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Das „Kreisblatt" bringt außer den amtlichen Bekanntmachungen zuverlässige Mittheilungen über Ereignisse in der Öolitik, Berichte aus dem Kreise und der Provinz. Reichhaltige Nachrichten vermischten Inhalts bringen alle sonstigen mittheilenswerthen Ereignisse des täglichen Sehens zur Kenntniß der Leser. Daneben werden sorgfältig ausgewählte Erzählungen einen weiteren Theil des Lesestoffes bilden.
WtW^ Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch Telegramme zu und werden wir dieselben nöthigen- falls durch Extrablätter verbreiten.
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die Expedition.
Amtlicher Theil.
Mainz, den 21. September 1898.
Es wird sehr ergebenst ersucht, den eingesessenen Landwirthen in geeignet erscheinender Weise bekannt zu geben, daß die Verwaltung Angebote in Hülsenfrüchten und zwar
gelben Erbsen, weißen Rund- und Langbohnen und Mittellinsen
aus der letzten Ernte bis auf Weiteres entgegennimmt. Etwaige Angebote der Produzenten sind entweder der Fabrik direkt oder an das den, Verkäufer zunächst gelegene Königliche Proviantamt zu richten, dessen Mitwirkung auf Wunsch des Verkäufers auch bei Abfertigung der Sendungen in Anspruch genommen werden kann. Die Angebote müssen Angaben über die Menge der verkäuflichen Hülsenfrüchte, die Preissorderung frei Fabrik Mainz und die Lieferzeit enthalten, auch von Kochmustern begleitet sein. Behufs der Preisbemessung wird angeführt, daß die Abrollgebühren Dom Bahnhof Mainz bis zur Fabrik 14 Pfg für 100 kg betragen und daß diese vom Verkäufer zu tragen sind. Bei der Einlieferung frei nächstgelegenen Proviantamtes sind die entstehende» Abrollgebühren von diesem zn erfragen. Bei direkter Einlieferung an die Fabrik sind wir zur Vermittelung der Spedition in Mainz bereit, bedingen in diesem Falle aber, daß sich der Verkällfer mit Kürzung seines Guthabens um die Fracht und Rollgelder Auslage einver- standen erklärt. Magazinsäcke werden dem Verkäufer, wenn verlangt, auf seine Kosten zur Verfügung gestellt.
Die abzugebenden Mengen müssen bis spätestens den 31. December d. Js. hier eingeliefert sein, da mit diesem Tage der Ankauf aus 1. Hand eingestellt werden muß.
Königliche Verwaltung der Armee-Ko»seivensabrik
K i e s e l b a ch. N u b a ch.
An das Königliche Landrathsamt zu Hersfeld. * * *
Hersfeld, den 24. September 1898.
Die Herren Ortsvorstände des Kreises haben Vor
stehendes den Landwirthen nach Möglichkeit zur Kenntniß zu bringen.
I 5299. Der Königliche Landrath
Freiherr von S ch l e i n i tz , Geheimer Regierungs Rath.
UichInmMcher Theil.
Pie Kaiserlichrt nach dem heiligen Fände.
9. Jaffa.
Am 27. Oktober wird unser Kaiser von Cäsarea nach Jaffa ausbrechen. Auf derselben Straße zwischen Strand und Gebirge, auf welche der Reisende heute angewiesen ist, hat einmal ein Kreuzfahrerheer angesichts der doppelten Ueberlegenheit muhammedanischer Streiter seinen Marsch eingeschlagen. Der Führer war Richard Löwen- Herz. Nach der Einnahme von Ptolomais im Jahre 1191 hatte sich Satadin nach Süden gewendet und neue Streitkräfte an sich gezogen, Richard folgte ihm langsam mit etwa 100 000 christlichen Streitern auf der Fahrstraße nach Jaffa. Jeden Abend bezog das Christenheer ein Zeltlager, und vor Einbruch der Dunkelheit pflegte ein Herold dreimal in französisch. - Sp.ache zu rufen: „Herr, schütze das heilige Grab!' und das ganze Heer wiederholte die Worte mit gefalteten Händen. Den Weilermarsch eröffnete jeweilen der Wagen, der das Banner des heiligen Krieges an hoher Stange trug. Bald trafen sich die beiden Heere. In der Ebene erwarteten 200 000 Muselmänner das Christenheer. Hier gelang Richard seine größte Waffenthat. König Richard war überall auf seinem falben spanischen Hengste, und wo er erschien, ergriffen die Feinde die Flucht. Er schlug den Feind und brächte das siegreiche Heer nach Arsun.
Von den Befestigungen dieser Burg sind nur noch einzelne, ährenumwogle Mauern vorhanden. Die Kirche der Jungfrau, die dort gestanden, ist ganz verschwunden Nach den Siegen von Arsun war das Chrisienheer weiter südlich gezogen und lagerte sich in Jaffa, dessen Gärten, Haine und Ueberfluß an Lebensrnittel ihm den Ort wie ein Paradies erscheinen ließen. Das Elend der Ebene von Ptolomais war vergessen. Ein üppiges Hofleben entfaltete sich. Die Königin Berengaria, die Tochter des vertriebenen Königs Jsaak von Cypern, wie auch die Wittwe Wilhelms von Sicilien stießen zu König Richard. Mit ihnen zog anch Frau Minne ein. Die Abende versüßte Gesang, die Tage verkürzte edles Waid- werk in den Wäldern von Sarona.
Doch kehren mir zur heutigen Zeit zurück Wir sind hier an der phöuizischen Küste immer näher dem heiligen Lande gekommen, in welchem das Lebens des Heilandes sich vollendete. In den letzten 30 Jahren hat sich im heiligen Lande in der Kultur von Land und Leuten trotz der Macht der Trägheit, die auf dem ganzen Lande wie ein Mehlthau liegt, manche« geändert.
Ruffel Conwell ein bekannter Prediger in Philadelphia, der kürzlich eine Reise durch Palästina gemacht hat, sagt hierüber: Vor 30 Jahren war der Eindruck überall ein trüber, so zu sagen heidnischer. Jesus Christus schien keine Stätte in dem Lande seiner irdischen Geburt und Wirksamkeit zu haben. Seitdem aber haben sich Land und Leute gewaltig geändert. Allenthalben sieht man fröhliche Kinder und frei und freundlich mit einander verkehrende Chiisten und Muhammedaner. Der alte Fanatismus scheint verschwunden, und christliche Hospitäler, Schulen und Kirchen machen ihren segespendenden Einfluß bemerklich. Die Muhammedaner haben fegen und ausbessern gelernt, so daß Reinlichkeit und Ordnung statt des frühern Schmutzes und Gestankes in ihren Quartieren eingezogen ist Auf dem galiläischen Meer sind viele Fischer, und man hört auf den Bergen das Musizieren der Hirten und das Blöken der Rinder. In Kapernaum bewillkommnete ihn ein freundlicher Wirth, und 31 Paar Ochsen pflügten in der Nähe; Bethsaida hatte blühende Gärten und Fruchtbäume, und neu er-, stehende Dö. ser schienen die Stätten, wo unser Heiland
einst gewandelt und seine Jünger berufen hatte, mit neuem Leben zu erfüllen.
In Rain ist ein reinliches Gasthaus, und in Cana, wo Jesus das Wasser in Wein verwandelte, kamen die Schulkinder in Scharen auf die Straße und sangen im Chorus das englische Lied „Jesus loves me,“ als Conwell und seine Reisegefährten vorbeiritten. In Bethlehem bemerkte er einen großen Wechsel in dem Aussehen der Leute, in der Ehrlichkeit im Handel und Wandel und dem Wiedererscheinen einer Ruth, einer Aehrenleserin, wie sie aus alter Zeit uns geschildert wird. In Jericho sind zwei Hotels gebaut worden, und Elisa's Quelle treibt eine Mahlmühle. Die Straße von Jerusalem nach Jericho ist in gutem Zustand, und man kann unbesorgt vor Räubern dahinfahren. Es sind weniger Soldaten zur Wache da, aber ein neuer Geist ist im Lande. Solche und ähnliche Kunde ist uns, die wir Palästina als das Land der alten Gottesoffenbarung hochschätzen und an seiner Entwicklung ein großes Interesse nehmen, wichtig und lieb zu vernehmen. Möchte es bald in Erfüllung gehen, was Dr. Conwell nach diesem Besuch sagt: „Christus kommt wieder nach Palästina. Viele haben gemeint, da sie ihn dort mit Dornen krönten und auf Golgatha erhöhten, er sei auf immer fort. Aber er kommt noch ein»... n; s m Land zurück." —- ,-e g
Politische Nachrichten.
Inland.
Berlin, den 22. September.
Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin sind am Sonnabend Vormittag um 10 Uhr 20 Min. bei schönem Wetter im Jagdhaus Rominten eingetroffen.
Wie aus K 0 n st a n t i n 0 p e l gemeldet wird, sind das Kasemattschiff „Aflar i-Tewfik", die Korvette „Jd- schalje" und eine kaiserliche Jacht dazu bestimmt, Kaiser Wilhelm zur Begrüßung in die Dardanellen entgegen- zufahren und ihn bis Konstantinopel zu begleiten. Die Schiffe werden zur Zeit für diesen Zweck ausgerüstet.
In Breslau ist am Sonnabend die Vermählung der Prinzessin Feodora von Sachsen- M e i n i n g e n und des Prinzen Heinrichs XXX Reuß jüngerer Linie gefeiert worden. Die Theilnahme der Bevölkerung an dieser Hochzeit reicht weit über die Grenzen Schlesiens hinaus, ist doch die Braut eine Nichte unsers Kaisers. Die älteste Schwester Kaiser Wilhelms, Prinzessin Charlotte von Preußen, vermählte sich am 18 Februar 1878 mit dem Erbprinzen Bernhard von Sachseu-Meiningen. Als erstes Kind dieser Ehe wurde Prinzessin Feodora am 12 Mai 1879 geboren. Ihr Gemahl, Prinz Heinrich XXX. Reuß, ist da« jüngste Kind des Prinzen Heinrichs IX. Reuß und seiner Gemahlin, Freiin Anna von Zedlitz Er ist am 25. November 1864 in Nauhoff in Schlesien geboren und gegenwärtig Hauptmann und Compagniechef im Braun- schweigischen Infanterie-Regiment Nr. 92.
Es darf als zweifellos angesehen werden, daß dem preußischen Landtage in seiner nächsten Tagung gesetzgeberische Vorschläge weiden unterbreitet werden, welche sich auf die landesgesetzliche Ausführung des Bürgerlichen Gesetzbuchs und die Umgestaltung bestehender Vorschriften gemäß den Bestimmungen des letzteren beziehen. Ueber eine vom LandwirthschaftSministerium ausgehende Aenderung sind, wie bekannt, bereits von den Jnteresscntenvereiniguiigen Gutachten eingefordert. Was diese, die Anlegung von Mündelgeldern betreffende Neuerung angeht, so ist eine der hauptsächlichsten, darin beabsichtigten Aenderungen die, daß bisher Hypotheken u. s. w. nach der Vormundschaftsordnung als sicher gelten, wenn sie innerhalb des Fünfzehnfachen des GrundsteuerreinertragS zu stehen kommen, während späterhin das Zwanzigfache maßgebend sein soll. Es würde damit eine Erleichterung des landwirthschaftlichen Credits geschaffen werden, die übrigens nicht bloß auf den privaten Credit von Einfluß sein würde. Bekanntlich legen auch die JuvaliditätS- und Alters Versicherungsanstalten,