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Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.

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erWer meisblatt.

Gratisbeilagen:Illuftrirtes Sonntagsblatt" «Illuftrirte lanSwirthschaftliche Beilage".

Er, SO.SsmbÄ 8» 20. Mi"M.

Erstes Blatt.

Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt für den Monat Juni werden von allen kaiserlichen poftanftalfen, Landbriefträgern und von der Expedi­tion angenommen.

Amtlicher Tffeil

Bekanntmachung.

DieAbstempelnngderSchuldverschrei- bungen der Preußischen konsolidirten 4prozentigen Staatsanleihe und der dazu gehörigen Zinsscheine und Zinsscheinanweisungen findet bei den Abstempelungsstellen außerhalb Berlins nur noch bis zum 30. Juni d. I s. statt.

Die Inhaber solcher Effekten werden daher hierdurch aufgefordert, dieselben ungesäumt an die ihnen zunächst gelegene von den in unserer Bekanntmachung vom 3. Februar d. Js. bezeichneten Abstempelungsstellen zum Zwecke der Abstempelung einzureichen. Nach dem 30. Juni d. Js. findet die Abstempelung ausschließlich bei der Kontrolle der Staatspapiere in Berlin, Oranienstraße 92/94, statt.

Berlin, den 7. Mai 1897.

Hauptverwaltung der Staatsschulden. ____________________________(gez). v. Hoffman!'.

Hersseld, den 20. Mai 1897.

Diejenigen Herren Ortsvorstände, welche noch mit Erledigung der Verfügung vom 27. November 1876 Nr. 11906, Kreisblatt Nr. 96, die zur Erfüllung ihrer Militairpflicht heranzuziehenden Personen betreffend, im Rückstände sind, werden mit Frist bis zum 3 0. ds. Mts. bei M e i d u n g v o n 3 Mark St r a f e hieran erinnert.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs Rath.

Hersfeld, den 18. Mai 1897.

Für den am 17. März 1881 zu Hersfeld geborenen Johann Heinrich Klee ist um Entlastung aus dem preußischen Staatsverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.

I. I. Nr. 2886. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Nath.

Ich mache die Pferdezüchter des Kreises darauf auf­merksam, daß die Hengste des Königl. LandgestütS in diesem Jahre bestimmt Mitte Juni ihre Stationen verlassen müssen.

Dill enbürg, den 18. Mai 1897.

Der Königl. Landstallmeister, gez. von N o t h u s i u s.

Das Preußische Staatsschuldbuch ist auch in dem soeben abgelaufenen Geschäftsjahre seitens der Besitzer von Schuldverschreibungen der konsolidirten Staatsan­leihen lebhaft in Anspruch genommen worden.

Die Zahl der eingetragenen Konten betrug am 31. März 1895: 16998 über 994816 600 Mk. Kapital,

1896: 18037 1058733 800 Mk. sie ist bis zum 31. März 1897 auf

19467 über 1158586500 Mk. Kapital gestiegen.

Von den letztgedachten Konten entfallen 84,5 «Vo auf Kapitalien bis zu 50000 Mk. und 15,5°/O auf größere Kapitalsanlagen.

«Für physische Personen waren am 31. März 1897 12 988 Konten über 535 732 500 Mk., für juristische

Personen 3093 Konten über 407789300 Mk. einge­tragen. Die Zahl der Konten über bevormundete oder in Pflegschaft stehende Personen ist im letzten Jahre von 1191 auf 1234 gestiegen.

Von den Zinsen ließen sich die Empfangsberechtigten halbjährlich 10789 Posten von der Staatsschulden- Tilgungskasse in Berlin durch Werthbrief oder Postan­weisung direkt zusenden, 2954 Posten wurden durch Gut­schrist auf Reichsbank-Girokonto berichtigt und 9482 Posten wurden bei den mit der Auszahlung beauftragten Königlichen Kassen abgehoben.

Von den Konteninhabern wohnen 16430 in Preußen, 2775 in anderen Staaten Deutschlands, 195 in den übrigen Staaten Europas, 20 in Asien, 9 in Afrika und 38 in Amerika.

Das Staatsschuldbuch ist allen denjenigen Besitzern Preußischer Konsols zu empfehlen, für welche diese Papiere eine dauernde Anlage bilden und welche Kapital und Zinsen gegen den Schaden unbedingt sichern wollen, der ihnen, so lange ihr Recht von dem jeweiligen Besitze der Schuldverschreibungen und Zins­scheine abhängig ist, durch Diebstahl, Verbrennen oder sonstiges Abhandenkommen dieser Effekten nicht selten entsteht.

Laufende Verwaltungskasten werden von den Konteninhabern nicht erhoben. Für je^ Einschrift ist ein einmaliger Betrag von 25 Pfennig für jede angefangene 1000 Mk. des Kapitalbetrages, über welchen verfügt wird, (mindestens 1 Mk.) zu zahlen.

Die von uns veröffentlichtenAmtlichen Nach­richten über das Preußische Staats­schuld b u ch", welche über Zweck und Einrichtung des Schuldbuchs Genaueres ergeben, können durch jede Buch­handlung oder direkt von dem Verleger J. Gutten- t a g , Berlin, für den Preis von 40 Pf. oder durch die Post frei 45 Pf. bezogen werden.

Berlin, am 12. April 1897.

Hauptverwaltung der Staatsschulden, v. H o f f m a n n.

Uichtnmtlicher Theil.

Waffenruhe*

Der englische Premierminister Lord Salisbury hat kürzlich in einer Klubrede geäußert, es sei ein unerträg­licher Gedanke, ein christliches Land Thessalien unter türkische Hoheit bringen zu wollen, wenngleich es ganz gerechtfertigt sei, daß die Griechen für ihre un­klugen und völkerrechtswidrigen Handlungen zu büßen hätten. Diese an sich gerechtfertigte Behauptung kann nicht darüber hinwegtäusche», daß die griechische Kriegs- partei leider durch die Haltung der englischen Politik in ihrem völkerrechtswidrigen Beginnen bestärkt worden war. Selbst englische Blätter räumen jetzt unumwunden ein, daß der Vorschlag des deutschen Kaisers, Griechen­land durch eine Blockade seiner Häfen zur Ordnung zu bringen, das geeignetste Mittel gewesen wäre, den Krieg zu verhindern. Aber woran ist jener Blockade-Vorschlag gescheitert? Hauptsächlich an dem Widerwillen des englischen Kabinets, das sich dabei auf die jetzt nach den türkischen Siegen von Salisbury offen verurtheilte grie- chenfreundliche Stimmung des Parlaments berief.

Wie in einzelnen englischen Blättern, so wird auch in der österreichisch - ungarischen und in der russischen Presse die kluge Haltung der deutschen Politik während des ganzen Verlaufs der griechischen Wirren hervorge­hoben. Die vereinzelt aufgetauchte Behauptung, die deutsche Politik besorge die Geschäfte des Sultans, wie deutsche Offiziere an dem glücklichen Operationsplan der türkischen Armee wesentlich mitgewirkt hätten, konnte nicht besser widerlegt werden, als durch den entschiedenen Widerspruch der deutschen Regierung gegen die Idee der Wiederherstellung der alten türkischen Grenze gegen Griechenland und durch den an der Seite der anderen Großmächte ausgeübten Einfluß auf den Sultan, als­bald eine Waffenruhe auf dem Kriegsschauplatze eintre­

ten zu lassen. Der Sultan ist in Erinnerung an seine eigene Erklärung, daß er keinen Eroberungskrieg führe, darauf eingegangen, nachdem die Jnterventionsmächte die Berechtigung der Forderung einer Kriegsentschädig­ung, ferner einer strategischen Grenzberichtigung und eines Auslieferungsvertrags mit Griechenland als Basis für den Frieden anerkannt hatten.

Wie verblendet man in Athen immer noch ist, zeigt sich in Reden griechischer Regierungsleute, die damit drohen, das Vaterland in Gefahr zu erklären, und von einer Kriegsentschädigung als einer Beeinträchtigung der Gläubiger und von einer internationalen ^nanz- kontrole als einer Demüthigung des griechischen Pa­triotismus nichts wissen wollen. Das griechische Vater­land ist längst in Gefahr, für böswillige Beeinträchtig­ung der Gläubiger hatte die griechische Regierung selbst vorgesorgt, und eine starke Dosis Demuth könnte in dem durch eigene Schuld zerrütteten Königreiche recht heil­sam sein. Griechenland wird außer den auf den Schlachtfel­dern erlittenen Schlägen eine fortwirkende Erinnerung daran behalten müssen, daß es ein halsstarriger Friedens­brecher war.

Politisll'k Rachrichleu.

Inland.

Berlin, 20. Mai.

S e. Majestät der Kaiser besuchte gestern nach der Frühstückstafel die Burgruine Sonnenberg und, nach Wiesbaden zurückgekehrt, die Ringkirche. Später erledigte Allerhöchstderselbe Regierungsgeschäfte und empfing den aus Stuttgart eingetroffenen kommandirenden General des 13. Armeekorps, Generaladjutanten General der In­fanterie v. Lindequist. Nach dem Diner beabsichtigte Se. Majestät das Theater zu besuchen, um der Aufführ­ung der OperAida" beizuwohnen.

Als Seine Majestät der Kaiser heute Vormittag von einem Spazierritte nach dem Nerothal zurückkehrte, brachten etwa 60 beim Bau beschäftigte Arbeiter Allerhöchstdem- selben lebhafte Huldigungen dar und überreichten Blumen- spenden. Se. Majestät zeigte Sich über diese Huldig­ung hocherfreut. Um 1 Uhr nahm Allerhöchstderselbe das Frühstück im Offizierskasino ein.

PrinzAlbrechtvon Preußen, welcher seine Kur in Kissingen beendet hat und zur Zeit auf Schloß Blankenburg weilt, wird Mitte Juni in Berlin eintreffen und am 16. Juni in seinem dortigen Palais ein Kapitel des Johanniter-Ordens abhalten.

Die Vorlage der Novelle zum Vereinsgesetz im Abgeordnetenhause und die Debatten, welche in dieser parlamentarischen Körperschaft, sowie im Reichstage dar­über geführt wurden, giebt der abgelaufenen Woche das ihr eigenthümliche politische Gepräge. Die in jener Novelle vorgeschlagenen Neuerungen ergeben sich aus der innern Lage des Reiches. Die Sozialdemokratie ist zu einer den innern Frieden unmittelbar bedrohenden Macht herangewachsen und tritt mit steigendem Uebermuth auf. In den Vereinen und Versammlungen erfüllt sie die breiten Volksmassen mit ihrem Geist, und zwar so er­folgreich, daß sich alle Bande der Zucht und Ordnung im deutschen Nationalstaat zu lösen drohen. Da der demokratische Reichstag für ein Gesetz nicht zu haben ist, welches der sozialdemokratischen Volksvergiftung erfolg­reich entgegenwirkt, so war es eine dankenswerlhe Hanv- lung der preußischen Regierung, daß sie wenigstens für den preußischen Staat größer» Schutz der bestehenden Rechtsordnung und brauchbare Handhaben gegen den Mißbrauch der Vereinsfreiheit zu sozialrevolutionären Zwecken erstrebte. Die Reform des Vereinsgesetzes, die sie aus diesen Beweggründen vorschlägt, hält sich in maßvollen Grenzen. Sie verlangt noch nicht einmal so scharfe Waffen, wie sie andere Bundesstaaten in ihren Gesetzen längst haben. Aber weil einzelne Bestimmungen den Freisinnigen zu dehnbar erscheinen, so drangen sie nicht etwa auf eine zweckmäßigere Fassung, nein, sie