Einzelbild herunterladen
 

Erscheint wöchentlich drei Mal DienStag, Donnerstag und Sonnabend.

Die Jnsertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

MonncinentSpreis Vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg. exel. Postausschlag.

GeatisbriLassn r3lItiftrtrM Ssnnragsbiatt" «.Jilufmm LanSwirthschaftliche Verlage".

K. 32. Nüti'to h 18. MUrz IM.

Amtlicher Theil.

Berlin, den 24. Februar 1899.

Aus Anlaß entstandener Zweifel ersuche ich Sie, die zur Ausstellung von Quittungskarten für die Jnvaliditäts- und Altersversicherung zuständigen Stellen darauf hinzu­weisen, daß diejenigen Personen, welche der Versicherungs- pflicht durch die Mitgliedschaft bei einer gemäß § 5 des Reichsgesetzes vom 22. Juni 1889 zugelassenen besonderen Kasseneinrichtung genügen, nach Lage der Gesetzgebung die Versicherung nach dem Ausscheiden aus der Der? sicherungspflichtigen Beschäftigung nicht bei dieser Kassen­einrichtung, sondern nur bei der für ihren Wohnort zu­ständigen Versicherungsanstalt freiwillig fortsetzen können und daß ihnen zu diesem Zwecke Quittungskarten aus- zustellen sind.

Der Minister für Handel und Gewerbe.

I. V.: gez. L o h m a n n.

An den Herrn Regierungspräsidenten in Cassel. B. 1162.

* * *

Cassel, den 5. März 1899.

Abschrift zur Kenntnißnahme und weiteren Veran- laffung.

Der Negierungs-Präsident. I. V : von Bremer.

An sämmtliche Herren Landräthe des Bezirks und den Herrn Polizei-Präsidenten hier. A. II. 2619.

* *

*

HerSfeld, den 11. März 1899.

Wird den Herren Ortsvorständen des Kreises zur Nachacktung mitgetheilt.

I. 1626. Der Königliche Landrath.

J. V.:

Heeg, Kreissekcetär.

HerSfeld, den 14. März 1899.

Diejenigen Herren Ortsvorstände, welche mit der Einreichung der Voranschläge pro 1899/1900 (Ver­fügung vom 28. Juni 1898, Nr. A. 422, im Kreisblatt Nr. 76) noch im Rückstände sind, werden hieran mit Friü-H« zum 20. d. M. erinnert. 3v758. Der Königliche Landrath.

I V.:

Heeg, Kreissekretär.

Gefunden: Eine Taschenuhr. Meldung des Eigen- thümers bei dem Orlsvoistand zu Unterneurode.

Al a r i e.

Erzählung aus dem Auswandererleben in Nordamerika.

Nach dem Dänischen von F r i e d r. v. K ä n e l.

(Fortsetzung.)

Ist das wirklich wahr, was Du Tilda heute Morgen erzählt hast?" fragte er, während er das Boot anhand.

Daß sie heute Abend hierher kommt? . . . Ja, das ist leider wahr. Ich denke, daß sie bald hier vor­über kommen!"

Wer?"

Sie und Nygaard. Er ist selbst nach der Station gegangen, um sie zu empfangen."

Das that er doch!"

Er ersuchte zuerst mich darum, es zu thun, als er heute Vormittag das Telegramm erhalten hatte; später aber kam er und sagte, es sei am besten, wenn er selber gehe .... Er schien sehr niedergeschlagen zu sein!"

Ja, das ist auch nicht zum Verwundern!" rief Ola aus.Es ist fatal, daß sie den Einfall haben mußte, hierher zu kommen und dies gerade morgen!"

Ja wohl . . . ." wiederholte Andreas grübelnd. Würde nur erst die Hochzeit vorbei gewesen, dann würde . . .

Thörichtes Mädchen!" rief Ola aus und spie ins Wasser.

Vielleicht etwas mehr!"

Pah! Wenn er auch ein wenig freundlich that mit ihr auf der Reise, so hatte sie doch deshalb kein Recht,

Politische Nachrichten.

Inland.

Berlin, den 14 März.

Gestern Nachmittag unternahm der Kaiser einen Spazierritt und arbeitete später allein. Gestern Abend wohnten beide Majestäten der Vorstellung im Kgl. Opern- Hause bei. Heute früh um 8 Uhr hörte der Kaiser die Vorträge des Chefs des Militärkabinets, General- adjutanten, Generals der Infanterie v. Hahnke und des Kriegsministers, Generalleutnants v. Goßler. Um 10 Uhr begab der Kaiser sich nach Jänick^ndorf, um dort einer Uebung des 1. Eisenbahnregiments beizuwohnen. Das Frühstück nahm Se. Majestät beim Offizierkorps des Regiments ein. Wie bereits gemeldet, wird sich das Kaiserpaar anläßlich der zehnten Geburtstagsfeier des Prinzen Waldemar von Preußen am 20. ds Mts. nach Kiel begeben, um der gleichzeitig an diesem Tage statifindenden Einstellung des jungen Prinzen in die Armee beizuwohnen. Der Aufenthalt des Kaiserpaares in Kiel ist auf zwei Tage vorgesehen.

In der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 21. Februar ist ein von allen Parteien unterzeich­neter Antrag angenommen worden, der die Staats­regierung ersucht, noch in dieser Tagung einen Gesetz- entwruf vorzulegen, durch den den ä l t e r e n R i ch t e r u aus Anlaß des Inkrafttretens des Bürgerlichen Gesetz­buches der Uebertritt in den Ruhestand erleichtert wird. Unter Bezugnahme auf diesen Beschluß ist den in Frage stehenden älteren Richtern am Freitag von ihren Vorge­setzten Behörden eine Verfügung des Justizministers zu- gegangen, in der es heißt:Bevor die königliche Staats­regierung zu diesem Beschlusse Stellung nimmt, ist es ihr von Werth, einen ungefähren Anhalt dafür zu ge­winnen, in welchem Umfange ein Gesetz Anwendung finden würde, welches von nachstehenden Grundsätzen ausginge. 1. Eine Erleichterung des Uebertritts in den Ruhestand kann solchen Richtern gewährt werden, welche am 1. Januar 1900 das 65. Lebensjahr vollendet haben werden. 2. Die Erleichterung besteht darin, daß diesen Richtern auf die Dauer von drei Jahren, jedoch nicht über das vollendete 75. Lebensjahr hinaus, das volle bisherige Diensteinkommen als Wartegeld belassen, daß nach Ablauf dieser Zeit ihnen in allen Fällen der zulässige Höchstbetrag der Pension (drei Viertel) gewährt, und daß dieser Höchstbetrag der Berechnung der Relikten-

sich so dumm zu benehmen und sich einzubilden, daß es ihm damit ernst sei . . . Schade um ihn!"

Er hat den Funken geworfen; somit ist es seine Schuld, wenn er brennt!"

Der Henker mogs glauben! Wer kann wissen, wer den Funken geworfen hat? Wenn ich übrigens aus meiner geringen Erfahrung heraus sprechen darf, so will ich Dir nur sagen, Andreas, daß immer die Mädchen daran schuld sind, denn sonst hätte ich mich nicht so häufig verliebt!"

Andreas blieb stehen und schob mit der Hand einige Zweige zur Seite, um besser den Weg hinauf sehen zu können. Ola nahm ein Priemchen und fragte:

Wissen es noch andere, daß Marie kommt?"

Boströms wissen es . . . Er hat vorläufig für eine Woche bei ihnen die Kost für sie bestellt."

Das kann für Nygaard eine böse Geschichte werden !" murmelte Ola mit dem Priemchen zwischen den Zähnen und nachdenklicher, als er zu sein pflegte.Wie, wenn Johanna Birk es vernähme? . . . . Was glaubst Du, wird er ihr die Sache erzählen?"

Ich weiß nicht!" antwortete Andreas.Aber es thut mir leid um seinetwillen. Ich schätze Nygaard sehr. Einen herrlicheren Mann als ihn habe ich nie gekannt, und deshalb kann ich nicht begreifen, daß er das hat thun können!"

Ja e r!" wiederholte Ola.Hätte ich oder ein anderer loser Vogel so etwas gethan, dann könntest Du es begreifen, und ich dazu aber er! Die einzige

bezüge auch dann zu Grunde gelegt wird, wenn der Richter innerhalb dieser Zeit versterben möchte. Ew. Hochwohlgeboren ersuche ich, die ihnen unterstellten Richter aller Katcgorieen, welche am 1. Januar 1900 das P5., aber nicht das 75. Lebensjahr vollendet haben werden, unter Mittheilung eines Abdrucks dieser Ver­fügung zu einer Erklärung nach Maßgabe des beige­fügten Umschlags auizuforderu und das Ergebniß der Umfrage mir binnen 14 Tagen anzuzeigen. Zur Ver­meidung von Mißverständnissen bemerke ich, daß in keinem Falle beabsichtigt war, in das Gesetz eine Er­mächtigung zur unfreiwilligen Versetzung älterer Richter in den Ruhestand aufzunehmen, daß andererseits auch keinem Richter ein Recht eingeräumt werden kann, auf Grund des von ihm zurückgelegten Lebensalter nach Maßgabe des Gesetzes in den Ruhestand versetzt zu werden, daß endlich durch die Umfrage der späteren Prüfung, ob bei den Angefragten die im Eingänge dieser Verfügung angedeuteten Voraussetzungen zutreffen, nicht vorgegriffen werden soll."

Aus Friedrichs ruh wird vom 14. März ge­meldet : Die Sarkophags des Fürsten und der Fürstin sind gestern hier e i n g e t r o s f e n ; die einzelnen Stücke sind in fönten verpackt und werden an Ort und Stelle in der Grabeskapelle zusammengesetzt werden. Die Leiche der Fürstin wird heute hier erwartet und kommt zunächst in-das Schloß; die B e i s e tz u n g beider Leichen findet dann am Donnerstag V o r in i t - t a g statt. F ü r st H e r b e r t B i s in a r ck und Graf Wilhelm B i s in a r ck mit ihren Gemahlinnen sowie Graf R a ii tz a u treffen heute resp morgen ein. Die Gräfin Rantzau wird wegen Krankheit an der Beisetzung nicht theilnehmeu. Pfarrer Westphal aus Brunstorf, der dem Verewigten das Abendmahl gereicht hat, und ein Superintendent aus Ratzeburg werden die Kapelle weihen bezw. die Gedenkrede halten. Die Sperre in Friedrichsruh wird im Interesse der allgemeinen Sicher­heit so streng s in wie noch nie. Der Ort wird voll­ständig durch Polizei und Vereinsmitglieder während der Feier umgeben sein. Die Eisenbahndireklion Altona läßt am Donnerstag Vormittags 9 Uhr 2 Souderzüge für den Hamburger Reichstagswahlverein 1884 abgehen. Der Vo stand des Vereins hat dem Fürsten Herbert Bismarck gegenüber die Bürgschaft für die Aufrechter­haltung der Ordnung in bindender Weise übernehmen müssen. Die Aufstellung der Mitglieder, die sämmtlich Fackeln tragen, ei folgt in Zügen zu je 100 Mann hinter

Schwierigkeit ist nur die, daß sich nie jemand vor Liebe zu mir so toll hat benehmen sonnen, sonst hätte ich viele solcher Geschichten auf meinem Gewissen; aber Nygaard, . . . das kann ich nicht begreifen!"

Der Zug war vor wenigen Augenblicken angelangt, und vom Bahnhof her kamen die Reisenden. Diejenigen, die nach dem untern Thstl der Stadt wollten, pflegten diesen Weg zu nehmen

Nun sehe ich sie!" flüsterte Andreas.Er trägt ihren Reisesack."

Ich glaube wirklich . . ."

Still Ola! Sie brauchen nicht zu wissen, daß wir hier sind!"

Er ließ den Zweig vor ihnen los, so daß er sie verdeckte.

Nygaard und Marie sprachen zusammen, als sie sich näherten.

Und es ist Dir diesen So umer also so schlecht gegangen, Marie!" fragte Nygaard mitleidig.Die Tante gefiel mir nicht besonders gut, als ich mit Dir bei ihr war."

Das wäre noch gegangen, wenn ich nur mit jemanden hätte sprechen können; aber es kamen nur immer Deutsche dorthin, die Tante ist ja mit einem Deutschen verheirathet und ich vermochte ihre Sprache nicht zu erlernen, und dann lachten sie mich immer aus ; Tante nannte mich eine Gaus und schalt auf mich, wenn ich nickt im Zimmer bei ihnen bleiben wollte!"

Kamst Du denn gar nicht mit Landsleuten zusammen?'