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Gratisbrilagen: „Illuftrirtes Sonntagsblatt" u» „3Uu?irirte lanvwirthschaftliche Beilage".
Dienstag hen 21 AM
1897.
Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt
mit den Gratisbeilagen „Austrittes Sonntagsblatt" ^ „Austritte laudwirthschastl. Beilage" für den Monat September werden von allen Aaiserlicheu Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtlicher Theil.
Caffel, den 30. Juli 1897.
Unter den Gründen für die starke Zunahme der Brände seit den letzten 15 Jahren wird namentlich auch das leichtfertige Umgehen mit Zündhölzern angegeben, und es ist darüber geklagt worden, daß die bestehenden polizeilichen Vorschriften über das Umgehen mit Zündhölzern, sowie über das Rauchen auf Böden, in Ställen, Scheunen, Wäldern nicht überall ausreichten, um fahrlässigen Brandstiftungen vorzubeugen, oder doch zum Theil Seitens der Behörden nicht mit der erforderlichen Strenge gehandhabt würden.
Im Auftrage des Herrn Ministers des Innern ersuche ich Sie daher, den Ihnen unterstellten Polizeibehörden 2C. die genaue Ueberwachung dieser Vorschriften (Ausschreiben des Kurf. Staalsministeriums wegen der Bestrafung einiger Vergehen gegen Feuerpolizei vom 30. Dezember 1825, Kurh Ges. Bl. S. 41, Verordnung vom 27. Juni 1862, betreffend die Verhütung von Feuersgefahren, Reg. Bl. S. 1574, — für die ehemals bayerischen Gebietstheile — sowie Polizeiverordnung vom 28. September 1875, betreffend das Tabaksrauchen innerhalb der Waldungen (Amtsblatt Seite 251) zur Pflicht zu machen.
2C. 2C.
Der Regierungs-Präsident. gez. Haussonville. A. II. Nr. 6823.
* * *
Hersfeld, den 18. August 1897.
Vorstehendes bringe ich zur Kenntniß der Ortspolizeibehörden und Gendarmerie des Kreises mit der Veranlassung, auf die strengste Befolgung der vorerwähnten
Jugendliebe.
(Erzählung von Hella L i m p u r g.) (Fortsetzung und Schluß.)
„Baron von Geyern," meldet der Diener endlich und der Genannte trat direkt hinter diesem in 6 Gemach.
»Ah, mein Herr, Sie wußten wohl nicht, daß ich hier keine Besuche empfange?" frug Jlsa so schroff wie nur sie es vermochte, doch lächelnd verneigte sich der gewandte Mann.
„Ich denke, bei einem Vetter werden Sie diese Regel wohl fallen lassen."
„Vetter?" und das schöne Mädchen richtete sich hoch- müthig in die Höhe; „ich wüßte nicht, wie sich die Verwandtschaft mit meiner Stiefmutter auch auf mich erstrecken sollte. Was also führt Sie heute zu mir her?"
Baron Geyern machte in der That keinen sehr geistreichen Eindruck, wie er so vor dem schönen Mädchen stand, die ihm nicht einmal einen Stuhl anbot. „Gnädige Gräfin, ich — ich wollte — Ihnen nur mit theilen, daß Sie einer großen Gefahr durch — hm — durch Ihren ganz ergebnen Diener entgangen sind."
„So, und das wäre?"
„Hauptmann Dannert hatte in Herrenkreisen die Absicht geäußert, sich um Komteß zu bewerben, um — UM — seine Schulden zu rangieren und da trat ich für §i& ein — mit Pistole in der Hand!"
/ „Ah, wie ritterlich," Jlsas Ton klang spöttisch, „und ^ann haben Sie sich geschlagen?"
Bestimmungen ein besonderes Augenmerk zu richten und jede Uebertretung sofort zur Bestrafung zu bringen.
I. I. Nr. 4179. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 19. August 1897.
Zufolge Mittheilung höheren Orts können den Kriegervereinen bei der diesjährigenKaiserpacade a m 4. September d. I., da das Paradefeld im Hinblick auf die gegen frühere Kaiserparaden wesentlich größere Zahl der in Parade stehenden Truppen sehr beengt ist und in seinem ganzen Umfange für die Aufstellung und die Bewegungen der Letzteren beansprucht werden muß, keine Plätze auf dem Paradefelde selbst angewiesen werden.
Die sich betheiligenden Vereine sollen vielmehr an einem nach dem Letzteren führenden Weg, der von der Chauffee Ober-Erlenbach—Nieder-Eschbach aus quer über das Feld an die Chauffee Ober-Eschbach—Ober-Erlenbach führt und welchen Seine Majestät nach Beendigung der Parade zur Rückkehr benutzen wird, Aufstellung nehmen, wo sie Gelegenheit haben. Seine Majestät den Kaiser genau zu sehen.
Eine Skizze des Paradefeldes mit nächster Umgebung sowie die zu beobachtenden weiteren Anordnungen liegen zur näheren Orienlirung für etwa nach dem Paradefeld sich begebende Krieger-Vereine des Kreises dahier auf.
J. I. Nr. 4342. Der Königliche Land rath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 18. August 1897.
Unter Bezugnahme auf das Ausschreiben vom 10. Juni 1887, Nr. 6140, Kreisblatt Nr. 70, wird hierdurch bekannt gemacht, daß v o m 4. O k t o b e r d. I s. a b in hiesiger Stadt eine wiederholte technische Revision der Maaße, Waagen und Gewichte bei den Gewerbetreibenden staltfinden wird. Die Letzteren werden hierdurch auf die unliebsamen Folgen einer etwa sich vorfindenden Unrichtigkeit der Maaße rc. Hingewiesen und gleichzeitig aufgefordert, dieselben, soweit deren fortdauernde Richtigkeit zweifelhaft erscheint, zuvor zur aichamt- lichen Prüfung zu bringen, auch sämmtliche revisions- pflichtigen Gegenstände vor der Revision einer gründlichen Reinigung zu unterziehen und in Bereitschaft zu halten.
J. A. Nr. 2400. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
»Ich — werde es erst thun," rief der Baron emphatisch, „morgen bei Tagesgrauen."
„So, und wer gab Ihnen die Berechtigung, für meine Ehre einzutreten?"
„Meine Bewunderung und Liebe für Sie, Komteß.
„Seit heule Morgen sieht kein Mensch in der Residenz den Hauptmann Dannert an oder grüßt ihn."
„Und welchen Lohn fordern Sie für diese Heldenthaten?" ein verächtlicher Klang in Jlsas Stimme fiel sogar dem arroganten Helden jetzt auf und etwas unsicher drehte er den Hut in der Hand.
„Den Lohn für seine Leistungen, Gräfin, überlaffen Sie mir und Hauptmann Dannert," erscholl jetzt Prinz Konrads drohende Stimme, welcher, unmittelbar von Rolf Dannert gefolgt, zwischen den Falten einer Portiere hervortrat; es ist hier solch ein erbärmliches Gewebe von Verleumdung und Unwahrheit zu zerreißen, daß es für Damenhände schier unmöglich wird."
„O, Prinz Konrad," rief Jlsa schluchzend vor hochgradiger Erregung; „Sie kommen zur rechten Zeit und ich danke Ihnen so recht von Herzen!
„Nein Gräfin, das brauchen Sie nicht; ich komme ja nur um die Ehre eines Freundes herzustellen. Dannert haben Sie die Pistolen mit?"
„Gewiß, Hoheit, darf ich zuerst jedoch die Dame hinausführen?"
„Gewiß; Gräfin Liebow, geben Sie ihm Ihren Arm, denn er ist ein Ehrenmann, dem Sie ganz und voll vertrauen können."
Politische Nachrichten.
Inland.
Berlin, 21. August.
Se. Majestät der Kaiser und König empfing im Schlöffe Wilhelmshöhe heute Vormittag um 10 Uhr den Chef des Militärkabinets, General v. Hahnke, zum Vortrage.
Der Kaiser hat für die durch Wetterschäden heimgesuchten Landestheile des Königreiches Sachsen und des Königreichs Württemberg je 15 000 Mk. angewiesen.
Nach der „Kreuz.-Ztg/' ist die Meldung, daß in Betreff des Tragens der Centenar - Medaille durch das Militär ein einschränkender Erlaß erschienen sei, unzutreffend.
Die Abhaltung eines sozialdemokratis chen Parteitages für Preußen im Anschluß an den Parteitag in Hamburg ist von einer Anzahl von Fraktionsmitgliedern und andern Parteiführern beantragt worden, die nur einem preußischen Parteitage das Recht der Entscheidung über die Betheiligung an den preußischen Landtagswahlen zugestehen wollen. Die Einberufung des preußischen Parteitages soll alsbald erfolgen.
Der Berliner Polizeipräsident hat die Beamten der Schutzmannschaft ganz allgemein darauf hingewiesen, daß sie nicht glauben sollen, ihre Tüchtigkeit durch möglichst viele Anzeigen von Uebertretungen beweisen zu müssen, sondern daß sie das Publikum zuvor möglichst vor Uebertretungen zu warnen und von solchen zurückzuhalten haben. Die Beamten sollen erst dann zur Anzeige schreiten, wenn ihre Warnung unbeachtet ge- laffen wird, oder wenn sie auf Böswilligkeit stoßen.
Die Vorbereitungen zur Durchführung des GesetzesüberdieOrganisationder Handwerker sind bereits in vollem Gange. Auf ministerielle Anweisung hin sollen sich zunächst die Oberpräsidenten der verschiedenen Provinzen darüber gutachtlich äußern, ob es sich empfiehlt, für jede Provinz oder jeden Regierungsbezirk Handwerkskammern zu errichten, oder ob eine anderweite Abgrenzung der Distrikte für Handwerkskammern wünschenswerth erscheint. Hierbei soll auf Wunsch des Ministers festgestellt werden, welche Zahl von Handwerkern für den in Vorschlag gebrachten Umfang des einzelnen Kammerbezirks in Betracht kommen würde.
Der Minister der Unterrichts- 2C. Angelegenheiten hat Grundsätze zur Ausführung der B e f o l d u n g s -
Ernst und unbeweglich geleitete Rolf das an allen Gliedern bebende Mädchen in ein anderes Zimmer; er wollte sich sodann mit einer stummen Verbeugung zurück- ziehen, doch eine kleine, eiskalte Hand griff Hülfe suchend nach der seinen und eine weiche, süße Stimme, wie er sie noch nie vernommen, klang an sein Ohr: „Aber Sie dürfen sich nicht mit jenem Menschen schießen — o nein, ich ertrüge es nicht. Versprechen Sie es mir — ich sterbe sonst vor Angst."
„Jlsa — Gräfin Liebow," stieß der Hauptmann erregt hervor, „was können Sie damit meinen? Ich bin Offizier und weiß, was ich thun muß."
„Aber ich bitte Sie — Rolf — haben Sie Mitleid ; doch nun zum Prinzen. Er erwartet Sie."
Und sie war verschwunden, während er ihr wie im Traum nachblickte. „Ist es denn möglich oder täusche ich mich? War das die hochmüthige Gräfin, welche mir bisher entgegentrat?"
Als er in das Zimmer trat, wo Prinz Konrad ihn erwartete, sah er aus wie eine Leiche.
„Nun, Dannert, Ihr Gegner ist nach Hause gegangen, um das Duell vorzubereiten; besorgen Sie sich nur einen Arzt, sekundren werde ich selbst."
„Hoheit."
„Nun, das tü doch natürlich, und Freundessache. Wir wollen die Bedingungen abmachen und dann zurückfahren, vorher aber muß ich noch die Komteß sprechen."
Am Nachmittage dieses denkwürdigen Tages durch-