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Nr. 53.
1888.
Erstes Blatt.
Vestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt für die Monate Mai und Juni 1899 werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, tandbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtlicher Theil.
Aus Grund eines Erlasses des Herrn LandwirthschaftS- ministers wird hierdurch angeprdnet, daß die unter dem 12 März 1889 (Amtsblatt Seite 60 und 61) erlassenen Aufsichtsmaßregeln gegen die Einführung und Verbreitung der Schasräude mit den durch die Verfügungen vom . 29. Mai 1891 (Amtsblatt Seite 102) und vom 15. März 1898 (Amtsblatt Seite 63/65) bekannt gegebenen Abänderungen auf ein weiteres Jahr zur Anwendung gelangen. (A. III. 2350.)
Cassel am 28. März 1899.
Der RegierungS-Präsident. Trott zu S o l z.
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Hersfeld, den 27. April 1899
Auf vorstehend abgedruckte Bekanntmachung mache ich die Herren Ortsvorstände des Kreises besonders aufmerksam. Die Betheiligten sind hiervon in Kenntniß zu setzen und die Schäfer auf die ihnen nach § 6 sowohl dem Schäferei-Aufseher wie der Ortsbehörde gegenüber obliegende Anzeigepflicht hinzuweisen.
J. I. Nr. 2214. Der Königliche Landralh
I. V.:
Braun, Kreisdeputirter.
Hersfeld, den 21. April 1899.
Unter Bezugnahme auf die im Kreisblatt Nr. 19
und 20 vom laufenden Jahre veröffentlichten „Bestimmungen, betreffend die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in Ziegeleien" mache ich die Ortspolizeibehörden des Kreises auf die nachstehend abgedruckte Bekanntmachung des Herrn Negierungs Piäsi- denten vom 4. April d. J. A II. Nr. 3496, durch welche vorerwähnte Bestimmungen ergänzt und berichtigt werden, hiermit besonders aufmerksam.
I. I. Nr. 2248. Der Königliche Landralh.
J. V.:
Braun, Kreisdeputirter.
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*
B e st
i m m u n g e n ,
/ betreffend die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in Ziegeleien.
Unter Bezugnahme auf meine im Amtsblatt vom
1.
; Februar 1899 auf Seite 29/31 veröffentlichte Verfügung vom 11. Januar 1899 A. II. 495 mache ich bekannt, daß zur Vermeidung von Mißverständnifs n in Absatz 2 unter Ziffer VIII. des Seite 29/31 des Amtsblattes vom A Februar d. I veröffentlichten Auszuges aus den Bestimmungen der Gewerbeordnung über die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter und der Bekanntmachung, betreffend die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in Ziegeleien vom 18. Oktober 1898 hinter Den Eingangsworten „In Ziegeleien" der Zusatz: „der UN Absatz 1 bezeichneten Art" einzuschalten ist.
Ferner ist im letzten Absatz der Ziffer VIII hinter dem 2Porte „biirfen" der Zusatz: „in Ziegeleien der im Absatz 1 bezeichneten Art" und im Absatz 2 der Ziffer IX ^^"""g: "in den Fällen der Ziffer Absatz 2 ernzuiügen.
V ebenda veröffentlichten AuSzuge aus den Be-
m , QiRp/v?1-6 ^schästigung von Arbeiterinnen ist unter Ziffer VI. im 2. Absätze der hinter den Ein-
gangSworten „In Ziegeleien" beginnende und vor dem Woite „können" endigende Relativsatz zu streichen und zu ersetzen durch den Zusatz: „in denen das Formen der Ziegelsteine auf die Zeit Mitte März bis Mitte November beschränkt ist."
Ferner ist in der ebendaselbst (Amtsblatt Seite 29) abgedruckten Verfügung vom 11. Januar 1899 A. II. 495 in Zeile 9 der Relativsatz, der beginnt hinter den Worten: „in den Ziegeleien" und endet mit den Worten: „vorhanden ist", zu streichen und zu ersetzen durch den Zusatz: „in denen das Formen der Ziegelsteine auf die Zeit von Mitte März bis Mitte November beschränkt ist". (A. II. 3496.)
Cassel, am 4. April 1899.
Der Negieruirgs-Präsident. J. V.: v. B r e in e r.
Hersfeld, den 5. Mai 1899.
Der heutigen Kreisblatt - Nummer liegt ein Sonder- abdruck des praktischen Wegweisers, Würzburg, enthaltend einen Artikel „die Bekämpfung der Blutlaus" bei.
Die Herren Ortsvorstände des Kreises haben den Inhalt dieses Artikels möglichst zur Kenntniß der Obst- züchter in den Gemeinden zu bringen, den Sonderab- druck selbst aber aufzubewahren, damit im Falle des Auftretens der Blutlaus hiernach die Vertilgungsmaßregeln angeordnet werden können.
I. I. 2790. Der Königliche Landrath.
I V.:
Braun, Kreisdeputirter.
Hersfeld, den 4. Mai 1899.
Die diesjährige Impfung der Kinder und Schüler der Stadt Hersfeld und der hierzu gehörigen Ortschaften findet nicht im Rathhaussaale, sondern in einem Saale des hiesigen Hospitals statt, was von den in Betracht kommenden Herren OrlSvorständen alsbald aus ortsübliche Weise zur Kenntniß der Betheiligten zu bringen ist.
J. A. Nr. 1413. Der Königliche Landrath
I. V :
Braun, Kreisdeputirter.
Rotenburg a/F., 1. Mai 1899.
Unter dem Nindviehbestande des Gutsbesitzers Hoh- miesner hier ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Ueber sämmtliches Klauenvieh (Rindvieh, Schafe, Schweine, Ziegen) — angespanntes Rindvieh einbegriffen — hiesiger Stadt ist Feldmarksperre verhängt worden.
Das Treiben von Klauenvieh aus der hiesigen Stadt über die Feldmarkgrenze und das Verladen von solchem Vieh auf den Eisenbahnstationen ist verboten worden. Ebenso ist der Durchtrieb von Klauenvieh aus andern Ortschaften durch die Stadt Rotenburg und deren Gemarkung verboten.
Der c. Landralh: T ü r ck e.
An das Königliche Landrathsamt in Hersfeld.
* * *
Hersfeld, den 4. Mai 1899.
Wird veröffentlicht.
I. 2742. Der Königliche Landrath.
J. V.:
Braun, Kreisdeputirter.
Politische Nachrichten.
Berlin, den 4. Mai.
Ihre Kaiserlichen Majestäten wurden gestern, wie aus S t r a ß b u r g gemeldet wird, auf der Fahrt vom StatthalterpalaiS jum Bahnhöfe von der dichtgedrängten Menschenmenge überaus herzlich begrüßt. Mittags l1/« Uhr fuhren Allerhöchstdieselben mittels SonderzugS nach Rosheim ab. An der Fahrt nahmen auch der Statthalter Fürst zu Hoheulohe-Langenburg mit Gemahlin, sowie das kaiserliche Gefolge Theil. Von Rosheim ging die Fahrt zu Wagen nach dem Odilienberg und zur Besichtigung des Klosters St. Ooilien. Hier
wurden die Majestäten vom Bischof D. Fritzen begrüßt. Auf der Rückfahrt, die Abends nach 6 Uhr erfolgte, wurden die Majestäten in Oberehnheim durch Ehrenjung- frauen in der Landestracht festlich empfangen. Kurz nach 7 Uhr traf das Kaiserpaar wieder in Straßburg ein und nahm im Statthalterpalais das Diner im engsten Kreise ein. Nach dem Diner fand ein Zapfenstreich statt. — Heute Vormittag besichtigte Se. Majestät der Kaiser den Neubau der katholischen Garnisonkirche in Straßburg, die am 28. d. M. eingeweiht werden soll. Der Erbauer der Kirche, Architekt Beker-Mainz, und der Hersteller des Altarschnitzwerks, Bildschnitzer Clemm-Kolmar, wurden von Sr. Majestät durch anerkennende Worte ausgezeichnet. — Nach 11 ’/i Uhr reisten Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin nach der Ruine HohkönigS- burg ab, von wo Allerhöchstdieselben um 5 Uhr Nachmittags zurückerwartet werden.
In Zeiten äußerer Schwierigkeiten und Verwicklungen zeigt sich immer wieder, daß uns Deutschen noch viel fehlt zu dem Ruhme, eine politisch denkende und handelnde Nation zu sein. Nach Jahrhunderte langer Zerriffenheit haben wir uns noch nicht gewöhnt, in allen politischen Fährlichkeiten den Blick auf das Ganze gerichtet zu halten. So giebt es jetzt wieder einige Blätter, namentlich ein paar Berliner PaQ'/.-Or« gane, die nicht genug darüber lamentieren können, daß der Stern Deutschlands angeblich im Sinken begriffen sei, weil die Verwirrung auf Samoa so lange dauere und weil sich England und Rußland in China verständigt hätten. Dabei kommen die tollsten Widersprüche zu Tage. Vor 14 Tagen hieß es: Fleck auf dem deutschen Ehrenschild, Genugthuung, koste es, was es wolle, also selbst auf die Gefahr eines Krieges mit zwei Fronten hin. Jetzt schreit man von derselben Stelle aus nach einem Cato, der Deutschland aus seiner zu exponierten Stellung in überseeischen Gebieten herausführen und es bis zu der allerdings sehr nothwendigen Verstärkung seiner Flottenmacht nach Maßgabe seiner großen europäischen Interessen leiten solle. Am nächsten Tage heißt es dann wieder: Für die englisch-russische Verständigung in China, die übrigens in England selbst nicht überschätzt wird, müssen wir eine Ausdehnung unserer Interessensphäre verlangen, obgleich die Provinz Schantung reichlich so groß ist wie Deutschland und mindestens 30 Millionen Einwohner zählt. Um Aufregung wegen der Vorgänge auf Samoa zu entfachen und zu schüren, werden die amtlichen Mittheilungen angezweifelt, dagegen Korrespondenzen von erhitzten und selbst von heruntergekommenen, dem Gefängniß entronnenen Landsleuten aus Apia breit getreten. Wilde Matrosenbriefe werden veröffentlicht, in denen der Zorn über die traurigen örtlichen ; Ereignisse i» maßlosen Haß gegen England und Amerika übergeht, und ohne Rücksicht darauf, daß damit die Lö- I sung der Frage nur erschwert wird. Mit Wonne citiert man Tiraden aus dem berüchtigten Siglschen „Vaterland", um die für unsere Ehre und unser Ansehen nach außen verantwortlichen Personen als schwach und saumselig hinzustellen. Das empörendste ist aber, daß pne Blätter unsern braven Marine-Offizieren in zweideutigen Wendungen über das nothgedrungen ruhige Verhalten S. M. S. „Falke" vor Apia Mangel an Mut und Ehrgefühl vorwerfen. Kann man sich da wundern, daß in Ulufhirhn Schmutzblättern schon die eigene Seemacht vor dem Auslande lächerlich und verächtlich zu machen versucht wird? Man suche in der französischen, englischen, italienischen rc. Presse nur ein Organ, das es wagen würde, See-Offiziere des eigenen Landes in dieser Weise herabzusetzen! Dieses Gebühren, das aus einer krankhaften Nervosität, zum Theil aber auch aus Parteiiucht entspringt, mag sich noch so sehr in patriotische Gewänder Hüllen, in seiner Wirkung ist eö vaterlandSlos.
Die Binnenfahrt des P r i n z e n H e i n r i ch auf dem 2) a n g t s e k i a n g , die 100 Meilen landeinwärts bis zur deutschen Kronkonzession Hankow führte, ist glücklich abgelaufen. Der Prinz hat nach dreitägigem Aufenthalt in Hankow die Rückfahrt angetreten. Es handelte sich darum, auf dem Aangtsekiang die deutsche Flagge