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^atirbMasen r3öuftrirt<s Ssnntagsblatt" «.Illuftrirte landwirthschaftliche Vettage".

Sr. 10. AenstW Den 21 Imlir 1899.

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mit den Gratisbeilagen

Jllustrirtes Sonntagsblatt"»"» Jllilstrirte landwirthschaftl. Beilage" für die Monate Februar und März 1899 werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbrief, trägern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 7. Januar 1899

Die Herren Ortsvorstände erhalten hierdurch die Weisung, das im § 8 Abs. 3 des Reglements vom 4. März 1875 (Amtsblatt Nr. 15) vorgeschriebene Verzeich- niß derjenigen noch nicht geimpften Kinder, welche in Ihren Gemeindebezirken nicht geboren, sondern dahin . verzogen sind, bis zum 1 0. Februar d. I s. mir einzureichen.

Die Herren Standesbeamten werden angewiesen, unter Benutzung des Ihnen in den nächsten Tagen zu- gehenden Formulars, die vorgeschriebenen Jmpflisten, x durch Eintrag der im Jahre 1898 geborenen noch leben­den Kinder (Spalte 2 bis 5) voizurichlen und b i s zum obigen Termine gleichfalls mir einzureichen. Bei Ausstellung dieser Liste ist noch zu beachten, daß die Impflinge einer jeden Gemeinde zusammen in unmittel­barer Reihenfolge eingetragen werden

Gleichzeitig ersuche ich die Herren Ortsschulinspektoren unter Benutzung des Ihnen zugehenden Formulars durch Eintragung der sämmtlichen Schüler, welche im lausen­den Jahre das 12. Lebensjahr zurücklegen werden, die Listen für die Wieder-Jmpsun g seitens der Herren Lehrer vorrichten und hiernächst dieselben bis spätestens zum 1 5. k. M t s. einreichen zu lassen. P Falls Schüler sich vorfinden sollten, ^von welchen ein

Allein durchs leben.

Von H. O e h m k e. (Fortsetzung.)

Meta war nicht schönsie hatte weder ein klastisches Profil noch eine griechische Nase. Sie selbst betrachtete sich sogar schon seit langem als einechäßliche, alte Jungfer, und wenn sie jetzt mehr Sorgfalt aus ihre äußere Er­scheinung legte, so geschah dies nur in Rücksicht auf die Stellung, die sie entnahm, Eitelkeit war ihr vollständig i fremd trotzdem fiel sie niemals dem Schicksal des Unbeachtetwerdens anheim. Ihre stolze Haltung, der An- I stand und die Sicherheit mit der sie sich bewegte, das klare weiße Gesicht mit den klugen grauen Augen fistelten unwillkürlich. Auch imMoyal-Hotel folgte ihr manch bewundernder Blick, wenn sie beim Frühstück er­schien oder in Begleitung der Herrn die Treppe Hinunter­schritt um ins Theater zu fahren.

Herr Thompson neckte sie bereits.Hätte Sie nicht mitnehmen dürfen . . . werden mir schließlich noch von einem reichen Englishman entführt. Mein Freund Mr. UJackson sagte mir gestern Abend, er müsse sich sehr be­herrschen, um Ihnen nicht einen Antrag zu machen, so sehr haben Sie es ihm angethan. Und da sehen Sie einmal hinüber, dort jener Herr übrigens ein inter­essanter Kopf, dieses schneeweiße dichte Haar und die blitzen­den jungen Augen wie unausgesetzt Sie vom ihm »beobachtet werden! Schon gestern Abend im Opernhaus verwandte er kein Auge von Ihnen. Gut, daß wir bald wieder heimfahren!"

I

Nachweis der Erstimpfung nicht erbracht werden kann, sind solche in einem Begleitschreiben besonders namhaft zu machen.

I. A. Nr. 75. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Rath.

Hersfeld, den 13. Januar 1899.

Nach Beschluß des Bundesraths vom 7. Juli 1892 findet auch für das Jahr 1898 eine Ermittelung des Ernteertrages der wichtigeren feldmäßig gebauten Frucht­arten statt und zwar in der Zeit vom 1. b i s 1 0. Februar 189 9.

Den Herren Ortsvorständen werden dieserhalb in den nächsten Tagen je

1. zwei Erhebungssormulare B mit den von dem sta­tistischen Büreau handschriftlich eingetragenen An­gaben des voijährigen Ernteergebnisses und der An­bauflächen,

2. ein Merkblatt betreffend die Hagelstatistik zugehen.

Das Formular B ist in der Zeit vom 1. b i s 1 0. Februar 1899 unter genauer Beachtung der demselben ausgedrucklen Anleitung, nöthigen Falles unter Hinzu­ziehung von Sachverständigen sorgfältigst auszufüllen, auf Seite 3 desselben auch, falls im abgelaufenen Jahr Hagelwetter vorgekommen sind, in demAnhang" nach den, in der Repositur befindlichen Notizblatt der erforder­liche Eintrag zu machen und hiernächst ein Exemplar des Erhebungsformulars bis spätestens zum 1 2. Februar d. J mir einzureichen.

Das zweite Exemplar verbleibt in der Repositur, woselbst auch das Merkblatt für die im Jahr 1899 vorkommenden Hagelwetter einstweilen aufzubewahren ist.

Bemerkt wird noch, daß die in dem Erhebungs- formular B befindlichen Spalten 7 und 8 unausgefüllt bleiben.

I. I. Nr. 263. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs Rath.

Bekanntmachung.

Die Interessenten der Ludolph'schen Familienstiftung werden auf die diesseits in dem Amtsblatt« der König­lichen Regierung zu Cassel heute erlassene Bekannt­machung, betreffend Anmeldung der Ansprüche an den

Meta lächelte abwehrend. Herr Thompson aber hatte recht. Auch ihr war es ausgefallen, wie jener schlanke Mann mit dem weißen Kops und der jugendlichen Haltung sie unverwandt andante. Schon vor mehreren Tagen auf der Treppe hatte sie bemerkt, wie verwundert, ja fast erschreckt er sie angeschaut hatte. Nun sie kannte ihn sticht; den ersten ÄUgeüblick freilich war es ihr auch gewesen, als habe sie diese dunkeln blitzenden Augen schon gesehen, doch der Kreis ihrer Bekannten war so klein, sie brauchte nicht lange zu grübeln, sie kannte diesen Menschen nicht. Sie sah noch einmal hinüber und entdeckte, daß er sie nicht aus den Augen ließ Das war ihr lästig, und sie erhob sich, sobald das Essen zu Ende war.

Zwei Tage darauf ging es heimwärts. Die Ueber- fuhrt fand jetzt am Tage statt. Das Wetter war ruhig und schön. Meta saß auf dem Deck und ließ ihre Augen entzückt über die grünen Hügel, die blinkenden Häuser und die weißen Strandgehänge schweifen. In silbernem Schaum brachen sich die Wogen an der schwarzen Schiffswand, während der gewaltige Dampfer mit dumpfem Tosen seinen Weg verfolgte und eine lange, weißaufleuchtende Spur zurückließ.

Meta war so hinge, issni von allem, was sie erlebt und gesehen hattte und noch schaute, daß sie, wie aus einem Traum erwachend, zusammenfuhr, als eine Stimme hinter ihr ertönte.

Sie schaute auf. Das war ja wieder der seltsame Mann, der sie bei Tisch so beharrlich mit seinen Blicken verfolgte. Er war übrigens nicht mehr so jung, wie

Ziusengenuß der Stiftung, hierdurch aufmerksam gemacht.

Rotenburg a. F., den 6. Januar 1899.

Der com. Landrath. T u e r ck e.

Nichtamtlicher Theil.

Ar SinWöö uns Somoo.

Aus Samoa wird von blutigen Unruhen unter den Eingeborenen und von ernsten Differenzen unter den Ver­tretern der drei Vertragsmächte, Deutschland, England und Nordamerika, berichtet. Soweit sich bis jetzt über­setzen läßt, handelt es sich im wesentlichen um folgende Vorkommnisse: Bei der Wahl eines neuen Königs an Stelle des verstorbenen Malietoa erklärte sich die große Mehrheit der Eingeborenen für Mataafa. Der Ober­richter von Samoa ein durch die Samoa-Akte ge­schaffenes Amt, das gegenwärtig von dem Amerikaner Chambers bekleidet wird erklärte jedoch die Wahl MataafaS für nichtig und den minderjährigen Sohn Tanu des bisherigen Königs Malietoa zum König. Natürlich ließen sich dies die Mataafa - Leute nicht ge­fallen, es kam am 1. Januar zum Kampf, in dem die Malietoa-Leute unterlagen. Die Konsuln der 3 Mächte erkannten nunmehr Mataafa bis auf Weiteres als König an.

Die Veranlassung zum Streite unter den Konsuln wurde damit gegeben, daß der Präsident des Munizipal- rathes ebenfalls eine nach der Samoa-Akte funktio- nirende Behörde, die gegenwärtig der deutsche Dr. Raffel verkörpert das Obergericht schloß, nachdem der Ober­richter Chambers, ebenso wie der junge Tanu, sein Schützling, auf dem englischen KriegsichiffPorpoise" Zuflucht gesucht hatten. Gegen diese Maßregel legten der englische und der amerikanische Konsul Verwahrung ein, während sie der deutsche Konsul billigte; jene re- quirirten Mannschaften des englischen Kriegsschiffes, mit deren Hilfe das Obergericht unter dem Proteste des Munizipalp-äsidenten wieder geöffnet wurde.

Das sind einstweilen die verbürgten Thatsachen. Daß der englische und amerikanische Draht noch manches dazu geflunkert hat, ist nichts Ungewöhnliches. Immer­hin bleibt noch genug Bedenkliches übrig. Vor allem fragt man sich, wie der Oberrichter dazu kam, die Wahl MataafaS zu kassiren, obgleich er keine Besugniß dazu

es Metas etwas kurzsichtigen Augen aus der Entfernung erschienen war. Nicht nur Haar und Bart waren schnee­weiß, auch das Antlitz zeigte die Runen, die ein längeres sorgenreiches Leben eingräbt. Während Meta dies alles wahrnahm und überdachte, war es ihr wiederum wie beim ersten Sehen, als habe sie in diese Augen schon öfter geschaut, früher vor langen Jahren vielleicht im Hause des Vaters am Rhein, damals ehe... Doch sie mußte wohl einige Worte erwidern.

Der Schrecken war nicht so groß," sagte sie lächelnd, aber dies ist meine ente Reise, und da war mir's eben, als sei ich in einer andern Welt!"

Sie hatte ebenfalls englisch gesprochen. Jetzt redete sie der Herr im schönsten heimischen Deutsch an.

Sie dürfen mich nicht für zudringlich halten gnädige Frau. Schon in London fiel mir Ihr Gesicht, Ihre Stimme, Ihre ganze Erscheinung auf . . . Sie gleichen so sehr einer Dame . . . einem Mädchen, das mir sehr nahe stand, dereinst vor Jahren!"

In Deutschland!" fragte Meta, deren sich plötzlich eine eigenthümliche Erregung bemächtigte.

Ja in Deutschland, am schönen Rhein, meiner Heimath, die ich jetzt aufsuchen will nach 15 langen Jahren.. /'

Er beugte sich zu ihr nieder und sah sie an. Sein Antlitz wurde immer bleicher, er mußte sich auf die Lehne des Stuhles stützen, auf dem Meta saß.

Die Aehnlichkeit ist zu groß," fuhr er dann mit heiserer Stimme fort, und strich ganz leise über ihr