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Nr. 5
IieilstW den 11. Zamr
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Amtlicher Theil.
Hersfelo, den 7. Januar 1898.
Es wird hierdurch in Erinnerung gebracht, daß in jedem Frühjahr und Sommer in der Baumschule zu Breitenau zur Förderung des Berständnisses und Jn- teresses für Obstbaumzucht praktische Unterweisnugskurse in den verschiedenen Veredelungsmethoden mit 4= bis ßtägiger Dauer stattfinden. Die getroffenen desbezüg- lichen Bestimmungen find im Kreisblatt Nr. 47 von 1887 abgedruckt.
Diese für Ortswege- und Banmwärter, sowie für Privatpersonen, die sich für praktischen Obstbau iuteres- sireu, unentgeltlich ertheilten Unterweisungen, welche die Hebung des Obstbaues int Bezirk erstreben, werden noch keineswegs in der ausgiebigen Weise benutzt, wie es die gemeinnützige und für den rationellen Obstbau wichtige Einrichtung wünschen läßt.
I. I. Nr. 107. Der Königliche Landrath
Freiherr von S ch l e i n i tz , Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 5 Januar 1898. Den Herren Ortsvorständen des Kreises werden in
Großtante Helene.
Von H. K e l l e r - I o r d a n.
(Fortsetzung.)
Ich wollte lange nicht verstehen, daß schon in dem Vollgefühl der eigenen Liebe ein unendlicher Reichthum liegt und daß aus dem Entsagen ein heiliges Glück aufblühen könne, das, wenn wir es nur recht ersassen, uns besser und selbstloser macht. — Als wir an jenem Abend nach Hause kamen, hatte die gute Mutter wieder einen heftigen HusteuausaU, und ich kam mit meinem Vater überein, Arabellas festgesetzten Aufenthalt bei der Tante um einige Monate zu kürzen und die Mutter am Weibnachtsseste mit ihrem Erscheinen zu überraschen. Sie hatte während ihrer Krankheit eine große Sehnsucht nach ihrem Liebling, und hätte sie nicht gedacht, daß es selbstsüchtig wäre, ihr dort die Lernzeit zu verkürzen, so hätte sie gewiß dem Bedürfniß ihres Herzens nachgegeben und sie schon längst, wie es ihr der Vater vor- geschlagen hatte, wieder zu sich gerufen.
Ich war unendlich glücklich in dem Gedanken, nun bald meine Schwester wieder zu haben und ihr von meinem Glück erzählen zu können.
Da Hermann meinen Eltern gegenüber unser neues Verhältniß nicht erwähnte, mich überhaupt nach wie vor mit dem gewohnten Sie anredete, >o hatte ich auch nicht den Mnth, es zu thun, weil ich überzeugt war, was er im Sinne habe, winde wohl das Beste sein. Zudem wollte ich vorläufig der guten Mutter jede Erregung ersparen und dachte auch wenig an diese äußerlichen Dinge,
den nächsten Tagen die für 1897/98 aufgestellten Hebelisten der Kosten, welche von den der Landwirthschaftskammer beitragspflichtigen Besitzungen aufzubringen sind, zugehen. Die in Spalte 6 der Listen festgestellten Einzelbeträge sind nunmehr zu erheben und bis z u m l. M ä r z d. I s. an die Königliche Kreiskasse dahier abführen zu lassen.
I. 45. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 3. Januar 1898.
In Gemäßheit des § 25 bezwse. 45 der Deutschen Wehrordnung vom 22. November 1888 haben alle diejenigen Personen männlichen Geschlechts, welche
1. in dem Zeitraum vom 1. Januar 1878 bis ein- schlieszlich 31. Dezember 1878 geboren find,
2. dieses Alter bereits überschritten, aber sich noch nicht vor einer Ersatz-Behörde zur Musterung bezwse. Aushebung gestellt,
3. sich zwar gestellt, aber über ihr Militärverhältnitz noch keine feste Bestimmung erhalten haben,
sich in der Zeit vom 15. Januar bis zum 1. Februar d. I. zur Rekrutirungs-Stammrolle zu melden und dabei die über ihr Alter sprechenden, sowie die etwaigen sonstigen Atteste, welche bereits er; gangene Bestimmungen über ihr Militärverhältniß enthalten, mit zur Stelle zu bringen.
Die Herren Ortsvorstände der Stadt- und Landgemeinden, einschließlich der Gutsvorsteher des Kreises haben demgemäß im laufenden Monate folgende Bekanntmachung in ortsüblicher Weise viermal zu erlaffen: „Jeder Militärpflichtige, welchem über ferne Dienst. Pflicht eine endgültige Entscheidung der Ersatz-Behörden noch nicht ertheilt ist, hat sich in der Zeit vom 15. Januar bis l. Feb-uär d Js. bei dem OrtSvoc- stands seines Wohnortes zur Rekrutirungs-Stammrolle zu nielden, bei Vermeidung der im Gesetze angedrohten Nachtheile. Für solche Militärpflichtige, welche ohne an einem anderen Orte im Deutschen Reiche einen dauernden Aufenthaltsort zu haben, abwesend sind, haben deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- oder Fabrikherrn die Anmeldung zu besorgen, ebenfalls bei Vermeidung der im Gesetze angedrohten Nachtheile."
Die sodann genau nach der Instruktion des Herrn
die kaum wesentlich mein großes Glück erhöhen konnten. Wenn Hermann Abends nach Hause kam dann hatte er immer etwas für mich, irgend eine Aufmerksamkeit, ein kleines Geschenk, ein paar Früchte oder einen Strauß blauer Eriken. Wenn er mich mit einem warmen Hände- druck, mit einem verständnißvollen Blicke begrüßte, in dem eine Welt voll Liebe lag, dann fehlte mir nichts, ich war uollfommeii glücklich!
Eines Abends, kurz bevor mein Vater abreiste, um Arabella zu holen, kam er hier in dieses Zimmer, als ich noch spät allein dort am Nähtisch saß, um Kleiing- keiten zur WeihnachtS-Ueberraschung zu beenden. Er setzte sich eine Weile stumm neben mich, betrachtete meine Arbeit und sagte dann, indem er traurig meine Hand nahm : „Helene, ich glaube, es giebt im Laufe des nächsten Jahres für uns manche Veränderungen, die unsere ganze Kraft beanspruchen. Deiner guten Mutter Zustand zeigt keine Besserung !" Ich fuhr jäh zusammen. An eine solche Möglichkeit hatte ich nie gedacht. AIs ich zu dem guten Vater in die Höhe blickte, lag ein Ausdruck von tiefem Schmerz und großer Sorge in seinen Zügen. „Und wenn Hermann Feldner einmal hier forttommen sollte," fuhr er nach einer Weile fort, „so könnte ich diese Stelle nicht weiter versehen. Ich habe ihm nach und nach fast jede Arbeit überlassen müssen, weil ich mich nicht mehr so kräftig fühle wie sonst!" Der arme, gute, theure Vater!
Ich stand auf und legte den Arm um seinen Hals.
„Mein guter Vater," sagte ich, ihn tröstend, „Her
Ober-Prästdenten vom 16. Mai 1876 (Amtsblatt pro 1876 Seite 109 und 110) aufzustellenden Rekrutirungs- Stammrollen pro 1878 sind mir nebst den bei den Meldungen zur Stammrolle aus den betreffenden Jahrgängen vorgelegten Attesten rc. und den beiden Rekru- tirungsstammrollen der Jahre 1876 und 1877 bis spätestens zum 5. Februar d. Js. unter der Bezeichnung Militaria einzureichen.
Ferner haben die Herren Ortsvorstände rc. des Kreises die in ihren Gemeinden sich aushaltenden, zum einjährigfreiwilligen Dienst berechtigten Militärpflichtigen, welche in das militärpflichtige Alter eintreten bezwse. eingetreten sind und ihrer aktiven Dienstpflicht noch nicht genügt haben, resp, von der Aushebung noch nicht zurückgestellt worden sind, darauf aufmerksam zu machen, daß sie in Gemäßheit des § 93 pos. 2 der Wehrordnung vom 22. November 1888 sich bei der Ersatz-Commission ihres Gestellungsortes schriftlich oder mündlich zu melden und unter Vorlegung ihres Berechtigungsscheines ihre Zurückstellung von der Aushebung zu beantragen haben.
Schließlich spreche ich die bestimmte Erwartung aus, daß die vorbezeichneten Stammrollen sauber ausgestellt und die in Betracht kommenden Rubriken derselben vollständig ausgefüllt werden, insbesandere ist anzugeben, ob dir Eltern des Militärpflichtigen noch leben oder nicht und muß der Stand des Letzteren sowie des Vaters desselben bezeichnet werden. Zweifelhafte Eintragungen dürfen nicht gemacht werden sondern die betreffende Rubrik ist alsdann überhaupt nicht auszufüllen. I. II Nr. 1. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Nichtamtlicher Theil.
Jas Klitsch - chinesische Mimen, das die Kiaolschau-Bucht nebst Umgegend der Staatshoheit des Deutschen Reiches überweist, wird von der gesammten deutschen fresse als ein großer Erfolg der deutschen Politik gefeiert. Selbst diejenigen Blätter, die dem Vorgehen Deutschlands mit Besorgniß entgegen sahen und glaubten, Deutschland begebe sich leichtfertig in ein Abenteuer, müssen jetzt anerkennen, daß es sich um einen sorgfältig vorbereiteten Plan handelte, der mit
mann Feldner wird dich nicht verlassen, deshalb kannst : du unbesorgt sein, das weiß ich gewiß —"
„Weißt du das gewiß, Helene?" Seine Augen sahen prüfend in mein Gesicht und mochten wohl da lesen, was meine Lippen nicht den Muth hatten, aus- zusprechen, denn er schwieg über diese Angelegenheit, wie es schien, beruhigt und sprach weiter, zögernd und leise, aus Angst, die Mutter könne es hören, die im Nebenzimmer lag und schlief: „Ich habe viel Unglück gehabt in der letzten Zeit, Helene; das Geld, das wir, deine gute Mutter und ich, im Laufe der Jahre mühsam zusammengespart hatten, um deine Zukunft zu sichern — für Arabella ist ja gesorgt —, habe ich in unglücklich angelegten Hypotheken bis auf den letzten Pfennig ver. loten. Wenn ich sterbe, bist du eine Bettlerin!"
Die letzten Worte kamen langsam über seine Lippen, und seine Augen hingen an meinen Zügen.
Ich sagte nichts, denn das G.eld hatte für mich keinen Werth, und ich konnte es nicht begreifen, daß mein Vater sich deshalb beunruhigen mochte; nur mein Arm legte sich fester um seinen Hals, und ich fand den Muth, den Vater zu küssen. Er verstand mich. Er wußte, daß ich gleich ihm eine schwerfällige Natur war, die nicht wohl den richtigen Ausdruck zu finden weiß, gerade wenn das Herz am vollsten ist, und die deshalb mit Recht oft und vielfach verkannt werden.
Wie oft hatte ich nicht schon früher Arabellas liebenswürdige Art beneidet, mit der sie bei jeder Freude, die sie empfand, zärtlich ihren Arm um die Mutter schlingen konnte und in einem Erguß von erwärmenden Worten