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Grati-bellagen r „^Duftrirtes Ssnntagsblatt" *♦ „}Mrirtt lan-mirthschaftliche Beilage".
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1900.
Erstes Blatt.
Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt
mit den Gratisbeilagen „Jllustrirtes Sonntagsblatt"»«» „JÜnstrirte landtvirthschaftl. Beilage" für die Monate Februar und März 1900 werden von allen kaiserlichen poftanftalten, Landbriesträgern und von der Expedition angenommen.
Amtlicher Theil.
Berlin, bin 19. Dezeniber 1899.
Durch den in Gemeinschaft mit den Herren Ministern für Lmidwirthschast pp. und des Innern erhangenen Ersaß Dom 10. Juli d. Js. — M. 13145 — betreffeub die beim hiesigen Institut für Infektionskrankheiten eingerichtete Station für Schutzimpfungen fegest Tollwuth, ist mrtge- theilt worden, daß die Kosten Mr die zur Behandlung im Institut auszunehmeudeu Patienten sich pro Tag auf 1,50 M. für jedes Kind unter 12 Jahren, auf 2 M. für jeden Erwachsenen belaufen und daß nach diesen Sätzen 45 M resp. 60 M. im Voraus anzuzahlen sind. Nachdem es nothwendig geworden ist, diese Kurkostensätze vom 1. Januar 1900 ab auf 2 M. resp. 2,50 M. pro Tag zu erhöhen, bedarf es von diesen: Zeitpunkte ab auch der Einzahlung eines entsprechend höhere,: Kurkostenvorschusses, der sich danach auf 60 M. resp. 75 M. belauft. Hiernach sind die Beträge Seite 4 des Eingangs erwähnten Erlasses sowie in der Anmerkung 14 des demselben beiliegenden Znweisungs-Attestes abzuändern.
Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten.
In Vertretung, gez. B a r t s ch.
An die Herren Regiernilgs-Präsidenten und an den Herrn Polizei-Präsidenten zu Berlin.
* *
Cassel, den 2. Januar 1900.
Abschrift in: Anschluß au die diesseitige Verfügung vom 17. August v. Js. A II 8688 zur Kenntniß und weiteren Veranlassung
Der Regieruugs-Präsideut. I. A.: S ch e n k.
Au den Herrn Polizei-Präsidenten hier und die sämmtlichen Herren Laudräthc des Bezirks. A ll 14508.
* *
Hersfeld, den 31. Januar 1900.
Wird mit Bezug auf das Ausschreiben von: 4. September 1899 I [' Nr. 5336 (Kreisblatt Nr. 115) ben Ortspolizeidchörden des Kreises zur Kenntniß gebracht. I 320. Der Königliche Landrath
Freiherr von S ch l e i n i tz, Geheimer Regierungs-Rath.
HerSfeld, den 31. Januar 1900
Die Rechnungen der Mitglieder der Boreinschätz- unftskommission über Reisekosten und Tagegelder, sowie über Bersäumnistgebühren für Mitwirkung bei der Voreinschätzung für 1900 sind auf die hiesige königliche Kreiskasse (Marktplatz Rr. 108) zur Zahlung angewiesen. Die Beträge sind alsbald auf dieser Kasse in Empfang zu nehmen.
Die Gemeindevürstäude wollen die betheiligten Personen sofort benachrichtigen.
Der Vorsitzende der BeranlagnugSkommiffion:
Freiherr von Schleinttz.
Im Laufe bes Monats Januar b. I«. sind dahier ivlgende Jagdscheine ausgefertigt worden:
A. Jahresjagdscheine:
a) entgeltliche:
1. am 2/1. für den Königlichen Hauptmann Herrn Riffen dahier;
2. „ 13/1. „ „ Herrn August Kämmerer in Nippe Gemeinde Röhrigshöse;
3. „ 16/1. „ „ ApothekerHerrn Adolf Drube dahier;
4. „ 17/1. „ „ Tuchsabrikanten Herrn Friedrich Nechberg dahier;
b) unentgeltliche: Nichts!
B. Tagesjagdscheine:
5 am 17/1. für den Oberleutnant Herrn Dojmi di De- lubie dahier.
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Wird der Vorschrift gemäß hierdurch veröffentlicht. Herssesd, den 1. Februar 1900.
Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Gefunden: ein Osfiziersäbel. Meldung des Eigen- thümers bei dem Ortsvorstand zu Friedlos.
Nichtamtlicher Theil.
In Krieg in Mafrika.
Mit der weiteren Verlustliste: 139 Todte, 392 Verwundete, 63 Vermißte, ist der englische Verlust am Sptonskop auf 220 Todte, 650 Verwundete und 101 Vermißte angewachsen. Da nun nach den Burennach- richt-n 150 Mann auf einem Fleck gefangen wurden, so wird man erwarten können, daß noch recht beträchtliche Ergänzungen zu den bisher gemeldeten Verlusten kommen werden. Die Burenverluste betragen 53 Todte und 120 Verwundete.
Die Depesche, in der Buller die Räumung des Spion- kops als lobenSwerthe That hinstellt, lautet ausführlich: „Oberst Thorneycroft war der Offizier, welcher den Rück- zug vom Spionskop anordnete. Ich bin es ihm schuldig, zu erklären, daß, wie ich glaube, seine persönliche Tapferkeit unsere Truppen aus einer schwierigen Lage gerettet hat, und daß er unter einem Verlust von mindestens 40 Prozent die Vertheidigung mit Umsicht, Muth und Ge- schicklichkeit den ganzen Tag über leitete. Es trifft ihn meiner Ansicht nach nicht der geringste Tadel für den Rückzug, und ich finde seine Haltung im Gegentheil über jedes Maß erhaben." Das klingt sehr gut! — Nach einer Reuter-Meldung sollen die Buren jetzt eine neue Methode vor Ladysmith anwenden wollen.
London, 1. Februar. Der „Times" wird aus Lourenyo Maiquez vom 30. Januar gemeldet: Aus Transvaal hier eingelaufenen Meldungen zufolge ist man dort davon überzeugt, daß e« nutzlos sei, einen Sturmangriff auf Ladysmilh zu versuchen und die wirkungslose Beschießung fortzusetzen. Das Knegsdepartement der Buren hat daher beschlossen, die Taktik auf diesem Punkt zu ändern. Große Mengen von Holz und Sandsäcken und Hunderte von Koffern werden von Johannesburg und Piütoria abgesandt, da man beabsichtigt, den Klip- river einige Meilen unterhalb Ladysmith abzudämmen. Man hoffe aus diese Weise eine Überschwemmung in der Stadt herbeizuführen und die Soldaten sowie die Einwohner aus den Kasematten und Kellern zu vertreiben, so daß sie dann dem Geschützfeuer mehr au«> gesetzt sind.
Uebei die Vorgänge auf den übrigen Kriegsschauplätzen herrscht völliges Schweigen; nun wird gemeldet, daß die Buren 300 britische Unterthanen in Barkley West zum Kriegsdienst einberufen haben. Die Nachricht von der Zerstörung des Hauptarsenats in Transvaal wird aus Brüffel dementirt.
Ueber die englischen Rüstungen wird gemeldet, in Aldershol sei unerwartet der Befehl eingetroffen, daß die
4. Kavalleriebrigade sich zur sofortigen Einschiffung bereit halten soll.
London, 1. Februar. Der Gesammtverlust BullerS seit der ersten Ueberschreitung des Tugela wird auf 301 Todte, 1584 Verwundete und 130 Gefangene berechnet; doch dürste die Ziffer noch zu niedrig sein.
London, 1. Februar. Einer Drahtung der „Daily News" zufolge bauen die Buren auf der Kopje westlich von Stormberg, das die Eisenbahn von Steynsburg beherrscht, ein Fort, um dem Angriff auf dieser Seite zu begegnen.
Politische Nachrichten.
S e. Majestät der Kaiser hörte gestern Vormittag noch den Vortrag des Kommandanten des Hauptquartiers, Generaladjutanten, Generals der Infanterie v. Pleffen in Kriegsspielangelegenheiten. — Zur Mittags- tasel waren keine Einladungen erlassen. — Im Laufe des Nachmittags erledigte Se. Majestät der Kaiser Regierungeangelegenheiten und sah nach der Abendtafel zum Thee den Vizeadmiral Frhrn. von Senden-Bibran und den Marinemaler Martina bei Sich. — Heute Morgen unternahm Se. Majestät der Kaiser in Begleitung Ihrer Majestät der Kaiserin den gewohnten Spazier- gang durch den Thiergarten, hatte dann eine Rücksprache mit dem Staatssekretär des Auswärtigen^lmtS, StaatS- minister Grafen v. Bülow im Auswärtigen Amt, hörte von 10 Uhr ab die Vorträge des Generalinspekteur» der Kavallerie, General» der Kavallerie Edlen von der Planitz, des Kriegsministers, Generals der Infanterie v. Goßler, und des Chefs des Militärkabinets, Generaladjutanten, Generals der Infanterie v. Hahnke. Um 12 Uhr nahm Se. Majestät der Kaiser die Rapporte von den Kommandeuren der Leibregimenter entgegen und darauf eine große Anzahl militärischer Meldungen, darunter diejenigen des Generalinspekteurs der Fußartillerie, General« der Artillerie Edlen von der Planitz, des kom- mandirenden Generals des 5 Armeekorps, Generals der Infanterie v. Stülpnagel, des Generals der Infanterie v. Biodowsky, Gouverneurs von Ulm, und des Generalmajors Brinkmann, Präses der Gewehr-Prüfungskommission.
Am Mittwoch wurde im Reichstag die Berathung des Post-Etats fortgesetzt. Bei dem Ausgabe-Titel „Besoldungen her Sekretäre und Assistenten" erhob sich Streit um Nachzahlung von Gehältern an gewisse aus dem Stunde der Militäranwärter Hervorgegangene Postbeamte. Der antisemitische Abgeordnete Vielhaben beantragte die Zurückverweisung bes erwähnten Ausgabe-Titel« an die Budget-Kommission. Vom Staatssekretär v. Podbielski sowohl wie von ben Abgg. von Kardorff (Rp ), Gras Oriola (natl.) unb Paasch (natl.) wurde Unmöglichkeit einer solchen Umgehung bes Etats dargethan. Der Antrag Vielhaben wuide schließlich abgelehnt und der be- lreff nde Etatstitel unverändert genehmigt. Eine Debatte von allgemeinen» Interesse entspann sich dann noch über die Wohnung« Verhältnisse der Unterbeamten. Die Abgg. Werner (dtschs. Rp.) und Darbach (Eentr.) empfahlen der Postverwaltung die Errichtung eigener Gebäude für ihre Unterbeamten. Der Staatssekretär gab die Nothwendigkeit und Ausführbarkeit dieses Gedanken« nur für die ländlichen Bezirke zu, sprach sich aber zur Zeit gegen die Kasernierung der Unterbeamten in den Städten aus.
Am Mittwoch wurde im Abgeordnetenhaus der Etat der Forstverwaltung berathen. Die Abgg. v. Mendel-Steinfels (konf.), Pappritz (konf.) und Genosse» beantragten in den Etat ausreichende Beiträge zur Förderung der bäuerlichen Forstwirthichaft einzustellen und diese Beträge »ach Bedarf den Landwirlbschast« Kammern zu überroeifen. Die Antragsteller begründeten den Antrag mit der zunehmenden Verwüstung unsers Waldb. litzes. Auch die Abgg. Meyer-Riemsloh (Eentr.), Goerdeler (freikons.), Wamhoff (natl.), v. Sande» (natl), v. Heece- man (Eentr.) und Silbers (freikons) hielten Maßregeln gegen die Verwüstung für erforderlich und unterstützten