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stiller Kreisblatt.

Gratisbeilagen:IKufLrirtes SsnntagsbLatt^ n.Illnftrirte lanSwirthschaftliche Beilage".

$r. 56.

IrMrstW den 12. Mai

1898.

Amtlicher Theil

Hersfeld, den 6. Mai 1898.

Nachdem die Wahlen zur erstmaligen Bildung der Gemeindeversammlungen zc. in den meisten Gemeinden dieses Kreises beendet sind, erhalten die Herren Orts­

Namen

Namen

des

Bürgermeisters

des Beigeordneten

der Schöffen sowie des Stellvertreters

der Gemeindeverordneten

des Gemeinde- Rechnungs- führers

der

I. Abtheilung

der

II. Abtheilung

der

III. Abtheilung

es

S

Bekanntmachung.

Nachdem die von unserer Hauptkasse aufgestellte Rechnung über die Elementarlehrerwittwen- und Waisen - fasse unseres Bezirks für das Rechnungsjahr 1896/97 geprüft, den Kassenkuratoren mit den Belägen vorgelegt, von denselben als richtig anerkannt und darauf abgeschlossen, auch die Entlastung ertheilt worden ist, theilen wir nachstehend die Hauptergebnisse gemäß § 48 der Statuten der bezeichneten Kasse den Kastenmitgliedern mit:

Zusammenstellung der Einnahmen und. Ausgaben der Elementarlehrerwittwen- und Waisenkasse des Regierungsbezirks Castel für das Rechnungsjahr 1896/97.

Vorstände die Auflage, eine Nachweisung nach dem unten abgedruckten Schema aufzustellen und mir bis spätestens den 2 5. M a i d. I. anher einzureichen.

A. 2070.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 5. Mai 1898.

Die Landwirthschaftskammer für den Regierungsbezirk Castel hat unterm 24. Januar d. Js. beschlossen:

für das Rechnungsjahr 1898/99 wiederum </3 °/0 vom Grundsteuer-Reinertrag als Beitrag zu den Unkosten der Landwirthschaftskammer zu erheben.

Die für 1897/98 aufgestellten Hebelisten finden auch für das Jahr 1898/99 Verwendung.

Die Herren Ortsvorstände haben diese Hebe­listen ungesäumt an das Königliche Ka­tasteramt dahier abzugeben, damit dieselben nach dem Abschlüsse des Katasters für 1898/99 berichtigt und vervollständigt werden können.

Nach Wiedereingang der Hebelisten ist die Einziehung und Ablieferung der Beiträge an die Königliche Kreiskasse dahier anzuordnen.

Die Ablieferung der Beiträge muß spätestens bis zum 3 0. August d. I s. erfolgt sein.

J. I. Nr. 2624. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

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wirkliches Soll

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21048

75

21048

75

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21048

75

I

Einnahme.

Kapitalzinsen.....

21048

75

22939

10

22939

10

1054

06

23993

16

II

Jahresbeiträge der Gemeinden .

23993

16

273

37290

86

43

273

37290

86

43

17

4185

47

04

6

285

41475

33

47

III

IV

Sonstige Einnahmen .

Zuschuß aus der Staatskasse

285

41475

33

47

81552

14

81552

14

5256j57

6

86802

71

Summa der Einnahme

86802

71

65

62

65

62

5250

57

15

92

49

70

I

Ausgabe.

Verwaltungskosteu

49

70

_

_

81480

52

81480

52

5272

49

86753

01

II

Pensionen .....

86753

01

.

--

6

6

6

III

Sonstige Ausgaben

81552

14

81552

14

5272|49

21

92

86802

71

Summa der Ausgabe

86802

71

5250^57

(Gleich der Einnahme).

Cassel, den 20. April 1898.

Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulsachen. I. V.: C a l l e n b e r g.

Nichtamtlicher Theil.

Hersseld, den 27. April 1898. Wird veröffentlicht.

2340. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Ier Misch - ammkmischc Krieg.

Das Gerücht von der Seeschlacht bei den Antillen, welche Sonntag zwischen Spaniern und Amerikanern stattgefunden haben soll, wird aufrecht er­halten, hat aber bisher keine offizielle Bestätigung ge­sunden. In Madrid und Washington wird direkt er­klärt, daß keinerlei Nachricht über das Treffen eingelaufen sei. Am Dienstag Nachmittag erschienen übrigens zwei amerikanische Kriegsschiffe vor Key-West, die anscheinend schwer beschädigt waren. In London ist die Annahme verbreitet, daß Mittwoch die Entscheidungsschlacht statt- sinden werde; Admiral Sampson hofft an diesem Tage die Spanier in San Juan beim Kohleneinnehmen zu überraschen.

Immer ernster und kritischer wird inzwischen die Lage in S p a n i e n. In Linares kam es am Dienstag zu einem ernsten Aufruhr. Die Volksmenge drang durch die Fenster in das Rathhaus und plünderte dasselbe. Die Gendarmerie drang den Ruhestörern nach und feuerte auf ste. Die Ruhestörer antworteten mit Revolver­schüssen, so daß die Gendarmerie sich bis in die benach­barten Straßen zurückziehen mußte. Die Aufrührer ver­sorgten sich mit Munition und unterhielten ein erbittertes

Les Keinen Hauses M nni Leid.

Erzählung von Karl Z a st r o w.

(Fortsetzung.)

Aber bist du nicht unbedingt meiner Ansicht?" fragte der Vater etwas befremdet.Hast du irgend einen Fehler in Möllers Wesen wahrgenommen?"

Etwas ist allerdings, was mir nicht gefällt," er­widerte sie nun,Herr Möller zeigt eine zu große Acht­ung vor dem Reichthums."

Das stimmt," nickte der Alte, welcher vollständig be­griff, wie es Lucie nicht gefallen konnte, daß der junge Zimmermann dem vermögenden Stahl den Vorrang hatte lassen wollen.Nun, ich meine, du wirst ihm die richtige Ansicht schon beibringen." .

Ich hoffe, daß er in dieser Hinsicht eines Sinnes mit uns ist. Wenn nicht, sv wäre an eine Verbindung nicht zu denken. Ich bin eine Arbeiterin."

Der Alte nickte und sah mit Wohlgefallen in das leuchtende Auge seiner Tochter. Sie war ganz sein Kind, erzogen in dem harten strengen Kampfe ums Dasein, be­harrlich, stolz und ehrenhaft wie er.

Nun," suchte er zu begütigen,er ist ja auch Ar­beiter, und so steht ihr ja auf gleicher Stufe und da werdet ihr euch schon verständigen."

Die eintretende Haussran machte der Unterredung ein Ende. Sie befand sich noch immer in prickelnder

Erregung betreffs des in der Luft schwebenden Ereignisses einerunüberlegten Heirath mit einem armen Schlucker."

Demgemäß waren denn auch die Redensarten, welche sie gelegentlich zu hören gab, nichts weniger als an­heimelnd. Indessen erreichte sie nichts damit, da sowohl Mann wie Tochter als auch der bald darauf eintretende Robert ihrem Redeflüsse vollständige Gleichgiltigkeit ent- gegensetzten.

Als am nächsten Sonntag Nachmittage Möller in die bescheidene Häuslichkeit trat, war es wohl etwas mehr als Zufall, daß er Lucie allein traf. In seinem Wesen lag jene Zaghaftigkeit, wie sie fast immer eine Begleiterin der ersten Liebe zu sein pflegt. Aber seine Befangenheit schwand, als die Geliebte ihm in herzlicher Weise die Hand bot und ihn einlud, sich neben sie an den Tisch zu setzen.

Und nun begann sie in ihrer herzigen Weise zu plaudern, wie sie seinen Brief mit wahrer innerer Ge­nugthuung gelesen und sich gefreut habe über seinen Antrag, als den eines rechtschaffenen jungen Mannes.

Außer sich vor Freude bedeckte er Lucies Hand mit Küssen. Er wolle sein Glück nur in dem ihren finden, versicherte er darauf. Er hätte seine Kenntnisse er­weitert, gründliche Studien im Zeichnen gemacht u. s. w. Jetzt verstehe er sich ebenso gut auf das Entwerfen von Baurissen, wie auf das Aufnehmen ganzer Gebäude. Er wäre imstande, ein kleines Schloß zu bauen. Bei

dieser Sachlage würde er bald Karriere machen und zu gutem Verdienste gelangen. Lucie hörte ihn mit Ver­gnügen an. Ihr zu Liebe nur wollte er ja ein tüchtiger Meister in seinem Berufe werden und nur für ihr Glück recht viel Geld erwerben. Warum hätte sie dies nicht anerkennen sollen?

Es lag schließlich kein Grund vor, die Verlobung hinauszuschieben. Auch die Mutter hatte sich, wenn auch widerstrebend, einverstanden erklärt. So wurde das Ver- löbniß an einem Sonntag Nachmittage in einem kleinen Kreise von Freunden und Verwandten gefeiert, und die sonstigen Bewerber um Lucies Hand hatten nun die Verpflichtung, sich zurückzuziehen. Möller war überaus glücklich. Was Robert betrifft, so stand er dieser Ent­wicklung mit einer gewissen Gleichgiltigkeit gegenüber. Das freundschaftliche Band, welches ihn anfangs mit dem jungen begabten Handwerker verknüpfte, hatte sich allmählich gelockert. Die beiden hatten sich, was Charakter, Neigungen und Fähigkeiten betraf, allmählich gar zu verschieden gefunden. Um so inniger gestaltete sich das Verhältniß zwischen den Verlobten, denen jetzt die Zeit im Fluge schwand.

III.

Ich möchte gern die Stätte kennen lernen, wo du arbeitest," wandle Lucie sich an einem sonnigen Herbst­tage an ihren Bräutigam.Du hast mir soviel von