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Amtlicher Theil

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Die im Jahre 1877 in Marburg gegründete l a u d w i r t h s ch a f t l ich e W i n t e r s ch u l e hat die Aufgabe, in zwei Wintercursen Bauernsöhne und andere junge Leute, welche sich der Landwirthschast widme» & wollen, für den landwirthschaftlichen Beruf zu bilden und zu erziehen, damit dieselben befähigt sind, in spä- ; leren Jahren durch Ausübung einer richtigen Bemirth- schaflungsweise aus kleineren Gütern eine Rente zu > ziehen, welche die individuelle Existenz und die der f Familie sichert. Diejenigen ihrer Schüler, welche ältere Brüder und darum oft keine Aussicht auf eine dereinstige Uebernahme des väterlichen Gutes haben, will sie zu i tauglichen Wirthschaftsbeamten und zwar zunächst zu brauchbaren Verwaltern heranbilden.

Dieser Aufgabe hat die Schule bisher durchaus ent-

j sprochen. Ein großer Theil der Schüler hat nach Ec- - ledigung des zweijährigen Wintercursus bei Wiedereintritt in die väterliche Wirthschaft zu deren Hebung wesentlich : mitgewirkt und bewirthschaftet schon vielfach selbstständig das vom Vater überkommene oder käuflich erworbene | Gut, ein ebenso großer Theil hat durch Vermittelung - des Direktors der Winterschule als Verwalter auf grö-

| ßeren Gutswirthschaften Stellung gefunden und bekleidet z Z. vielfach das Amt eines Inspektors, Administrators rc.

Bei den sich täglich steigernden Ansprüchen an den landwirthschaftlichen Betrieb müssen wir die Landwirthe | dringend auffordern, für die Ausbildung ihrer Söhne in den landwirthschaftlichen Lehrgegenständen Sorge zu , tragen, und zu diesem Zweck ihnen den Besuch der land- 7 wirthschaftlichen Winterschule in Marburg für ihre Söhne empfehlen.

Dank der Fürsorge des hohen Communal-Landtags hat die gedachte Schule ihre Lehr- und Hülfsmittel durch Einrichtung eines Laboratoriums für chemische, phpsika- * lische und mikroskopische Arbeiten wesentlich vervollstän- | digen können, und wird weiter durch den Besuch von renomirten Wirthschaften größerer Landwirthe, von Zuckerfabriken, Brennereien, Molkerei-Anstalten den jungen | Leuten Gelegenheit geboten, das von ihnen theoretisch £ Erlernte in praktischer Ausführung kennen zu lernen.

Der Unterricht des nächsten Wintercursus beginnt

Die Kaistchhrt nadi htm Heiligen Lande. 17. Jerusalem. VII.

Das Jakobs-Kloster.

Vom Oelberge stiegen wir auf einem andern Wege in das Thal Josaphat hinab über den Begräbnißplatz der Juden, welche ihre Gräber, die in den Kalkfelsen des Bergabhanges gehauen sind, nur mit einer einfachen, oft nicht einmal behauenen Steinplatte bedeckt haben, auf der in hebräischer Sprache der Name oder ein Spruch eingemeißelt ist; besuchten die Gräber der Propheten, einfache, unterirdische Grotten, und trafen, in der Sohle des Thales Josaphat wieder angekommen, auch die Grabmonumente Absaloms, Jakobs und des Zacharias. Diese sind zum Theil aus den anstehenden Kalkfelsen herausgehauen, zum Theil durch Weiterbau vervollständigte Grabdenkmäler wie es scheint, aus der ZUt der römischen I Dienstag d e n 18. Oktober d. I., Vormittags 8 Herrschaft, sie haben dorische und jonische Säulen mit | Uhr. Anmeldungen zur Ausnahme sind zeitig vorher an Triglyphengebälk, aber stilwidrig und mit wenig Ge­

Das Haidehaus.

Von T. R o t h s ch ü tz.

(Fortsetzung )

Als ich hier im Haidehaus wieder vorfuhr, das Herz noch schwer von der Trennung von Addy, sah ich im Garten, dort auf dem Rasenplatz, ein Kind spielen / das warst Du, mein Liebling! Bruder Adolph trat vor die Thür, noch finsterer im Aussehen als früher, und zog mich in sein Zimmer. Durch das Fenster zeigte . I er auf Dich unb sagte die einzigen Worte:Dies Kind ist mein Adoptivkind morgen fahre ich zur Stadt und lasse gerichtlich feststellen, daß es meinen Namen zu führen berechtigt ist und kein anderer Mensch ein größeres " Recht auf es hat als ich. Du hast mir die besten Jahre S Deines Lebens gewidmet, Leonore, aber es giebt jetzt 1 nur eine Möglichkeit für uns: Willst Du hier bleiben * und dem Kinde Mutter sein, ohne eine einzige Frage , weiter? Ueberlege es wohl!" fügte er hinzu (ich hatte § ihn noch nie so weich sprechen hören), wenn Du fühlst, daß Du es nicht kannst, so werde ich mit meinem letzten ' Groschen dafür sorgen, Dir eine andere Heimath zu K gründen das Kind aber bleibt hier!"

Sprich nicht weiter, liebe, gute Tante!" rief Ilse A unb küßte stürmisch die Hände des alten Fräuleins, aIch weiß, was Du antwortetest! Ich weiß, daß Du geblieben und Deiner Ilse die beste Mutter geworden bist!" Liebkosend strich die Tante die dunkeln Locken aus i der Stirn des jungen Mädchens.Hättest Du nicht so dnukle Augen und Haare, Ilse, und wäre Adline nicht

den Direktor der landwirthschaftlichen Winterschule, Herrn Or. R. H e s s e in Marburg, zu richten, welcher etwaigen weiteren Aufschluß über die Schule geben wird. Der­selbe ist gern bereit, für ein p äffendes Unterkommen der Schüler in ehrbaren Familien zu sorgen und wird sämmtliche Schüler auch außerhalb der Schulzeit streng überwachen. Für Wohnung, Verköstigung, Feuerung, Licht, Bett und Bettwäsche hat der Schüler monatlich 36 bis 42 Mark zu zahlen. Das Schulgeld beträgt 45 Mark für den Winter, wovon die Hälfte beim Beginn des Schulhalbjahres, die andere Hälfte beim Wiederbe­ginn des Unterrichts im Anfang nächsten Jahres zu ent­richten ist.

Die aufzunehmenden Schüler müssen das 14. Lebens­jahr erreicht haben und sich durch ein Zeugniß über den bisherigen Schulbesuch ausweisen, außerdem, wenn sie bereits über ein Jahr die Schule verlassen haben, ein Attest der Ortsbehörde über ihre Uiibescholtenheit bei­bringen. (I. Nr. 1487/98.)

Cassel im September 1898.

Der Vorstand

der Landwirthschastskammer für den Regieruugsbez. Cassel.

sgez.j H. E. von S t o ck h a u s e n.

Nichtamtlicher Theil

so blond und weiß gewesen, wie ein Engelsbild, könnte ich mir manchmal einbilden, Du sähest meiner lieben Schwester ähnlich. Es wäre auch kein Wunder, denn vom ersten Augenblick an glaubte ich, Du seiest das Töchterchen unsers Bruders, der leider schon seit langen Jahren verschollen ist und uns verlassen mußte, weil er in jugendlichem Leichtsinn gefehlt hatte. Du hattest so­mit ein Recht auf unsere Liebe!

Natürlich fragte ich damals im Hause nach, wie Du hierher gekommen, und erfuhr von den Leuten, daß am Tage vor meiner Rückkehr aus Heiligensee ein Wagen mit einer fremden Person, augenscheinlich einer Dienerin, vorgefahren sei. Sie habe einen Brief und das Kind in das Zimmer des Herrn getragen. Nach einiger Zeit sei sie wieder fortgefahren, das Kind aber geblieben!"

Du sprachst damals fertig englisch und auch noch eine andere Sprache, die ich nicht verstand das be­stärkte mich in meinem Glauben, daß man Dich von weit hergebracht. Mehr als Deinen NamenIlse" konnte ich nicht von Dir erfahren, denn Du warst höchstens drei Jahre alt!"

Wieder schwieg Fräulein Leonore; sie vermied es, die eigentliche Frage ihrer Nichte zu beantworten, als diese mit der Beharrlichkeit eines verwöhnten Kindes weiter forschte:Und Tante Adline! Hat sie mich ge­sehen vor ihrem Tode?"

Du bist ihre letzte Freude gewesen auf dieser Welt!" fuhr sie fort.Wie ein geängstigtes Kind, das in die Irre gegangen, kam sie eines Abends todtmüde hier bei

schmack durchgeführt, mit egyptischen, stark ausgekehlten Hauptgesims versehen, und haben keinen Bezug zu den Namen, die man ihnen in späterer Zeit gegeben hat. Auch sie stehen mit unterirdischen Grab-Grotten in Ver­bindung, von denen der ganze südwestliche Abhang des Oelberges eingenommen ist. Wir verfolgten den Weg weiter, kamen nach dem Dorfe Siloah und besuchten hier die Quelle der Jungfrau, eine schöne, klare, von einem Gewölbe überbaute Quelle, zu der man 32 Stufen hinab- steigt und in der Maria die Windeln des Christuskindes gewaschen haben soll.

Am Nachmittage ließen wir uns nach der Burg Davids, der jetzigen Citadelle führen, an der wohl kein Stein mehr aus Davids Zeiten herrühren mag, besahen die hübsche gothische Kirche der Engländer auf Zion, be­suchten die Stätte, wo Christus vor dem Hohenpriester Hannas stand bei dem armenischen Nonnenkloster Dejr- es-Letuueh und gingen dann in das größte Kloster Jeru­salems, das armenische, zur Aufnahme von 2000 Pilgern eingerichtete Jakobs-Kloster. Der heilige Jakob ist den Armeniern, was den Katholiken Petrus ist, daher steht fein Grab, welches in der Kirche des Klosters bewahrt wird, in höchster Verehrung. Die Kirche in Form eines griechischen Kreuzes mit hoher Kuppel, ist sehr reich, aber nach unsern Begriffen viel zu bunt dekorirt. Die Wände sind bis auf Männeshöhe mit blauen, gemusterten und glasierten Ziegeln belegt; darüber laufen Reihen von Oelbildern hin, meist Scenen aus den Zeiten der Christenverfolgung darstellend. Das Gitter, welches das Chor vom Schiff trennt, ist eine zierliche Arbeit armeni­scher Gitterschmiede. Auch sind dir innern Thüren der Kirche, welche in die Schatzkammer und das Grab des heiligen Jakob führen, mit hübschen, herrlichen Mustern von Perlmutter- und Schildkrott-Mosaik eingelegt. Von der Decke hängen zahlreiche Lampen und Straußeneier, welche hier wunderbarerweise viel zum Schmuck der Kirchen verwendet werden. Am Anfangs des Chors steht ein vergoldeter Thronseffel mit Baldachin, vor dem eine ewige Lampe brennt, auf ihm sitzt nur dem ver­zückten Glaubensauge sichtbar der heilige Jakobus. Daneben steht ein weniger prächtiger Stuhl für seinen Stellvertreter, den Patriarchen, beide sind dem Chöre zugewendet, in welchem ein kostbarer seidener, reich mit Gold gestickter Vorhang das Allerheiligste verbirgt. In einer Seiten-Kapelle befindet sich das hochverehrte Grab des Heiligen Jakobus; zu ihm rutschten die Armenier, einer

uns an, noch bevor das Jahr um war, das sie eigentlich im Heiligeusee zubringen sollte. Ich erkannte mit Kummer, wie krank sie war, und bettete sie in das ein­fache Zimmerchen, das sie früher bei uns bewohnte. Sie wollte durchaus keine ärztliche Hilfe annehmen, und als sie es endlich auf unsere Bitten that, war es zu spät!"

Ein Herzleiden hatte sich überraschend schnell bei ihr ausgebildet, es bedurfte nur eines leisen Hauches, um das schwache Lebensfünkchen, das noch in ihr glühte, ganz zu verlöschen. Vom ersten Augenblick an verlangte sie nach Dir, herzte und küßte Dich, als wäret Ihr alte Bekannte, und zum Glück warst Du auch gar nicht scheu gegen sie, sondern bliebst ruhig neben ihr sitzen; es hätte sie sonst wohl geschmerzt. Ich glaube, auch sie sah in Dir das Kind unseres ältesten Bruders und liebte Dich deshalb beim ersten Anblick!"

Nach drei Tagen schlummerte sie gegen Abend ruhig ein, um nicht mehr zu erwachen. Sie hatte mit Bruder Adolph eine kurze Unterredung gehabt, die sie sehr er­regte, trotzdem er ihr alles versprach, was sie wünschte, und sanft zu ihr war wie eine Mntter zu ihrem sterben­den Kinde. Sie hatte ihn gebeten, alle ihre kleinen Habseligkeiten und Schmucksachen zu verkaufen und den Erlös dem Stifte einzuhändigen zu einem milden Zweck. Ich denke", sagte sie,es wird wohl ungefähr so viel sein, wie die Revenüen betragen für die dort ver­lebten Monate und die mir ausgezahlt wurden. Ich möchte alles eis.tzen!" Das ist denn auch geschehen, wie eigenthümlich und unverständlich auch mir die An­gelegenheit bis zuletzt blieb!"