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für das dritte Quartal 1899 werden noch von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriesträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

" Caffel, den 26. Juni 1899.

Im Anschluß an meine Verfügung vom 1. d. MtS. Sir. 3911 ziehe ich die dem ehemaligen Missionar Friedrich Schröder unter dem 8 v. Mts. Nr. 3285 ertheilte Erlaubniß zu Tellersammlungen bei Gelegenheit der Abhaltung von Missions- und Evangelisationspre- digten hierdurch endgültig zurück.

W An Herrn Christian Wagner zu Marburg.

* *

H Abschrift unter Bezugnahme auf meine Verfügung vom 1. d. Mts. Nr. 3911 zur Kenntnißnahme und weiteren Veranlaffung. (Nr. 4540.)

Der Ober-Präsident der Provinz Hessen-Nassau.

I. A : gez.: K e h l e r.

An den Herrn Negierungs-Präsidenten hier.

Caffel, den 30. Juni 1899.

Abschrift mit Bezug auf meine Verfügung vom 3. d. Mts. A. II. 6408 zur Kenntniß und weiteren f, ' Veranlassung. (A II. 7530).

b Der Negierungs-Präsideut. Trott zu S o l z.

11 An den Herrn Polizei-Präsidenten hier und an sämmt-

11 liche Herren Landräthe des Bezirks.

* -»- * Hersfeld, den 8. Juli 1899.

f- Wird den Ortspolizeibehörden und der Gendarmerie ; des Kreises mit Bezug auf das Ausschreiben vom 7. Juni d. J I. 3356, Kreisblatt Nr. 67, zur Nachachtung mit- ' getheilt.

- I. 4037. Der Königliche Landrath Freiherr von S ch l e i n i tz , Geheimer Regierungs-Nath.

Auf hoher Alm.

Erzählung ans den bayerischen Bergen von Friedr. Dolch.

(Fortsetzung.)

So?" murmelte der Alle mit fast unverständlicher : Stimme, denn er hatte eben einen tüchtigen Löffel voll ! Schmarren in den zahnlosen Mund geschoben.Giebt's net, meinst? Hexen und Truden giebt's net, und wohl auch keine Holzweibel und Wildsrauen, he? Und das G'jaid (wilde Jagd)--frag doch amal den Jager da, ob's so 'was net giebt? Ah, verzeiht'S, Herr, jetzt seh' ich erst, daß mir enker (euer) G'sicht ja ganz unbekannt is! Ich hab' enk noch nie g'seh'n, ös (ihr) seid's wohl noch net lang in unserer Gegend?"

»®ift seit a paar Woch'n," erwiderte der Jäger, der die ihm gegenüber sitzende wunderliche Gestalt schon lange mrt scharfen Blicken gemustert hatte.Also du bist der Wurzelgraber Veitl? Hab' schon von dir gehört."

Aber doch wohl nix Schlechtes?" entgegnete der ilite schnell, wobei er den Jäger mit seinen grünlich- schimmernden Augen mißtrauisch anzwinkerte.O du mein Herrgott, es giebt so viel schlechte, ausrichterische (verleumderische) Senf! Aber was könnten'S über a armes, altes Manu'l, wie ich bin, auch gar sag'n? I Höchstens, daß ich nebenbei auch noch Schnaps brenn' und ihn an die Jäger und Holzknechl' verschenk'. Diemal

Hersfeld, den 12. Juli 1899.

Der auf den 19. Juli d. Js. für Hersfeld angesetzte Vieh markt wird wegen der in letzter Zeit eingetretenen Weiterverbreitung der Maul- und Klauenseuche bezw. wegen der vielfach herrschenden Noth­laufseuche unter den Schweinen hiermit aufgehoben.

Die Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises wer­den angewiesen, solches alsbald auf ortsübliche Weise zu veröffentlichen.

J. I. Nr. 4105. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Nath.

Hersfeld, den 10. Juli 1899.

Die Schulstelle in U n tergeis wird infolge Pen­sionierung des jetzigen Inhabers v o m 1. Oktober ds. Js. ab frei.

Das Einkommen derselben besteht in 1000 Mk. Grund­gehalt und 150 Mk. Kirchendienstvergütung neben freier Wohnung und der Einheitssatz der Alterszulage beträgt 120 Mk.

Bewerber um die Stelle wollen ihre Meldungsgesuche nebst den erforderlichen Zeugnissen innerhalb 2 Wochen bei dem Unterzeichneten oder dem Königlichen Lokalschulinspektor Herrn Pfarrer Gamb in Obergeis einreichen.

Namens des Schulvorstandes:

I. 4067. Freiherr von Schleinitz,

Königl. Landrath, Geh. Negierungs-Nath.

Rotenburg a/F, den 6. Juli 1899.

Unter dem Nindviehbestaude des Bürgermeisters Banz zu Naßdorf ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Ueber sämmtliches Klauenvieh (Rindvieh, Schafe, Schweine, Ziegen), angespanntes Rindvieh einbegriffen, der Gemeinde Naßdorf ist Orts- und Feldmarksperre verhängt worden.

Der Landrath. T u e r ck e.

An das Königliche Landrathsamt in Hersfeld.

* * *

Wird veröffentlicht. Hersfeld, den 8. Juli 1899.

. 4032. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Nath.

Caffel, den 3. Juli 1899.

Der dem diesseitigen Bezirksverbande auf Grund des m r . 13 März 1878

Preußischen Gesetzes vom 2F^unM884 ^ Zwangs­

nehmen mir die Almerinnen auch 'was ab, nur 's Reserl von der Himmelalm hat noch um kein' Pfennig Schnaps von mir 'kauft, die leid't kein' in ihrer HüU'n."

Da hal's ganz recht," nickte Anselin.Ein junges Madel braucht kein' Schnaps; den hat der Teufel er­funden."

Meinst?" kicherte der Alle, sein Gesicht in gräuliche Falten ziehend.Oes seid's a G'spaßiger, ös! Ja, ja! Möcht's ös vielleicht auch kein' ? Dasselb' glaub' ich aber doch net recht! Alle Jager mögen ihn, da merd's ös doch keine AuSnahm' sein."

Ich trink' selten a Glas'l"

Ja, ja, öS seid's halt noch z'jung zu so 'was, die Alten wissen ein' guten Schnaps schon bester zu schätzen. JS net der Jagdg'hilf Lipp enker Kamerad? Der kommt oft zu mir in d'Hütten, und wenn's ös mir auch amal die Ehr' schenken wolll's, thät's mich rechtschaffen freuen."

Kann sein," erwiderte der Jäger, Teller und Löffel von sich schiebend.Vielleicht, wenn ich g'rad' amal zufällig bei dir vorbeikomm'." Er schaute aufmerksam in der Hütte umher und wandte sich von dem Alten, gegen den er bereits einen starken Widerwillen fühlte, ab.

Aber sauber schaut'S bei dir da Herin' aus, Madel," sagte er und trat zur Sennerin, die jetzt am Herde mit Geschirrspülen beschäftigt war.So blitzblank is das Geschirr gefegt, g'rad funkeln und leuchten thut alles! Und das schöne Kruzifix da im Herrgotiswinkel und die

erziehung überwiesene und von mir bei der Witwe des Töpfermeisters Daniel Josef Balzer zu Naumburg in Lehre untergebrachte Wilhelm Weißenberger aus Schwarz- bach, geboren am 6. Februar 1884, ist am 29. v. Mts. aus seiner Lehrstelle durchgebrannt.

Königliches Landrathsamt ersuche ich ganz ergebenst, nach dem Zögling umgehend Nachforschungen gefälligst anstellen, im Betretungsfalle ihn festnehmen und durch eine geeignete Civilperson, welcher ich neben den haaren Auslagen für Eisenbahnfahrt ein Tagegeld von 3 Mark und bei nöthig werdender Uebernachlung ein solches von 4 Mk. gewähren werde, der oben genannten Witwe wieder zusühren lassen zu wollen.

Von dem Geschehenen bezw. dem Ergebniß der Nach­forschungen bitte ich mich hiernächst gefälligst zu benach­richtigen.

Der Landes-Direktor. J. A.: v D e h n - N o t f e l f e r. An Königl. Landrathsamt zu Hersfeld. G. II. Nr. 1094.

* * *

Hersfeld, den 8. Juli 1899.

Wird den Ortspolizeibehörden und der Königl. Gen­darmerie des Kreises behufs Fahndung nach dem Ent- laufenen hierdurch mitgetheilt.

Im Betretungsfalle ist 2C. Naumberg in die Lehrstelle zurückzubringen.

I, 4034. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Rath.

Behufs Umbaues der Fahrbahn der Ulsterbrücke bei Buttlar muß der Fährverkehr auf derselben vom 18. Juli ab 4 Tage unterbleiben, der Fußverkehr kann auf­recht erhalten werden.

Ich bringe dies zur öffentlichen Kenntniß. Die Ge- meindevorstünde der AmtsgerichtSbezirke Vacha und Geisa haben ortsüblich die Sperre bekannt zu machen.

Der Verkehr wird über MofaBermbachBarsch gehen können.

Dermbach, am 7. Juli 1899.

Der Grobherzoglich Sächs. Bezirksdirektor. S ch m i t t.

In Abschrift an das Kgl. Landrathsamt in Hersfeld zur geneigten Kenntniß und Bekanntgebung. A. 3569.

* * * Hersfeld, am 10. Juli 1899. Wird veröffentlicht.

I. 4058. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Nath.

Caffel, den 3. Juli 1899.- Königliches Landrathsamt beehre ich mich unter

fein Heiligenbilder! Da drob'n auf'm Gesiell seh' ich gleich gar a paar Bücher und Schreibheft' auch noch und a wunderschöne Zither daneben. Bist vielleicht a gute Spielerin und Sängerin? Könnt' leicht sein, denn a Stimm' hast ja g'rad' wie a Glöckerl V

JS net so arg," lächelte das Mädchen geschmeichelt und errötend.Freilich, nach Feierabend setz' ich mich oft hin und spiel' und sing' a bist! Das is ja auch die einzig' Freud' und Erholung, die ich hab'."

Wenn's so is, mußt mir nachher ein bistioaS vor­singen. Möcht' dich gern einmal hören. Du kannst g'wiß allerhand schöne Lieder wie wär's, wenn 'omir das Lied vorsingen thät'st:Auf hoher Alm wohnt auch der liebe Gott" ? Heißt das, wenn du'S kannst"

G'wiß kann ich's," nickte das Mädchen,'s is mein Lieblingslied. Mit'm Abspülen bin ich gleich fertig, und wenn du derweil d'Zither herunterthun und ein bist stimmen möcht'st, könnt's nix schaden. Du kannst doch g'wiß auch umgeh'n damit?'

Ein bist schon," lachte der Jäger, die Zither her- unternehmend und auf den Tisch, den der Hütbube in­zwischen abgeräumt, legend.Ich kann's auch ein bist schlagen und singen, aber recht weit her is'S mit meiner Kunst net."

Einige Minuten später saß das Mädchen »m Tische, die Zither erklang, und die Töne schwebten durch die Hütte und hinaus in die stille Moudnachl. Nesei spielte