben, wenn er die Annemarie nicht aus seinen Augen schaffen thäte.

Er hatte die Annemarie nie leiden mögen, der Säge- Müller. Es war wohl die Aehnlichkeit mit ihrer Mutter, die ihm unbequem an ihr war. Die Ursula fand diesen Haß sündhaft und ungerechtfertigt, selbst der andern Sache gegenüber, die den Müller so in Harnisch brächte.

Er hätte doch bestrebt sein müssen, an beiden Kindern gutzumache», was er an der Mutter gefehlt hatte, die draußen, mit dem Schandfleck belastet, der sie ihr Leben

lang gedrückt hatte, in der Erde lag. Run wollte er gar den ersten Schritt zur Sühne, dass er den beiden Aufnahme gewährt hatte, wieder zurückgehen.

Das alles dachte die Ursula und warum wohl der liebe Gott die Menschen so krumme Wege führte, wo es doch in seiner Macht lag, alles gerade und gut gehen zu lassen.

Da bekreuzigte sie sich aber rasch und betete drei Vaterunser mehr als sonst und versprach ihrem Schutz­patron eine geweihte Kerze.

Am nächsten Morgen ging der Müller trotzig in die Mühle hinüber und kletterte die schmale Stiege empor, die zum Oberstock führte, wo das gewaltige Werk kreischend arbeitete und wo er den alten Huber zu finden erwartete, der die bescheidene Aufgabe hatte, die Maschinentheile einzuölen und auf einige andere, unwichtige Dinge zu achten.

Der alte Huber war ein grauhaariger, verschlossener Mann, von der Last des Lebens frühzeitig gebeugt und wenig geneigt, sich den Menschen umgänglich anzu- schließen.

Aber er besaß ein reiches, volles Herz. Er war nicht bitter durch das mancherlei Herzeleid geworden, das seinen bescheidenen Lebensgang begleitete.

Mit leidenschaftlicher Zärtlichkeit hing er an seinem Kinde, seiner Annemarie, und das Mädchen wußte diesen köstlichen Schatz an Liebe zu würdigen und in demselben Maße zu erwidern.

Außer dieser Liebe und der innigen Anhänglichkeit für die Pathe Ursula und den Alois, die ältere Schwester

war ihr seit der Heirath entfremdet, hatte ihr junges zärtliches Gemüth bis vor wenigen Monaten nichts tiefer bewegt. Ihre Seele war bis dahin ein klarer, unge­trübter Spiegel gewesen, ein klarer, ungetrübter Spiegel, aus dessen Grund tief unten aber doch als Erbtheil der Mutter ein Hauch der Wehmuth empordämmerte. Die Annemarie war immer ein stilles, nachdenkliche», zur Schwermuth geneigtes Kind gewesen, das man selten und nur dann lächeln sah, wenn es der grauköpfige Vater auf den Arm nahm oder, als er das später nicht mehr konnte, wie die Annemarie ein großes Mädchen geworden war, ihren Kopf zwischen seine arbeitsharten Hände nahm und ihr tief in die dunklen Augen sah. Er mußte sich dann ganz nah zu ihr hinüber neigen, er sah ja so schlecht, der Huber, und die Annemarie sah sich dann selber in den Augen da drjn und wußte darum wie lieb sie der Vater hatte, und darum lächelte sie immer stillbeglückt, wenn der Vater ihren Kopf zwischen seine arbeitsharten Hände nahm.

Dann kam aber eine Zeit, da lächelte die Annemarie gar nicht mehr oder nur im Traum, wenn der Alois ihr als Heiliger erschien und die Hände segnend über sie breitete.

Der Alois war immer so gut zu ihr gewesen als Junge, wie sie noch ein winziges Ding war, und darum hatte sie ihn fast ebenso lieb gehabt, wie die Pathe Ur­sula. Als er später vom Seminar zu den Ferien heim- kam, waren sie einander noch mehr ans Herz gewachsen. Er hatte dann immer so gut und lieb mit ibr gesprochen und ihr so viele schöne, fromme Sachen erzählt, und als