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Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.
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’ GratirbettaHSN: „Illustriere- SonntögiWatt" «. ,,3lluftrirH LanSWirthschuftLiehe Beilage".
' Nr. 7. Soiuictfiag Den Ä. Imar 1900.
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Amtlicher Theil.
Hersfeld, den 15. Januar 1900.
Die Mitglieder des „Zweig-Vereins vom Rothen Kreuz" werden hierdurch auf
|^ Donnerstag, den 25. -. Mts.,
I Nachmittags 4 Uhr in das Sitzungszimmer des Land- u| rathsamts dahier zu einer Generalversammlung eingeladen.
Auf der Tagesordnung steht:
1. RechnungSablage,
■ 2. Beschlußfassung über die Verwendung der Vereins- miltel und die Thätigkeit des Vereins im Falle einer Mobilmachung,
3. Mittheilungen über Vereinsangelegenheiten.
it Etwaige Anträge bezüglich sonstiger zur Berathung ei zu bringenden Gegenstände müssen spätestens Tags zuvor -, bei dem Vorsitzenden schriftlich eingereicht werden.
Der Vorsitzende
r r Freiherr von Schleinitz,
|4 Geheinier Regierungs-Rath.
Berlin, den 27. November 1899.
Aus dem Kreise der Kinderspielwaaren-Jndustrie ist | in letzter Zeit mehrfach über Erschwerungen Klage ge-
Gemeinsam Sterben.
Eine wirklich erlebte Geschichte. Von M. V.
(S ch l u 6.)
„Heirathen, Harri, das ist »ich vor uns Armen, das ist nur vor die Reichen. Wir Armen sind nur zum Unglück geboren, und mir giebt der liebe Gott über menschliche Kraft
;; Su tragen. Vielleicht macht ers in einer andern Welt wieder | Ü^ch. Was willst du noch von mir, Harri, was kann I bir noch geben? Du willst doch noch viele glückliche Tage durchleben I"
ib
»Sie sehen I" sagte der junge Thorade zu mir ge- i wendet.
Erstaunt schüttelte Schwester Michaels den Kopf: „Ich begreife Sie nicht, Fräulein Krüger, sagte sie. „Lassen Sie die Herrn so nicht sortgehen, sagen Sie doch ja!‘ dann wird ja alles noch gut werden!"
Aber Renate machte, wehmüthig lächelnd, eine abwehrende Bewegung und legte fid) erschöpft in die Kisten zurück.
eine
Zugleich öffnete sich die Thüre und da« röth- liche Haupt JonaS Sieberts schob sich langsam durch die Spalte. „Schwester Michaels, sorgen Sie dafür, daß das Fräulein Krüger nun endlich Ruhe hat," brummte er.
Wie er versprochen, zog Harald in der That in den »weißen Hirschen," den dem Krankenhause zunächst ge- legenen Gasthof. Ich traf ihn noch ein oder zweimal ouf der Straße, große Sträuße von Farren und Wald-
führt worden, welche dem Vertriebe der als Kinderspielzeug dienenden Bleisoldaten dadurch bereitet werden, daß diese Artikel wegen ihres Bleigehaltes von den Behörden als gesundheitSgefährlich beanstandet werden.
Der Herr Reichskanzler hat deshalb das Kaiserliche Gesundheitsamt zur Abgabe eines Gutachtens veranlaßt. Darnach sind im Allgemeinen Bleisoldaten in bemaltem Zustande als gesundheitSgefährlich im Sinne des Nahrungsmittelgesetzes vom 14. Mai 1879 nicht zu erachten und wird daher in der Regel zu einer Beanstandung vom gesundheitspolizeilichen Standpunkte aus kein Grund vorliegen. Das Gleiche wird von allen anderen zu Kinderspielzwecken bestimmten, bemalten Bleifiguren zu gelten haben.
Die mit der gesundheitspolizeilichen Ueberwachung des Verkehrs mit Kinderspielzeug beauftragten Behörden sind deshalb zur Verhütung einer unnöthigen Belästigung der in Frage kommenden Handels- und Jndustriekreise mit entsprechender Anweisung zu versehen.
Inwieweit etwa die vielfach als Kinderspielzeug im Gebrauch befindlichen Eß-, Trink- und Kochgeschirre aus bleihaltigen Metalllegierungen (Puppengeschirre, Kinderspielservice) zu gesundheitlichen Bedenken Anlaß geben, unterliegt zur Zeit noch der Untersuchung. Weitere Mittheilung bleibt vorbehalten.
Der Minister Der Minister der geist- Der Minister für Handel lichen, Unterrichts- des und Gewerbe, u. Medizinal - Angelegen- Innern.
I. A.: heilen. I. A.:
gez. Ho et er. I. A. : gez. F ö r st e r. gez.Stitzing. An die Herren Regierungs-Präsidenten und den Herrn Polizei-Präsidenten in Berlin.
Cassel, den 2. Januar 1900.
Abschrift zur Beachtung und Bekanntgabe an die Ortspolizeibehörden.
Der RegierungS Präsident. I. A.: von Schenk.
An die Herren Landräthe des Bezirks.
Hersfeld, den 15 Januar 1900.
Voi stehendes theile ich den Ortspolizeibehörden des Kreises zur Beachtung mit.
I 319. Der Königliche Landrath
Freiherr von S ch l e i n i tz , Geheimer Regierungs-Rath.
blumen in den Händen, die er von seinen Spaziergängen für Renate mit heimbrachte. Aber die bei mir hinterlegte Summe ging allmählich zu Ende, und sein Vater verweigerte, wiederholt auf Haralds Abreise dringend' weitere Zusendungen, Noch einmal bäumte sich der Trotz Haralds gegen „diese demüthigende Abhängigkeit", „diese brutale Vergewaltigung" auf. Er versuchte als Hülfsarbeiter bei einem Kaufmann und als Bogenschreiber bei einem NechtSanwalt seinen Unterhalt zu verdienen. Doch bald mußte er sich überzeugen, daß sein Verdienst den Betrag seiner GasthosSrechnung niemals erreichte. So nahm er denn eines Tages Abschied von Renaten. Ich war dabei nicht zugegen, hörte aber von Schwester Michaele, daß Harald sehr erschüttert gewesen sei und viel gemeint, Renate jedoch sich ruhig und gefaßt gezeigt habe. Sie erhielt in der nächsten Zeit zahlreiche Briese aus L., deren Inhalt mir nicht bekannt geworden ist. Auch sie erholte sich nach und nach. Es wurde ihr die Wohlthat schwacher Naturen zu Theil, daß sie schwerere Krisen verhältnißmäßig leichter überwinden, und sich ebensoschnell wieder aufzu- richten pflegen, als sie niedergebeugt werden
Als auch ihre Entlassung in Kürze bevorstand, ging mir von dem Senator Thorade ein Betrag von zehntausend Mark mit der Bitte zu, davon die Pflegekosten zu bezahlen und den Rest Renate» zur Erleichterung ihres weiteren Fortkommens einzuhändige». Auch war die kurze Bemerkung beigefügt, daß sein Sohn sich tags zuvor nach Rio Grande SanPedro eingeschifft habe.
Hersfeld, den 13. Januar 1900.
Der hiesige Geflügelzuchtverein beabsichtigt, noch vor Beginn der diesjährigen Brutzeit an mehreren Orten des Kreises Versammlungen abzuhalten. In denselben soll durch Vorträge das Interesse der Landbevölkerung für die Geflügelzucht geweckt und belebt werden. Auch praktisch wird der Verein- eingreifen, indem er, wenn auch anfänglich nur in beschränkter Weise, Bruteier von nur bewährtem Racegeflügel möglichst lastenfrei abgiebt. Spätestens am 1. April d. Js. werden hier in Hersfeld vier Vereins-Verkaufsstellen für Eier ins Leben treten. Um eine möglichst zahlreiche Betheiligung der Landbevölkerung hierzu herbeizuführen, können die Bewohner des Landes dem Verein als Theilnehmer gegen eine jährliche Beitragsleistung von 1 Mark beitreten und dann stets die zum Verkauf bestimmten Eier zu den höchsten Tagespreisen an eine ihnen zugewiesene Verkaufsstelle abgeben. Die Bewerthung der Eier geschieht nur nach Gewicht, um die Zucht besseren Geflügels anzustreben.
Ein weiteres Ziel des Vereins geht dahin, sobald die erforderlichen Mittel hierzu vorhanden sind, an mehreren Orten unseres Kreises Zuchtstationen einzurichten, welche wohl am besten zu einer Hebung der Geflügelzucht in der Umgebung solcher Gemeinden führen können.
Die Herren Ortsvorstände des Kreises veranlasse ich, die Interessenten in den Gemeinden hiervon in Kenntniß zu setzen und auf eine möglichst zahlreiche Betheiligung an den demnächst stattfindenden Versammlungen hinzuwirken.
J. I. Nr. 277. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Gefunden: eine Fahrradluftpumps. Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Unterneurode.
Nichtamtlicher Theil.
Set Krieg in M-frik«.
Wichtige Truppenbewegungen, aber noch keine Entscheidungsschlacht, das ist der Kern der vom Kriegstheater in Natal vorliegenden Meldungen. Das vorgestern in militärischen Kreisen Londons verbreitete Gerücht von einer neuen Niederlage BullerS muß, da es sich auf keinerlei authentische Quelle berufen kann und jeder amtlichen Bestätigung entbehrt, als bloßer Ausdruck der
„Ist es weit nach Rio Grande?" fragte Renate, als ich ihr, möglichst schonend, die Nachricht mittheilte. Ist die „Oldenburg ein gutes Schiff?" und, als ich beides bejaht hatte: „Sagten Sie zehntausend oder siebentausend Mark?"
„Zehntausend Mark!* wiederholte ich.
Bald darauf ersuchte mich Renate von B. aus, ihre Briefschaften und Andenken sowie das Geld an den Hausmann Gustav Krüger dort zu senden, bei dem sie sich eine Zeit lang aufhalten werde. Seitdem habe ich nichts wieder von ihr gehört.
Am KergaueUche».
Von G. R.
Ein hoher Herr soll einmal vor langem Jahren einen andern, weniger hohen Herrn, welcher von einer norb» afrikanischen Reise zurückkehrte, launig gefragt haben: „Sagen Sie mal, lieber R, haben Sie auch drüben einen Löwen geschossen?"
Da soll der weniger hohe Herr geantwortet haben; „Nein, E. K. H, die Löwen hatten leider gerade Schon- zeit!"
Das klingt jetzt noch wie ein Witz, demnächst soll« aber in einigen Kolonien zu tiefernster, jagdgesetzlicher Wahrheit werden. Während der Schonzeit hinwiederum ist den Löwen Viehraub und Menschenfreffen untersagt, denn eine Liebe ist der andern werth.
Lang, lang ist« her, da hielt ich mich theil« zum