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Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.

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Gratisbeilagen:Illnstrirter Ksnntagsblatt" n.)llnstrirte lanvwirthschaftliche Beilage".

«r. S3. Ismerstiii de« ß. Mai 1897.

Bestellungen auf das Hersftlder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen Jllnstrirtes Sonntagsblatt" u^ Jllustrirte landivirthschaftl. Beilage" für die Monate Mai und Juni werden von allen Kaiserlichen poftanftalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 17. April 1897.

In Ausführung des Reichs-Jmpfgesetzes vom 8. April 1874 werden die Jmpfstationen bezw. Impf- und Nach- fchau-Termine für den hiesigen Kreis für das Jahr 1897 wie folgt bestimmt:

1. Station Hersseld.

a) Erstimpfung der Kinder der Stadt Hersfeld Montag den 10. Mai, Vormittags 9 Uhr,

Nachschau: Montag den 17. Mai, Vormittags 9 Uhr.

b) Erstimpfung bezw. Wiederimpfung der Kinder und Schüler aus Kalkobes, Allmershausen mit Hählgans, Heeues, Meisebach, Eichhof und fiskalische Oberförsterei Hersfeld und Wiederimpfung der Schüler der Stadt Hersfeld, Dienstag den 11. Mai, Vormittags 9 Uhr. Nachschau: Dienstag den 18. Mai, Vormittags 9 Uhr.

2. Station Sorgn, umfassend die Ortschaften Sorga, Kathus, Petersberg, Wil­helmshof itnb Oberrode.

Impfung: Dienstag den 11. Mai, Nachmittags 4 Uhr. Nachschau: Dieilstag den 18. Mai, Nachmittags 4 Uhr.

3. Station Friedlos, umfassend die Ortschaften Friedlos, Reilos, Rohrbach, Tann, Mecklar, Meckbach und fiskalische Oberförsterei Meckbach. Impfung: Freitag den 14. Mai, Nachmittags 4 Uhr. Nachschau: Freitag den 21. Mai, Nachmittags 4 Uhr.

4. Station O b e r g e i s.

umfassend die Ortschaften Obergeis, Untergeis, Ana, Gitters­dorf, Biedebach und fiskalische Oberförsterei Neuenstein.

Impfung: Sonnabend den 15. Mai, Nachmittags 41 /4 Uhr. Nachschau: Sonnabend den 22. Mai, Nachmittags 4'/^ Uhr.

mane, Herfa, Unterneurode und fiskalische Oberförsterei Friedewald.

Impfung: Sonnabend den 22. Mai, Vormittags 9 Uhr. Nachschau: Sonnabend den 29. Mai, Vormittags 9 Uhr.

1 4. Station Widdershausen, umfassend die Ortschaften Widdershausen Kleinenfee und Leimbach.

Impfung: Freitag den 21. Mai, Vormittags 10 Uhr. Nachschau: Freitag den 28. Mai, Vormittags 10 Uhr.

1 5. Station Heringen, umfassend die Ortschaften Heringen, Bengendorf, Lengers, und fiskalische Oberförsterei Heringen.

Impfung: Freitag den 21. Mai, Mittags 12 Uhr. Nachschau: Freitag den 28. Mai, Mittags 12 Uhr.

16. Station Hcimboldshausen, umfassend die Ortschaften Heimboldshausen, Wölfershausen, Harnrode und fiskalische Oberförsterei Heimboldshausen. Impfung: Freitag den 21. Mai, Nachmittags 2 Uhr. Nachschau: Freitag den 28. Mai, Nachmittags 2 Uhr.

1 7. Station Holzheim, umfassend die Ortschaften Cruspis, Hilperhausen, Holzheim und Stärklos.

Impfung: Freitag den 28. Mai, Vormittags 9 Uhr. Nachschau: Freitag den 4. Juni, Vormittags 9 Uhr, In der Stadt Hersfeld: findet die Impfung und Nach- schau im oberen R^AMrssaale statt; in den übrigen Jmpf­stationen des Kreises werden hierzu die Schulräume benutzt.

Die Impfung wird seitens des Jmpfarztes in den be­treffenden Terminen unentgeltlich ausgeführt.

Allßer Denjenigen, welche sich aus freier Entschließung impfen lassen wollen, unterliegen der Impfung int Jahre 1897: 1. jedes im Jahre 1896 geborene Kind, sofern es nicht nach ärztlichem Zeugniß die natürlichen Blattern über- standen hat.

2. die Kinder, welche im Jahre 1895 oder früher geboren und im Jahre 1896 ohne Erfolg, ohne ge­nügenden Erfolg oder gar nicht geimpft worden sind, sofern sie nicht nach ärztlichem Zeugnisse die natürlichen Blattern überstanden haben,

3. jeder Schüler einer öffentlichen Schnle oder Privat­schule, welcher: .

a) in diesem Jahre das 12. Lebensjahr zurückgelegt hat bezw. zurücklegt oder

b) den Nachweis der geschehenen Impfung oder, wenn er über 12 Jahre alt ist, auch den der Wiederimpfung nicht erbrachl hat.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises haben Vorstchen-

5. Station Schenklengsfeld, umfassend die Ortschaften Schenklengsfeld, Oberlengsfeld, Wehrshausen, Hilmes, Conrode, Lampertsfeld, Landershau­sen, Unterweisenborn, Wüstfcld, Malkomes, Schenksolz, Dünkelrode, Motzfeld und Hillartshausen.

Impfung: Dienstag den 25. Mai, Vormittags 8 Uhr. Nachschau: Dienstag den 1. Juni, Vormittags 8 Uhr.

6. Station Ransbach, umfassend die Ortschaften Ransbach und Ausbach. Impfung: Dienstag den 25. Mai, Mittags 12 Uhr. Nachschau: Dienstag den 1. Juni, Mittags 12 Uhr.

7. Station Philippsthal, umfassend die Ortschaften Philippsthal und Röhrigshof mit Nippe.

Impfung: Dienstag den 25. Mai, Nachmittags 2 Uhr. Nachschau: Dienstag den 1. Juni, Nachmittags 2 Uhr.

8. Station A s b a ch, umfassend die Ortschaften Asbach, Beiershausen, Kerspen- Hausen, Kohlhausen, fiskalische Oberförsterei Niederanla und Roßbach.

Impfung: Montag den 24. Mai, Nachmittags 2 Uhr. Nachschau: Montag den 31. Mai, Nachmittags 2 Uhr.

9. Station Unterhaun, umfassend die Ortschaften Unterhaun, Oberhaun, Eitra, Sieglos/ Rotensee, Wippershain, Biengartes und fiskalische Oberförsterei Wippershain.

Impfung: Donnerstag den 13. Mai, Nachmittags 3 Uhr. Nachschau: Donnerstag den 20. Mai, Nachmittags 3 Uhr.

1 0. Station Niederanla, umfassend die Ortschaften Niederanla, Mengshansen, Solms, ! Niederjossa, Hattenbach, Kleba, Reimboldshausen, Kemme- rode und Engelbach.

Impfung: Dienstag den 25. Mai, Vormittags 9 Uhr. Nachschau: Dienstag den 1. Juni, Vormittags 9 Uhr.

11. Station Frieling en, umfassend die Ortschaften Frielingen, Allendorf, Gersdorf, Heddersdorf und Willingshain.

Impfling: Mittwoch den 26. Mai, Vormittags 11 Uhr. Nachschau: Mittwoch den 2. Juni, Vormittags 11 Uhr.

1 2. Station Kirchheim, umfassend die Ortschaften Kirchheim, Reckerode, Gershausen, Goßmannsrode und Rotterterode.

Impfung: Mittwoch den 26. Mai, Nachmittags 2 Uhr. Nachschau: Mittwoch den 2. Juni, Nachmittags 2 Uhr.

1 3. Station Friedewald, umfassend die Ortschaften Friedewald, Lautenhauscu, Gethse-

Um Ehre und Ruhm.

Erzählung von M. v o n B u dj. (Fortsetzung.)

Es war schon spät, als Helmrich nach einem schnellen Gang durch den Wald Pardietz erreichte. Umsomehr erstaunte er, als er dicht vor dem Dorfe Gilda traf, die ein Söckchen über den Rücken trug.

Sie bemerkte seine Verwunderung.

Ich habe Mehl von der Mühle geholt," sagte sie leise.Da ich mich bei Tage nicht aus dem Hause wage, muß ich abends das Versäumte nachholen."

Und als Helmrich nach dem Grunde fragte, erklärte sie:Ihr wißt, daß ich bei den thörichten Leuten in einem üblen Verdacht stehe, der neue Nahrung erhalten hat. Das Kind eines Nachbarn, mit dem ich vor einigen Tagen sprach, wurde krank," fuhr sie fort, die dunklen Augen mit schmerzlichem Ausdruck zu dem jungen Manne erhebend,und die Eltern meinen, ich sei Schuld an dem Leiden des Knaben. Seitdem lebe ich in steter Furcht. Stehe ich am Zaun, höre ich die Verwünschungen der Leute, und ließe ich mich auf der Landstraße oder im Walde vor ihnen blicken, ich glaube, sie steinigten mich zu Tode."

Arme Gilda." Helmrich neigte sich mitleidig zu dem Mädchen nieder.Helfen kann ich dir nicht, wie gerne ich auch möchte, aber wenn du wieder in der Mühle zu thun hast, laß es mich wissen, damit ich dich

geleiten kann. Unter meinem Schutze kannst du bei Tage wandern."

Er wollte noch einige tröstliche Worte hinzufügen, doch Wallrad, der schon nach Helmrich ausgeschaut hatte, entriegelte jetzt das Thor und schnitt ihm so jedes weitere Wort ab.

Als der Alte das Gitter wieder abschloß, brummte er unwirsch:Solltet Euch nicht so viel mit der Gesell­schaft da drüben abgeben. Und wenn der Komtur hundertmal behauptet, es giebt keine Hexen, ich weiß, was ich weiß, und ich sage: Nehmt Euch ihn acht."

-Helmrich suchte sein Lager auf, doch zu schlafen ver­mochte er nicht. Er gedachte der Stunden, die er in Dahnsdorf verlebt hatte, und dann suchten seine Ge­danken Gilda.

Armes Mädchen," murmelte er,sie ist gut und schön und berechtigt zu allem Glück, was die Welt zu bieten vermag, und doch werden die Menschen sie dieser Rechte berauben."

Unwiderstehlich fühlte er sich zu ihr hingezogen, und er sann dem Grunde nach. Es ist die Gemeinsamkeit des Unglücks, dachte er endlich; ich leide für die Schuld des Vaters, und sie hat Schande und Heimsuchung zu erdulden, weil ihre Mutter in Verruf stand.

Erst als der Morgen graute, schloß ihm der Schlaf die müden Lider.

Achtes Kapitel.

Eine schlimme Entdeckung.

Die alte Brigitte war längst nicht mehr so rüstig

wie vor einigen Wochen. Es konnte geschehen, daß sie, die sonst unermüdlich treppauf, treppab gelaufen war, stundenlang auf-einem Küchenschemel saß und vor sich hinstarrte. Früher hatte sie mit den Mägden stunden- lang um ein unnütz verbrauchtes Klümpchen Butter ge­schmält, jetzt verdarb ein ganzes Tönnlein Rauchfleisch, ohne daß ihr das Unglück sonderlich zu Herzen gegangen wäre. Ach, seitdem sie, dank Jungfer Emerentia, von dem Gerücht Kenntnis erhalten hatte, das über Michel Heinecke verbreitet war, lastete es zentnerschwer auf dem Gemüth der braven Alten.

Auch sonst sah es im Hause des Bürgermeisters nicht eben freundlich aus. Friedel empfand Sehnsucht nach Jlsabe Preußnitz, die jedoch so argwöhnisch von dem gestrengen Vater bewacht ward, daß es ihm nicht einmal gelang, sie auf der Straße zu sehen, geschweige denn zu sprechen, und der Bürgermeister, ohnehin schon ernst ge­stimmt, kehrte aus jeder Rathsversammlung noch ernster, ja fast bedrückt zurück.

Er wußte nicht, was sich gegen ihn vorbereitete, allein er fühlte unklar, daß ein böses Wetter im Anzüge sei.

Eines Sonntags saßen einige Herren, unter denen sich auch der Bürgermeister befand, im Rathskeller bei einem Becher Wein. Durch die Straßen fegte der Sturm und wirbelte die ersten Schneeflocken zur Erde; das frostige ungemüthliche Wetter machte sich sogar im Zimmer fühlbar.

He! Warum wird nicht eingeheizt? Feuer!" befahl