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Gratisbeilagen rIllnstrirtes Sonnragsblatt" n.Illustrirte landwirthschaftliche Beilage".

Sr. 121

Dienstag hn 18. Alober

1888.

Amtlicher Theil.

Hersseld, den 17. Oktober 1898.

Bezugnehmend auf die Bekanntmachung des Herrn Ministers des Innern vom 15. v. Mts. und auf meine Verfügung vom 3. d. Mts. I 5341 (im Kreisblatt Nr. 118) wird gemäß § 10 des Reglements vom 18. Sep­tember 1893 über die Ausführung der Wahlen zum Hause der Abgeordneten hierdurch bezüglich der Landge­meinden des Kreises bestimmt, daß die Wahl der W a h l m ä n n e r am 2 7. d. M t s., Vormittags 9 Uhr in den durch meine gedachte Verfügung bezeich­neten Wahllokalen stattzufinden hat.

Gleichzeitig erhalten die Herren Bürgermeister und Ortsverwalter des Kreises hierdurch die Weisung, fol­gende entsprechend zu ergänzende Bekanntmachung in Ihren Verwaltungsbezirken sofort in ortsüblicher Weise veröffentlichen zu lassen:

Die Wahl der Wahlmänner des Urwahlbezirks Nr. . . findet am 27. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, in dem Geschäftszimmer des Bürgermeisters zu ... . statt, und werden zu derselben sämmtliche Urwähler der hiesigen Gemeinde (des Gutsbezirks) hierdurch mit dem Bemerken zusammenberufen, daß der.....zu . . . . zum Wahlvorsteher, und der..... zu ... . zu dessen Stellvertreter ernannt ist."

. . . . den . . ten Oktober 1898.

Der Ortsvorstand

Demnächst ist diese Bekanntmachung mit der Be­scheinigung, daß dieselbe in ortsüblicher Weise veröffent­licht worden ist, zu versehen, und ungesäumt, jedenfalls aber noch vor Beginn der Wahl, dem Herrn Wahlvor­steher zu übersenden.

Gegen diejenigen Herren Ortsvorstände, welche dieser Vorschrift nicht pünktlich nachkommen sollten, würde ich unnachsichtlich mit Strafen vorgehen müssen.

I. 5653 Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n i tz , Geheimer Regierungs Rath.

Hersfeld, den 14. Oktober 1898.

Kriegervereine, Orts- nnd Schulbibliotheken sowie patriotisch gesinnte Familien werden auf die im Verlage von Carl Siegismund zu Berlin, Dessauerstraße 13, er­scheinende »stritte Zeitschrift für das deutsche Volk

Das Haidehaus.

Von T. Roth schütz. (Fortsetzung.)

Wir haben uns gewiß noch vieles zu erzählen", sagte er.Denken Sie doch, wie reizend, daß wir uns gleich als Verwandte gefunden! Ich bin immer nur vorübergehend hier gewesen, so daß ich kaum erfuhr, .daß Ihre Angehörigen nahebei wohnen. Und doch" fügte er sinnend hinzu,will's mir immer scheinen, als wären wir uns nicht fremd, als hätte ich Sie schon früher gesehen; und die Elinnerung an eine Zeit, von der ich nur Momente im Gedächtniß habe, kommt mir dabei zurück. Können Sie sich nicht entsinnen, als ein kleines Kind in einem weißen Hause, an einem großen See gelegen, gewohnt zu haben? Erinnern tote sich nicht eines Italieners, der Gättner war und Giacomo hieß, einer Wärterin, die mit Ihnen und einem Knaben, der Curt hieß, Muscheln suchte im heißen Sande? Frei­lich', fügte er lächelnd hinzu,das Kind, welches ich meine, ward meist noch auf dem Arm der hübschen Bionda getragen und trug lange, weiße Kleider, es würde kaum noch etwas davon wissen I"

Ilse schüttelte lachend den Kopf.Nein!" sagte sie, ich bin nie in Italien gewesen. Tante Leonore sagt, ich wäre direkt aus Amerika zu ihnen gekommen, hätte meist englisch gesprochen, und mein Vater wäre bald daraus drüben gestorben. Doch nun lassen Sie mich

und Heer, deutscher Soldatenhort" hiermit aufmerksam gemacht. Die Richtschnur desDeutschen Soldatenhorts", welcher monatlich dreimal zum vierteljährlichen Preise von 2,25 Mark erscheint, ist: Belebung des vaterländi­schen Geistes, der Liebe zu Kaiser und Reich, sowie der Pflege christlich-deutscher Sitte und kann daher diese Zeitschrift Jedermann empfohlen werden.

I I. Nr. 5454. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Rath.

Hersfeld, den 15. Oktober 1898.

Diejenigen Herren Ortsporstände, welche noch mit Erledigung der Verfügung vom 10. September d. Js. J. I. Nr. 4623, Kreisblatt Nr. 108, Erreichung der Ordnung über die Erhebung einer Gemeindesteuer von Branntwein aller Art betreffend, im Rückstände sind, werden mit Frist b i s z u m 2 4. d. M. b e i M e i - dung von 3 Mark Strafe hieran erinnert.

I. I Nr. 4623. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungsMath.

Hersfeld, den 14. Oktober 1898.

Die Orts- (Guts-) Vorstände erhalten demnächst das zur Vornahme der Vorarbeiten. für die Einkommen- und Ergänznngssteuerveranlagnng 1899 nöthige Formularpapier. Etwaiger Mehrbedarf ist u m gehend hier anzuzeigen.

Die Personenstandsaufnahme findet in diesem Jahre Montag den 3L Oktober d. Js. statt unb ist, wenn sie nicht an diesem Tage zu Ende geführt werden kann, an den nächstfolgenden Werktagen nnnnterbrochen fortznsetzen und in möglichst kurzer Zeit zum Abschluß zu bringen.

Das Ergebnis der Personenstandsaufnahme ist in das Persoueuverzeichuis, welches zugleich als Gemeindesteuerliste dient, unter Beachtung der Bestimmungen des Artikels 37 der Ausführungsanweisung zum Einkommensteuergesetz vom 24. Juni 1891 einzutragen.

Den Ort der Veranlagung behandelt Artikel 35. Im Besonderen sei darauf aufmerksam gemacht, daß die Ver­anlagung derjenigen Personen, die in einem Orte des Kreises H e r s f e l d wohnen und nur des A r b e i t s v e r d i e n st e s h a l b e r sich alljähr­lich einige Monate auswärts a u f h a l t e u , unter Anrechnung des auswärtigen Ver­dienstes int Kreise Hersseld stattfinden muß.

Die Richtigkeit und Vollständigkeit des Person enver- zeichnisses ist von dem Gemeinde- (Guts-) Vorstände durch

fort; es wird dunkel, und ich fürchte mich sonst auf der Haide!"

Wollen Sie nicht wenigstens noch das Wohnzimmer meiner Mutter sehen? Dieses hier war ihr kleines Schreibcabinet, in dem sie am liebsten verweilte; deshalb hat sie auch das Bild ihrer Freundin hier plaziert und es nicht weggenommen selbst als die Freundschaft aufgehört und im letzten Jahre eine Entfremdung ein­getreten war, die mir selbst als Knabe damals auffiel!"

Also wirklich!" rief Ilse erstaunt aus,sind die Beiden nicht bis ans Ende sich treu geblieben? Wenn man sich so lieb gehabt, kann man dann überhaupt von einander lassen?"

Er sah sie mit eigenthümlich leuchtendem Blick an. Wohl Ihnen, Fräulein Ilse", sagte er mit bewegter Stimme,wenn Sie noch solchen Kinderglauben an die ewige Beständigkeit der menschlichen Neigungen haben. Meine arme Mutter hat, wie ich glaube, schmerzliche Erfahrungen darin gemacht; sie liebte Fräulein Adline über alles, hätte ihr wohl jedes Opfer gebracht ein sehr ernster Grund muß das Zerwürfniß herbeigeführt haben. Das Nähere habe ich nie erfahren, denn ich war damals noch Kind, und seitdem habe ich nicht oft daran gedacht!"

Ilse erwiderte nichts. Es war ihr nicht recht, etwas wie einen Tadel aussprechen zu höre» über die, an der sie mit so schwärmerischer Liebe hing.

Dann traten beide in ba6 daran stoßende Gemach. Kaum hatte das junge Mädchen jedoch einen Blick hinein

| Vollziehung des demselben vorgedruckten Vermerks zu be­scheinigen.

Ueber alle Thatsachen, Verhältnisse und Merkmale, welche für die Beurtheilung der Einkommensverhältnisse der in dem Personenverzeichnis aufgeführten Personen in Betracht kommen können, haben die Gemeindevorstände möglichst vollständige Nachrichten einzuziehen und zu sammeln. Das Ergebnis dieser Ermittelungen, insbesondere auch derjenigen Mittheilungen, welche über auswärtigen Grundbesitz und Gewerbebetrieb der in der Gemeinde wohnhaften Personen eingehen, ist hinsichtlich der Personen, denen ohne die int § 18 des Gesetzes vorgesehenen Abzüge, ein Einkommen von mehr als 90(0 Mk. beizumessen ist, in die Staatssteuer­liste (A) unter Beachtung der im Artikel 38 gegebenen Be- stimmungen einzutragen. Die Anzahl der Wohngebäude, der Gebäudesteuernutzungswerth, die Fläche der einzelnen Kulturarten (Gärten, Reifer, Wiesen rc.), die Grundsteuer, der Grundsteuerreinerttag, der Viehstand, die Gesindezahl, die Art der Gewerbe, die Gewerbesteuer, die Zahl der Ge­werbegehilfen (Lehrlinge) u. s. w. muß unter allen Umständen in der Staatssteuerliste enthalten sein. Ich mache die Gemeindevorstände für richtige und v oll­st ä n d i g e Aufstellung der S t a a t s st e n e r l i st e verantwortlich.

Nach Abschluß. , B ^arbeiten ist das Material bis spätestens zum 18. November d. Js. dem zuständigen Vorsitzenden der Voreinschätznngskommission zu übersenden. Dieser hat für zeitige Ladung der Mitglieder der Vorein- schätzungskommission Sorge zu tragen und mir bis spätestens zum 1 7. November er. anzuzeigen, an welchem Tage, zu welcher Stunde und in welcher B e h g u s u n g d i e S i tz u n g d e r V o r e i n s ch ä tz - u u g s k o m m issi o.n stattfindet. Diese Sitzungen dürfen nur in der Zeit vom 21. November er. b i s zum 2 6. November er. stattfinden. Die Voreinschätzung zur S t a a 1 s e i n k o m m e n st e u e r ist möglichst an eine in Tage zu erledigen.

Unmittelbar nach Schluß der Sitzungen, spätestens aber bis zum 30. November er. haben die Herren Vor­sitzenden der Voreinschatzungs-Kommission 1) d i e Ge - m e i u d c st e n e r l i st e für 1 8 9 9, 2) die Staats- st euerlisten für 1898 99 un d 18 99, 3) d i e Staatssteuerrolle für 1899, 4) die über die Sitzung der Voreinschätznngskommission auf­genommene Verhandlung, die von allen an der Sitz­ung theilgenonunenen Mitgliedern 51t unterschreiben ist, 5) die Liquidationen der Mitglieder der Kom-

geworfen, als sie verwundert zu ihrem Begleiter aufsah: Träume ich!" rief sie,oder bin ich schon früher hier gewesen? Wie ist das möglich?" Und mit schnellem Schritt eilte sie zu einem Schränkchen in der Ecke.

Wie schade, daß der Schlüssel fehlt, sonst hätte ich mich gleich überzeugt, ob alles nur ein Spiel meiner Phantasie ist. Hier standen damals die schönsten Spiel­sachen ein Pferd, dessen Ohren sich bewegten . ."

Und dessen Sattel und Zaumzeug man abnehmen konnte", unterbrach sie Curt lebhaft.Es waren meine kleinen Schätze, die meine gute Mutter hier duldete. Sie müssen bei ihr gewesen sein und ihr Herz gewonnen haben, sonst hätte sie Ihnen meine Sachen nie anvertraut!"

Ilse versuchte immer wieder, ihre Erinnerungen in eine bestimmte Form zu bringen.Ja", rief sie aus, jetzt weiß ich's genau, hier am Fenster saß eine schöne Dame mit dunklem Haar und großen, braunen Augen, ein alter Diener führte mich her und saß auch neben mir, als ich am Abend wieder nach Hause fuhr, und die Dame herzte und küßte mich, wie es in Haidehaus kein Mensch that, und ich war so glücklich darüber, daß ich geweint habe, als ich fort mußte! Es ist eigenthümlich, wie man Jahre lang etwas ganz vergessen kann und dann plötzlich alles so lebendig wieder vor sich sieht, als wäre es gestern geschehen!" Und nun fingen die beiden an, sich in Muthmaßungen zu erschöpfen, ihre Erinne- rungen aus der Kinderzeit einzutauschen. Eine einzige Stunde vertraulicher Mittheilungen bringt ja zwei Men­schen einander näher, als jahrelanges Zusammensein