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5u«ftriru landwirthschastliche Beilage

Donnerstag Den 2. März

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für den Monat März 1899 werden von allen Kaiserlichen jDostanstalten, tandbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

i Hersfeld, den 27. Februar 1899.

Die Witwe des Landwirths Karl Bernhard Walther Anna Barbara Elisabeth geb. Haas zu GoSpenroda (geboren am 9. Oktober 1867 zu Leimbach hat für sich und ihre drei minderjähiigen Kinder um Entlassung aus der preußischen Staatsangehörigkeit nachgesucht.

I. I. Nr. 1149. Der Königliche Landrath.

J. V.:

H e e g , Kreissekretär.

MitiM Nachrichten.

Inland.

Berlin, den 28. Februar.

Anläßlich des Hochzeitstages Ihrer Majestäten fand gestern Abend eine größere Abenvtafel bei denselben statt, zu welcher die jetzigen und früheren Umgebungen Ihrer Majestäten geladen waren ; hieran schloß sich eine musikalische Unterhaltung, bei der Fräulein v. Senfft- Pilsach und die Herren Hoffmann und zur Mühlen mit- * wirkten. Heute Morgen unternahm der Kaiser den gewohnten Spaziergang, fuhr demnächst bei dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Staatsminister v. Bülow, vor und nahm um 10 Uhr an einer Sitzung des Landes-Oekonomie-Kollegiums theil, in welcher speziell über Moorkulturen verhandelt wurde. Um 2*/4 Uhr empfing der Kaiser den französischen Botschafter Marquis de Noailles.

Wie aus dem im Reichstage eingegangenen Geschäfts­bericht des NeichS-Versicherungsamtes für das Jahr 1898 hervorgeht, betrug die Zahl der im Berichtsjahre zur Entschädigung gelangten Unfälle 97 432. Da die gleiche Zahl für 1897 sich aus 92 326 belief, so hat

Seine junge Frau.

Roman von Ida von C o u r in g (Schluß.)

Meine Bescheidenheit verbietet mir, diese schmeichel­hafte Bemerkung zu acceptieren, gnädige Frau. Aber

, ernsthaft gesprochen es ist wirklich eine schwierige Sache für unfereinen. Ein reiches Mädchen würde ich nie heirathen, der Mann meiner Frau möchte ich nicht sein. Eine vermögenslose Dame kann ich nicht wählen, da sie die gleichen Ansprüche macht wie die Mlvionärin und ich dafür nicht genug verdiene. Eine Schönheit ist mir zu prätensiös und für eine unschöne Frau mein Ge­schmack zu entwickelt Es ist also richtiger, wenn ich darauf verzichte, ein Los in der großen Ehestandslotterie zu ziehen."

Ihre Liese lächelt so verständnißinnig, Frau von Papen," sagte der Major.Ich bin überzeugt, sie ist ganz der Meinung des Doktors. Nicht wahr, Liese, ich habe Recht?"

Liese, die eben den Punsch herumreichte, wurde noch roter, als ihre gewöhnliche Farbe es bedingte; fie ließ sich aber nicht verblüffen.

«Gewiß, Herr Major," sagte fie tapfer.Ich bin auch nicht sürs Heiraten. Bei mir zu Lande sagt man: Gut gieren heißl, aus einem Sack voll Schlangen den einzigen Aal greifen."

Ein herzliches Gelächter erscholl um den Tisch.

Eine to pessimistische Ausassung von der Ehe ist mir noch nie vorgetommen," sagte der Major, sich ver-

auch für das letztverflossene Kalenderjahr eine absolute Zunahme der entschädigungspflichtigen Unfälle festgestellt werden müssen, die allerdings immer um etwa 1000 geringer ist, als die Steigerung von 1896 auf 1897. Ob und gegebenenfalls inwieweit die Zunahme auch relativ vor­handen gewesen ist, wird erst übersetzen werden können, wenn die gewöhnlich in den Rechnungsergebnissen der Berussgenossenschaften gegebenen Promillezahlen der Verletzten vorliegen werden. An Entschädigungen sind im Jahre 1898 nach vorläufigen Ermittelungen 71,1 Mill. gezahlt worden. Die Steigerung gegen das Vorjahr hätte danach sich auf der ungefähren Höhe der letzten Zeiten, die etwa sieben Millionen jährlich ausmachte, gehalten. Die Gesammtsumme der Entschädigungen be­lief sich 1897 auf 63,9 Mill., 1896 auf 57,1 1895 auf 50,1, 1894 auf 44,3, 1893 auf 38,2, 1892 auf 32,3, 1891 aus 26,4, 1890 auf 20,3, 1889 auf 14,5, 1888 auf 9,7, 1887 auf 5,9 und 1886 auf 1,9 Mill. Mark. An Invaliden- und Altersrenten be­zogen im Jahre 1898 rund 515 000 Personen zusammen 61,9 Millonen Mark. Die Einnahmen aus Beiträgen ergaben nach Abzug der Verwaltungskosten 102,2 Mill. und hatten sich damit gegen das Vorjahr um über 4 Millionen, gegen das erste Jahr der Geltung des be­treffenden Versicherungszweiges um 17 Millionen Mark gehoben.

Dem Reichsamt des Innern ist aus den Kreisen der Apfelwein-Fabrikanten das Gesuch ^gegangen, es möge bei der vorbereiteten Umgestaltung des Reichs - Weinge- setzeH vom Jahre 1892 auch den Interessen des Obst­baues, wie der O b st w e i n b e r e i t u n g in wohl­wollender Weise Rechnung getragen werden, so daß die neuen reichsgesetzlichen Bestimmungen auch der Obst­weinbereitung den erforderlichen Schutz vor manchen gegenwärtig bestehenden Nachtheilen gewähren.

Seitens des Centrums ist im Reichstage ein bedeut­samer Antrag eingebracht worden, der wohl zu ausführ­lichen Erörterungen über das gefammte Gebiet der Arbeiter-Organisations-Fragen den An­stoß bieten wird Jener Antrag wünscht nämlich einen Gesrtz-Entwuif zur Errichtung von Arbeits-Kam- m e r n. Es soll also den Arbeitern von staatswegen eine ähnliche Berufs Organisation gegeben werden, wie sie bereits für die Landwirthschoft, den Handel, das Handwerk usw, vorhanden ist. In den einzelnen Parteien gehen die Meinungen über die praktische Verwirklichung

gnügt die Hände reibend.Nun muß ich aber, um der Wahrheit die Ehre zu geben, bekennen, daß ich wirk­lich den Aal erwischt habe, wenn meine liebe Frau diesem schlanken Thiere auch äußerlich nicht mehr sehr gleicht."

Soll ich nun mit diesem zweifelhaften Lobe zufrieden sein, Rita?" fragte Frau von Hübel. Der Mann ist doch unverbesserlich!"

Die letzte Stunde des Jahres geht zu Ende!" rief Herbert.Meine Herrschaften ich bitte dir Gläser zur Hund zu nehmen!"

Silberhell tönte der Schlag der großen Wanduhr zwölsmal durch das Zimmer. Alle waren aufgeftanben und ließen die Gläser an einander klingen. Der Major drückte seiner lieben Alten warm die Hand. Herbert stand neben Rita, um deren zarte Gestalt er leicht den Arm legte, seine Gedanken schweiften in die vergangene Zeit zurück. Er gedachte des lieben, gütigen Schwieger­vaters, der ihm sein höchstes Kleinod anvertraute; der eigenen Eltern, bie das Glück ihres Sohnes, für den sie treu gesorgt und oft gedarbt hatten, nicht mehr er­leben sollten ; seiner fröhlichen Kindheit, seiner entsagungs­vollen Jugend. Kein leichtes Leben, aber eins der Ehrenhaftigkeit, Arbeit und Herzenssreuoe lag hinter ihm und wie sonnenhell hatte es sich jetzt gestaltet. Da stand ihm zur Seite der treue tapfere Kamerad, mit sanften, braunen Augen ausschauend, ein Lächeln auf dem seinen, leicht geröteten Gesicht. Herberts Blick be­gegnete den ihren und durch des Mannes Seele fluthete eine Glücksempfindung, vor deren Stätte er selber fast

des durch den Centrums - Antrag erneut angeregten or­ganisatorischen Prinzips so weit auseinander, daß eine Verständigung auf dem Boden einheitlichen Vorgehens schwerlich zu erreichen sein wird. Auch die Socialdemo­kratie will zwar Die staatliche Zusammenfassung der in­dustriellen Arbeiter zur Vertretung ihrer beruflichen Interessen, hat jedoch hierbei stets eine Organisation im Sinne, die den Führern des Socialismus den Weg zu einer noch erfolgreichern Agitation ebnet. Mit diesen Zielen können die Bestrebungen der staatserhaltenden Parteien selbstverständlich nichts gemein haben. Ihre Absichten müssen vielmehr in voller Klarheit darauf ge­richtet sein, diese Organisation so einzurichten, daß die­selbe ein Gegengewicht zu den socialistischen Einflüssen bietet. So bezeichnet denn auch der Centrums - Antrag als Zweck der Arbeits - Kammern,den Arbeitern den freien und friedlichen Ausdruck ihrer Wünsche und Be­schwerden zu ermöglichen und den Staatsbehörden Ge­legenheit zu geben, sich über Die Verhältnisse der Arbeiter fortlaufend zu unterrichten und mit den letztern Fühlung zu behalten." Das hier gekennzeichnete Ziel kann aber nicht auf Wegen erreicht werden, die in das Lager der Feinde des Vaterlandes führen können. Nationalliberale Abgeordnete haben diesem Anträge Zusätze angefügt, die deutlicher zum Ausdruck bringen, in welcher Weise der­artige Körperschaften eingerichtet werden sollen, um er­folgreich zu wirken. Die im Gesetz über die Gewerbe- Gerichte enthaltenen Bestimmungen sollen weiter ausgebaut werden, sodaß die Fabrik - Unternehmer und die Fabrik- Arbeiter in Sektionen vereinigt werden, welche die den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern gemeinsamen An­gelegenheiten regeln sollen. Ans den Sektionen hoffen die nationalliberalen Antragsteller alsdann Einigungs­ämter bilden zu können, die bei Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitern obligatorisch Anwendung finden sollen. Es muß dahingestellt bleiben, inwieweit den Plänen zur Organisation von Arbeits-Kammern in naher Zeit ein gesetzgeberischer Erfolg betrieben sein wird. Keinesfalls wird die Regierung Neuerungen zu­stimmen, die der unheilvollen Einwirkung der socialisti­schen Führer auf die Arbeitermassen Vorschub leistet.

DieFreisinnige Zeitung" und dieMünchener Neuesten Nachrichten" enthalten Erörterungen und Mel­dungen, welche den Eindruck zu erwecken geeignet sind, als beständen Gegensätze zwischen einzelnen der Herren Ressortminister und dem Herrn Präsidenten des König-

erschrak. Das erste Jahr der jungen Ehe ging zu Ende und in Hans und Beruf ließ es ihn gesegnet zurück. Und er drückte sie fester an sein Herz, die Krone, das Juwel seines Lebens, bald die Mutter seines Kindes seine junge Frau.

211 a r i e.

Erzählung aus dem Auswandererleben in Nordamerika. Nach dem Dänischen von F r i e d r. v. K ä u e l.

I.

Es war' eines Abends zur Frühlingszeit am Abend bevor der DampferSchiller" mit mehr als tausend Auswanderern an Bord nach New-Iork abfahren sollte, daß ein junges dänisches Mädchen in das Schenkzimmer des sogenannten dänischen Auswanderer- Hotels trat, begleitet von zwei jungen Männern, von denen der eine wenig mehr als zwanzig, her anbeie etwa dreißig Jahre zählen mochte. Der Wagen, mit dem fie von der Station herüber gefahren waren, hielt draußen vor der Thür, und ein paar Knechte waren bereits beschäftigt, ihre schweren Koffer in den Gang herein zu tragen, wo sie auf eine Menge anderer gestellt wurden.

Als sie die Thür zum Schenkzimmer öffneten, schlug ihnen ein starker Dunst von Bier und Speisen ent­gegen, vermischt mit Tabaksrauch und Spirilusgerüchen. In der trüben Luft des Zimmers veikehrte die bunteste Mischung von Menschen mit einander, Menschen aus nord- und südeuropaischen Ländern, meistens aber aus