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Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.

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GratirbettaKen rIUrrslrirtes Sonnragsblatt ' E^Uuftrirte landtvirthschafLSiche Beilage'.

St. 15. Ilkllftlig Den 6. getaut 1960.

Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen Jllustrirtes Sonntagsblatt"» Jllustrirte laudwirthschaftl. Beilage" für die Monate Februar und März 1900 werden von allen kaiserlichen Poftanftalten, tandbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 31. Januar 1900.

Den Herren Ortsvorständen der Landgemeinden des hiesigen Kreises wird hierdurch mitgetheilt, daß das Formulaipapier zu den Nachweisungen über die an ein­gezogene Rekruten vorschußweise zur Auszahlung gelangten Marfckgebührnisse (Muster 0 Beilage 12 der Marschgebührnißvorschrift), welches einige Aenderungen erfahren hat, künftighin von der L. Funk'schen Buch­druckerei hierselbst bezogen werden kann. Die etwa noch vorhandenen Formulare der bisherigen Zahlungsan­weisung können vorher aufgebraucht werden.

II. 68. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Infolge der Bereinigung sämmtlicher Schiedsgerichte der Jnvaliden-Versicherung und der am hiesigen Orte bestehenden Schiedsgerichte der Unfallversicherung zu einem gemeinsamen Schiedsgericht haben die Herren Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten, für Handel und Gewerbe ynb des Innern vom 1. Januar k. J. ab:

a. den Regierung» Assessor Freiherr v. Dörnberg dahier zum Vorsitzenden der Schiedsgerichte:

1. der Invalidenversicherung für den Regierungs­bezirk Cassel und da» Fürstenthum Waldeck,

2. der Pensionskasse für die Arbeiter der Preußi­schen Staat»eisenbahnverwaltung Direktionsbezirk Cassel,

3. der landwirthschaftlichen Unfallversicherung für die Kreise Cassel Stadt und Land,

Aus Kanne. Roman von M. H e y.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Du sängst schon wieder an zu schulmeistern," ver­suchte Alfred zu scherzen.Spare Dir das für Deinen gräflichen Zögling, den Du nun bald in'» Gebet nehmen kannst, Komm, laß uns noch einen kleinen Spaziergang machen. Ich glaube, wir bedürfen beide der Erholung oder der Zerstreuung."

VIII.

«®a6 ist nicht» für meine frische Landpflanze," sagte der Pfarrer am-Montage früh zu seiner Tochter Elsbeth, i" der That müde und angegriffen aussah.Diese Gesellschaften der Großstädter verwirren Kopf und Ge­müth. Ich habe Dich noch nie so verändert gesehen, meine Elfe.

O, Väterchen," lächelte sie, e» war doch so schön; ick habe nur noch nicht recht auSgeschlasen, aber (ch will hinaus in den Garten, die frische Lust wird mir gut thun."

Mit leichten Schritten eilte sie davon, in Wahrheit um ungestört ihren Gedanken nachhängen zu können. Es war eine merkwürdige Veränderung mit ihr vorge- gangen, seit sie Alfred mehrmals gesehen. Anfang« war sie sich selbst nicht recht klar über ihre Gefühle; seit gestern aber wußte sie, daß sie ihn liebe und daß es ihre

4. der staatlichen landwirthschaftlichen Unfallversiche­rung für den Regierungsbezirk Cassel mit Ausnahme des Kreises Rinteln,

5. für die Regiebauten des Bezirksverbandes des Regierungsbezirks Cassel,

6. für die für Staatsrechnung verwalteten Eisen­bahnen des Direktion-bezirks Cassel,

7. für die Sektion V. der Hessen-Naflauischen Bau- gewerks - Berufsgenossenschaft unter Beibehaltung des Amtes eines Vorsitzenden der Schiedsgerichte,

8. für die Sektion V. der Papierverarbeilungsberufs- genossenschast,

9. für die Sektion III. der Lederindustrieberufs- genossenschast,

10. für die Sektion XVIII. der Fuhrwerksberuss- genoffenschast,

b) den RegierungS-Assessor v. Bergen dahier zum stellvertretenden Vorsitzenden der unter Nr. 1 bis.6 be­zeichneten Schiedsgerichte unter Beibehaltung seines Amtes als stellvertretender Vorsitzender der unter Nr. 7 bis 10 bezeichneten Schiedsgerichte und

c) den RegierungS-Assessor Luduvici hierselbst zum weiteren stellvertretenden Vorsitzenden aller vorbezeichneten Schiedsgerichte ernannt.

Cassel, am 31. Dezember 1899.

Der Negierungs-Präsident. Trott zu S o lz.

Es wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Gewerbeaussichtsbeamten des Regierungsbezirks bestimmte Sprechstunden für Arbeitgeber und Arbeitnehmer festge­setzt haben und zwar:

der RegierungS- und Gewerberäth zu Cassel (Regie- rungSgebäude I. Stock Zimmer 23), Montags, Vor­mittags 11 bis 12'/2 Uhr,

der Gewerbe-Inspektor zu Cassel (Bureau Emilien- straße 1) an jedem Isten und 3len Sonntag im Monat, Vormittags von 8 bis 9*/t Uhr und Sonnabends Vor­mittags von 9 bis 12 Uhr,

der Gewerbe-Inspektor zu Fulda (Büreau im Schloß) an jedem Isten und 3tc» Sonntag im Monat, von 8 bis 9'(2 Uhr Vormittags und an jedem 2teu und 4ten Montag im Monat, Nachmittags von 4 bis 8 Uhr,

der Gewerbe-Inspektor zu Eschwege (Büreau Bahn- hosstraße 24) an jedem Iten und 3ten Sonntag im Monat, von 8 bis 9*/., Uhr Vormittags und an jedem 2ten und 4ten Montag im Monat von 8 bis 11 Uhr Vormittags,

höchste Seligkeit sei, ihn zu sehen. Und wiederum wurde ihr so beklommen um's Herz sie konnte nicht recht froh werden in dem Gedanken, ihm anzu- gehören.

Da» kommt daher," beruhigte sie sich selber,weil Vater und Mutter nichts davon missen, doch ich kann ihnen mein Geheimniß nicht auvertrauen. Was sollte ich ihnen sagen ? Bin ich denn seine Braut ? Ja, ich bin es, denn er liebt mich, wie ich ihn ; aber gefragt hat er mich nicht, ob ich auch sein Weib werden möchte. Doch das muß er ja zuerst mit den Eltern besprechen, und gewiß, er wird bald kommen, und dann, dann will ich es in die weite Welt hineinjubeln, dann will ich mein Glück den Vöglein erzählen, dann sollen es Alle, Alle erfahren."

Tag« daraus kam der Justizrath mit Alfred nach Eibendarf, um sich nach dem Befinden der Familie zu erkundigen.

Die Räthin ließ sich entschuldigen, daß sie nicht wohl sei.

Elsbeth war Alfred mit hochklopfendem Herzen ent- gegcngegangeu; er selber war etwa« verlegen bei ihrem Anblick, doch fragte er in höflicher Weise, wie es ihr ginge.

Elsbeth schaute ihn verwundert an; es war ein an­derer Ton, indem er heute sprach, als ber, den sie zu­letzt gehört und der noch immer wie Musik in ihre» Ohren klang

Die Pfarrer in war aufmerksam aus jede« Wort Alfreds.

bei vorheriger Vereinbarung auch an anderen Tagen und anderen Stunden.

Soweit die Königlichen Gewerbe - Inspektoren mit Bestimmtheit ihre Anwesenheit in anderen industriereichen Kreisstädten ihres Bezirkes zeitig genug voraus bestimmen können, werden sie auch bei ihren Dienstreisen den Arbeit­gebern und Arbeitern an diesen Orten Gelegenheit zu Be­sprechungen geben.

Zu dem Zweck/ werden die Königlichen Landräthe rechtzeitig in dem betreffenden Kreisblatte Tag, Stunde und Ort, wo diese Sprechstunden stattfinden können, be­kannt geben.

Cassel, am 14. Januar 1900.

Der Regierungs-Präsident. J. V.: v. Bremer,

Hersfeld, den 5. Februar 1900.

Aus Anlaß eines Spezialfalles nehme ich Veranlassung, die Herren Ortsvorstände des Kreises hierdurch nochmals auf das Ausschreiben vom 28. Dezember vor. Js. I. L Nr. 7804, Kreisblatt Nr. 152, hinzuweisen, wonach Quittungskarten alten Musters nachdem 1. Januar 1900 für bie Ausstellung, den Umtausch und die Erneuerung von Quit" tungS-Karten nicht mehr verwendet werden dürfen.

Der Vorrath von alten unbrauchbaren Karten aus dem Vorjahr ist hiernach zu vernichten; neue Quit­tungskarten sönnen von hier aus bezogen werden.

Die bestellten Formulare zu Rentenquittungen :c. werden in Kürze abgesandt werden.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz,

Geheimer Regierungs-Rath.

Nichtamtlicher Theil.

Set Krieg in Suönfriffl.

Man glaubt jetzt in Londoner Kreisen thatsächlich, daß Buller noch eine» Versuch zum Entsatz von Ladysmith machen werde. Die Ansicht gründet sich auf Telegramme der Berichterstatter in Natal. DerMorning Post" kabelte Churchill:Man braucht um Ladysmith keine direkten Sorgen zu haben. Obwohl die Kavalleriepferde voraussichtlich leiben werden, Männer wie White, Hunter und Hamilton werden niemals (?) kapitulieren. General

Es war ihr nicht entgangen, wie er Elsbeth amGesellschaftS- abend bevorzugt hatte, und sie halte sich vorgenommen, ihm keine Gelegenheit zu lassen, mit dem Mädchen allein zu sprechen.

So kam es den», daß nach einiger Zeit die Herren sich wieder empfahlen, ohne daß die jungen Leute ein einziges Wort allein untereinander hätten wechseln können.

Wir haben heute Eile," erklärte der Justizratb, meine strenge Frau Gemahlin hat uns heule Abend zum Thee befohlen bei der Gräfin, die heute Morgen ein» getroffen ist, und der sie uns nun durchaus vor­stellen will.

Alfred empfahl sich von Elsbeth mit einen Hände- druck. Sie zitterte, als sie ihre Hand in die seinige legte, er bemerkte und schaute sie mit seinem durch­dringenden Blick a», daß ihr das Blut in die Wangen schoß. Er wollte ihr ein paar Worte zuflüstern, aber der Justizrath war schon in den Wagen gestiegen und rief ihm zu; Alfred stieg ein und fort gingS im scharfen Trab.

Er wird gewiß an den Vater schreiben," tröstete sich Elsbeth,er hatte heute auch gar keine Gelegenheit, so etwa« zu besprechen. Ach wen» ich nur bald da« Geheimniß von meinem Herzen los würde, es erdrückt mich fast," rief sie seufzend.

IX.

Der Samowar dampfte in dem eleganten Wohnzimmer