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die Expedition.
Amtlicher Theil.
Ich will die Provinz Heffen-Nassau, insbesondere Homburg nicht verlassen, ohne Ihnen auszusprechen, daß der Mir und der Kaiserin und Königin, Meiner Se» mahlin, sowie Meinen fürstlichen Gästen gewordene über
aus herzliche und patriotische Empfang Mich mit besonderer Freude und Genugthuung erfüllt hat. Ich ersuche E>e deshalb, allen denen, die durch den reichen, festlichen Schmuck der Stadt sowie durch sonstige Veranstaltungen dazu beigetragen haben, Uns den Aufenthalt hierselbst W einem so angenehmen und erinnerungsreichen zu ge= holten, Unseren wärmsten Dank zu übermitteln. Zur ^sonderen Befriedigung hat es Mir gereicht, daß die ^ den diesjährigen großen Herbstübungen zusammen
bezogenen Truppen trotz der ganz erheblich gesteigerten Einquartirungslast in der Provinz überall eine zufriedenstellende Aufnahme gefunden haben. Sie wollen auch ^8 zur öffentlichen Kenntniß bringen.
Homburg v. d. H., den 10. September 1897.
gez.: Wilhelm R.
A" den Ober-Präsidenten der Provinz Heffen-Nassau.
Nichtamtlicher Theil.
Handel «nd Flotte. m ®as Bedeutendste und Glänzendste, was die deutsche Schichte in der zweiten Hälfte des Mittelalters anszu-
eoinmlitiiii den 25. Stuft*
weisen hat, ist der Handel und die dadurch bewirkte Machtentfaltung der Hansa. Der Waarenbetrieb, der von den Häfen und Stapelplätzen der Hansa ausging, umspannte den ganzen Norden und einen großen Theil des Ostens von Europa. In der Nordsee und in der Ostsee gab es keinen Handel, der mit dem hanseatischen in Wettbewerb treten konnte. Im Verhältniß zur Stärke ihrer Handelsbeziehungen stand die kriegerische und politische Macht der Hansa. Das zeigen die Kriege, die sie geführt hat, und die Thatsache, daß die mächtigsten Staaten Nordeuropas sich ihrem Willen beugen mußten. Erst als der Hansa infolge der Ohnmacht des römischen Reiches deutscher Nation nicht der geringste Schutz einer staatlichen Macht mehr zu theil werden konnte,, verlor sie ihre Bedeutung ; der Handel ging an Holland, England und Spanien über.
Nur in den Seestädten, die mit dem Namen der alten Hansa ihre Selbstständigkeit behauptet haben, war die alte Triebkraft nicht verdorrt. Die Flagge der Hamburgischen und der bremischen Kauffahrteiflotte hat den Namen und den Ruf deutscher Thatkraft in alle Welt hinausgetragen und dafür gesorgt, daß ihr in der Fremde mehr Achtung erwiesen wurde, als die staatliche Ohnmacht und die Zerrissenheit des deutschen Bundes verdiente.
So war es vor den großen Ereignissen, die zur Einigung des deutschen Volks führten. Seitdem hat sich der überseeische Handel Deutschlands in staunenswerther Weise entwickelt. Was würde jetzt Lord Ellenborough sagen, wenn es ihm vergönnt wäre, zu hören, daß die deutsche Handelsflotte der Größe nach nur noch von der englischen übertroffen wird? Einstmals — es war zu Ende der sechziger Jahre — höhnte er, als im englischen Oberhause von deutschen Marinebestrebungen die Rede war, was denn der Ochs mit dem Sattelzeug wolle, und erntete unter seinen Freunden reichen Beifall. Jetzt machen seine Landsleute ganz andere Gesichter, wenn der Wettbewerb der deutschen Industrie und des deutschen Handels Gegenstand ihrer parlamentarischen Erörterungen ist. Die Furcht der Engländer ist ein Beweis dafür, daß deutscher Unternehmungsgeist und deutsche Thatkraft auf dem richtigen Wege sind und daß wir nichts Besseres thun können, als dem einmal ins Auge gefaßten Ziele mit verdoppeltem Eifer zuzuschreiten.
Unbegreiflich muß es uns erscheinen, daß viele aus dem Schicksal, von dem die Hansa und mit ihr die deutsche Nation betroffen worden ist, nicht die einzig richtige Lehre ziehen können. Unser Handel ist eines der wichtigsten Mittel, dem deutschen Volkskörper Lust zum Athmen und frische Lebenskraft zuzuführen; und diesen Handel sollten wir nicht mit allen den Mitteln schützen, die uns irgend zu Gebote stehen? Die einzige Stütze, die sich auf die Dauer bewährt, ist die eigene Kraft. Aller Handel und in seiner Folge alle Kolonisation stehen in der Luft, wenn sie sich nicht auf die Schlachtschiffe zurückziehen können, die, nach Menge und Beschaffenheit ausreichend, hinter ihnen liegen. Es giebt keinen Seekrieg in alter und neuer Zeit, der nicht in erster Linie um die Vortheile des Handels, in zweiter um die Sicherheit der Kolonien und in dritter um das nationale Dasein geführt worden wäre Das sind so einleuchtende Wahrheiten, daß es eigentlich nicht nöthig sein sollte, darüber viele Worte zu machen.
Politische Nachrichten.
Berlin, 24. September. Inland.
DieBudapester Kaisertage sind am Dienstage zu Ende gegangen, aber ihr mächtiger Eindruck wird noch lange andauern. Die Ungarn hatten unserm Kaiser einen begeisterten Empfang bereitet. Die Ausschmückung der Hauptstadt Pest bot ein fesselndes Bild, wie es seit dem Krönungsjubiläum des Kaisers Franz Josef nicht gesehen wurde. Die Dekoration der Straßen war nach
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allgemeiner Ueberzeugung die reichste, die jemals veran- staltet worden ist. Dem äußern Schmuck entsprach auch die Stimmung der Bevölkerung. Ueberall, wo unser Kaiser sich zeigte, wurden ihm die stürmischsten Huldigungen dargebracht. Einen tiefen Eindruck hat die Or- dens-Auszeichnung gemacht, die unser Kaiser dem Grafen Andrassy, dem Sohne des Mitbegründers des Dreibundes, zu theil werden ließ. Den Höhepunkt erreichten die Feste bei dem Galadiner in der Ofener Burg. Hier brachten die Kaiser Franz Josef und Wilhelm ihre Toaste aus, in denen sie ihre tiefgewurzelten freundschaftlichen Gesinnungen gegenseitig zum Ausdruck brachten und die Bedeutung der Bundesgenossenschaft zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn für die Wahrung des europäischen Völkerfriedens betonten.
S e. Majestät der Kaiser hat sich am Mittwoch auf der Fahrt von Oppeln nach Breslau von dem zu diesem Zwecke nach Oppeln berufenen Oberpräsidenten der Provinz Schlesien, Fürsten Hatzfeldt, über die durch die letzte Hochwafferkatastrophe angerichteten Schäden und über die Mittel zur Abhilfe Vortrag halten lassen. Es erscheint, dem Vernehmen nach, zweifellos, daß noch weitere erhebliche Staatsmittel werden flüssig gemacht werden. Eine namhafte Summe soll alsbald angewiesen werden, wähLMÜ, wegen weiterer Mittel voraussichtlich eine Vorlage an den Landtag wird gebracht werden müssen. In den nächsten Tagen werden Vertreter des Provinzial-AuSschusses der Provinz Schlesien in Berlin eintreffen, um mit den betreffenden Ressortministern über das Zusammenwirken von Staat und Provinz zur Vorbeugung von H o chw asserv erheerun gen und über die Vertheilung der bezüglichen Leistungen zwischen beiden zu verhandeln.
Se. Majestät der Kaiser traf heute früh 8 Uhr 15 Min. in Trakehnen ein und begab sich alsbald, von der Bevölkerung lebhaft begrüßt, mit dem Grafen zu Dohna in vierspännigem Wagen nach Jagdhaus Rominten.
Unsere Marine ist, wie schon gemeldet, wiederum von einem schweren Mißgeschick heimgesucht worden. Am Mittwoch Mittag ist bei Cuxhaven das Torpedoboot S 26 infolge heftiger Sturzwellen gekentert und untergegangen. Acht Menschenleben sind dem Unglück zum Opfer gefallen. Unter den Todten befindet sich auch der Kommandant, Lieutenant zur See HerzogFriedrich Wilhelm von Mecklenburg-Schwerin. Ihm und den vereint mit ihm im Dienste der Pflicht Heimgegangenen Braven widmet die Nation die wärmste Theilnahme. Wenn etwas das Weh über den schmerzlichen Verlust zu mildern vermag, so ist es das Bewußtsein, daß sie im Dienste des Vaterlandes starben, ebenso wie die kämpfenden Krieger im Angesicht des Feindes. Ehre und Ruhm ihrem Gedächtniß! HerzogFriedrich Wilhelm von Mecklenburg-Schwerin war das zweite Kind des verstorbenen Großherzogs Friedrich Franz II. aus dessen dritter Ehe mit Prinzessin Marie von Schwarzburg-Rudolstadt und ein Stiefbruder des Regenten Johann Albrecht. Er hatte am 5. April sein 26. Lebensjahr vollendet. In der Marine bekleidete er die Stellung eines Lieutenants zur See. Außerdem wurde er als Premierlieutenant ä la suite des 2. Großherzoglich Mecklenburgischen Dragonerregiments Nr. 18 geführt. Der Trauerfall, der das mecklenburg-schwerinsche Herrscherhaus jetzt wiederum betroffen hat, nachdem erst vor kurzem der Großherzog Friedrich Franz III., der Bruder des Ertrunkenen, so früh dem Leben entrissen worden ist, wird überall im Deutschen Reiche lebhafte Theilnahme hervorrufen.
Ueber den Wiederzusammentritt des Reichstages und des Landtages und die Zeit der Neuwahlen ist, wie zuverlässig verlautet, eine Bestimmung noch nicht getroffen worden. In Bezug auf die parlamentarische Kampagne ist bis jetzt nur in Aussicht genommen, daß. wie üblich, der Reichstag in der zweiten Hälfte des November, wahrscheinlich erst gegen Ende, und der preußische Landtag in der ersten Hälfte des Januar zusammentreten werden. Was das gesetz-