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«r. 54.

IienstW des 8. Mai

1888.

Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt für die Monate Mai und Juni 1899 werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, tandbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 5. Mai 1899.

Unter dem Geflügelbestande des Rentiers Hermann Rößing zu Hersfeld ist die Cholera außgebrochen.

I. I. Nr. 2777. Der Königliche Landrath.

J. V.:

Braun, Kr eisdeputirter.

Hersfeld, den 5. Mai 1899.

Mit Erledigung meiner Verfügung vom 19. V. Mts., J. I. Nr. 2453, im Kreisblatt Nr. 48, Ver­setzung der bei der Hessischen Brandversicherungs Anstalt in Cassel gegen Feuerschaden verstcherten Gebäude mit den Nummern und Buchstaben, unter denen dieselben , in dem Brandversicherungsscheine aufgeführt sind, be­treffend, find noch mehrere Herren Bürgermeister der Landgemeinden und Gutsvorsteher im Rückstände, wes­halb ich mich veranlaßt sehe, dieselben hierdurch auf- zufordern, die Erledigung dieser Verfügung nunmehr bis spätestens zum 1 2. d. M. zu bewirken.

I. I. 2453. Der Königliche Landrath.

J. V:

Braun, Kreisdeputirter.

HerSfeld, den 2. Mai 1899.

Der Bürgermeister Klotzbach zu Reckerode ist heute als solcher für einen weiteren achtjährigen Zeitraum eidlich verpflichtet.

J. A. 1403. Der Königliche Landrath.

3- V.:

Braun, Kreisdeputirter.

Dahier gestohlen : Am 28. v. MtS. ein noch gut erhaltenes Adler­fahrrad im Werthe von 200 Mark, Marke 43, mit der Fabrik-Nr. 103 230 oder Nr. 12 898 und der Polizei-Nr. O. 910, rothe Ziffern

Der Geusenbote.

Geschichtliche Erzählung aus dem 16. Jahrhundert. Von Arete Gogarten.

(Fortsetzung )

Es war an einem Morgen gegen Mitte des Monats, als Karel und Adrian den Taubenschlag besuchten und sofort entdeckten, daß eine der weggesandten Tauben zu­rückgekehrt war. Unter ihren Flügeln fanden sie einen Brief und jubelnd stürzten die Knaben aus dem Hause, jedermann auf der Straße ihre Freudenbotschaft ver­kündend, bis sie auf dem Wartthurm anlangten, wo sie den Kommandanten trafen und wohin auch sofort der Bürgermeister gerufen wurde.

Als dieser den Brief mit ausführlichen Nachrichten vorlas, leuchteten seine Augen, und voll Jubel und Freude theilte er dem herbeiströmenden Volke den Inhalt mit. Der Brief enthielt zunächst die Einzelheiten des groß­artigen Planes des Statthalters und die weitere Nach­richt, daß die Meereswogen mächtig ins Land hinein- stromten und schon bis zur Land-Scheiding gedrungen

c tue Flotte auf dieses Bollwerk heransegle, und, jaus der Wind günstig, bald nahen, sich durchs Ipauriche Lager durchkänipfen und der Stadt Rettung bringen werde.

k?11^1^ *^e'^*^er Jubel verbreitete sich in der k , Freudenthränen weinend stürzten die Bürger ein- ' »LnfAiiK ^""t Musikchöre durchzogen die Straßen, Freudenschusse wurden abgefeuert, und der Bürgermeister

auf weißem Grunde. Das Rad hat schwarzen Rahmenbau, gelbe Felgen, Peters Union Pneumatikluftreffen, vernickelte Lenkstange mit Korkgriffen, wovon der eine lose ist, Sattel mit qnerliegender Feder und gewöhnlichen Pedalen. Zwischen dem Rahmenbau "befindet sich eine dreieckige, braunlederne Werkzeugtasche. Das Hintere Schutzblech fehlt. Um Nachsorschung und ev. Nachricht hierher wird ergebenst ersucht.

Das Ausschreiben vom 21. Juni v. Js., I. Nr. P. 6753/98, betr. den unter Polizei-Aussicht stehenden Taglöhner Fabian genannt Valentin Z'cgler aus Hausen, Kreis Eelnhausen, ist erl bißt.

Hanau, am 1. Mai 1899. (I. Nr. P. 4045/99).

Königliche Polizei-Dir.klion.

Nichtamtlicher Theil.

Aue Mlihiillilg an den ReiPtas.

DieSüddeutsche Neichs-Correspondenz" hat unter der UeberschriftDer Reichstag und die Weltmacht- stellung des Deutschen Reiches" einen bemerkenSwerthen Artikel veröffentlicht. Es heißt darin unter anderin: Die Beantwortung der Interpellation (über Samoa) durch den Staatssekretär v. Bülow im Reichstage hat bewiesen, mit welch günstigem Erfolge die Rechte Deutsch­lands England und Amerika gegenüber gewahrt wurden. Die Entschloffenheit und Bestimmtheit, womit sie ver­treten wurden, ist umso rühmenswerther, als der Reichs- regierung der erforderliche Nachdruck fehlt, um thatsäch­lich diesen Rechten denjenigen Schutz zu gewähren, mit dem unser Besitzstand dauernd festgestellt werden kann, und fremde Ansprüche erfolgreich abzuwehren.

Die Macht des Deutschen Reichs beruht auf seinem trefflichen Heer, das, wenn nöthig, nach zwei Seiten die Verteidigung übernehmen kann. Dieser Nothfall bekundet aber nur die Kraft-Entfaltung innerhalb der Grenzen des Reiches und gewährt keinen Schutz den vielfachen Interessen deutscher Reichs Angehöriger innerhalb und außerhalb Europas. Dafür soll mit der Zeit eine deutsche Flotte eintreten, mit deren planmäßiger Beschaffung so­eben begonnen wurde. Diese im Bau begriffene Flotte wird aber bloß zur Küsten-Verteidigung genügen, dem überseeischen Welthandel dagegen den nöthigen Schutz nicht gewähren können. Wir brauchen eine so starke Schlachtflotte, daß sie jeder größer» Flotte erfolgreich entgegentreten kann. Diese Flotte muß im ganzen und einzelnen imponiren und der Handelsflotte freie Bewegung gewährleisten. Sie muß die schützende Macht bilden für

ließ 60 Rinder schlachten und braten und einen großen Vorrath von Bier verteilen.

Nach einigen Tagen konnte man von dem Wartthurm aus schon die Anzeichen der kommenden Ueberschwemmung sehen, die Kanäle in den Ebenen fingen an zu steigen und übeiflutheten die Ufer, und eine dünne Wasserschicht begann allmählich und fast unbemerkbar alle tief gelegenen Wiesen, Acker und Obsthöse zu überziehen.

Eine große Anzahl Bürger fanden sich von nun an stets auf dem Wartthurm beisammen, um sich mit eigenen Augen von den Fortschritten der Ueberschwemmung zu überzeugen. Auch Aremberg war eines Borgens unter denen, welche dort versammelt waren.

Ich wundere mich", flüsterte einer der Bürger seinem Nachbar zu,daß dieser Slipper noch in der Stadt bleibt, wo es doch knapp genug hergeht. Warum ist er nicht zu den Spaniern gegangen, die er fortwährend preist? Der Kerl sieht wohlgenährt aus, ich glaube, er hat einen heimlichen Vorrath von Lebeusmitteln, die er nicht ab­geliefert hat."

Der Graf sah allerdings wohl und blühend aus, im Verhältniß zu allen andern, denen Mangel, Elend und Entbehrung schon auf dem Gesicht geschrieben standen. Er deutele nach Südwesten und wendete sich zu einigen neben ihm stehenden Hauptleuten und dem Kommau- danten:Glaubt Ihr denn in der That, daß das Werk gelingen wird? Kann ein so furchtbares Bollwerk wie die Land-Scheiding zerstört werden? Und wenn dieses wirklich geschieht, wieviel Dämme und Schanzen sind dann noch zu überwältigen? Wie wollen die wenigen

unsere Export-Industrie und damit dieser die Dauer ver­bürgen. Um dieses Ziel zu erreichen, dürfen wir keinen Tag verlieren.

Die Reichsregierung hat bei der jüngsten Vorlage eines Flottenplanes den Reichstag in die Lage gesetzt, den Küstenschutz zu beschließen. Sie hat sich weise Be­schränkung auferlegt, um dem Reichstage seine Entschließ­ungen zu erleichtern. Die neuesten Erfahrungen in der Samoa - Angelegenheit haben bewiesen, daß nunmehr zwingende Gründe vorliegen, mit aller Entschlossenheit für den Schutz der auswärtigen Reichs-Jntereffen einzu- treten! Diese Aufgabe liegt nun dem Reichstage ob. Aus der Mitte des Reichtages muß die Initiative er­griffen werden, die Reichsregierung aufzufordern, baldigst eine Vorlage zu bewirken, welche die Schaffung einer Schlachtflotte zum Schutze überseeischer Interessen der Reichs-Angehörigen und unserer Export-Industrie herbei­führen soll.

Ein solcher Beschluß muß auch wohlthätig im Reiche selbst wirken, denn er fördert die verschiedensten Zweige der Industrie und giebt ungezählten Tausenden von Arbeitskräften reichen Verdienst. Die großen Summen, welche für den Bau einer Schlachtflotte verwendet wer­den, bleiben im Lande und sind eine nützliche Kapitals- Anlage. Wir müssen uns aber auch die Gefahren ver­gegenwärtigen, welche für das Deutsche Reich erwachsen, wenn die jetzige schutzlose Lage des Handels auf die In­dustrie zurückwirkt. Mit einem Schlage kann unsere ganze Export-Industrie zum Stillstand gebracht, und Tausende und Abertausende von Arbeitskräften können verdienstlos gemacht werden! Es würde also ein maß­loses Elend hereinbrechen. Schon diese Betrachtung allein fordert zu raschem Handeln auf und nöthigt den Reichs­tag, zu baldigen Entschlüssen zu gelangen!

Politische Nachrichten.

Berlin, den 6. Mai.

Inland.

Aus Straßburg wird vom Freitag gemeldet: Se. Majestät der K a i s e r nahm Vormittags am Polygon Parade über die Straßburger Garnison ab. Um 9 Uhr traf Se. Majestät auf dem Paradefelde ein und ließ sich zunächst die drei Bataillone, welche von den ältesten Stabsoffizieren geführt werden, einzeln vorexerzieren.

Mannschaften der Flotte den eisernen Wall der Spanier durchhauen, die jedes Dorf, jeden Damm und Kanal und jede Schleuse besetzt halten? Leichter könnten sie einen Stern vom Himmel holen als bis vor Leydens Thore gelangen."

Bei Gott sei kein Ding unmöglich!" ewiderte ernst der Kommandant.Wenn Menschenhände keinen Weg mehr sehen, wird Gott den Elementen gebieten."

Und wenn dieses geschieht, und die Raubschaaren der Seegeusen kommen her, glaubt Ihr, es ginge Euch mit diesen besser als mit den Spaniern? Brot werden sie Euch bringen, aber Euer Geld, Euer Eigenthum rauben, die Stadt ausplündern und schlimmer hausen, als je die Spanier es thaten. Noch ist es Zeit, mit Valdez zu unterhandeln, ich gebe Euch mein Ehrenwort, daß er Euch dieselben milden Bedingungen"

Spart Eure Worte, Graf," war des Kommandanten verächtliche Erwiderung,und versteht ein für allemal, daß wir alle nichts mehr mit den Spaniern zu thun haben wollen."

,,Ja, und theilt Euren Freunden mit," rief Haupt­mann Joost van Eicken,daß, wenn wir nichts mehr zu essen haben, wir unsern linken Arm verzehren und mit dem rechten das Schwert weiter führen werden!"

Als Aremberg sah, daß alle seine Versuche aussichts­los, verließ er ohne ein weiteres Wort, Zorn und Aerger auf feinem Gesicht, den Hügel.

Wir müssen auf den Grafen scharf acht ba^en," sagte der Kommandant.Er kann uns ins Unglück bringen. Wenn er noch einmal das Volk durch auf-