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Austrittes Sonntagsblatt"™» lMftrirte landwirthschaftl. Beilage" für das vierte Quartal 1897 werden noch von allen kAaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von sder Expedition angenommen.
| Amtlicher Theil.
: Der V erstand der Jnvaliditäts- und Altersver- sicherungsanstalt Hessen-Nassau.
Cassel, den 13. September 1897.
■ Bei Ausübung der diesjährigen Quittungskarten- ■ Revision hat sich ergeben, daß häufig für die von kleinen »Bauhandwerkern (Maurer-, Zimmermeistern u. a.) be- »schästigten Gesellen Beitragsmarken nicht verwendet wer- »den, weil die Ersteren als „Selbstversicherte" der Bau- »gewerks-Berufsgenossenschaft sich zur Markenklebung nicht »sür verpflichtet halten. Wir ersuchen daher in geeig- Rueter Weise darauf hinzuwirken, daß auch für die von I obenbezeichneten kleinen Bauhandwerkern beschäftigten I Personen in dortigem Bezirke Beitragsmarken in ord- । »ungsmäßiger Weise zur Verwendung kommen, sofern I '^ches nicht schon geschieht.
» Sodann ist es als ein Mangel empfunden, daß I Ostens der Quittungskarten-Ausgabestelle auf den Karten »der Vordruck:
I »Verwendbar für die Zeit bis zurück zum......."
I häufig nicht ausgefüllt und dadurch eine genaue Prüfung I der Karten hinsichtlich der richtigen Murkenverwendung ■ verhindert wird.
Ferner ist wahrgenommen, daß Kontrolanzeigen über I Wuchtige und ungenügende Markenverwendung, welche I Bürgermeister-Aemtern mit dem Ersuchen um Erle- I lM8 zugesandt waren, von Letzteren als erledigt zu- I ^gegeben wurden, obgleich dem diesseitigen Ersuchen
■ dezw. nicht hinreichend entsprochen war.
L Mit Rücksicht hierauf ersuchen wir nach Möglichkeit | hinzuwirken, daß seitens der Quittungskarten- I '»»gabestellen der bezeichnete Vordruck auf den Quit- I ""Klärten, soweit angängig, ausgefüllt wird, daß ferner | von uns an die Bürgermeister-Aemter gerichteten I ^suchen um Erledigung bezw. Beseitigung der bei der I ^evlsion entdeckten Mängel auch alsbald wirklich erledigt I werden.
I Q Freiherr von Riedesel, Landes-Direktor. | die sämmtlichen Königlichen Herren Landräthe der Provinz Hessen-Nassan und Fürstlichen Herren Krers- I i. ""»Männern des Fürstenthums Waldeck.
I- Nr. 2480.
*
. . Hersfeld, den 30. September 1897.
I «irb den Herren Ortsvorstünken des Kreises zur I ^"«tnißnahme und Nachachtung mitgetheilt.
* » 5065. Der Königliche Landrath
Freiherr v o n S ch l e i n i tz, Geheimer Regierungs-Rath.
Heröseld, den 1. ©stöbet 1897.
I hn,c^ie H"ikn Ortüvorstände zu Eichhof, Eitra, Gitters- | " Kerspeuhausen, Kleba, Kleinensee, LampertSseld,
Süitttnbcitö leu 2. Alsber
Reimboldshausen, Röhrigshof, Rohrbach und Widdershausen, welche noch mit Erledigung der Verfügung vom 14. August 1891 Nr. 8179, Kreisblatt Nr. 99, die Ein- reichung einer Nachweisung über vorhandene gewerbliche Anlagen betreffend, im Rückstände sind, werden hierdurch aufgefordert, dieselben binnen 3 Tagen anher ,ein- zureichen, widrigenfalls die bereits am 13. September d. J. angedrohte Strafe von 3 Mark vollzogen wird.
Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Gesunden: ein Ring mit 2 Schlüsseln. — Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Kalkobes.
Gefunden: 2 Notizbücher und eine Quittungskarte. — Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Gethsemane.
Politische Nachrichten.
Berlin, 30. September.
Inland.
Se. Majestät der Kaiser nr'rh Anfangs November als Jagdgast des Grafen v. Tschirschky-Renard auf Schloß Groß-Strehlitz in Oberschlesien erwartet.
Ihre Majestät die Kaiserin hat dem Kreise Lau- ban als Beihilfe für bedürftige Gemeinden und Private nochmals 21000 Mk. überwiesen. Die Gesammtsumme der bisher von der Kaiserin gespendeten Gelder beträgt 120 600 Mk.
Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Wie wir von maßgebender Seite erfahren, ist die Behauptung der „Vossischen Ztg.", daß eine Verdreifachung oder auch nur irgend welche Erhöhung der B r a u st e u e r beabsichtigt sei, vollständig aus der Luft gegriffen.
Auswärtiger Handel des deutschen Zollgebietes imAugust189 7. Nach dem vom Kaiserlichen Statistischen Amt herausgegebenen Augusthefte betrug die Einfuhr im August in Tonnen zu 1000 kg netto 3 612 893 gegen 3 364 526 und 3 277 503 im August der beiden Vorjahre, daher mehr 248 367 und 335 390; die Gesammteinfuhr für den Zeitraum Januar- August 25520881 gegen 23 106 603 und 20 536 455 in dem gleichen Zeitraum von 1896 und 1895, daher mehr 2 414 855 und 4 984 426. Die Ausfuhr betrug im August 2 516 222 gegen 2 210 676 und 2 162 132 im August der beiden Vorjahre, daher mehr 395 546 und 354 090 ; die Gesammtausfuhr für den Zeitraum Januar- August betrug 17 598 830 gegen 16 451 120 und 15170 545 in dem gleichen Zeitraum der Jahre 1896 und 1895, daher mehr 1 147 710 und 2 428 285.
Das gesunkene Torpedoboot „S 2 6" ist am Dienstag früh 8 Uhr zwei Schiffslängen nördlich von der ausgelegten Boje durch den Taucher Andersen aufgefunden worden. Bei dem zweiten Taucherversuch gelang es dem Taucher durch den Thurm in das Innere des Schiffes einzudringen, wo er die Leiche des Koches Serbent entdeckte, deren in Todeskrampf festgeklammerten Hände löste und sie kurz vor 2 Uhr an die Oberfläche brächte. In Folge der stärker werdenden Strömung mußte der Taucher darauf die Arbeit einstellen, die morgen früh 4 Uhr wieder ausgenommen werden soll. Die Leiche des Herzogs Friedrich Wilhelm zu Mecklenburg ist heute Nachmittag geborgen und an Bord eines Divi- sionsbootes nach Cuxhaveneingebracht worden. Dieübrigen Leichen sind bis auf eine geborgen und gegen 5 Uhr Nachmittags gelandet. Dieselben wurden in feierlichem Zuge, in welchem sich der Erbgroßherzog Friedrich August von Oldenburg, sowie die Herzöge Adolf Friedrich und Heinrich von Mecklenburg-Schwerin, Offiziere und Mannschaften befanden, nach der Kaserne übergeführt, in welcher eine Trauerfeier stattfand.
Bei dem Steinkohlenbergbau inPreußen werden die meisten tödtlichen Unglücksfälle durch den Einsturz von Stein- oder Kohlenmaffen veranlaßt. Der Minister für Handel und Gewerbe hat nun eine Koni«
1897.
mission berufen, deren Aufgabe es sein soll, die Ursachen der Unfälle durch Stein- und Kohlenmaffen an der Hand der Erfahrungen des In- und Auslandes, sowie durch eigene Anschauungen eingehend zu untersuchen und geeignete Maßregeln zur Verhütung dieser Unfälle vorzu- nehmen.
Die in Dresden abgehaltene Generalversammlung des Allgemeinen Sächsischen Leh- r e r v e r e i n s hat mit überwiegender Stimmenmehrheit den Beitritt zum Deutschen Lehrerverein beschlossen. Die Versammlung war von 2400 Personen besucht.
Ausland.
Die Begeisterung der Ungarn über die Rede des deutschen Kaisers hat auch eine Kundgebung der ungarischen Studenten veranlaßt. Beim Rektor der Berliner Universität ging nachstehendes Telegramm ein, das an die Studentenschaft gerichtet ist: „Indem wir ungarischen Studenten, begeistert von den zu Herzen dringenden Worten Eures jungen, ritterlichen Heldenkaisers, das innige Bündniß der deutschen und ungarischen Herzen feiern, halten wir es sür unsere angenehme Pflicht, Euch, Kollegen, die besten Grüße zu senden. Im Namen der ungarischen Studenten: Albert Ortmann, Präsident des „Egyetemikoer." VV ■
Das russische Kaiserpaar wird E^ven Großfürstinnen Olga und Tatiana am Sonnabend, dem 2. Oktober, in Darmstadt eintreffen.
Der griechische Ministerpräsident Rallis hat aus Athen und Piräus Briefe erhalten, worin sein Leben bedroht und die Absicht geäußert wird, die Kammer in die Luft zu sprengen. Die Hafenpolizei in Piräus verhaftete zwei Unbekannte, bei denen Dynamit, Pulver und Bomben gefunden wurden, die aus der Pulverniederlage gestohlen sind.
Die mohamedanischen Notabeln auf Kreta richten an die Minister des Aeußern der Mächte sowohl wie an den türkischen folgendes Telegramm: Unsere Lage wird unhaltbar. Der Winter naht! Wir find 40 000 Familien ohne Unterkunft und fast nackt. Uns fehlt alle», wir leben allein von dem Mehl, 100 Gramm für die Person, das uns die Wohlthätigkeit der Mohamedaner täglich zugehen läßt. Unsere christlichen Landsleute fahren fort, die Oelbäume niederzubrennen; die Insel wird bald baumlos sein. Auch nehmen unsre Landslevte trotz des Cordons, der uns erdrückt, die wenigen uns gebliebenen Herden weg. Die Saat beginnt im Oktober; wie können wir unser Leben bis zur nächsten Saat fristen, wenn wir nicht in unsre Heimstätten zurückkehren? Die öffentliche Wohlthätigkeit hat bereits mehr als eine Million beigesteuert. Es giebt keine Gewähr dafür, daß wir es noch einen Monat aushalten. Wir sind auch Geschöpfe Gottes. Im Namen der Menschlichkeit bitten wir, unsern letzten Nothschrei zu hören und unserer verzweifelten Lage ein Ende zu machen.
Aus Athen wird vom 30. September gemeldet: Das Ministerium erlangte in der Kammersitzung bei Berathung des Friedensvertrages nicht die Mehrheit. Es ist eine Ministerkrisis eingetreten.
Aus Prittliliz iiiiH Aachbargeblel.
* Der Getreidemarkt. (Wochenbericht vom 25. September bis 1. Oktober.) Das für den Rest der Erntearbeiten und die Herbstaussaat seit acht Tagen recht günstig gewordene Wetter hat die Aufwärtsbeweg- ung der Getreidepreise etwas herabgedrückt, aber doch nicht gerade bedeutend. Bei ziemlich fester Tendenz, welche von Amerika unterstützt wurde, war die Verkaufslust wie auch die Kauflust keine große, und es fanden nur mäßige Umsätze statt. In Berlin und Leipzig wurde gekauft: Weizen, je nach Güte, mit 175 bis 214 Mk. Roggen mit 135 bis 160 Mk., Braugerste mit 160 bis 180 Mk., Futtergerste mit 115 bis 130 Mk., Hafer mit 140 bis 151 Mk., Mais mit 98 bis 107 Mark.
* (Personal-Veränderunge n.) Ernannt • der Rechtskandidat Finscher zum Referendar, der Gerichtsdiener Ullrich in Fronhausen zum Gerichtsvollzieher bei