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ersscker Kreisblatt.

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«r. 56.

IoimOg Seil I». Mai

1897.

Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt für die Monate Mai und Juni werden von allen Aaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 1. Mai 1897.

Unter Bezugnahme auf mein Ausschreiben vom 10. Juni 1887 Nr. 6140, Kreisblatt Nr. 70, benachrichtige ich die Herren Ortsvorstände des Amtsgerichtsbezirks Niederaula, daß zur Vornahme der diesjährigen tech­nischen Revisionen der Maaße, Waagen und Gewichte bei den Gewerbetreibenden folgende Termine bestimmt worden sind. Für die Gemeinden: Holzheim, Kruspis und Stärklos . den 15. Juni 1897 Asbach, Eichmühle, Beiershausen und Kerspenhausen . . . 17.

Mengshausen und SolmS.....19. Niederjossa und Hattenbach . . 21. Kleba und Kirchheim . . . . 23.

Reckerode, Goßmannsrode und Rot- terterode....... 25.

Heddersdorf und Frielingen . . 28. Gersdorf und Willingshain . . 30.

Gershausen, Allendorf, Kemmerode und Reimboldshausen . . . 2. Juli

Niederaula........vom 5. Juli 1897 ab.

Die Herren Ortsvorstände der benannten Ortscyasten erhalten die Weisung, die Gewerbetreibenden alsbald von den angesetzten Terminen in Kenntniß zu setzen, dieselben auf die Folgen einer etwa vorgefundenen Un­richtigkeit der Maaße 2c. hinzuweisen und aufzufordern, die Letzteren, soweit deren Richtigkeit zweifelhaft erscheint, zuvor zur aichamtlichen Prüfung zu bringen, auch sämmt­liche revisionspflichtigen Gegenstände am Tage vor der Revision einer gründlichen Reinig­ung zu unterziehen.

Die Revision, welcher bestimmungsgemäß der Orts­vorstand oder ein Vertreter desselben beizuwohnen hat,

Um Ehre und Uuhm.

Erzählung von M. von B u cb.

(Fortsetzung.)

Wiprecht Slanlach war sehr ernst geworden.

Könnt Ihr mir Beweise geben für das, was Ihr behauptet? Seid Ihr in der That der Junker von Zeuden?"

Helmrich zog das Pergament hervor, das ihm einst sein Wohlthäter übergeben hatte.Genügt Euch dies?" fragte er.

Thile von Glien zeigte auf Helmrich.Ich erkenne in ihm den Sohn meiner Schwester," sagte er feierlich, ich leiste Bürgschaft, daß der Junker die Wahrheit spricht."

Helmrich wollte abweisend antworten, da er jedoch bedachte, daß die Bürgschaft des Ritters für den Bürger­meister von Vortheil sein konnte, hielt er eine scharfe Entgegnung zurück und sagte mit ein wenig unsicherer Stimme: "Nach der Vollstreckung der Acht war mein Vater ein Bettler. Als ihn der Spruch des Kurfürsten des LehnguteS Zeuden beraubte, kam ihm kein Recht mehr zu auf das Gold, auf eben dies Gold, das Michel Reinette für mich aufzuheben versprach. That der Bürger- Geister damit ein Unrecht, er that es aus Liebe für meinen Vater; verschwieg er jetzt den Namen, als man ihn nach dem Eigenthümer der Gulden fragte so verhehlte er ihn aus Rücksicht für mich. Aber es ist tseit, daß die Wahrheit an den Tag kommt. Ich bin gern bereit, der Stadt das in Frage stehende Gold zu

wird von dem Aichtechniker, Klempnermeister G. Rössing dahier, ausgeführt.

I. I. 2601. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Cassel, den 6. Mai 1897.

Seitens eines Gerichtes sind Zweifel geäußert wor­den, ob sich der § 4 der Polizei-Verordnung, betreffend die Listenführung der Viehhändler, vom 3. Dezember 1896 nur auf die im § 3 erwähnten Viehhändler, welche ihren Wohnsitz außerhalb des Regierungsbezirkes haben, oder auf alle Viehhändler bezieht. Ich ersuche daher, die Ortspolizeibehörden ausdrücklich dahin zu be­lehren, daß sich § 4 der angezogenen Polizei-Verordnung auf alle Viehhändler, welche im Regierungsbezirk han­deln, gleichviel ob dieselben innerhalb oder außerhalb des Regierungsbezirkes wohnen, bezieht und daß also alle Viehhändler die Verpflichtung haben, die Listen über An- und Verkäufe von Vieh mit sich zu führen und jeder Zeit den beamteten Thierärzten und Polizeibeamten vorzuzeigen.

Der Regierungs-Präsident. I. V.: von Bremer. An die sämmtlichen Herrn Landräthe des Bezirkes und den Herrn Polizei-Präsidenten hier. J.-Nr. A. III. N. 488411.

* * *

Hersfeld, den 10. Mai 1897.

Wird den Ortspolizeibehörden und der Gendarmerie des Kreises zur Nachachtung mitgetheilt.

I. 2765. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Der Beginn des nächsten Kursus zur Ausbildung von Lehrschmiedemeistern an der Lehrschmiede in Char- lottenburg ist auf Montag den 5, Juli 1897 festgesetzt.

Anmeldungen sind an den Direktor des Instituts, Oberroßarzt a. D. Brand in Eharlottenburg, Spree­straße 42, zu richten.

Cassel, am 26. März 1897.

Der Regierungs-Präsident. J. A.: A l t h a u s.

Gefunden: Ein Geldbeutel mit Inhalt. Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Reckerode.

überlassen, sofern nur Michel Heinecke auf freien Fuß gesetzt wird."

Junge, Junge, du sprichst wie ein echter Glien," jubelte jetzt Herr Thile.

Helmrich aber lächelte ein wenig schwermüthig und fragte:Seid Ihr bereit, Rathsherr Slanlach, meine Aussagen der Stadt mitzutheilen?"

Wiprecht war und zwar soll dies nicht verschwiegen werden mit Freuden dazu bereit, seinem lieben Freunde, dem Bürgermeister, die Thür des Gefängnisses zu öffnen, laut der entlastenden Aussagen des Junkers Zeuden, für den Thile von Glien volle Bürgschaft übernahm.

Bereits nach wenigen Stunden befand sich der Bürger­meister in seinem Hause. Keiner hatte im Grunde des Herzens an seine Schuld geglaubt, so ward seine Frei- laffung mit weniger Verwunderung ausgenommen, als die Kunde seiner Verhaftung.

Helmrich von Zeudens Name aber war in aller Munde, was den Ritter Thile mit stolzer Genugthuung erfüllte. Bewunderte er selbst doch am meisten das ruhige und sichere Auftreten des Jünglings.

Komm mit mir nach Glien, mein Junge," bat er, nachdem er und Helmrich eine längere Unterredung ge­habt, in der der Jüngere dem kelteren weitere Einzel­heiten seines Lebens mitgetheilt hatte. Komm mit mir, alle meine Söhne sind in der Fremde, und ich will dich hallen, als seist du mein Kind."

Helmrich schüttelte das Haupt.Ich danke Euch, Ohm, ich glaube gewiß, daß Ihr mir hold und verwandt­schaftlich gesinnt seid, aber."

Nichtamtlicher Theil.

Der griechisch-türkische Arieg.

Am 8. d. M. zogen die türkischen Truppen in V 0 l 0 ein und es ist nunmehr ganz Thessalien und Epirus im Besitz der türkischen Armee. Nur im äußersten Süden von Theffalien, bei Domokos und östlich an den nörd­lichen Ausläufern des Othrys-Gebirget, halten sich noch die Ueberreste der griechischen Hauptarmes in zwei ge­trennten Gruppen, und so stehen wir denn am Beginn der dritten Phase des griechisch-türkischen Krieges.

Es ist stark zu bezweifeln, daß die griechische Regier­ung die Armee dazu forcirt, auch diese dritte Phase noch durchzukämpfen, -- sie würde nach menschlicher Be­rechnung für sie ebenso unglücklich enden, wie die beiden ersten Phasen.

Die Friedensvermittlung der Mächte ist nunmehr in Gang gekommen. Es liegen hierzu folgende Depeschen vor:

Berlin, 11. Mai. Nachdem griechischerseits die Bedingungen erfüllt worden sind, von denen die deutsche Regierung ihre Mitwirkung an der Intervention ab­hängig gemacht hatte, ist der kaiserliche Gesandte in Athen angewiesen worden) sich an den MediaMns-Ver- Handlungen zu betheiligen. Die betreffende Weisung ist noch gestern Abend nach Athen abgegangen.

Athen, 10. Mai. Da Deutschland darauf bestand, daß als Bedingungen einer Intervention der Mächte die Rückberufung der griechischen Truppen von Kreta und die Erklärung der griechischen Regierung zu gelten haben, daß sie in aller Form die Autonomie Kretas zu- geüehe, sind Besprechungen eingeleitet und im bejahenden Sinne beendet worden. Doch ist die entsprechende Note, obgleich dieselbe bereits festgestellt ist, noch nicht zugs- stellt worden, da der deutsche Gesandte Freiherr von Plessen noch endgiltig Instruktionen erwartet.

Politische Nachrichten.

Inland.

Berlin, 11. Mai.

Wie aus Kürzel berichtet wird, besuchte S e. Majestät der Kaiser gestern Mittag um 12 */4 Uhr

Kein Aber," rief Thile.

Doch," sagte der junge Mann.Ich kann nicht vergessen, daß, als das Unglück über uns hereinbrach, meine arme Mutter vergeblich auf Eure stützende Hand wartete. Denkt, was die Aermste gelitten haben muß."

Sei nicht unversöhnlich, Helmrich," bat Thile nach einer langen Pause.

Das bin ich nicht, Ohm, allein ich betrete nicht eher die Schwelle Eurer Burg, als bis der schändende Fleck auf meinem Wappenschilde getilgt ist."

Thile bat noch einmal, Helmrich jedoch lehnte so be­stimmt jede Aufforderung ab, daß dieser es aufgab, den Neffen umzustimmen.

Du bist ein Trotzkopf," sagte er ärgerlich. Allein als er sein Roß bestieg, betrachtete er mit stolzem Lächeln die kraftvoll-schlanke Gestalt Helmrichs, der ihm die Hand zum Abschied bot.

Doch ein ganzer Glien," schmunzelte er und sprengte in vollem Trabe durchs Thor.

Bis in die Nacht hinein saßen Helmrich und Friedel in der engen Dachkammer, die sie schon als Knaben mit einander getheilt hatten. Helmrichs blaue Augen durch« flogen den kleinen Raum, dann legte er seine kräftige Rechte in die des Gefährten und sagte ernst:Wer weiß, wann wir wieder so ruhig beieinander sitzen werden! Wie Geschwister sind wir zusammen aufgewachsen, Friedel, lieber Friedel, darf ich dich um den Dienst eines Bruders bitten."

Friedel nickte bereitwillig.Verlange, was du willst,"