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Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

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Gratirbeilagen rIlluftvirter Sonntagsblatt" «.^Unftrirte landwirthschaftliche Vettage".

K. 42.

Dienstag ta 10. Wril

1900.

Gestellungen

auf das Hersfelder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen Jllustrirtes Sonntagsblatt" ^ iJllustrirte landlvirthschafü. Beilage"

für das zweite Quartal 1900 werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, tandbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Kandespolifelliche Anordnung.

Auf Grund der §§ 19 und 27 Absatz 2 des Reich«-

23. Juni 1880 ; gesetzes vom ^ ^^^4 , betreffend bte Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen, sowie auf Grund - ertheilter Ermächtigung des Herrn Minister« für Land» 5 wirthschaft, Domänen und Forsten, wirb zur Durchsicht ^ rung einer wirksamen Absonderung der an Maul« und ' Klauenseuche erkrankten und dieser Seuche verdächtigen S Thiere für den Umfang des Regierungsbezirks Cassel folgendes angeordnet:

1) Das Betreten von Stallungen oder Weiden, in . welchen an Maul- und Klauenseuche erkranktes oder dieser : Krankheit verdächtiges Vieh sich befindet, anderen ^Personen, als dem Besitzer, dem zur Wartung bestimmten ^Personale und den Thierärzten, nur nach zuvor einge» , holter Erlaubniß der Ortspolizeibehörde und des Stall- z (Weiden)-Besitzers gestaltet.

2) Personen, die verseuchte Stallungen oder Weiden betreten haben, dürfen während einer dreitägigen Frist andere Stallungen und Weiden nicht betreten, außer, wenn sie sich nachgewiesenermaßen zuvor einer grünb« lieben Reinigung und Desinfektion unterworfen oder die Kleider und das Schuhzeug gewechselt haben.

Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Anordnung ' werden aus Grund der §§ 66 und 67 des Reichsgesetze»

23. Juni 1880 . _ ... , c vom Y . bestraft, wenn nicht nach § 328

N. St. G. B. eine härtere Strafe verwirkt ist.

Eine Spielschuld.

Erzählung von M. C o l l i n S.

(Schluß.)

Bertha und Dane, welche die ersten Wochen ihre« Honigmondes auf einem Landgut de« jungen Lords oer« | bringen wollten, brachen zuerst auf. Das Abschiednehmen £ dauerte so lange, bis es auch für das zweite Paar, da» 8 l^ine Hochzeitsreise nach Paris antreten wollte, an der M Zeit war, zur Bahn zu fahren. Drustlla sah in ihrem bunkeln Reisekleid beinahe hübsch aus, und Jack, der ihr | *n ben Wagen half, machte den Eindruck eine» I zufriedenen jungen Ehemann».

irx."^ ßieiube, der liebe Junge fühlt sich wirklich glück- Luch, mernte Lady Agnes, während sie am Arme ihres | Gatten auf der Terrasse stand und den Abfahrenden nachblickte.

@s macht ganz den Eindruck, aber mir ist es un« | begreiflich," brummte der Gutsherr.

I Die geschlossene Karrosse fuhr in scharfem Trab in« I Dorf hinab. Der Kutscher wußte, daß er sich beeilen I wenn er den Zug noch rechtzeitig erreichen wollte, U Plötzlich mußte er die Zügel anziehen und nach nenigen I Minuten sogar gänzlich anhalten.

I 3°^ ließ das Fenster herab und blickte hinaus. I ~,nen Augenblick später stand er leichenblaß mitten auf ^ er Straße und starrte einem Zug herankommender

Diese Anordnung tritt mit dem Tage der Bekannt­machung in Kraft.

Caffel, den 26. März 1900.

Der Regierungs-Prästdent.

* * *

Caffel, den 26. März 1900.

Abschrift vorstehender landespolizeilicher Anordnung zur Kenntniß, öffentlichen Bekanntmachung und Anweisung der Ihnen unterstehenden Polizeiorgane behufs Anzeigen von Zuwiderhandlungen. Die nach Nr. 2 der Anord­nung geforderte Reinigung und Desinfektion wird etwa in folgender Weise vorzunehmen sein:

1) Reinigung. Diese muß der eigentlichen Des­infektion vorangehen.

Die Reinigung kann geschehen:

9. mittels kalten Wassers, indem Schuhwerk und von Dünger etwa beschmutzte Kleidungsstücke gründlich abgebürstet werden;

b. oder, wo käufliche Waschsoda vorhanden ist, mittels Sodalauge (</1 Psd. Soda auf ca. 5 Liter Wasser), Hände sind in warmem Wasser mit Seife zu säubern.

2) Desinfektion. Nach der Reinigung sind Schuhwerk, Hände und etwa beschmutzte Kleidungsstücke sowie auch Instrumente zu desinfizieren mittelst

a. 5 °/0 Carbolsäurelösung [1 Theil verflüssigte GarboU saure (Acidum carbolicum liquefactum des Arznei­buches) wird in 18 Theilen Wasser gelöst),

b. oder mittels Cresolwasier [1 Theil Cresolseifenlösung (Liquor Cresoli saponatus des Arzneibuches) und 9 Theile Wasser).

Mit der Anordnung soll in erster Linie die Seuchen- verschleppung durch die Viehhändler, welche die Ställe der kleinen ländlichen Besitzer aufsuchen, bekämpft werden.

Der Regierungs-Prästdent. Trott zu Solz. An den Herrn Polizei-Präsidenten hier und die Herren Landräthe beS Bezirks.

* *

Hersseld, den 6. April 1900.

wird den Ortspolizeibehörden und der Kreises zur Nachachlung mitgetheilt. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.

Gefunden: eine Pferdedecke. Meldung de» Eigen- thümers bei dem Ortsvorstand zu Friedewald.

Vorstehende» Gendarmerie des I. 2271.

Leute, die eine Bahre trugen, mit weit aufgerissenen Augen entgegen.

Die entsetze Menge bewegte sich nur langsam vor­wärts. Die Bahre war mit einem schwarzen Mantel bedeckt, aber ein goldblonder Zopf hing herab, der Jack da» Blut in den Adern gerinnen machte.

Wa« ist geschehen?" fragte er den Nächststehenden mit heiserer Stimme.

Lilli Barton ist ertrunken man hat sie unter der Brücke todt aufgefischt. Die armen Bartons wissen noch nicht»."

In diesem Augenblick ertönte ein markerschütternder Schrei.

Frau Barton, die seit ihrer Rückkehr aus der Kirche wiederholt besorgt vor die Thüre trat, um nach Lilli auszuschauen, hatte die Bahre erblickt, den Mantel von derselben herabgeriffen, und das starre Antlitz Lillis er­kannt. Der Zug stockte, die Menge achtete den tiefen Mutterschmerz.

Frau Barton blickte trockenen Auge» und händeringend auf die Leiche hinab. Jack drängte sich vor und stand nun an ihrer Seite. Sie faßte seinen Arm und preßte nur mühsam die Worte hervor:Das war'» also, wo­rauf sie mit Sehnsucht gewartet! Freilich, nun ist alles vorüber. L ich Thörin, sie auch nur einen Augen­blick aus den Augen zu lassen! Welch' gute Vorbedeu­tung für Ihre Ehe, Herr Jack, einer Leiche zu begegnen !" schloß sie, in schrille« Gelächter aurbrechend,

O sagen Sie da« nicht, gute Frau!" ließ sich jetzt

Str Krieg in Mafrila.

Die erste Phase des Guerillakrieges, mit dem Ziel, Lord Roberts' Verbindungslinien unsicher und dadurch fein Heer in Bloemfontein einstweilen aktionsunfähig zu machen, scheint nunmehr ihren Höhepunkt erreicht zu haben. Seit gestern ist die Verbindung zwischen Bloem­fontein und Kapstadt thatsächlich unterbrochen. Schon vorgestern meldete Reuter: Ein von Jagersfontein nach Springfontein gehender Zug und die fünf Meilen von dem Lager bei Springfontein entfernt stehenden Vor­posten wurden vom Feinde beschossen, der sich augen­scheinlich von der Bahn nach Westen zu bewegt.

Sonach ist also die mühsame Arbeit derSäuberung" des rückwärtigen Geländes umsonst gewesen. Lord Roberts kann wieder dort anfangen, wo er nach Cronjes Ge­fangennahme, also vor fünf Wochen, begonnen hatte, Wie unsicher seine Lage in der unter so ausgelassenem Jubel besetzten Hauptstadt des Freistaats ist, zeigt aber mit grellster Deutlichkeit erst die neue Schlappe der Engländer. Der englische Oberfeldherr meldet:

B l »e m f o rrt e i » , 5. April. Abends 9 Uhr. Ich fürchte, daß drei Kompagnien Infanterie und zwei Kom­pagnien berittener Infanterie bei Reddersburg, östlich vom Bahnhof Bethanie, von den Buren umzingelt sind; es befand sich dort eine große Anzahl Buren mit 4 oder 5 Geschützen. Die Engländer hielten sich vom 3. d. M. MutagS bis zum 4. b. M. 9 Uhr Vormittags gut; es ist anzunehmen, daß sie sich dann ergeben haben. Sobald Roberts am 3. d. M. Nachmittags Meldung von dem Kampfe erhielt, befahl er General Gatacre, mit größter Beschleunigung von Springfontein nach Reddersburg zu marschieren. Außerdem schickte Roberts die Cameron- Hochländer von Bloemfontein nach Bethanie. Gatacre traf, ohne auf Widerstand gestoßen zu sein, am 4. b. Mtr. um 10*/t Uhr Vormittags in Reddersburg ein, konnte aber nichts über die vermißte Infanterie erfahren. Er ist kein Zweifel, daß die Infanterie-Truppe gefangen genommen ist.

Reddersburg liegt etwa 20 englische Meilen direkt südlich von Bloemfontein. Dort konnte also eine eng­lische Truppe von 400 Mann zwei Tage lang einge­schlossen bleiben, ohne daß die Engländer sie zu befreien vermochten. So sehr sind also die Buren schon am 3.

I eine angsterfüllte Stimme neben ihr vernehmen. Lady Drusilla war aus dem Wagen gestiegen und ihrem Gatten gefolgt.

Zurück in den Wagen," herrschte Jack sie an. Wir versäumen sonst den Zug."

Den haben wir schon versäumt!"

Keine Spur!" rief Jack fast wild und schob sie unsanft in den Wagen, sp rng auf den Bock, nahm dem verblüfften Kutscher die Zügel aus der Hand und hieb wie toll auf die Pferde ein. Wenn Lady Agnes ihren Sohn jetzt gesehen hätte, würde sie über seine Aehnlich- keit mit ihrem jüngeren Bruder, der sich erschossen, er» schrocken sein.

Die Menge wich entsetzt zurück, und die scheuge­wordenen Pferde rasten den Berg hinab. Am Fuße desselben schlug die Kutsche um, Jack, der auf dem Bocke stand, wurde hinabgeschleudert und blieb besinnungs­los liegen, während die anderen Insassen mit leichten Verletzungen davonkamen.

Die beiden Bedienten trugen den jungen Ehemann ins Dorfwirthshaus hinauf, Lady Drusilla folgte ihnen zitternd nach. Jack wurde in derWirthSstube auf einen Lehnstuhl gefetzt, einer der Bedienten eilte nach dem Arzt, der andere ins Schloß.

Gerald Falconer und feine Frau standen gerade in der Halle, um sich noch von den letzten verspäteten Gästen zu verabschieden, als der Bote eintrat und stammelnd den Vorfall berichtete. Der Squire starrte ihn kopf­schüttelnd und ungläubig an, während Lady Agnes, ohne