Einzelbild herunterladen
 

' y"....... -~ : - - -'

Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.

Die Jusertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

Abvmremenlspreis vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg. exel. Postaufschlag.

---------- ----------

$i*0 Ufa 25. Juli

.i.,. ii i'. rr<,v ..i.ii; ..» .^^m.

1899.

Bestellungen auf das

für die Monate August und September 1899 werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, tandbrief- trägern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 21. Juli 1899.

Diejenigen Herren Ortsvorstände, welche noch mit Erledigung meiner Verfügung vorn 1. April d. Js., I. A. Nr. 1003, Kreisblatt Nr. 39, Einreichung einer Ab- schrist der Verhandlung über die Revision der Gemeinde­kasse betreffend, im Rückstände sind, werden mit Frist bis zum 31. d. M t s. hieran erinnert.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 21. Juli 1899.

Die 4 t e L e h r e r st e l l e in Schenklengsfeld wird

vom 1. August d s. Js. ab frei. Bewerber um dieselbe wollen ihre Meldungsgesuche nebst Zeugnissen ' innerhalb 10 Tagen bei dem Unterzeichneten oder dem ^ Ortsschulinspektor Herrn Pfarrer Barchseld in Schenk- - lengsfeld einreichen.

, Das Einkommen der Stelle besteht in 1100 Mark 1 Grundgehalt neben freier Wohnung und der Einheitssatz e der Alterszulage beträgt 130 Mk.

I. 4275, Namens des Schulnotstandes:

Freiherr von Schleinitz, N Königl. Landrath und Geh. Regierungs-Rath.

/ J Hersfeld, den 21. Juli 1899.

In Betreff der silbernen 20-Pfennigstttcke wird das r Publikum darauf aufmerksam gemacht, daß die öffent-

* lieben Kassen angewiesen sind, diese Münzen nicht wieder

zu verausgaben, soweit sie bei ihnen vorhanden sind oder

aus dem Verkehr eingehen. Es können diese Stücke auch über den Betrag von 20 Mark hinaus bei den Kassen in Zahlung gegeben oder zum Umtausch gegen ander; Reichssilbermünzen, Thaler oder Nickelmünzen eingeliefert werden, soweit die Bestände an solchen Münzsorten dieses zulassen.

3 l Nr. 4292. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 21. Juli 1899.

Im Anschlüsse an meine Verfügung vom 2l.Januar 1898 3 A. Nr. 97, im Kreisblatt Nr. 12, Verpflichtung der Gemeinden zur Bullenhaltung betreffend, weise ich die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des hiesigen Kreises hierdurch an, mir nach vorheriger genauer Fest­stellung alsbald und spätestens bis zum 30. d. Mts. berichtlich anzuzeigen, wie viel Kühe und deck- fähige Rinder am 1. Juli d. Js. in der betreffenden Gemeinde rc. vorhanden waren und wie viel sprung- fähige Bullen gehalten werden.

Für die Folge ist mir alljährlich bis spä­testens z u m 5. I u l i eine gleiche Anzeige zu er­statten bezüglich des Bestandes au Kühen und deckfähige» Rindern wie an sprungfähigen Bullen am 1. Juli des betreffenden Jahres.

Im Terminkalender ist dieserhalb alsbald bezüg­licher Eintrag zu machen. 4

I. L Nr. 4294 Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, _J_____Geheimer Negierungs-Rath.

Hünfeld, den 17. Juli 1899.

Nachdem in Neukirchen in 2 Ställen Maul- und Klauenseuche ausgebrochen ist, habe ich die Gemarkung gegen das Durchtreiben und Ausführen von Wiederkäuern und Schweinen sperren lassen. Aus den Ortschaften Rhina, Neukirchen, Mauers, Meisenbach, Müsenbach und Ovensachsen, in welch' letzterem 1 der Ansteckung ver­dächtiger Stier steht, ist ein Beobachtungsbezirk gemäß § 59a der Bundesrathsuistniktion gebildet

Der Landrath von S t e i n m a n n. An Königl. Laudrathsamt zu Hersfeld. I. Nr. 6077.

* * *

Wird veröffentlicht. Hersfeld, den 20. Juli 1899.

I. 4234. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs Rath.

Nichtamtlicher Theil.

Unsere 6ee^nfr«lk

Die Fortschritte unsers Seehandels seit 25, nament­lich seit 10 Jahren sind so gewaltig, unsere weltwirth- schastliche Bedeutung ist rasch so groß geworden, daß Deutschland von seinen Nebenbuhlern auf alles gefaßt sein muß. Man gebe sich darüber keiner Täuschung hin, daß die Engländer, wenn sie es nur irgend wagen können, bei erster Gelegenheit unserm Uebersee-Handel und unserer Export-Industrie den Todesstoß zu geben suchen werden. Die Reibungen mit Transvaal haben es handgreiflich gemacht, wessen wir uns von England zu versehen haben. Vergegenwärtigen wir uns, was für uns auf dem Spiele steht.

Im Jahre 1896 ist zum ersten Male während dieses Jahrhunderts die deutsche Flagge im Hamburger Hafen dem Tonnen Gehalt nach der englischen überlegen ge­wesen. Der ganze Spezialhandel (ohne Durchfuhr) be­trug mit England nur noch 1362 Millionen Mark gegen 2400 mit den überseeischen Ländern ; mit den Vereinigten Staaten allein betrug der Verkehr nahe an 1000 Mill. Mark. Aus dem äußerst umfangreichen und gewinn­bringenden Zwischenhandel, welchen England früher über See für uns führte, ist es fast verdrängt. Seit 1873 ist unser Verkehr mit England an Tonnenzahl nur um 88, im letzten Jahrzehnt um 35 Proz. gestiegen, dagegen nach Schweden um 97, Oesterreich-Ungarn um 341, Nordamerika 128, nach Mexiko, Mittel- und Südamerika um 317, nach Ostindien und Ostasien um 488, nach Australien um 475, nach Kapland um 270, nach der Levante um 2261 Proz. gewachsen. Kolonien hatten wir vordem nicht. Unsere Hochsee-Fischerei in der Nord­see, die früher den Engländern überlassen war, ist seit 1873 von 5100 auf 52 600 Tonnen gestiegen, also um mehr als das Zehnfache. Die Tonnenzahl des über­seeischen Handels-Verkehrs hat sich in Hamburg allein seit 25 Jahren verdreifacht, im Geldwerth verdoppelt.

Die hamburgifch-amerikanifche Dampferlinie und der norddeutsche Lloy) sind die größten Rhedereien der Welt geworden. Das Kapital der überseeischen Dampfschiff- fahrts-Aktieugesellschaften Hamburgs ist auf beinahe 900 Millionen Mark gewachsen Die Zahl unserer Dampfer hat sich in derselben Zeit mehr als versechsfacht, ihr Tonnengehalt mehr als verzehnfacht. Dazu haben wir

b s. n, 4.

e, iev m ie L Is­che er- >(16 »>g iüf lge ine en, ach f)t. ute rer ab- ?at

Auf hoher Alm.

> Erzählung aus den bayerischen Bergen von Friedr. Dolch.

(Fortsetzung.)

Das kann wohl sein," nickte der Jäger.Ich glaub', Affe haben alle zwei 'was Ordentliches ab'kriegt. No also, N i ht kann ich ja ganz ruhig hinuntergeh'n und meine Geschäften drunt' besorgen! Die zwei Schuft' denken vorerst g',viß net an'S Wiederkommen, und sollten'S doch | zum dritten Mal die Frechheit hab'n, so wird'S der Dama xfchon empfangen mit ein'm ordentlichen Bleigruß. So, und jetzt b'hüt dich Gott, und seit's vorsichtig ich v'uch' mich trotzdem recht ungern auf den Weg!"

Er schüttelte dem Mädchen die Hand, griff nach Büchse und Bergstock und entfernte sich mit zögernden Schritten.

Waldrande angelangt, wandte er sich noch einmal um und grüßte mit der Hand zurück, dann verschwand r hinter den Bäumen.

U.

08t.

lieh 1 in > u. ton,

f Am Spätnachmittage stieg Hallacher wieder den Berg- 4 , tn dein prachtvollen Hochmalde hinan, der sich hin- big zur Himmelalm. Mächtige dunkle Tannen , wie Riesensäulen rings über ihm empor, mauch- ' Uvu einigen uralten, herrlichen Buchenstämmen unter- Es war dämmerig, kühl und feierlich still im . r> der Wanderer vernahm fast nur den Hall feiner Schritte; manchmal fuhr ein Windstoß in die E ' 4 "übn Wipfel, daß sie rauschend und schwankend

einen tiefen, summenden Ton anstimmte», wie den Klang einer fern dröhnenden Orgel.

Plötzlich hielt der Jäger lauschend seinen Schritt an, dann nahm er rasch die Büchse von der Schulter und trat hinter einen der mächtigen Baumstämme. Einige Sekunden lang blieb er in dieser Stellung, dann warf er die Büchse wieder auf den Rücken und trat hinter dem Baume hervor. Droben auf einer Anhöhe aber wurde jetzt die Gestalt eines Mannes zwischen den Bäumen und Büschen sichtbar, der mit eingesetztem Berg­stock mehr laufend als gehend den Pfad herniederkam.

Das is ja d-r Wurzelgraber, der Veitl," murmelte der Jäger verwundert vor sich hin.Wo brennt's denn bei dem, daß er gar so rennt"

Jetzt war der Alte ganz nahe Herangekammen.JessaS, der Herr Jagdg'hilf!" schrie er, als er, aufschauend, den Jäger plötzlich dicht vor sich erblickte.Den schickt mir unser Herrgott in den Weg! Jager," fuhr er fort, auf den Erstaunten zustürzeud und ihn beim Arme packend, ein Unglück iS g'scheh'n, ein arg's Unglück, und ich hab' g'rad' Hinunterrennen woll'n inS Dorf um ein' Doktor"

Was sagst?" unterbrach ihn aber der Jäger, den eine schlimme Ahnung durchzuckte, hastig.Ein Unglück is g'scheh'n? Wo wem denn ?'

Laß dir nur verzähl'»," stammelte der Alte, sich dabei den Schweiß mit dem Rockärwel vom Gesichte wischend.Du weißt, meine Wurzerhütt'n, die steht gleich da drob'» aus',» Sonnenbühel, und net weit davon is ein kleines Brünn'l, das mir das nothwendige Wasser

liefert zu meiner Schnappsbrennerei. Gleich hinter dem Brünn'l aber geht eine steile Felswand in d'Höh'. Wie ich also vor kaum einer Viertelstund' hinausgeh' zum Brünn'l, um mir ein Schaffe! voll Wasser hereinz'holen, hör' ich auf einmal net weit weg in die Latschen drin' ein Kreischen und Achezen (Aechzen). No, denk ich mir, sollt' sich da am End' gar von der Himmelalm ein Stück! Vieh verlausen hab'n und abg'stürzt sein? Muß doch amal Nachschau'». Ich geh' hin, zwäng' mich durch die Latschen und wen, meinst, daß ich da lieg'» hab' seh'n in einer Blutlach'n und schauderli' zug'richt't? Das Aichbichler Resei"

Der Jäger stieß einen Schrei des Entsetzens aus. 's Resei!" rief er mit heiserer Stimme, während sein Gesicht Leichenblässe überzog.Jesus Maria, is das wirklich wahr?"

So wahr ich selig werd'n will?" beteuerte der Alte. Sie muß a Stückl Vieh, das sich verstieg'» g'habt hat, g'sucht hab'» unb dabei abg'stürzt sein, wenn net am End' gar"

Was? Red', red'," schrie der Jäger und faßte den Alten krampfhaft an der Brust.

Wenn das Madel net am End' gar herunterg'worsen word'n is vorn Felsen!" flüsterte der Wurzelgraber scheu. Wie ich's nämlich in meine Hütt'n trag'» und ihr das Blut ein bisl abg'wafchen hab', is sie auf a paar Augenblick' wieder zu sich selber 'kommen und hat g'i usen: Laß mich loS, du wirst mich doch net ganz um*'ringe« woll'n"