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Melder Kreisblatt.

Gratisbrilagen:)Huftrirtes Sonntag-blatt" n.Illnstkirte lanSwirthschaftliche Beilage".

K. 01. IomOi kn 5. Ali-H IM.

Amtlicher Tlseil.

Hersfeld, den 27. Juli 1897.

Zur Abhaltung der nach Ziffer 15 der Anweisung vom 15. August 1894 vorgeschriebenen periodischen Nachprüfung der Trichinenbeschauer haben die Herren Ortsvorstände die nachverzeichneten Personen auf die hierunter bestimmten Tage Vormittags 9 Uhr in die Wohnung des Königlichen Kreisphysikus Sanitäts­rath Herrn Dr. Vietor, Marktplatz Nr. 227 hier, vorzu- laden mit der Weisung, das Mikroskop nebst Fleischbe­schaubuch, sowie 3 Mark Prüfungsgebühr mit zur Stelle zu bringen.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.

Gemeinde.

Namen der Trichinenbeschauer.

8 SL

I?«

« E

Ja

i

Allendorf

Schmidt, Justus

7. Sept.

2

Asbach

Ruhn

3

Orth, Andr.

} 1

4

Beiershausen

Glebe, Jakob Nikolaus

II

5

Aua

Schmidt, Jakob

6

Biedebach

Kehl, Jakob

7

Friedlos

Kehres, Wilhelm

8

Frielingen

Otto, Georg

9

Schwerer, Heinrich II.

8. Sept.

10

Gersdorf

Schwalm, Heinrich 11.

11

Gershausen

Fink, Jakob

12

Gittersdorf

Croll, George

13

Goßmannsrode

Kehl, Andreas

14

Hattenbach

Schmauch, Heinrich

15

II

Gerke, Wilhelm

16

Heddersdorf

Grau, Bürgermeister

17

Heenes

Schade, Adam

9. Sept.

18

Hilperhausen

Schäfer, Adam

19

Holzheim

Gast, Adam

20

Kalkobes

Eckhardt, Conrad

21

Kathus

Rüger, Ernst

22

Kemmerode

Hellwig, Bürgermeister

23

Kerspenhause»

Both, Peter

24

Kirchheim

Stange, Heinrich

25

II

Ruppel, Wiegand

10. Sept.

26

Kleba

Baumgardt, Valentin

27

Kohlhausen

Katzmann, Adam

28

KruspiS

Diehl, Adam

29

Meckbach

Möller, Bürgermeister

30

Mecklar

Rohrbach, A. Martha Ww.

31

Mengshausen

Schäfer, Philipp

32

Niederaula

Schuchardt, Ludolph

33

Ruhn, Ferdinand

11. Sept.

34

Bickhardt, Wilhelm

35

Niederjossa

Steinberger, Conrad

II

36

II

Ruhn, Johs.

II

37

Obergeis

Opfer, Heinrich

n

38

Walper, Johs. Valentin

39

Oberhaun

Ruhn, Ernst

II

540

Petersberg

Ritz, Heinrich

ff

41

Neckerode

Faupel, Adam

13. Sept.

42

Reilos

Klomp, Bürgermeister

II

43

Rohrbach

Hildebrand, Georg Ad.

44

Rotensee

Paul, Adam

4.

Rotterterode

Klee, Heinrich

46

Sieglos

Protzsch, Robert

47

Solms

Weppler, Georg, Schuhm.

II

46

Sorga

Heinz, Heinrich

/,

£

Gemeinde.

Namen der Trichinenbeschauer.

SS "

49

Sorga

Grein, Eva Elisabeth

14. Sept.

50

Stärklos

Schmidt, Johann Heinrich

II

51

Tann

Rüdiger, Justus

52

Untergeis

Vaupel, Bürgermeister

11

53

Unterbaun

Großkurth, Heinrich

//

54

WillingShain Wippershain

Hoffmann, Wilhelm

/ !

55

Eidam, Heinrich

! 1

56

Ausbach

Götz, Justin

//

57

Bengendorf

Wenk, Bürgermeister

15. Sept.

58

Conrode

Mohr, Bürgermeister

II

59

Friedewald

Reinmöller, Joh. Heinrich

60

Harnrode

Wiegand, George

//

61

Heimboldshausen

Brandenstein, Wilhelm

II

62

Herfa

Sippel, Bürgermeister

63

Heringen

MansiuS, Karl

64

Wehnes, Ehefrau

65

66

Engelhaft, Joh. Georg

16. Sept.

Hillartshausen

Münzel, Johs.

67

Hilmes

Deiseroth, Heinrich

68

Landershausen

Bücking, Johs.

69

Lautenhausen

Malkomes, Bürgermeister

70

Lengers

Deiseroth, George VI.

71

Malkomes

Klotzbach

72

Motzfeld

Jäger, Heinrich

73

Philippsthal

Eibert, Heinrich

17. Sept.

74

II

Wiegand, Lorenz

75

Ransbach

Fischer, Georg

76

Röhrigshof

Klee, Adam

77

Schenklengsseld

Ries, Heinrich

78

II

Schüler, Jakob

M

79

Unterweisenborn

Rüger, Heinrich

80

Wehrshausen

Koch, Johannes 1.

81

Widdershausen

Budesheim, Conrad

18. Sept.

82

II

Zinn, Conrad

83

Wölfershausen

Hobert, Anton

84

Wüstfeld

Hahn

85

Hersfeld

Andrs, Ernst

86

II

Altenburg, August

87

Otto, Minna geb. Zimmer-

II

mann

88

Hoßfeld, Johanna

89

Dömich, Johs.

//

Hersfeld, den 4. August 1897.

Diejenigen Herren Ortsvorstände, welche noch mit Erledigung der Verfügung vom 20. Juni 1882 Nr. 8170, Kreisblatt Nr. 49, die Beseitigung der Hinderniffe des freien Flußlaufes betreffend, im Rückstände sind, werden mit Frist bis zum 1 0. d. Mts. bei Meidung von 3 Mark Strafe hieran erinnert.

I. 4147. Der Königliche Landrath.

I. V. - H e e g.

Nichtamtlicher Theil.

Ein neues Goldland.

In den Vereinigten Staaten von Amerika ist das Goldfieber ausgebrochen. Die Kunde hat sich verbreitet von unermeßlichen Goldschätzen, welche hoch im Norden aus dem Gebiet von Kanada unweit der Grenze von Alaska anzntreffen seien. Im August vorigen Jahres sind die ersten Funde gemacht worden. Schaaren von Abenteurern zogen alsbald, allen Mühsalen und Gefahren trotzend, nach dem Ort, wo man im Handumdrehen ein reicher Mann werden konnte. Jetzt sind einige von ihnen, mit Schätzen reich beladen, zurückgekehrt. Ihre Berichte

haben ganze Bevölkerungen mit dem fiebernden Verlangen erfüllt, auch noch den einen oder anderen Goldklumpen zu erhäschen, ehe das leichter zugängliche Metall von der Menge der Zuströmenden weggeschleppt sein wird. Für den Augenblick ist nochplacer mining, d. h. man findet die Goldklumpen noch inNestern" im lockeren Erdreich beisammen, und natürlich ist dies, wenn das Glück sich hold zeigt, die lohnendste Art der Goldgräberei. Aber das Erdreich, aus dem der einzelne Goldgräber sich einen Schatz herausholen kann, ist immer bald erschöpft. Dann muß die Ausbeutung nach wissenschaftlich-technischen Methoden fortgesetzt werden; die Sprengarbeit muß be­ginnen, Stollen getrieben und jede Ader schweren oder leichten Erzes bis in ihr Ende verfolgt werden. Dazu gehören aber dann Maschinen und Kapital. Die mit großen Kapitalien ausgerüsteten Aktiengesellschaften be­ginnen ihre Thätigkeit, und der Goldgräber ist dann ein kärglich bezahlter Bergmann.

Die reichsten Funde sind bisher in dem Alluvium gemacht worden, das im Thale des Aukonflusses an der Stelle liegt, wo sich der K l o n d y k e, d. h. der Hirsch­fluß, in den ganz Alaska durchströmenden Dukon ergießt. In dieses Land drang bis vor Kurzem von Menschen europäischer Raffe nur hin und wieder ein Robbenfänger ober Eisfuchsjäger. S-mst ist hie trostlose Einöde von einer dünnen Bevölkerung von Plattkopf-Jndianern oder Eskimos bewohnt. Die Landschaft, deren ganze Vege­tation aus verkümmerten Föhren und Moosgewächsen besteht, ist so eintönig, daß ein Tag der schwierigen Reise dem anderen vollkommen zu gleichen pflegt. Das Klima ist arktisch Während des kurzen Sommers scheint zwar die Sonne mit einiger Kraft. Im Anfang des September aber zeigt sich schon das Wintereis, es kom­men Tage mit 50 bis 60 Grad Fahrenheit unter Null, und im eigentlichen Winter verschwindet die Sonne ganz.

Das englische Kolonialamt hat dieser Tage ein Zir­kular an die Presse geschickt, worin eine Warnung aus­gesprochen und begründet wird, jetzt nach Klondyke zu reisen. Wer nicht seinen Wintervorrath mit sich bringt, geht, auch wenn er das Goldland glücklich erreicht hat, dort elendiglich zu Grunde. Ein Bergmann, welcher in Montana eingetroffen ist, erzählt, er habe 300 Gräber von Goldsuchern gesehen; die meisten waren verhungert.

Die vom Goldfieber Ergriffenen lassen sich aber da­durch nicht abschrecken. Wie der Telegraph von jenseits des Ozeans meldet, fand die Abfahrt des Dampfers Excelsior" von San Francisco nach der Mündung des Aukonflusses statt inmitten einer Szene wilder Erregung. Der Landungsplatz war vollgedrängt von einer Menschen­masse, die begierig war, in das Goldland zu kommen, aber keinen Platz auf den Dampfer hatte erhalten können. Bis zu dem Augenblicke, da das Schiff vom Kai abge­stoßen wurde, versuchten diese Leute jedes Mittel, um an Bord zu kommen. Sie boten große Prämien zu dem angekündigten Fahrpreis, verzichteten auf jede Schlafstelle auf dem Schiff, sie wollten auf dem Verdeck bleiben und obendrein noch Arbeiten verrichten, aber die Besitzer des Schiffes lehnten es ab, mehr Personen an Bord zu nehmen, als gesetzlich gestattet ist.

Ganz Nordamerika", heißt es in einem Bericht,ist vom Goldfieber ergriffen. Von Colorado, Kalifornien, Montana, ja selbst von Städten wie Cincinnati und New-Aork, ziehen Tausende und Tausende nach dem Norden aus, in der Hoffnung, reich zu sein, ehe das Jahr zu Ende geht. Syndikate werden gebildet, um Dampfer zu miethen und die gemeinsame Verpflegung zu bestreiten. Der kleine Mann wirft seine mühsam ersparten Dollars dem erstbesten Schwindler in die Hand, der ihn nach Klondyke zu bringen verspricht." Die Agenten dieser Syndikate haben auch schon auf den Karten eine Stadt Dawson City eingezeichnet, man hört sogar schon von Hotels und Bankhäusern, von Zeitvngs- druckereien und Theatern, die der zukünftigen vierten Goldstadt ihren Rang anweisen sollen neben San Francisco, Melbourne und Johannesburg. Den amt­lichen Mittheilungen zufolge besteht die Wohnung des Goldgräbers allerdings vor der Hand gewöhnlich in einem