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, für die Monate August und September werden * von allen kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern S1' ' und von der Expedition angenommen.
Amtlicher Theil.
Cassel, den 23. Juli 1897.
Nach dem Beschlusse des Königlichen Staatsministeriums vom 3. November 1896 sind die Staatsbeamten nicht M- mehr verpflichtet, die Genehmigung zur Eheschließung nachzusuchen; sie haben vielmehr nur ihrem nächsten Dienstvorgesetzten eine Anzeige über die erfolgte Eheschließung zu erstatten.
Die Herrn Standesbeamten wollen daher künftighin bei Staatsbeamten die Anordnung des Eheausgebots nicht mehr von dem Nachweise der zur Eheschließung ertheilten Genehmigung abhängig machen.
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An die Herrn Standesbeamten in den Städten des Regierungsbezirks.
(p. C. der betreffenden Herrn Oberbürgermeister und Bürgermeister.)
Abschrift mit dem Ersuchen, die Standesbeamten Ihres Aufsichtsbezirks mit entsprechender Anweisung zu versehen.
Der Negierungs-Präsident. Haussonville.
An die Herrn Landräthe des Regierungsbezirks. A. 1.5507.
*
Hersfeld, den 29. Juli 1897.
Wird den Herren Standesbeamten des Kreises zur Nachachtung mitgetheilt.
A. 2209. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Warnung.
In Läden und Geschäften, welche als Lotterie-Comtor, Lotterie-Einnahme oder Lotterie-Collecte bezeichnet sind und deren Inhaber sich als Lotterie-Einnehmer resp. Colkcteur bezeichnen, werden Loose der Preußischen Kloffen-Lotterie und Antheilscheine auf solche Loose, oft unter Benennung als Antheillose, für Preise angeboten, welche die im Lotterieplan bestimmten Preise sehr weit übersteigen und ferner noch dadurch erhöht werden, daß I in den Antheilscheinen selbst die Verkäufer derselben hohe Gewinn-Abzüge für sich ausbedingen.
Die Antheilscheine begründen niemals Ansprüche an die Lotterie-Verwaltung auf Loose-Erneuerung und auf Gewinnzahlung.
B Vielfache gerichtliche Verurtheilungen von LooSan- theilschein-Verkäusern haben herausgestellt, daß solche | Verkäufer häufig betrügerisch verfahren, indem sie die a«: Loose, auf welche sie Antheile verkaufen, nicht besitzen ; ^der auf wirklich besessene Loose viel mehr Antheilscheine i h lUsgeben, als der Umsilng ihres Loosebesitzes erlaubt, E e oder endlich indem sie ihrerseits erhobene größere Gewinne unterschlagen und mit denselben verschwinden.
Zur Unterscheidung der Loosantheilscheine von den echten Loosen machen wir daraus aufmerksam, daß die letzteren stets einen Stempel mit der inneren Umschrift | »Kön. Pr. Gen -Lotterie-Direkt." und die gedruckte Unter- | Schrift „Königl. Preuß. General-Lotterie-Direktion" tragen.
Zur Unterscheidung zwischen den sich als „Lotterie- Einnehmer" benennenden und ihr Geschäft als „Lotterie- Einnahme" oder Lotterie-Comtor" bezeichnenden Privat- Verkäufern von Loosen einerseits und den Königlichen Lotterie-Einnehmern andererseits aber machen wir darauf aufmerksam, daß die letzteren allein als „Königliche Lotterie- Einnahmen" oder Königliche Lotterie-Einnehmer, sich namhaft machen.
Berlin, den 8. Juli 1882.
Königliche General-Lotlerie-Direktion.
Damas. Lilienthal.
Nichtamtlicher Theil.
Ueber die Lebensweise des Kaisers und seiner Umgebung
aus der „Hohenzollern" wird berichtet: Der Kaiser verkehrt mit den Herren seines Gefolges, als ob sie alle seinesgleichen wären. An Bord der Jacht nimmt er oft den Arm eines seiner Herren und spaziert mit ihm in angenehmer Unterhaltung auf und ab. Er liebt heitere Gesellschaft und harmlose Vergnügungen. Während er auf einer Jachttour im Norden .«ar, begab er sich oft mit seinem Gefolge nach einem abgelegenen Orte, und dann waren die Seemöven oft Zeugen davon, daß der Herrscher eines mächtigen Reiches und seine Begleiter sich die Schuhe und Strümpfe auszvgen, um im seichten Waffer zu plätschern und Steine die Oberfläche entlang zu werfen. Auch die Matrosen müssen zur Unterhaltung des hohen Herrn beitragen. Sie sind alle sorgsam ausgewählt und zeichnen sich nicht nur durch ihr gutes Betragen aus, sondern besitzen auch besondere Talente als Schauspieler und Kunststückmacher. Einige von ihnen sind gute Akrobaten und Jongleure, während ein anderer, als Mädchen verkleidet, sich durch seine humoristischen Gesänge großen Beifall erwirbt. Da der Kaiser selbst Sports aller Art liebt, so ermuthigt er sie auch unter seinen Leuten. Er veranstaltet oft unter seiner Mannschaft Wettläufe und Wettfahrten und ertheilt als Preise Medaillen, die eine paffende Inschrift tragen. Der Kaiser nimmt an allem, was seine Mannschaft angeht, großes Jntereffe; es ist daher kein Wunder, daß sie ihm höchst ergeben ist. Bestrafungen kommen recht selten vor. Der Kaiser spricht sehr oft mit seinen Leuten, während sie bei der Arbeit sind. Der Monarch kostet die Nahrung seiner Leute zur Mittagszeit. Oft kommt er in die Küche und überrascht den Koch, um zu sehen, daß seine Mannschaft gut beim Essen fährt. Wenn Bohnen auf dem Speisezettel angekündigt sind, wird immer ein Gericht davon für ihn aufgehoben, denn Bohnen sind des Kaisers Leibgericht. Sonntags leitet der Herrscher den Gottesdienst selbst. Er sagt die Gebete, liest aus der Bibel vor und verliest dann aus einem geschriebenen Buche eine von einem hohen Geistlichen verfaßte kurze Predigt. Nachdem die Leute ihre Dienstzeit vollendet haben, findet er für fie paffende Anstellungen.
iltitr einen neuen Murrenten auf öcm Mckemrkt
wird der „Kölnischen Volkszeitung" gemeldet: „Schon im Jahre 1896 waren Versuche gemacht worden, eine regelmäßige Dampferverbindung zwischen England und Sibirien herzustellen. Dieselben gingen von der Londoner Firma Francis Popham aus, scheiterten aber daran, daß die Kapitäne dieses Rheders es für unmöglich ansahen, mit den ihnen zur Verfügung stehenden Dampfern von Vardö nach dem Jeniffei sich zu begeben. Jetzt will die genannte Firma jedoch die Versuche mit andern Kapitänen wieder aufnehmen, und zwar beabsichtigt sie, auf unmittelbarem Wege nach Sibirien zu befördern : nach dem Jeniffei 2000 bis 3000 Tonnen verschiedener Frachten, nach dem Ob bis zu 6000 Tonnen, wobei als Rückfracht möglichst viele Rohstoffe ausgenom
men werden sollen, wie 160 000 Pud Weizen, 42 000 Pud Hafer und etwa 60000 Pud andere Getreidearten, Hanf, Flachs u. s. w. Gegenwärtig sind bereits in England fünf Dampfer befrachtet, die von den im Karischen Meere befindlichen Dampfern „Lorna", „Doone", „Blancaster", „Glaumore" und „Skotia", die für die Flußschifffahrt sich eignen, zur Lena- bezw. Ob-Mündung geleitet werden sollen. Der russische Doppelschrauben- Dampfer „Otiz Kronstadtski" wird die Expedition von Tromsö nach dem Jeniffei begleiten. England haben die Dampfer zwischen dem 15. und 25. Juli verlassen, so daß auch die langsamer gehenden Fahrzeuge sich zur bestimmten Frist mit den fchnellgehenden in Vardö werden vereinigen können. So melden russische Zeitungen. Mit der Ausfuhr sibirischen Getreides nach den europäischen Verbrauchsländern scheint es also schon jetzt Ernst zu werden."
Politische Nachrichten.
Inland.
Berlin, 29. Juli.
S e. M a j e st ä t d e r K a i k e r hat die Rückreise angetreten. Die „Hohenzo^eru^ ist am Dienstag früh, von zwei Torpedobooten begleitet, südwärts gedampft und wohlbehalten in Bergen «ngekommen. Bei der Abfahrt wurde sie von dem amerikanischen Dampfschiffe „Ohio", auf dem sich 100 Touristen befanden, mit der Flagge salutiert.
Die Kaiserin wird, neuesten Entschließungen zufolge, mit den kaiserlichen Kindern schon in den ersten Tagen des August auf Wilhelmshöhe eintreffen. Unmittelbar nach der Rückkehr von Petersburg wird die Kaiserin wieder bei ihren Kindern in Wilhelmshöhe erwartet. Auch der Kaiser wird zur Manöverzeit einige Tage in Wilhelmshöhe weilen. Mitte August wird der Besuch der Kronprinzessin von Griechenland am Hoflager zu Wilhelmshöhe erwartet.
Im Kieler Kriegshafen sollen Anfang August im Beisein des Kaisers und des Prinzen Heinrich umfangreiche Versuche im Telegraphieren ohne Draht statt; finden, um dessen Verwendbarkeit für Zwecke der Kriegsmarine zu erproben. Auf der kaiserlichen Werft werden bereits die nöthigen Vorbereitungen getroffen.
Aus dem „Amtsblatt" des Reichsposiamtes geht folgende Ernennungsliste durch die Blätter: „Ueber- tragen ist: dem Major a. D. Bon das Postamt I in Querfurt, dem Hauptmann a. D. Baranowsky das Postamt I in Barth, dem Hauptmann a. D. Graeßner das Postamt I in Soldin, dem Hauptmann a. D. Lengemann das Postamt I in Uerdingen, sämmtlich unter Ernennung zu Postdirektoren." Die „Frankfurter Zeitung" bemerkt, dazu: „Sollten sich wirklich die Befürchtungen der Postbeamten bestätigen, daß die höheren Poststellen künftig eine Versorgung für höhere Militäranwärter sein sollen? Am Ende glaubt man, die pensionirten Offiziere billiger zu bekommen als die technisch vorgebildeten Beamten, und will damit das angekündigte Sparsystem bei der Postverwaltung beginnen. Solche Ersparnisse können 5 dem Verkehr recht theuer zu stehen kommen. Die „Nordd. Allg. Ztg." fragt, sollte das demokratische Organ wirklich ; nicht wissen, daß, bevor die Anstellung von Offizieren : a. D. im Postdienst erfolgt, sie einen jahrelangen Vorbereitungsdienst durchzumachen und ein Examen abzu- legen haben, so daß also z. B. der oben zuerst genannte Herr seit etwa fünf Jahren im Postdienst thätig ist? Falls sich die Blätter gewöhnten, sich über den Sachver- Halt der Dinge zu unterrichten, an welche sie Glossen knüpfen wollen, so würde ihnen freilich die Gelegenheit zu mancher „geistreichen" Bemerkung verloren gehen, andererseits aber würden sie falsche Schlußfolgerungen vermeiden, wie sie die „Franks. Ztg." in diesem Falle über die Absichten des neuen Leiters der Postverwaltung in recht häm,scher Weise gezogen hat.
Nach der Regelung der Gehälter der höheren und mittleren Beamten dürfte nunmehr wohl auch bald an