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Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 18. Juli 1899.

ameM Nach § 6 der Königlichen Verordnung vom 25. März 1887 betreffend die Einrichtung einer ärztlichen Standes- 2 ^)örtretung hat im November l. Js. eine Neuwahl der .^(Mitglieder der Aerztekammer stattzufinden und zu diesem (Fe Zwecke eine Liste der in jedem Regierungsbezirke wahl-

n ^berechtigten Aerzte 14 Tage öffentlich aufzuliegen.

dtl)a Gemäß Ersuchens des Vorstandes der Aerztekammer ~2in Gaffel wird diese Liste vom Sonnabend, den .^a22. d. Mts. a b 14 Tage lang in meinem Amts- ^-lokale öffentlich ausgelegt und kann dieselbe innerhalb s.. dieser Zeit und während der Dienststunden von den Be- Entheiligten eingesehen werden.

I. I. Nr. 4114. Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n i tz ,

Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 12. Juli 1899.

Die Herren Minister für Landwirthschaft, Domainen und Forsten und für Handel und Gewerbe haben den Herrn Amtsrichter N o ß b a ch hier zum stellvertretenden Vorsitzenden des für den Kreis Hersfeld bestehenden Schiedsgerichts ernannt.

I. I. Nr. 3827. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

^t Unter dem Rindvieh des Peter Hahn dahier ist die - Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

D? Rohrbach, den 17. Juli 1899.

$ Der Bürgermeister K r a p f.

Gefunden : ein Halstuch. Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstanss zu Gittersdorf.

Politische Nachrichten.

Von der Nordlandsreise S r. Majestät » ^' des Kaisers meldet ein Telegramm aus Molde vom D 16. d. M.: Da das Wetter sich gestern vollständig aus- 4 klärte, wurde die Partie nach Nomsdale unternommen; ^ die sttückkehr an Bord erfolgte Nachts 12'/., Uhr. An k Bord Alles wohl.

Auf hoher Alur.

Erzählung aus den bayerischen Bergen von Friedr. Dolch.

8 (Fortsetzung.)

A Das Mädchen hob die Schü'ze an die Augen, und x $ die Stimme versagte ihr. Aber sie nahm sich zusammen, ' W und nachdem sie einige Thränen abgetrocknet hatte, fuhr W sie gefaßter fort:

£Wir hab'n ein Häuserl g'habt drent' in Auskirchen, 11 mein Vaterl und ich, und in dem Häuserl haben wir II lange Zeit glücklich mit einander g'haust. Mein Vater is die meist' Zeit net daheim g'wesen; er war wochauö wochein drob'n bei der Holzarbeit in die Berg', und nur an die Sonntag' is er herunter'kommen und hat den a » Tag mit mir zu'bracht. In aller Früh' is er 'kommen, H Nachher hat er sein Feiertagsg'wand an'zogen und is mit mir in d'Kirchen 'gangen. Nach der Kirch'n hab' 6^ ich nachher ordentlich auf'kocht, und mei' Vaterl hat ^Zither g'spielt und schöne Liebeln g'sungen in bem $ Stuck hat ihm keiner net ankönnen. Mei' Vaterl war S «Ueweil gut ausg'legt und hat gern seine G'spaßeln w g'niacht mit gute Freund' und Bekannt'. Freilich, be- leidigt hat er kein Kind, denn er is a braver, seelen. : Jj^i st"ter Mensch g'wesen, und vom Streiten oder gar Raufen $ aus der Gassen oder im Wirthshaus is bei ihm nie die Red' g'wesen. Und doch ein' Fehler hat er g'habt, « und der hat ihn ins Unglück 'bracht! Er hat an die % Sonntag' auch gern lustige G'seUschaften in die Wirths- jt" v ü"d Brauhäuser ausg'sucht unb is dann net selten mit

Ihre Majestät die K a i s e r i n hat sich bei einem Ausflug in die Berge bei Bartholomae am KönigSsee eine Fußverstauchung zugezogen.

Ihre Majestät die Kaiserin ließ Sich bei der gestern in Reudorf in Schlesien stattgehabten Bei­setzung der ehemaligen Ober-Hofmeisterin der Kaiserin Augusta, Gräfin v. Perponcher-Sedlnitzky, durch den Vize-Ober-Zeremonienmeister, Kammerherrn von dem Knesebeck, vertreten und einen Kranz am Sarge nieder- legen.

Ihre Majestät die K a i s e r i n Friedrich ist mit dem Kronprinzen und der Kronprinzessin von Griechen­land gestern zum Besuche des Königs von Däuemark in Wiesbaden eingetroffen.

Eine Sonderausgabe desArmee-Verordnungsblattes" enthält folgenden K r o n b e f e h l an den Kriegsminister: Um das Andenken des so früh dahingeschiedenen C ä - farewitsch Georg Alexandrowitsch, Groß­fürsten und Thronfolgers von Rußland Kaiserliche Hoheit, zu ehre«, bestimme Ich hierdurch, daß die Offiziere des Ulaneu-Regiments Alexander 111. von Rußland (West- preußischen) Nr. 1, bei welchem der Verewigte ä la suite gestanden hat, acht Tage Trauer anlegen. Ich beauf­trage Sie, Vocstehendes der Armee bekannt zu machen. Trondhiem, an Bord Miner Jacht Hohenzollern, den 16. Juli 1899. Wilhelm.

Zu dem Beschluffe der Reichstagskommission, betreffend den obligatorischen Ladenschluß, schreiben dieBerliner Politischen Nachrichten":Nlit dem Be­schlusse der Reichstagskommission zur Vorberathung der Gewerbeordnungs-Novelle auf Einführung eines obliga- toiischen Ladenschluffes um 9 Uhr Abends geht es eigen­thümlich. Je eingehender sich die Preffe mit dem Be­richte der Kommission beschäftigt, umsomehr Organe gelangen zu der Ansicht, daß dieser Beschluß verfehlt und höchst unzweckmäßig sei. Es ist deshalb Aussicht vor­handen, daß, wenn der Reichstag im Herbst wieder zu- fammentritt, die öffentliche Meinung so ziemlich einig darin sein wird, der Beschluß müsse umgestoßen und der Vorschlag der verbündeten Regierungen wieder hergestellt werden. Die Vertreter der verbündeten Regierungen haben es in den Kommissionsberathungen an deutlichen Erklärungen darüber, daß der Kommissionsvorschlag un­annehmbar sei, nicht fehlen lassen: wenn die öffentliche Meinung ihnen Recht giebt, so ist das zum Ntindesten kein Grund, um von diesen E-klärungen zurückzutreten.

einer ordentlichen Ladung 'Heim'tommen. Das hat mir freilich viel Kummer g'macht und mir manche Zäher (Thräne) auS'preßt. Ich hab' ihn auch oft 'bitt' und hab' g'sagt:Vaterl, geh', bleib daheim bei mir, ich hol' dir ja z'lrinke» so viel du willst!" Aber es hat hilt alles nix g'holsen. Diemal is er ja daheim 'blieben, aber nachher is er grantig (mürrisch) g'wesen den ganzen Tag und z'letzt hat er sich halt doch unter allerhand Ausred'n wieder ins Wirthshaus g'schlichen.

Da an ein'm schönen Sonntag-Abend im Juni is's g'wesen is auf einmal das Unglück über uns herein'brochen. Der Vater is im Wirthshaus g'wesen, und ich bin recht traurig daheim g'sessen und hab' auf sein Heimkommen gewartet. Aber es is schon stockdunkel worden, und er is alleweil noch net 'kommen, und ich hab' mich g'rad' mit schwerem Herzen auszieh'n und niederleg'n woll'n. Da klopfl's auf einmal drauß'n an der Thür', und eh' ich nurHerein" hab' rufen können, is die Thür' schon aufg'flogen und a Nachbar ganz kreide­weiß Hereing'stürzt.Wis giebt'«?" sag' ich ganz er­schrocken,is a Unglück g'scheh'n?" *

A ganz schreckliche !" sagt d'rauf der Nachbar.Die Gruberin, die alt' Austragbäuern, is vor einer Stund' umgebracht und ausgeraubt worden!" Mir brech'n schier die Kniee bei der Nachricht, der Nachbar aber wischt sich den Schweiß ab und erzählt werter.Und den Mörder haben's auch schon!" sagt er und wirft mir dabei ein' ganz merkwürdigen Blick zuDie Bäuerin muß so um a zehne 'runr umgebracht worden sein, denn Senf, die vom Wirthshaus heim sind, hab'» um die Zeit noch

Es ist auch geradezu vom Standpunkte der Angestellten nicht zu verstehen, wie die Kommissionsmehrheit zu solchem Beschluffe gekommen ist. Wird der Ladenschluß auf 9 Uhr unbedingt festgelegt, so ist selbstredend jede Initiative der Ladeninhaber auf etwaige Einführung eines Schluffes vor dieser Stunde lahmgelegt. Denn wenn die Laden­inhaber von der Gesetzgebung so mit Mißtrauen behandelt werden, daß ihnen für die Bethätigung eines freien Willen« nur ein ganz knapper Raum bemeffen bleibt, so werden sie den Willen überhaupt nicht bethätigen, und den Schaden werden die Angestellten selbst haben. Außer­dem ist in dem Beschluffe der Kommission den lokalen und regionalen Verschiedenheiten nicht die geringste Rech­nung getragen, die Unterschiede unter den einzelnen Branchen sind nicht berücksichtigt. Kurz, es wäre nicht recht zu verstehen, wie die Kommissionsmehrheit zur Ein­fügung einer solchen Anordnung in den Gesetzentwurf gekommen ist, wenn man nicht wüßte, daß die Reichs­tagsmehrheit in den ersten neunziger Jahren daran ge­wöhnt war, die einschneidendsten Eingriffe in das ge­werbliche Leben durch Gesetze vorzunehmen und dem freien Ermeffen der Arbeitgeber überhaupt nichts zu überlassen. Nur aus dieser Gewohnheit ist die Fest­setzung des Ladenschluffes auf 9 Uhr zu erklären. Die verbündeten Regierun^ n aber haben völlig Recht, meMu sie den Weg der einseitigen und^mechanischen Reglemen- liiuug in der Sozialpolitik -verlassen haben und den Ver­schiedenheiten der Orte und Branchen Rechnung tragen wollen. Nur eine solche Sozialpolitik wird auf die Dauer gute Früchte tragen. Es ist denn auch zu hoffen, daß die Reichstagsmehrheit im Plenum den Beschluß der Komniission umstoßen und zu dem Vorschläge der ver­bündeten Regierungen zurückkehren wird."

Das Kirch engesetz vom 15. August 1898 über die AnstellungSfähigkeit und Vorbildung der Geistlichen wird laut Allerhöchster Verordnung vom 22. Juni mit dem 1. August d. I. in Kraft treten. Die hierzu er­lassene Instruktion vom 1. Juli b. I. wird in der neuesten Nummer (4) desKirchlichen Gesetz-Verordnungsblattes" veröffentlicht.

Bei der am Niontag stattgehabten Hauptwahl zur zweiten bayerischen Kammer erhielten von insgesammt 159 Mandaten das Centrum 83, die Liberalen 45, die Konservativen 4, der Bauernbund mit seinen verschiedenen Schatlirungen (südbayerische 6, un- terfränkische 2, mittelfränkifche 5), zusammen 13, die

; a Licht in ihrer Kammer geseh'n. Ung'fähr a Viertel- ! stund' d'rauf sind a paar Knecht' vom Gruberhof Heim- 'kommen, und die Hab'u ein' Alenschen mit ein'm Pack auf der Achsel aus dem AustragstübelFensterl der alten Grüderin hcraussteig'u und wie der Wind aufs Holz zu laufen seh'n. Hollah, haben sich die Knecht' denkt, das is a Einbruchdieb', da sind wir g'rad recht dazu 'kommen. Sie hab'n a paar Prügel vom Zaun 'brochen und sind dem Dieb nach. Der hat schwer zu tragen g'habt, und die zwei Burschen hätten ihn z'letzt auch noch erwischt, w nn net unglücklicherweis' 's Holz schon ganz nah' da g'wesen wär'. In das is er wie der Blitz hinein, aber die Burschen haben net ausgelassen sie hab'n ihn durch die Boschen (Büsche) brech'n höc'n und sind ihm alleweil näher und näher 'kommen. Auf einmal hab'n sie einen Pumperer g'hört und ein' Fluch und eine Stimm', und wie sie hiu'kommen find auf ein kleines freies Platz! mitten im Dickat (Dickicht), hab'n sie ein' großen Pack aus'm Moos lieg'n und ein Mannsbild vom Boden aufsteh'n seh'n. In der nächsten Sekunden haben's ihn auch schon 'packt g'habt, und auslassen haben'« ihn nimmer, obgleich das Mannsbild geschimpft und sie ge­fragt hat, was sie denn eigentlich von ihm wollten."

So weit is der Nachbar mit seiner G'schicht 'kommen, jetzt aber bin ich ihm in die Red' g'fallen und hab' voller Angst g'rusen:Und den's erwischt hab'n wer itz's um GotteswiU'n?" Da hat sich der Nachbar wieder den Schweiß ab'irocknet und hat dann g'sagt:Es bedeut't nix, erfahren mußt du'S ja doch dein Vater is's. sie hab'n" Ich hab' ein' Aufschrei 'than, und schwarz