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Erscheint wöchentlich drei Mal DienStag, Donnerstag und Sommbenb.

AbonnementSpreis vierteljährlich 1 Alark 40 Pfg exeL Postanfschlag.

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Die Jnsertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

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Mit dem f. Juli beginnt ein neues Abonnement

auf das wöchentlich 3 Mal erscheinende Hersfelder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen

Jllustrirtes Sonntagsblatt" und Jllnstrirte landwirthschaftl. Beilage".

DasKreisblatt" bringt außer den amtlichen Bekanntmachungen zuverlässige Mittheilungen über Er­eignisse in der Politik, Berichte aus dem Kreise und der Provinz. Reichhaltige Nachrichten vermischten In­halts bringen alle sonstigen mittheilenswerthen Ereig­nisse des täglichen Gebens zur Kenntniß der Leser. Daneben werden sorgfältig ausgewählte Erzählungen einen weiteren Theil des Lesestoffes bilden.

MT Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch Telegramme zu und werden wir dieselben nöthigen- falls durch Extrablätter verbreiten.

Der vierteljährliche Abonnementspreis für das Kreisblatt" beträgt t Mark 40 pfg.

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Zu zahlreichem Abonnement ladet ergebenst ein die Expedition.

Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 22. Juni 1899.

Die Herren Ortsvorstände bezw. Gutsvorstände zu Alleudors, Vingartes, Eichhof, Eitra, Kleiuensee, Lam- pertSseld, Landershansen, Malkomes, Meckvach, Mecklar, Meisebach, Oberrode, Petersberg und Rohrbach sind noch mit Einreichung des Aubauermittelungsblattes nach mei­ner Verfügung vom 12. Mai d. Js. I. I Nc. 2903, Kreisblatt Nr. 59, im Rückstände und werden hieran mit Frist bis zum 2 5. d. M t S. bei M e i d u n g der Festsetzung der bereits an gedrohten Ordnungsstrafe von 3 Mark wiederholt er­innert.

I. 2903. Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n i tz , Geheimer RegierungS-Rath.

Berlin, den 13. Juni 1899.

Der Königlichen Regierung theile ich ganz ergebenst mit, daß ich beabsichtige, mit der großen GeneralstabS- reife Ende Juni oder Anfang Juli den dortigen Bezirk zu berühren.

Welche Orte belegt werden, vermag ich nicht im Voraus anzugeben. Indessen werde ich die Ortsbehörden rechtzeitig spätestens am Tage vorher mit Nach­richt versehen und Quartiermacher unter einem Offizier voraussenden.

Es werden etwa 5 Generale, 10 Stabsoffiziere, 5 Hauptleute, 2 Obere Militär-Beamte, 2 Büreaubeamte des großen Generalstabes. 45 Unteroffiziere und Mann­schaften, 50 Pferde unterzubringen sein

Außer dem Quartier wird Verpflegung für Unter- ossiziere und Mannschaften, Futter für die Pferde und Vorspann zur G päckbesörderuug beim Quartierwechsel in Anspruch genommen werden.

Baar erstattet wird die Vergütung für

1. Quartier der Offiziere und Beamten mit Einschluß der Offizierburschen, 2. Verpflegung der Unteroffiziere

und Mannschaften, 3. Vorspann und zwar an die Ge­meinden.

Quittungen werden in meinem Namen ertheilt für:

1. Quartier der Unteroffiziere und Mannschaften mit Ausschluß der Offizierburschen, 2. Stallung, 3. Futter.

Offiziere und Beamte sorgen für ihre Verpflegung selbst.

Sollte ausnahmsweise ihre Verpflegung durch die Quartiergeber beansprucht werden, so erfolgt die Be­zahlung nach den vorgeschriebenen Sätzen an die Ge­meinde.

Die Königliche Regierung darf ich ganz ergebenst bitten, hiernach das Erforderliche bekannt zu machen und mir, da die Unterbringung unter Umständen in getrennten Gruppen an verschiedenen Orten erfolgen muß, sechs Marschroutenblaukets bis zum 22. Juni sehr gefälligst zu übersenden.

Der Chef des Generalstabes der Armee, gez. Graf Schliessen.

An die Königliche Regierung Cassel.

* * *

Cassel, den 16. Juni 1899.

Abschrift zur weiteren Veranlassung.

Der Regierungs-Präsident. I. V.: von Bremer. An die Herren Landräthe des Regierungsbezirks und den Magistrat hier und zu Hanau.

* * *

Hersfeld, den 21. Juni 1899.

Wird veröffentlicht und werden die Herren Ortsvor- stäude des hiesigen Kreises hiermit angewiesen, eintretenden Falls das Erforderliche zu veranlaffen.

Il 2402. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schlei n i tz , Geheimer Regierungs-Rath.

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Berlin, den 22. Juni.

Einer Meldung aus Helgoland von gestern zu­folge ist dieH 0 h e n z 0 l l e r n" mit S r. Majestät dem Kaiser an Bord gestern Abend 6 Uhr unter dem Salut desMars" und der dortigen Batterie nach der Elbe abgegangen. Es herrschte heftiger Ostwind. Abends 9'/.2 Uhr traf dieHohenzollern" in Bruns­büttelkoog ein. Se. Majestät der Kaiser begab Sich unmittelbar, nachdem dieHohenzollern" an der Schleuse festgemacht hatte, an Land, um die im Binnen­hafen liegenden Jachten zu besichtigen. Die Reise nach Kiel wurde kurz nach 10 Uhr fortgesetzt. Dort traf Se. Majestät, durch den Kaiser WUhelm-Kanal kommend, heute früh 8 Uhr ein. Er wurde vom gesummten im Hafen liegenden Geschwader und btn Schulschiffen durch Salut und Hurrahrufen der Besatzungen begrüßt. Bald nach dein Eintreffen Sr. Majestät meldeten sich General- inspekteur Admiral Koester und Vizeadmiral Thomsen, sowie der Inspekteur des Bildungswesens der Marine, Vizeadmiral Oldekop, und der Inspekteur der Marine- Infanterie, Oberst v. Höpfner, bei Allerhöchstdemselben an Bord derHohenzollern".

Ihre Majestät die Kaiserin ist heute früh 8 Uhr 30 Min. mittels SonderzugeS von der Wildpark­station abgereist, um sich nach Kiel zu begeben. Heute Nachmittag gegen 2 Uhr traf Allerhöchstdieselbe in Ham­burg auf dem Dammthor-Bahnhof ein. Ihre Majestät gedachte in Hamburg das Vereinshospital des Vater­ländischen Franen-HülfSvereins, bessert Protektoren AUer- höchstdieselbe ist, zu besuchen.

Der Kaiser wird sich, wenn er den Regatten der Kieler Woche beigewohnt hat, zu einer am 3. Juli bei Missunde stattfindenden Pionier-Uebung begeben. Am selben Tage wird der Kaiser von Eckernförde aus eine mehrwöchige Reise nach Norwegen antreten.

Im Reichstag stand am 21. dS. MtS. auf der Tagesordnung zunächst die erneute dritte Berathung der Vorlage über die Handelsbeziehungen zum britischen Reiche. Nach kurzen Bemerkungen des Abg. Broemel (frf. Vg.) und des Staatssekretärs Dr. Graf von Posa-

dowsky wurde die Vorlage mit großer Majorität fast einstimmig genehmigt. Es folgte dann die erste Lesung des NachtragS-Etats bezüglich des Erwerbs der Insel­gruppen der Karolinen, Palau und Marionen, sowie des Handelsübereinkommens mit Spanien. Nach einer langem Rede des Staatssekretärs des Auswärtigen, von Bülow, welcher die Vortheile des neuen Erwerbs über­zeugend barlegte und die Einwände bezüglich der Höhe des Kaufpreises widerlegte, wurde auch der Nachtrags­etat genehmigt. Darauf wurde die erste Berathung des Gesetzentwurfs zum Schutze des gewerblichen Arbeits- verhältniffes fortgesetzt. Staatssekretär Dr. Graf von Posadowsky, preußischer Handelsminister Brefeld und sächsischer Bevollmächtigter Fischer widerlegten eingehend die Einwände, welche an den ersten Berathungstagen gegen die Vorlage erhoben worden waren. Ihren ab­lehnenden Standpunkt legten die Abgg. Haußmann (dtsch. Vp), Rösicke (wilolib.), von Czarlinski (Pole) und Winterer (Elsaffer) dar. Darnach wurde die weitere Berathung vertagt.

Am Mittwoch nahm das Abgeordnetenhaus in zweiter Lesung nach den Anträgen der Kommissionen an: das Richterpensionierungsgesetz unter Streichung der Höchstalterszrenze, den Rachtragsetat und die Novelle zum Gesetz über die Abgaben'ertheilung bei neuen An­siedelungen. Dann wurde der konservative Antrag auf Annahme einer Novelle zum Rentengütergesetz berathen. Darnach sollen die Bestimmungen des Gesetzes auch auf die Errichtung von kleinen, nur aus Haus- und Garten­land bestehenden Grundstücken angewandt und zu diesem Zwecke für zwei Millionen an Rentenbriefen von der Regierung bis zum Jahre 1900 ausgeschrieben werden. Der Finanzminister, Dr. v. Miguel, sprach sich ent­schieden gegen den Antrag aus. Solche Bestrebungen müßten von den Kommunen unterstützt werden. Auf den VorwU'.f des Abg. Hitze (C'Ntr.), daß die Regierung nicht schon längst selbst die Initiative zu der Sache er­griffen hätte, erwiderte der Minister mit dem Hinweis auf die entgegenstehenden unüberwindlichen Schwierig­keiten. Sei es doch bisher unmöglich gewesen, eine ein­heitliche Bauordnung zu erhalten. Jedenfalls sollte man erst die Berathung über ein eventuelles ReichSwohnungS- gesetz abwarten. Von verschiedenen Rednern wurde der Antrag formell zwar beanstandet, von einer KommissionS- berathung desselben aber ein ersprießliches Resultat be­züglich der Arbeiterwohnungsfrage erhofft. Der Antrag ging an eine 14er Kommission. Am Donnerstage standen die zweite Lesung des Gesetzentwurfs über die Stellung des Kreisarztes und die Bildung von GefundheitS-Kom- miHionen sowie Petitionen auf der Tagesordnung.

Die mit der Vorberathung des Gemeindewahl- Gesetzentwurfs betraute Kommission des Abgeord­netenhauses hat die Lösung der ihr zugefallenen Aufgabe mit solcher Gründlichkeit in Angriff genommen, daß die Befürchtung nicht ausgeschlossen ist, ein Zustandekommen der Vorlage werde in naher Zeit sich überhaupt nicht erreichen lassen. Eine gewissenhafte und sorgfältige Prüfung der Unterlagen des Gesetzentwurfs, sowie der aus demselben sich ergebenden Konsequenzen ist selbstver­ständlich die Pflicht der Kommission, und wenn letztere in ihrer Sitzung am Dienstag den Beschluß gefaßt hat, die Regierung zur Vorlegung weiteren statistischen Materials aufzufordern und zur Berathung der ver­schiedenen Vorschläge eine Subkommission niederzusetzen, so darf man wohl annehmen, daß die Kommission bei diesem tieferen Eindringen in die gesummte Wahlrechts­materie einzig von dem Wunsch geleitet ist, der Wahl- rechtöresoun eine gesetzgeberische Gestaltung zu geben, die möglichst genau den sehr verschiedenartigen Bedürf- nissen und Ansprüchen der einzelnen Kommunen sich an- paßt. Ob das gelingen wird, muß aber als sehr zweifel­haft erscheinen, wenn man sich vergegenwärtigt, daß im vorliegenden Falle Ansichten und Wünsche sich geltend machen, die schlechterdings in einer einheitlichen Formel sich nicht zusammensassen lassen. Eben aus diesem Grunde hat die Vorlage daraus verzichtet, die unerläßlichen Ab­änderungen am Gemeindewahlrecht über einen unmittel-