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Gratisbeilagen:Illnstrirtes Ssnnragsblatt" u.ZUnftrirte landwirthschaftliche Beilage".

«r. 16.

ZWuttilh Stil 6. Fekm

1697.

Erstes Statt.

Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen Mustrirtes Sonntagsblatt" «» Jllustrirte landwirthschaftl. Beilage" für die Monate Februar und März werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 2. Februar 1897.

Das Ausschreiben vom 29. September 1892 I I. Nr. 6844, Kreisblatt Nr. 116, sowie vom 12. Dezem­ber 1878 Nr. 11792, Kreisblatt Nr. 100, (zu Ziffer 2 und 44) wird hierdurch dahin abgeändert, daß fortab die Trichinen- und Schlachtviehbeschauer:

Jakob Kehl zu Biedebach und Justus Rödiger zu Tann, sowie Adam Schade zu Heenes und Conrad Eckhardt zu Kalkobes in Verhinderungsfällen sich gegenseitig zu vertreten haben.

Die Herren Ortsvorstände der in Betracht kommenden Gemeinden haben solches auf ortsübliche Weise alsbald bekannt machen zu lassen, insbesondere auch die Tri­chinen- rc. Beschauer hiervon in Kenntniß zu setzen.

I. 1. Nr. 914. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Rath.

Hersfeld, den 2. Februar 1897.

Nach Mittheilung der Großherzoglichen Direktion des III. Verwaltungsbezirkes zu Eisenach ist unter dem Viehbestände der Witwe Margaretha Börner in Unter­suhl die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

J. I. Nr. 924. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Herrgoltsmege.

Bauernroman von A. v. Hahn.

(Fortsetzung.)

Hat'S Euch die Dirn' nicht gesagt?" fuhr er wild fort, als ihn der Huber verstört ansah.Hat sie's Euch nicht gesagt, daß ich sie auf dem Hof nicht mehr leiden kann? Morgen kommt mein Sohn, der AloiS. Macht, daß mir die Dirn' bis dahin aus den Augen kommt!"

Wie meint Ihr das?" fragte der Huber befangen. Wo soll ich das Kind hinbringen? Ich kann'S doch nicht von heut' bis morgen zu fremden Leuten bringen, und was hat denn die Annemarie gethan, daß sie den Platz räumen soll?"

Was sie gethan hat?" brauste der Müller auf. Meinen Sohn, meinen Einzigen, hat sie mit ihrem Ge- thu vom frommen Wege abgelenkt, daß er dem lieben Gott aufgekündigt hat, und der arme, verführte Mensch sich als zu schlecht ansehen muß, ein Herrgottüdiener zu werden. Aber nicht genug daran, daß er sein Seelenheil aus's Spiel gestellt hat, sie will ihn auch um sein irdisch Theil betrügen. Was soll er mit dem Fetzen? Wenn er einmal heirath', dann soll'« ehrlich und gerecht zugehen, dann soll er eine nehmen, die ihm gleichkommt, aber keine hergelaufene Dirn', die nicht weiß, wo sie ihr Haupt niederlegen soll, wenn'» mir nicht paßt, sie länger unter meinem Dach zu dulden!"

Meint Ihr, es wär' eine Sünd', wenn ein reicher Mann eine arme, brave Dir»' freit?" wagte der alte

Casiel, den 12. Januar 1897.

Bekanntmachung.

An der Landwirthschaftsschule zu Weilburg soll auch in diesem Jahre ein Fortbildungskursus für Elementar­lehrer abgehalten werden und ist hierfür die Zeit vom 23. August bis 25. September in Aussicht genommen.

Die in dem Kursus zu behandelnden Gegenstände sind folgende:

Chemie 1. Theil; Pflanzenproduktionslehre; Zoologie (Anatomie und Physiologie der landwirthschaftlichen Hausthiere); Unterrichtswesen.

Den Theilnehmern wird ein staatlicher Zuschuß in Aussicht gestellt, sofern die Gemeinde bezw. der Lehrer selbst einen Beitrag von ca. 35 Mk. zu leisten bereit ist. Der staatliche Zuschuß beträgt für die Lehrer aus dem Regierungsbezirk Caffel 80 Mk. Denjenigen Gemeinden, welche einen Beitrag leisten, wird anheimgegeben, sich durch einen von dem Lehrer auszustellenden Revers dahin zu sichern, daß derselbe die erhaltene Summe zurückzu- zahlen hat, wenn er innerhalb Jahresfrist nach stattge- habtem Cursus die Gemeinde verläßt.

Die Lehrer, welche an dem in Rede stehenden Kursus theilnehmen wollen, werden aufgefordert, ihre Gesuche bis zum 10. Mai L Js durch Vermittelung des Herrn Landraths bezw. der Stadtsch-üdeputation anher einzu- reichen.

Abschriftlich mit dem Ersuchen, in geeigneter Weise die Lehrer zu möglichst zahlreicher Betheiligung an dem Kursus anzuregen. Die Anmeldungen sind spätestens bis zum 20. Mai d. I. hierher einzureichen; falls An­meldungen nicht erfolgen sollten, ist Fehlanzeige zu erstatten.

Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulsachen.

F l i e d n e r. An die Herren Landräthe und die Stadtschuldeputationen des Regierungsbezirks. B. 313.

* * *

Hersseld, den 2. Februar 1897.

Wird veröffentlicht und ersuche ich die Herren Lokal- schulinspektoren um gefällige Namhaftmachung derjenigen Herren Lehrer, welche geneigt sind, an dem fraglichen Cursus theilzunehmen, bis zum 1. Mai d. Js.

I. 821. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS Rath.

Mann eingeschüchtert zu bemerken, und sah aus blöden Augen ängstlich nach dem Müller hin, der mit verbissenem Gesicht auf ihn hinschaute.

Da begehrte der Müller aber wie ein Tollgewordener auf und stellte sich mit geballten Fäusten vor den Huber hin und schrie:Freilich wär's etwas Schlimmes, du Lumpenhund, wenn mein Blut und das deine zusammen- kämen! Meinst' grad', eS könnt' mir passen, wenn die Leute von meinen Enkelkindern sagten:Seht, der Huber ist Großvater zu den' da, der Huber, der's Gnadenbrot ißt auf dem Gundelbof. Meinst', ich könnt' ruhig sterben, wenn ich denken müßt', dem Huber seine Enkel werden sich breit machen auf dem Hof?"

Was hab' ich denn gethan, Müller?" fragte der Huber ruhig,daß du mich hassest, als wäre ich die Pest und mein Blut' müßt' Schande bringen über dein Haus? Hab' ich gestohlen oder gemordet ober mein Leben lang nicht redlich geschafft? Daß ich arm bin, meinst', das wär die Schand' ? Meinst', das wär' meine Schuld? Meinst', ich sah's nicht gern, wenn ich einen Hof hätt' und reich und angesehen wär'wie du? Meinst', ich thät's nicht gern, wenn ich der Annemarie zu dem Schatz an Ehr' und Frömmigkeit, den ich ihr mit des Herrgotts Hülfe in die Ehe mitgeben kann, noch ein Stück Geld in die kleinen Hände drücken und sagen könnt':' brauchst die Augen nicht niederzuschlagen vor beinept Schwiegerer, Annemarie!" Ist das die ganze Schuld? Sag's, wenn du sonst was hast. Du bist reich, Sägemüller, der Herr­gott hat dir so viel gegeben, könnt'st der Annemarie nicht

Gefunden: ein Laufzügel. Meldung des Eigenthü- mers bei dem Ortsvorstand zu Solms.

Gesunden: ein Umschlagtuch. Meldung des Eigen- thümers bei dem Ortsvorstand zu Oberhaun.

Nichtamtlicher Theil.

Graf Murawiew, der neue russische Minister der auswärtigen Angelegen­heiten, ist nun nach den Besuchen in Kopenhagen, Paris, Berlin und Kiel wieder nach St. Petersburg zurückge­kehrt. Für die Franzosen war es eine kleine Enttäuschung, daß der Besuch in Deutschland doch nicht so ganz im Vorbeigehen als unvermeidliche Höflichkeitspflicht unter­nommen war, sondern durch den Abstecher von Berlin nach Kiel den Charakter einer Kundgebung freundlicher Gesinnungen erhalten hatte.

Wie auf der einen Seite der letzte Rest jener irrigen Anschauung, ^daß Graf Murawiew ein Deutschenhasser sei, zerstört worden ist, so wird er anderseits aus seinen Besprechungen mit dem deutschen Reichskanzler und dem Staatssekretair des Auswärtigen und aus der Audienz bei unserm Kaiser den Ein^uck mit hinweggenommen haben, daß kein tiefer Interessengegensatz eine freund­nachbarliche Politik hindert, vielmehr beiden Reichen friedliche Ziele gemeinsam sind. Gerade dort, wo gegen­wärtig die russische Politik am meisten in Anspruch ge­nommen ist, im Orient, an den Meerengen, darf sie sicher sein, auf keine deutsche Gegnerschaft zu stoßen. Insbesondere darf sie auf unsere Unterstützung rechnen, insoweit auch Oesterreich-Ungarn in keinen Gegensatz zu dem russischen Vorgehen in Konstantinopel geräth. Denn unser eigenes Interesse an der Ordnung der türkischen Frage ist nur mittelbar; es hängt wesentlich damit zu­sammen, daß die Großmachtstellung unseres BundeSge- nossen an der Donau erhalten bleibe. Es traf sich des­halb auch gut, daß dem Besuche des Grafen Murawiew der des österreichisch-ungarischen Ministers Grafen Golu- chowski in Berlin unmittelbar vorangegangen war.

Während es sich bei dem Berliner Meinungsaustausch im wesentlichen um eine für beide Theile befriedigende allgemeine Orientierung gehandelt haben wird, kann es zweifelhaft sein, ob in Paris nicht bestimmte Abmachungen in Einzelfragen getroffen worden sind. So wird z. B. berichtet, in den Unterredungen mit Hanotaux sei wohl

ein Plätzl gönnen an deinem Tisch? Ich weiß nicht, wie der Herrgott dazu denkt, aber ich mein, wenn du Ja und Amen dazu sagtest, das könnt' dir vielleicht lieb sein in der Sterbestund'!"

Der alte Huber hatte mit zitternder Stimme, aber ernst und mahnend und mit dem Muth der Ueberzeugung gesprochen. Er meinte, er könne dem Grimmigen so ins Gemüth reden.

Der Sägemüller aber fuhr wie ein Besessener herum und schrie:Was soll das heißen? Was willst' damit sagen? Wenn müßt' ich was bereu'», was ich gethan hätt'? Ich hab' nichts zu bereu'», du Lumpenhund, hörst'? Nichts hab' ich zu bereu'», es sei denn, daß ich dich und deine Brut in mein Haus nahm!"

Du hättest nichts zu bereu'n? Nichts?" fragte der Huber jetzt auch aufgebracht.Gar nichts hätt'st zu be­reu'n?" Wehe über dich, wenn's so wär', daß du keine Reue spürtest über deine That! Denn du kannst's nicht'« vergessen haben, Müller," fuhr er leise fort,was du meinem armen Weibe angethan hast, ehe sie der liebe Herrgott mir erbarmend in die Arme legte! Du kannst'» nicht vergessen haben! So was vergißt sich nicht so leicht, wenn man einem zertretenen Leben durch einen Meineid den Todesstoß gab! Sie hat'S niemals überwinden können, und in ihrer Todesstund', da ihr Geist noch einmal klar wurde, da kam'« noch einmal über ihre Lippen, was da die ganze» Jahre hindurch an ihrem Herzen gefressen hatte, die Anklage wider dich!"

Der Huber holte erschöpft Athem, dann fuhr er fort,