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Erscheint wöchentlich drei Mal Dien-tag, Donnerstag und Sonnabend.
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Die Jusertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeilt 10 Pfg-, im amtlichen Theile 15 Pfg.
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Gratisbeilagen: „SUnftrirtes Senntagsblatt" «. „Sünftrirte lanvwrethschaftNche Beilage
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Sonntag Iti 5. Wril
1900
Gestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen „Mustrirtes Somitagsblatt"««» „Jllnstrirte landivirthschaftl. Beilage" für das zweite Quartal 1900 werden von allen Aaiserlichen poftanftalten, Landbriefträgern und von ^er Expedition angenommen.
Amtlicher Theil.
Hersfeld, am 3. April 1900.
Die Herren Bürgermeister des Kreises haben die ihnen in best nächsten Tagen zugehenden Losungsscheine für die in ihren Gemeinden befindlichen Militairpflichtigen denselben alsbald ariSzuhändigen und da» beigefügte Verzeichniß, nachdem der Empfang der LosungSscheiae aus demselben bescheinigt ist, ungejäumh an mich zurück zu senden.
J. H. 1310. Der Königlich« Landrath
Freiherr von Schlelnitz, Geheimer RegierungS-Rath.
Nichtamtlicher Theil.
Das neue^nvalibeimerfic^erungs* Gesetz.
(Fortsetzung.)
7. Die Altersrente nach dem neuen Jnv.-Vers.- Gesetz und die Anmeldung der Ansprüche aus Invaliden- und Altersrente.
Altersrente erhält der Versicherte, welcher
1. das 70. Lebensjahr vollendet und
2. eine Wartezeit von 1200 Beitrag-wochen zurück- gelegt hat.
Auch zu der Altersrente gibt das Reich einen jährlichen Zuschuß von 50 Mk. Dex^ von der Versicherungsanstalt auszubringende Theil beträgt
Eine Spielschuld.
Erzählung von M. C o l l i n ».
(Fortsetzung.)
Dann erzählte er von seinem Besuche bei Rex Har, burton, wie er dort in Versuchung geführt worden, wie er dieser erlag, weil er seinen Schm erz um ihren Verlust betäuben mußte, wie er eine bedeutende Summe ver- lot und jetzt am Rande der Abgrundes stehe; er erzählte i^r von der Angst und Verzweiflung seiner Mutter und endlich mit stockender Stimme von Drusilla« Liebe. 8116 er ihr aller, alles gebeichtet, brach er in die leidenschaftlichen Worte au«:
„Lilli, ich kann ohne dich nicht leben I Komm', flieh mit mir, und ich will alle Brücken hinter mir ab» brechen!"
„Nein!" entgegnete sie fest. „Wir dürfen nicht an uns allein denken, denke an den Schmerz unserer Eltern ! Auch mußt du deinen Wortbruch sühnen. Du sagst mir, daß es sich um eine Ehrenschuld handelt, die bezahlt werben muß Wenn du fliehst, würdest du wie ein Feig- ling handeln!"
„Da« ist wahr, aber was soll ich thun? Rate mir, du bist mein guter Engel, dem ich gehorche I"
Lilli zog fröstelnd ihr Tuch fester um die Schulter, blickte zum Mond empor und sagte leise:
„Du mußt Lady Drusilla heirathen und die gute Dame glücklich machen."
»Und duT schrie Jack schmerzlich auf.
in der Lohnklasse I 60 Mark.
, „ . H 90
, „ „ III 120 .
„ , IV 150 „
V 180 „
Diese Betrage entsprechen in ihrer Abmessung den Grundbeträgen der Invalidenrente. ES bestehen daher für die Berechnung der Altersrente, falls Beitragsmarken verschiedener Lohnklasse» oder mehr Marken nachgewiesen sind, all angerechnet werden können, dieselben Vorschriften, als bezüglich der Invalidenrente gegeben find.
Für die Uebergang-zeit, d. h. in den Jahren, in welchen die Versicherten wegen der Kürze der Zeit die vorgeschriebene Wartezeit von 1200 Wochen noch gar nicht erfüllt haben können, sind bezüglich der M«»rentt insofern äußerst günstige Bestimmungen getroffen, als den Versicherten der Nachweis der fehlenden Beitragswochen erlassen wird, wenn für dieselben seit Beginn ihrer VersicherungSpflicht dir Versicherungsbeiträge regelmäßig geleistet sind, und sie nachweisen, daß sie in den letzten drei Jahren vor Beginn der VersicherungSpflicht berufsmäßig, wenn auch nicht ununterbrochen, in einem die VersicherungSpflicht begründenden Beschäfligupasvek' Hältniß gestanden haben. Auch dieser Nachwelt wird erlassen, wenn innerhalb der ersten 5 Jahre nach Beginn der VersicherungSpflicht für den betr. Beruf-zweig während mindestens 200 Wochen eine versicherung-pflichtige Beschäftigung bestanden hat.
Die Renten werden wie seither in monatlichen auf volle 5 Pfennig abzurundenden Theilbeträgen durch die Post au-gezahlt.
Die Renteü können nur nachgezahlt werden für höchsten» ein Jahr vor Eingang des Antrags bei der zuständigen Behörde, für weiter zurückliegende Zeiten wird die Rente nicht gewährt.
Der Anspruch auf Bewilligung einer Rente ist bei der für den Wohnort oder Beschäftigungsart des Versicherten zuständigen unteren Verwaltungsbehörde anzu- melden. Ueber den Anspruch entscheidet der Vorstand der Versicherungsanstalt. Gegen den Bescheid der Versicherung-anstalt ist die Berufung auf schiedsgerichtliche Entscheidung und hiergegen das Rechtsmittel der Revision zulässig. Die Berufung und Revision müssen innerhalb eine» Monats nach Zustellung des angesochtenen Bescheid- oder der schiedsgerichtlichen Entscheidung bei dem zu
„Auch ich werde sehr glücklich sein!" lispelte sie. Dabei umspielte ein süßes Lächeln ihre Lippen.
„Du wirst Harsord heiraten ! O Lilli, Lilli, ich werde wahnsinnig vor Eifersucht! . . . Bleib' . . . küsse mich!"
Aber sie war davongehuscht wie ein Geist. Ihre zarte Gestalt verschwand hinter der Gla-thür, die ine Wohnzimmer führte.
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Die Würfel waren gefallen, und Jack fand es nicht nöthig, mit feinen Eltern Rücksprache zu halten wegen des Schrittes, den zu unternehmen er beabsichtigte. Er hatte Verstand genug, sich zu sagen, daß es für alle Theile besser sein und ihm peinliche Auseinandersetzungen ersparen würde, wenn er seine Eltern einfach mit einer Verlobung« Anzeige überraschte. Er nahm sich sogar vor, dies schriftlich zu thun. Traurig, aber in sein Geschick Ergeben, trat er seine Rückreise nach Schloß Hazletpn an. Seine Leidenschaft für Lilli lebte unvermindert in seinem Herzen, aber schließlich fand er den Gedanken, sich von Drusilla sein ganze« Leben lang lieben zu lassen, nicht gar so schrecklich mehr. Lilli halte ihm ja den Schritt gerathen; freilich, welche Qualen es sie gekostet, daran dachte er nicht.
Al« er am nächste» Tage in bester Laune zum Diner in Hazleton erschien und sich lebhaft mit Drusilla unterhielt, atmete Bertha erleichtert auf. Jack schien also, doch Vernunft annehmen zu wollen. Und sie täuschte j sich nicht, denn schon am folgenden Vormittag bat er
ständigen Schiedsgericht bezw. dem Reichrverficherungs- amt in Berlin eingelegt werden.
(Fortsetzung folgt.)
Str Stieg in ZÄssrika.
Früher als die Engländer erwarteten, sind sie vom Feinde zum Kampfe gezwungen worden. Und zum erstenmal seit langer Zeit hat den Buren wieder das Glück gelächelt. Der Draht meldet eine ernstliche Schlappe der Engländer.
London, 2. April. Das „Reuter'sche Bureau" meldet vom 31. März via Bloemfontein aus Bushmankop : Eine vom Obersten Broadwood befehligte, aus Kavallerie, zwei Batterien Artillerie und unter dem Befehl des Oberste» Pilcher stehender berittener JnfchUerie zusammengesetzte Truppe, die in Thabanchu lag, grüßte sich in der letzten Nacht zurückziehen, da eine große Burenstreitmacht sich näherte. Die Truppe marschierte nach den Wasserwerken von Bloemfontein, südlich vom Modder-River, woselbst sie um 4 Uhr früh ein Lager bezog, welches bei Tagesanbruch von rückwärts mit Granaten beschossen wurde. Broadsord schickte den Convoy und die Batterien vor, während d < Liest tir Truppe als Rückendeckung zurückblieb. Der Arg, gelangte ur ein tiefes Flußbett, woselbst sich Buren versteckt hielten; so gerieth die ganze Abtheilung in einen Hwterhält und wurde mit Einschluß von 6 Geschützen gefangen genommen. Der Verlust an Menschenleben ist nicht groß, da die meisten Mannschaften in den Hinterhalt geriethen, bevor ein Schuß abgegeben war. General ColvilleS Division, die heute früh Bloem- sontein verlassen hatte, traf um 12 Uhr hier ein, und hat das Granatfeuer auf den Feind begonnen.
Damit also hat FrenchS Jagdzug geendet! Nach näheren Nachrichten ist French zurückgegangen, nachdem er auf Truppen Groblers gestoßen war, die von Winburg her den von Süden heranziehenden Burenkommandos unter Olivier die Hand reichen wollten. Er ging, wie gemeldet, persönlich mit einem Theil seiner Truppen nach Bloemfontein und ließ die Kolonne unter Broadwood zurück, deren werthvollster Theil jetzt von den Buren aufgeboten worden ist. An sich ist der Verlust für die Engländer, die ja reichlich Artillerie haben, zu verschmerzen. Doch für.die Buren bedeutet er nicht nur einen erfreulichen Zuwachs an Kampfmitteln, sondern vor allem eine erhebliche moralische Stärkung. Und diese äußer-
Drusilla um die Gunst, sie bei ihrer Ausfahrt begleiten zu dürfen, und dieses Alleinsein nützte er aus, um ihre Hand anzuhalten.
Die Verlobung der jungen Paare« versetzte beide Familien in großes Erstaunen. Dane folgerte wohl, daß Jack nur aus finanziellen Gründen seine Schwester zum Altar führe, aber daß er die indirekte Ursache zu diesem Schritt gewesen, fiel ihm nicht im Traume ein, ebenso wenig, daß Jack seine Spielschuld mit DrusillaS Gelde bezahlte.
Gerard fand diese „neue Thorheit" seine« Sohnes unbegreiflich. „Wir leben in merkwürdigen Zeiten, Agnes! Die heutige Jugend kennt keine Ideale!' klagte er. Lady Agnes, welche wußte, daß ihr „Junge" wieder gespielt und daß er, da er Lilli nicht heirathen durfte, keine Lieberheirath mehr eingehen werde, errieth in einer schlaflosen Nacht den ganzen Zusammenhang. Es lhat ihr unendlich weh, Jack diese Vernunftehe eingehen zu sehen, sie hätte ihren Liebling so gern glücklich gesehen und sich eine junge, schöne Schwiegertochter gewünscht. Aber ihr Mutterherz sagte ihr, daß diese Verbindung vielleicht ein größeres Unglück verhüte, und sie beschloß, sich mit guter Miene in das Geschehene zu fügen. Die Hochzeit sollte bald stattfinden, denn Drusilla sehnte sich darnach, ihr eigene« Heim zu beziehen. Die vollständige Neueinrichtung (hreS Londoner Palais hielt sie in Atem. Nicht« war ihr zu gut oder zu theuer für den zukünftigen Herrn. Dieser sollte seine Freude daran haben. Seine Zimmer waren ein Muster an Komfort und Geschmack. Sie fühlte sich glücklich, seinen leisesten Wünschen nach-