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Gratirbrilagen rIlluftrirtes Ssnntagsblatt" «.Illuftrirts landwirthschaftliche Veilage".

Sr. 8. LoNttstW K« 18. Januar 1899.

Amtlicher Theil.

Hersseld, den 13. Januar 1899.

Nach einer Mittheilung des Königlichen Stempel- und ErbschaftS - Steueramts zu Cassel soll am 1. Fe­bruar b. Js. eine Stempelrevision dahier vorgenommen werden.

Zu diesem Zwecke haben die Herrn OrtSvorsiände alle Verhandlungen bzw. seit der letzten Revision (Januar 1896) in der Verwaltung der Gemeinde-Ver­mögens aufgenommenen Protokolle, Verträge, Lizitationr-, Accordverhandlungen aller Art, ohne Rücksicht auf den Gegenstand und die Höhe des Objektes, über Verkäufe, Verpachtung von Grundstücken, Wiesen, Gebäuden, Jagd, Fischerei, über Ausführung von Kirchen-, Schul- und Wegcbauten, über Vergebung des Zuchtviehes, über An­stellung von Beamten, von Hebammen, über Aversio- nirung der Abgabe von Fleisch, Bier oder Branntwein u. s. w. bis zu m 2 4. b. M t». mit Begleitbericht hier einzureichen.

I. I. 224. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersseld, den 17. Januar 1899.

Die Herren Standesbeamten des Kreises werden an die Einreichung der Neben-Register für das Jahr 1898, mit Frist b i S zum 24. b. Mts. erinnert.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

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Hersfeld, den 13. Januar 1899.

Jeder Steuerpflichtige des Kreises Hersfeld, der für das EtatSjahr 1898/99 bereits mit einem Einkom­men von mehr als 3000 Mark zur Staatsein- kommensteuer veranlagt war, ist verpflichtet, bis f p ä testenS zum 2 0. d. Mts dem Unterzeichneten die Steuererklärung zur Veranlagung für das Etatrjahr 1899 schriftlich oder zu Protokoll unter der Versicherung ab» zugeben, daß die Angaben nach bestem Wissen und Ge­wissen gemacht sind.

Die Versäumung der obigen Frist hat gemäß § 30 Absatz 1 des Einkommensteuergesetzes den Verlust der

2Hlem durchs Leben.

Von H. O e h m k e. (Fortsetzung.)

Ich werde bleiben", sagte sie dann leise.Und . . . wollen wir . . . wieder fleißig sein!"

Drei Jahre waren ins Land gegangen. MetaS Stellung bei Thompson u. Co. hatte sich immer mehr gefestigt und auch materiell erheblich verbessert. Willmars Beiträge zur Paläontologie" waren dem Druck über« | geben und MetaS Schuld längst abgetragen. Fritz war jetzt ein stattlicher Primaner, und Georg ging jeden IMorgen mit der Schwester ins Büreau, um sich unter Willmars Anleitung zu einem tüchtigen Ingenieur oder je nach feiner Veranlagung zum Kaufmann auszubilden.

MetaS Verkehr mit dem alten Geschwisterpaar hatte an freundschaftlicher Innigkeit nur zugenommen der Prokurist hatte sein Wort gehalten, nie wieder war jener Scene auf der Veranda Erwähnung gethan worden.

Meta hätte jetzt wirklich recht glücklich und zufrieden leben können, wenn die Sorge um Susi nicht gewesen wäre.

Mit einer Geldforderung war die junge Frau zwar nicht wieder an die Schwester herangetreten, Meta sandte ihr freiwillig fast monatlich einen kleinen Zuschuß trotzdem versetzten Susis Briefe die Schwester stets in die größte Unruhe. Die junge Frau, stets von etwas zarter Gesundheit, klagte jetzt, da eine frohe Hoffnung ihr blühte, mehr als je über große Schwäche, Brustschmerzen und Ohnmachts-Anfälle.

gesetzlichen Rechtsmittel gegen die Einschätzung zur Ein­kommensteuer für 1899 zur Folge.

Der Vorsitzende der Beranlagungskommission: Freiherr von Schleinitz, Königlicher Landrath, Geheimer Regierungs-Rath.

Nichtamtlicher Theil.

Die Thronrede.

Die bei Eröffnung des preußischen Landtages am Montage verlesene Thronrede weist dem Landtage reich­lichen Stoff für eine arbeitsreiche Tagung zu. Die angekündigten neuen Vorlagen enthalten zwar keine be­sondern Ueberraschungen, angenehm berührt aber das aus ihnen hervorleuchtende Bestreben, die materiellen Aufgaben staatlicher Fürsorge für die untern Bevölker- ungsschichten, den Erforderniffen der .Gegenwart ent­sprechend, thunlichst in den Vordergrund zu stellen. So soll die Neuregelung der Gehalts-Verhältnisse einzelner Klaffen der Unterbeamten in ihrem Umfang über die gegebenen Anregungen hinausgehen. Auch sind die Gehalts-Aufbefferungen auf einige bisher nicht berück­sichtigte Kategorien von mittlern Beamten ausgedehnt worden. Damit würde der im Jahre 1890 begonnene allgemeine Ausbau der Beamten-Besoldungen vorläufig als abgeschlossen gelten.

In Aussicht steht ferner eine Neuordnung der Wit­wen- und Waisen-Versorgung der Volksschul-Lehrer, sowie der Anstellungs- und Versorgungs-Verhältnisse der Kom- munal-Veamten. Angekündigt wird eine Reform des Gemeinde-Wahlrechts, um die Verschiebungen aurzu- gleichen, welche in den Beziehungen der drei Wähler- klaffen zu einander eingetreten sind. Die Wahlen zu den Gemeinde-Vertretungen sind zur Zeit bekanntlich derart organisiert, daß die Gesammlsumme der für die Wahlberechtigung maßgebenden Steuerbeträge in drei gleichmäßige Theile zerlegt wird. Entsprechend dieser Drittelung werden die Steuerzahler in drei Abtheilungen geschieden, von denen jede den dritten Theil der Kom- munal-Vertreter zu wählen hat. Infolge der Steuer­reform und der Veränderungen in den Vermögens-Ver- Hältnissen schrumpfen die den beiden obern Wählerklassen einzureihenden Wählerziffern immer mehr zusammen, während die dritte Klasse nahezu die ganze gewaltige

Fräulein Christine, der sich Meta anvertraut hatte, rieth ihr dringend, einmal Urlaub zu nehmen und die Schwester auf einige Wochen zu besuchen. Wie gern hätte sie es gethan, doch der Gedanke, in seinem Hause weilen zu sollen, Tage, Wochen verursachte ihr immer noch so starkes Herzklopfen, daß sie ihren Plan unausgeführt ließ, und nur immer wieder die herz­lichsten, trostreichsten Briefe in Begleitung von allerhand Delikatessen und süßen Näschereien, wie Susis Lecker- mäulchen sie so sehr liebte, nach P. abgehen ließ.

Sie war also vorbereitet, dennoch erschrak sie bis ins innerste Mark hinein, als einige Tage vor Pfingsten ein Brief Doktor Waldows auf ihrem Tische lag.Susi ist krank, kommen Sie möglichst sofort!"

Vierundzwanzig Stunden später befand sie sich schon unterwegs. In der Sorge um die geliebte Schwester waren alle persönlichen Empfindungen zurückgetreten, und sie konnte den Schwager, der ihrer wartend auf dem Bahnsteig stand, mit ziemlich unbefangener Herzlich­keit begrüßen.

Der junge Arzt sah bleich aus, seine Augen blickten trübe. Auch magerer war er geworden Meta sah das alles mit dem einen scheuen Blick, mit dem sie ihn streifte, und das Herz wurde ihr noch schwerer. Gott im Himmel, stand es so schlimm um Susi?

Wie gut Sie aussehen, Meta", sagte Waldow, als sie nebeneinander hergingen,so frisch und stattlich, so vornehm, gar nicht . . ."

Wie eine, die sich ihr Brod durch Schreiben ver­dient", ergänzte Meta.

Masse der Wahlberechtigten in sich aufnimmt. Diesem Mißstande soll durch eine Aenderung des Wahlgesetzes vorgebeugt werden.

Von weittragender wirthschaftlicher Bedeutung sind ferner die Vorlagen betreffend die Herstellung einer leistungsfähigen Wasser-Verbindung zwischen dem Rhein, der Weser und Elbe, sowie die erweiterte Heranziehung der großen Waarenhäuser zu kommunalen Steuerleistungen. Zu erwähnen sind weiter die geplanten Ehrengerichte für Aerzte und die Erweiterung der Befugnisse der Aerzte- Kammern, die Vorlage zur Sicherung gegen Hochwaffer- Schäden und der Ausbau des Staatseisenbahn-Netzes. Die Thronrede betont auch, daß die Regierung es alt ihre erste Pflicht erachte,fortgesetzt auf die Hebung der Landwuthschaft bedacht zu sein."

Zum Schluß wird darauf hingewiesen, daß die wirth- schaftlichen und socialen Gegensätze der Verwaltung und Gesetzgebung in besonderm Maße die Pflicht auferlegen, unbeirrt von dem Tagesstreitdie staatlichen Einrich­tungen im Interesse aller Klassen der Bevölkerung zu sichern und auszubauen." Daß ein solcher Hinweis in der Thronrede überhaupt für nothwendig erachtet wor­den ist, verrät, wie einseitigem Interesse die an den Landtag herantretenden Wünsche und Anträge häufig entsprungen sind. In einigen Blättern wird die müßige Frage aufgeworfen, an wen diese Mahnung sich wohl richten mag. Es liegt aber doch auf der Hand, daß alle Parteigruppen und Klassen, welche dem Gemein­wohl nicht den Vorrang von ihren Sonderwünschen einzuräumen willens sind, die in jenem Satze enthaltene Erinnerung sich zu Herzen nehmen sollten. Können sie sich aber zu einer unbefangenen Würdigung der Gesammt- lage nicht aufraffen, dann dürfen sie sich auch nicht wundern, wenn die über den Parteien stehende Regierung jene ausgleichende Gerechtigkeit übt, die jedem Theil zubilligt, was ihm gebührt.

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ist am Montage vom Kaiser mit einer Thronrede im Weißen Saale des Königlichen Schlosses in Berlin feierlich eröffnet worden. Nach der Eröffnung hielten beide Häuser Sitzungen ab. Im Herrenhanse ergab der Namens^Aufruf die An­wesenheit von 146 Mitgliedern. Der bisherige Präsident, Fürst zu Wied, brächte ein Hoch auf den Kaiser aus und widmete sodann dem verstorbenen Fürsten Bisniarck einen warmen gtadjruf, indem er dessen Verdienste um die Verwirk­lichung des Traumes des deutschen Volkes durch Schaffung

Empfindlich sind Sie also immer noch? Nein, das wollte ich durchaus nicht sagen. Ich bin nur ver­wundert über die Veränderung, die mit Ihnen vorge- gangen ist. Ich hatte solange nicht das Glück, Sie zu sehen. Sie haben mein Haus, meine Gegenwart mit solcher Geflissentlichkeit gemieden . . ."

Bitte, lassen Sie mich doch jetzt aus dem Spiele!" fiel Meta hastig ein.Wie geht es meiner Schwester?"

Schlecht, sehr schlecht!" sagte er und sah finster vor sich hin.Gesund kenne ich sie schon lange nicht mehr; nur im ersten Jahre unserer Ehe war sie die frische, muntere Susi, die mir damals unterm Weih- nachtsbaum entgegentrat. Dann wurde sie melancholisch, blaß und immer hinfälliger. Hoffentlich ist Ihr Urlaub nicht zu knapp bemessen, ich verspreche mir so viel von Ihrem Einfluß. Susis Sehnsucht nach Ihnen war schließlich fast krankhaft. Es war nicht recht von Ihnen, Meta, daß Sie uns so ganz vernachlässigten!"

Meta senkte erbleichend den Kopf. Der Vorwurf war berechtigt. Aber konnte sie ihm sagen, daß er es war, der sie serngehalten hatte?

Als Susi zuletzt in Berlin war, fand ich sie doch ganz frisch!"

Das war vor einem Jahr seitdem hat sie sich sehr verändert."

«Nun, dafür bin ich nun da! Ich werde sie schon pflegen und hätscheln, damit wir wieder unsere alte Susi bekommen!"

Gott mag uns helfen!" sagte Waldow in einem Tone, so wenig hoffnungsvoll, daß Meta ganz erschrocken