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K. K1. Kilsbig Kli R Wiii M.
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Amtlicher Theil.
Hersfeld, den 13. Mai 1898.
Auf die in Nummer 18 des Regierungs - Amtsblattes für 1898, Seite 95, veröffentlichte Bekanntmachung der Königlichen Hauptverwaltung der Staatsschulden vom 19. v. Mts., das Preußische Schuldbuch betreffend, werden die Interessenten hiermit noch besonders aufmerksam erwacht.
J. I. 2764. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
■ Geheurrer Regiernngs-Rath.
Hersfeld, den 17. Mai 1898.
Der Landwirth Mathäus S t e i n b e r g e r in Reim- boldshaufen ist heute als Bürgermeister der dortigen Gemeinde eidlich verpflichtet worden.
J. A. 2306. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleiuitz, Geheimer Regierungs-Rath
Nichtamtlicher Theil.
Str sViimsih - Wierikliilischt Kritg.
Trotz ihrer jüngsten Mißerfolge setzen die Amerikaner ihre Bemühungen fort, in Kuba zu landen. So haben am Freitag wiederum zwei amerikanische Kriegsschiffe den Hafeneingang von Guantünamo zu erzwingen gesucht, indes mußten sie sich schließlich zurückziehen. Thatsächlich ist bisher nirgends eine Landung
Its klciiitn Mists ®lürf und 2tiH.
Erzählung von Ka r l Z a st t o w. (Fortsetzung.)
„Du weißt wohl noch nichts davon, daß ihr früherer Verehrer, der Möller, Unglück gehabt hat?"
„Nicht das Geringste. Was hat das übrigens mit meinem Verhältnisse zu deiner Schwester zu thun?"
„Na . . . ein gewisses Mitleid wird sie wohl mit ihm haben Er ist nämlich vom Gerüste gestürzt und soll sich schwer verletzt haben. Ich glaube, es steckt irgend ein Gewaltakt dahinter. Es gab unter seinen Kameraden viele, die ihn, feindlich gesinnt waren, weil er sich nicht an dem Streik der Bauhandwerker be- theiligen wollte. Nun weißt du wohl, daß es mit dem Mitleid der Weiber seine eigene Sache ist."
Stahl rückte unruhig auf seinem Sitze hin und her. „Ich habe es mir wohl gedacht, daß sie den Möller nicht vergessen kann," sagte er finster vor sich hin.
„Nun, du brauchst nicht gleich das Schlimmste zu argwöhnen," tröstete der andere, „so lange du mich zum Freunde hast, brauchst du nickt zu fürchten, daß sich etwas Fremdes zwischen dein und ihr Herz stellt. Du weißt, daß ich in dieser Hinsicht etwas vermag."
„Nun ... ich erwarte eü auch von dir I"
„Lucie hat volles Vertrauen zu mir und glaubt mir alles aufs Wort. Ach, hättest du gestern die Freude sehen können, die au« ihren Augen leuchtete, als ich ihr sagte, du habest mir das Geld zu einem neuen Anzüge
geglückt. Ueber die Bewegungen der amerikanischen Flotte in den westindischen Gewäsiern dringen seit einiger Zeit so gut wie keine Nachrichten an die Oeffentlichkeit. Eine Drahtnachricht aus Key-West meldet übrigens vom Sonnabend, daß in den nächsten 24 Stunden wichtige Vorgänge erwartet werden. Die Zensur verbietet die Bekanntgabe von Einzelheiten über die beabsichtigten Bewegungen. Admiral Cerveras Geschwader hat inzwischen den Hafen Santiago de Kuba verlassen. Dieser Platz soll aber, wie gemeldet wird, auch bei allen späteren Operationen seine Hauptstati >n bleiben. In New- N o r k ist die Erbitterung im Steigen begriffen. Mac Kinley werden darüber Vorwürfe gemacht, daß er mehrere Söhne hoher Beamten und Millionäre, so die jungen Leute Harrison, Blaine, Alger, Logan und andere, als erste Offiziere in den Generalstab berufen hat. Keiner von ihnen hat je Dienst gethan. Auch sonst beginnt sich immer mehr die Besorgnis kundzuthun, daß man mit der aus dem Boden gestampften Armee ungeschulter Leute sehr viel wage, und die Meldung von Massendesertionen aus der Staatsarmee von Südvirginia wirkt dazu keineswegs beruhigend. Auch äußert sich Zorn darüber, daß es Admiral Sampson nicht gelungen ist, die spanische Flotte abzufangen. Der Senat hat, wohl in der Erkenntnis, daß die bisherigen Streitkräfte ungenügend sind, einen Beschluß gefaßt, nach welchem Hilfsstreitkräfte zur See organisiert werden sollen, welche die Zahl von 1 3000 Mann nicht überschreiten und eine innere Ver- l theidigungslinie bilden sollen.
Politische Nachrichten.
Inland.
Berlin, 22. Mai.
Se. Majestät der Kaiser arbeitete vorgestern Nachmittag allein und unternahm von 5V-2 Uhr ab einen Spazierritt im Grunewald. — Gestern Morgen von 8 Uhr ab hörte Se. Majestät die Vorträge des Chefs des Generalstabes, Generaladjutanten, Generals der Kavallerie Grafen v. Schliessen, und des Chefs des Militairkabinets, Generaladjutanten, Generals der Infanterie v. Hahnke. — Um 10 Uhr fand vor Ihren M-a j e st ä t e n dem Kaiser und der Kaiserin die Prüfung Sr. kaiserl. und königl. Hoheit des Kronprinzen und Sr. königl. Hoheit des Prinzen Eitel Friedrich statt.
versprochen, damit ich auf eurer Hochzeit standesgemäß erscheinen könnte."
Der Kassirer machte ein sehr bedenkliches Gesicht und stierte schweigend in sein Glas.
„Du bist wohl nicht recht bei Kasse? Du siehst ja aus wie ein Bäckerlehrling, dem die Semmeln aus dem Korbe gerutscht sind."
„Allerdings herrscht gegenwärtig etwas Ebbe in meiner Börse."
„Schäker! Als ob ich nicht wüßte, daß du nur einen kleinen Griff zu machen brauchst, um mit vollen Segeln durch glänzende Hochssuth zu steuern."
Stahl warf einen scheuen Blick durch den Salon. „Ich weiß nicht, was du bamit sage» willst," sagte er, sich zur Ruhe zwingend. Doch konnte er ein leichtes Vibriren seiner Stimme nicht unterdrücken.
„Nun, es kommt auch nicht darauf an. Wann kann ich auf das Geld rechnen?"
„Es thut mir leid, ich habe nichts."
„Gut, ich werde mich an Möller wenden. Aber ehe ich zu ihm gehe, werde ich Lucie fragen, ob ich ihm einen Gruß von ihr mitbringen soll.
Der andere zuckte zusammen. Die Blässe der Eifersucht überflog sein Gesicht. „Etwas könnte ich wohl zur Noth abstoßen," lenkte er ein. „Bist du mit dreißig Mark zufrieden, so komme morgen nach Schluß der Bureaustunden zu mir."
„Nun das ist wenigstens ein Wort. Also ich komme bestimmt. Auf Wiedersehen 1" Er erhob sich, reichte Stahl die Hand und schritt hinaus. Er bestieg die
Der „Reichs- und Staats-Anz." veröffentlicht folgenden kaiserlichen Erlaß vom 20 d. Mts.:
Nachdem die Ergänzungsgesetze zu dem Bürgerlichen Gesetzbuch nunmehr sämmtlich verabschiedet worden sind und damit das Werk der einheitlichen Gestaltung des bürgerlichen Rechts seinen Abschluß gefunden hat, ist es Mir Bedürfniß, dem Staatssekretair des Reichs - Justizamts und allen Beamten dieser Behörde, welche in hingebender, angestrengter Thätigkeit an dieser großen gesetzgeberischen Arbeit mitgewirkt haben, Meinen Kaiserlichen Dank und Meine Anerkennung auszusprechen. Dem Staatssekretair Nieberding habe Ich Meinen Rothen Adlerorden erster Klasse mit Eichenlaub verliehen. Ich beauftrage Sie, die Betheiligten hiervon in Kenntniß zu setzen.
Berlin, Schloß.
Wilhelm, I. R.
Fürst zu Hohenlohe. An den Reichskanzler.
Die den Abschluß der einheitlichen Gestaltung des bürgerlichen Rechts bildenden Gesetze über die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit, die Aenderungen des Gerichtsverfassungs- gesetzes und der Ziv^or^ ßordnung, die Aenderungen der Konkursordnung find mit den zugehörigen Ern- führungsgesetzen und mit dem Gesetze, betreffend die Ermächtigung des Reichskanzlers zur Bekanntmachung der Texte verschiedener Reichsgesetze, von Sr. Majestät dem Kaiser am 17. d. M. in Straßburg vollzogen worden. Ihre Verkündigung im „Reichs-Gesetzblatt" ist für die nächsten Tage zu erwarten. Die durch das zuletzt genannte Gesetz und durch Artikel 13 des EinführungSge- setzes zum Handelsgesetzbuche vorgesehene Bekanntmachung des Reichskanzlers wird in kürzester Frist nachfolgen. Sie wird folgende Gesetze umfassen: das Gerichtsver- fassungsgesetz, die Zivilprozeßordnung, die Konkursordnung, das Gerichtskostengesetz, die Gebührenordnungen für Gerichtsvollzieher, für Zeugen und Sachverständige, für Rechtsanmalte, das Gesetz, betreffend die Anfechtung von Rechtshandlungen eines Schuldners außerhalb des Konkursverfahrens, das Gesetz über die Zwangsversteigerung und die Zwangsverwaltung nebst dem zugehörigen Einführungsgesetze, die Grundbuchordnnng und das Gesetz über die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit, ferner das Gesetz, betreffend die Erwerbs- und Wirth-
Pferdebahn und fuhr eine Strecke weit, durcheilte bar-- nach zu Fuß einige Straßen und gelangte endlich in eine Straße, die nur mit wenigen Häusern besetzt und i sehr spärlich erleuchtet erschien.
Er stieg in ein Keller-Restaurant hinab. Hier saßen im Schankzimmer mehrere Männer in noch jugendlichem Alter von wüstem Aeußern und mit Gesichtern, in denen Offenheit und Ehrlichkeit nicht gerade zu den hervorstechenden Zügen gehörten. Sie begrüßten ihn freundschaftlich und machten ihm einen Sitz frei. Er ließ sich nieder. Der Zwang, welcher ihn in dem eleganten Lokale beherrscht hatte, war vollständig abgestreift, und sein ganzes Wesen verrieth, daß er sich hier in seinem ! Elemente befand.
Bald war er denn auch mit den Genossen in einer lebhaften Unterhaltung begriffen, wobei er dem Bier weidlich zusprach, die Bezahlung der Zeche den Kumpanen überlassend. Dafür amüsirte er sie mit „Enthüllung seiner Projekte". Er hatte unter andern das Rezept zu einem neuen Bonbon erfunden. Aus Kar, toffeln wollte er ihn herstellen, den sogenannten „Erd- äpfel-Bonbon".
Von Zeit zu Zeit öffnete sich eine Thür, welche in ein Nebenkabinett führte, und echt Bassermannsche Gestalten traten heraus oder gingen als neue Ankömmlinge hinein. Zehn bis zwölf solcher unheimlichen Gesellen saßen um einen in der Mitte des Gemache« stehenden Tisch und flüsterten verstohlen, wobei sie kleine auü Wachs geformte Gegenstände und allerlei seltsames Eisen- gerälh von Hand zu Hand gehen ließen, welche Dinge