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Sr. 17.
itn. 19. August
1899.
Erstes Blatt.
Amtlicher Theil.
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Der Minister des Innern.
Berlin, den 19. Juni 1899.
Auf den Bericht vom 30. November 1898, I. 890. 11.
Wohnsitzbescheinigungen und andere amtliche Zeugnisse, welche zum Zweck der Benutzung beim Standesamts ausgestellt werden, bedürfen keines Stempels, da sie zu den auf die Führung der Standesregister bezüglichen Verhandlnngen gehören, welche im § 16 des ReichS- gesetzes vom 6. Februar 1875, R. G. Bl. S. 23, für stempelfrei erklärt werden.
In den Bescheinigungen oder Zeugnissen muß indessen angegeben werden, daß sie nur zu dem bezeichneten Zwecke bestimmt sind. Werden sie demnächst zu einem anderen Zwecke benutzt, so sind sie vorher mit Stempel zu versehen.
Berlin, den 12. Juni 1899.
Der Finanzminister.
Im Auftrage: gez. Dr. F e h r e.
Der Minister des Innern.
Im Auftrage: gez. von Bitter.
An den Herrn Regierungspräsidenten zu Potsdam.
Fin. Min. III. 7340. Min. d. Jnn. I. A 7235.
*
Abschrift übersende ich Ihnen zur Kenntnißnahme und weiteren Veranlassung.
In Vertretung: gez. Braunbehren S.
An den Herrn Ober-Präsidenten in Cassel.
* *
Cassel, den 28. Juli 1899.
Abschrift zur weiteren Veranlassung. Nr. 5500.
Der Ober-Präsident, gez. Z e d l i tz.
An den Herrn Regierungs-Präsidenten hier.
* * *
Cassel, den 5. August 1899.
Abschrift zur Kenntniß und weiteren Veranlassung.
Der Regierungs-Präsident. J. V. : F l i e d n e r.
An die sämmtlichen Herren Landräihe des Bezirks. * * *
Hersfeld, den 15. August 1899.
Vorstehendes wird den Herren Ortsvorständen des Kreises zur Nachachtung mitgetheilt. I. 4904. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, _______________________Geheimer Regierungs-Rath.
Hersseld, den 17. August 1899.
Die Vorstände der Landgemeinden des Kreises werden an die umgehende Eittreichung der durch meine Verfügung vom 9. d. MtS. vorgeschriebenen alphabetisch geordneten Verzeichnisse der Haushaltungsvorstände und Einzelnsteuernden erinnert.
Der Vorsitzende der Veranlagungs-Commission:
Freiherr von Schleinitz.
Cassel, den 7. August 1899.
Ew. Hochwohlgeboren ersuche ich ergebenst, durch das Kreisblatt oder in sonst geeigneter Weise das Publikum gefälligst darauf aufmerksam machen zu wollen, daß es sich zur Vermeidung von Weitläufigkeiten und zur Er- zrelung einer raschen GeschäslS Erledigung empfiehlt, in allen Eingaben an die Hessische Brandversicherungs-An- X i Hausnummer des Absenders oder desjenigen Gebäudes, um welches es sich handelt, anzugeben. In ^Uen, wo Die Straßen Namen führen, würde auch der Straßenname anzugeben sein.
Der Direktor der Hessischen BrandversicherungS-Anstalt. Knorz
Königlichen Herren Landräthe des Regrerungsbezrrks Cassel. $. IHa Nr. 4117.
* *
Hersseld, den 16. August 1899.
Wird veröffentlicht und werden die Herren Bürgermeister veranlaßt, die Einwohner ihrer Gemeinden entsprechend hierauf aufmerksam zu machen.
I. 4914. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Rath.
Hersfeld, den 17. August 1899.
Im Hinblick auf den Umstand, daß die Gefahr eines Brandunglücks um so größer ist, je mehr Nahrung dem ausgebrochenen Feuer sich bietet, veranlasse ich die Herren Ortsvorstände des Kreises, thunlichst darauf hinzuwirken, daß jetzt, wo nach begonnener Ernte, die Scheuern mit brennbaren Stoffen angefüllt sind, soweit möglich ein Jeder seine Vorräthe gegen Feuersgefahr versichert, damit im Falle eines Unglücks eine thunlichst erreichbare Ausgleichung des erlittenen Schadens stattfinden möge.
Ich mache hierbei ausdrücklich darauf aufmerksam, daß nach dem Erlaß des Herren Ober-Präsidenten vom 28. Februar 1878 (cfr. Kreisblatt Nr 20) die Abhaltung von Hauskollekten aus Anlaß von Beschädigungen durch Brand ebensowenig wie bei Hagelschlag genehmigt werden wird.
Gleichzeitig richte ich an die Kreisbewohner die dringende Mahnung, ein besonderes Augenmerk auf d i e fixere Aufbewahrung der Streichzündhölzer zu richten, damit namentlich unverständige Kinder nicht in deren Besitz gelangen und durch Spielen damit, wie schon oft geschehen, Feuerschaden verursachen. Die Herren Ortsvorstände wollen für thunlichste Bekannt- werdung des Gesagten Sorge tragen, und auch die Herren Lehrer hieraus Anlaß nehmen, in entsprechender Weise auf die Schulkinder einzuwirken.
J. I. Nr. 4991. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Nath.
Notenburg, den 12. August 1899.
Die Maul- und Klauenseuche in Raßdorf ist erloschen, weshalb die angeordnete Orts- und Feldmarksperre aufgehoben worden ist.
Der Landrath.
An das Königliche Landrathsamt in Hersfeld. ♦ * *
Wird veröffentlicht. Hersfeld, den 16. August 1899.
I. 4965. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.
Die Herbstkonferenz
des Bezirks Hersfeld H wird aus besonderen Gründen schon am Donnerstag, den 31. August c., präzis 10 Uhr in der hiesigen Schule abgehalten werden. Zu derselben labe ich die Herren Lokalschulinspekloren und Herren Lehrer ergebenst ein.
Schenklengsfeld, den 17. August 1899.
Barchfeld, KreiSschulinspeklor.
UichwmUichrr Theil.
tWto Kriessiitiiilfttr in Rennes.
Unter den aufregenden Vorgängen, die sich in den letzten Tagen während des Dreyfus-Prozesses in RenneS abgespielt haben, ist für uns der interessanteste die Bekundung des frühern Kriegsministers Mercier, daß Frankreich am 6. Januar 1895 nur einen Finger breit vom Kriege mit Deutschland entfernt gewesen sei. Zu Weihnachten 1894 war der Hauptmann DreyfuS wegen Verrathe« vom Kriegsgericht verurtheill worden. Die Pariser Presse fing an, die deutsche Botschaft in Paris in pöbelhafter Weise anzugreifen, als diejenige Stelle, an die Drepfus militärische Geheimnisse verrathen habe. Der
deutsche Botschafter Graf Münster erhielt den Auftrag, im Namen des deutschen Kaisers den Präsidenten der Republik, Casimir Psrier, zum Einschreiten gegen dieses Treiben zu veranlassen, so daß eine ministerielle Erklärung die falschen Gerüchte, als ob die Botschaft in die „Affaire" verwickelt sei, dementieren sollte. Die Unterredung zwischen Casimir Psrier und Graf Münster fand in den höflichsten Formen statt, der Präsident berief sich auf die Unver- antwortlichkeit und Machtlosigkeit seiner Stellung als Staats-Oberhaupt und versuchte mit Erfolg auf das Ministerium Dupuy im Sinne des berechtigten deutschen Verlangens einzuwirken. Die Angelegenheit wurde so beigelegt, daß eine offiziöse Note eine frühere Erklärung wiederholte, wonach keine der fremden Botschaften mit dem Dreyfus-Prozeß etwas zu thun habe.
General Mercier hat daraus eine Kriegsgefahr gemacht und den Richtern in RenneS geschildert, wie die Generale im Kriegsministerium eine Nacht lang vor einem deutschen Ueberfall gezittert hätten. In Wahrheit hat niemand in Deutschland an Krieg gedacht, und wahrscheinlich wäre Graf Münster, wenn das Ministerium nichts zum Schutze des Vertreters Seiner Majestät gegen blöde Angriffe gethan hätte, nicht einmal abberufen worden, sondern auf unbestimmte Zeit in Urla''b gegangen, d. h. man hätte sich mit der mildern Form der Bekundung eines diplomatischen Zerwürfnisse« begnügt.
Im Gegensatz zu Mercier hat Pörier in RenneS die Sache richtig dargestellt und hervorgehoben, daß der frühere Kriegsminister sie außerordentlich aufgebauscht habe. Wie Mercier zu seinen Uebertreibungen gekommen ist, begreift sich leicht. Indem er die damalige politische Situation als gefährlich darstellte, plädozierte er auf mildernde Umstände für sich selber, der zu den Hauptschuldigen an der ganzen Verwirrung zählt. Er hat, wie er selbst nunmehr einräumen mußte, die grobe Gesetzwidrigkeit begangen, den ersten Richtern über DreyfuS geheime Aktenstücke zustecken zu lassen, weil die Schuldbeweise nicht ausreichten, und eines dieser Aktenstücke, einen Bericht des berüchtigten Paly du Clam, sogar nachträglich vernichtet.
Casimir Psrier legte am 15. Januar 1895 die Präsidentschaft nieder. In Frankreich selbst wurde bisher vielfach geglaubt, daß er diesen auffälligen Entschluß hauptsächlich unter dem Eindrücke des Schrites des Grafen Münster gefaßt hätte. Man weiß jetzt, daß die Vorgänge am 6. Januar 1895 nur einen unter vielen Umständen bildeten, die dem damaligen Präsidenten die Ueberzeugung verschafften, daß er die Machtlosigkeit seiner Stellung nicht länger mit seinem ehrlichen politischen Gewissen vereinigen könne. Er wurde über die wichtigsten Staats-Angelegenheiten von den Ministern im Unklaren gelassen, von dem Dreyfus-Prozesse, den Gesetzwidrigkeiten des Kriegsministers Mercier zc. erfuhr er kaum mehr als ein gewöhnlicher Zeitungsleser.
Außer Mercier sind noch vier andere Kriegsminister als Zeugen aufgetreten und haben mehr oder weniger bestimmt für die Schuld des Dreyfus gesprochen. Aber mit was für geradezu läppischen Beweismitteln! Belauschte Hotel-Gespräche und ähnlicher Klatsch. Die Herren mögen ganz brave Soldaten sein, aber nicht mit Unrecht hatte Zola schon vor Jahr und Tag den General Mercier einen Schwachkopf genannt. Alle fünf gaben sich den Anschein, an ernste Verwicklungen mit Deutschland zu glauben, wenn es nicht bei der „abgeurtheilten Sache" bliebe. Wie thöricht das war, sieht jetzt alle Welt, da das ganze Geheimdossier wirklich keinen Schuß Pulver werth ist.
Politische Nachrichten.
Berlin, den 17. August.
Se. Majestät der Kaiser nahm gestern Vormittag in Wilhelmshöhe die Vorträge des Chefs des Militär- kabinets, Generals v. Hahnke, und des Chefs des Marine- kabinets, Kontreadmirals Frhrn. v. Senden-Bibran, entgegen. — Am Dienstag war der Botschafter Staats-