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Gratlsbeilagen r „)ll«strirter Sonnras^blatt" «. „Illuftriete landwirthschaftliche VeLlage".
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«r. St
SomiaKild 6« 19. Mai
1900.
Erstes Blatt.
Amtlicher Theil.
Cafsel, den 9. Mai 1900.
Bekanntmachung.
An der Landwirthschaf tsschule in Weilburg, Regierungsbezirk Wiesbaden, soll auch in diesem Jahre, und zwar in der Zeit vom 13. August bis 15. September ein Kursus zur Ausbildung von Volksschullehrern zur Ertheilung des Unterrichts an ländlichen Fortbildungsschulen abgehalten werden, welcher den zweiten Theil eines Gesammtlehrganges darstellen wird. Lehrgegenstände des bevorstehenden Kursus sind: Chemie, Botanik (Bau und Leben der Pflanzen), Thierproduktionslehre und landwirthschastliches Unterrichtswesen, nebst Uebungen.
Den Theilnehmern wird ein Zuschuß aus Staatsmitteln in Aussicht gestellt, wobei jedoch vorausgesetzt wird, daß auch die Gemeinden ihr Interesse an der Sache möglichst durch Uebernahme eines Theiles der Ausbildungskosten der Lehrer bekunden. Die Beihülsen (Staats- und Gemeindezuschuß.) zusammen betragen in der Regel 90 Mk. Nach den maßgebenden Grundsätzen haben diejenigen Bewerber, deren Gemeinden sich zur Tragung eines angemessenen Theiles der Reise- und Aufenthaltskosten verpflichten, Aussicht auf vorzugsweise Berücksichtigung. Wir geben den Gemeinden anheim, sich durch einen von dem Lehrer auszustellenden Revers dahin zu sichern, daß derselbe die erhaltene Summe zurückzuzahlen hat, wenn er innerhalb Jahresfrist nach stattgehabtem Kursus die Gemeinde verläßt.
Indem wir noch bemerken, daß es im Interesse der gründlichen Ausbildung der Kursisten sehr erwünscht ist, daß sie nicht nur an einem einzelnen Kursus, sondern an einem vollständigen, 2 Kurse umfassenden Lehrgänge, theilnehmen, fordern wir die Lehrer, welche an dem diesjährigen Kursus theilnehmen wollen, auf, ihre Gesuche bis spätestens zum 30. Mai d. Js. durch Vermittelung des Königlichen SchulvorstandeS bezw. der Stadtschuldeputation an uns einzureichen.
Abschrift mit der Veranlassung, durch weitere Veröffentlichung vorstehender im Amtsblatt zum Abdruck kommenden Bekanntmachung ober in sonst geeigneter Weise auf den Kursus aufmerksam zu machen und uns die eingehenden Meldungen bis spätestens zum 12. Juni d. Js. einzureichen. Dabei erwarten wir nach Anhörung des Ortsschulinspektors eine Aeußerung darüber, ob von der beabsichtigten Ausbildung der betr. Lehrer eine Förderung des ländlichen FortbildungSunter- richts zu erwarten steht und wie viel die Gemeinden zu der Ausbildung beizutragen bereit sind. Falls keine Meldung eingeht, ist Fehlanzeige zu erstatten.
Königl. Regierung, Abtheilung für Kirchen- u Schulischen.
C a l l e n b e r g.
An die Herren Landräthe und Stadtschuldeputationen des Bezirks mit Ausnahme der Stadtschuldeputationen in Cassel und Hanau. B. 6753
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Hersfeld, den 16. Mai 1900.
.Wird den Königlichen Herren Orlsschulinspekloren des hiesigen Kreises mit dem ergebensten Ersuchen um gefällige Aufmei ksammachung der Herren Lehrer auf diesen Kursus und Einreichung etwaiger MeldungSgesuche derselben anher bis spätestens zum I. Juni b. I«. mitgetheilt. ■ 3074. Der Königliche Lanknath
Freiherr von S ch l e i n i tz , Geheimer RegierungS-Rath.
Hersseld, den 16 Mai 1900.
Obschon durch meine Verfügung vom 1. April 1899 ' 003 im Kreisblatt Nr. 39 ausdrücklich auf die maßgebenden Bestimmungen der Dienstanweisung für die "emeinderechner vom 22. März 1898 bezw. der dazu
gehörigen „Vorschriften für die Gemeindevorstände", besonders auf Seite 46 Ziffer 4 daselbst, hingewiesen ist, sind die Abschriften der am Tage des Abschluffes der Bücher, am 30. April, vorzunehmenden Kassenprüfung mir bis jetzt nur von wenigen Herren Bürgermeistern eingereicht, weshalb hierdurch an die sofortige Vorlage der noch rückständigen Abschriften der Kassenprüf- ungsverhandlungen erinnert wird.
A. 1788. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 14. Mai 1900.
Auf die in Nr. 18 des Regierungs-Amtsblattes für 1900, Seite 134, veröffentlichte Bekanntmachung der Hauptverwaltung der Staatsschulden vom 11. d. Mts., das Preußische Staatsschuldenbuch betreffend, wird hiermit aufmerksam gemacht.
I. 3030. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Herrfeld, den 16. Mai 1900.
Diejenigen Herren OrMorstande und Königlichen Gendarmen, welche noch ma Err^oigung der Verfügung vom 27. November 1876 Nr. 11906, Kreisblatt Nr. 96, die zur Erfüllung ihrer Militärpflicht heranzuziehenden Personen betreffend, im Rückstände sind, werden mit Frist bis zum 22. b. M t s. hieran erinnert.
Nr. 11906. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Es ist höheren Orts genehmigt worden, daß a) in der Oberförsterei Friedewald dem bisherigen Schutzbezirke Friedewald I der Name Dreienberg, dem bisherigen Schutzbezirke Friedewald II der Name Lingenbach, und dem bisherigen Schutzbezirke Friedewald III der Name Friedewald: b) in der Oberförsterei Hersfeld- M e ck b u ch dem bisherigen Schutzbezirke Friedewald der Name Keffel beigelegt werde.
Caffel, am 27. April 1900.
Königliche Regierung, Abthl. III. B.
Auf Grund eines Erlasses des Herrn Landwirth- schaftsministers wird hierdurch angeordnet, daß die unter dem 12 März 1889 (Amtsblatt Seite 60 und 61) er- laffenen Aufsichtsmaßregeln gegen die Verbreitung der Schasräude in der durch die Verfügung vom 15. März 1898 (Amtsblatt Seite 63/65) bekannt gegebenen Fassung bis aus Weiteres wieder zur Anwendung gelangen.
Cassel am 22. April 1900.
Der Regierungs-Präsident. I. A.: v. B e l o w.
Die Frühjahrs-Konserenz im Schul-Aussichtsbezirk I soll am Donnerstag den 31. Mai von 10 Uhr vormittags an im Gasthof zum Stern in Hersseld gehalten werden. Die Herren Lokalschulinspektoren und die Herren Lehrer werden hierdurch zur Konferenz eingeladen.
Friedewald, den 17. Mai 1900.
Der Kreisschulinspektor: Dr. W- Bötte, Pfarrer.
Nichtamtlicher Theil.
Irr Krieg in Aiigfrikli.
Noch immer ist in London keine Bestätigung von dem Fall MasekingS eingetroffen. In angstvoller Spannung drängt sich die Bevölkerung vor dem Kriegsamt, das aber nur weiß, daß es nichts weiß. Die amtlichen Kreise geben sich den Anschein, als glaubten sie die Meldung nicht; der Schatzkanzler Hicks Beach sprach noch am Dienstag Abend in Bristol die Hoffnung aus, daß bald die Nachricht von der Befreiung der Stadt eingehen möge, und das Komitee, das in der Vorbereitung eines großen Feste« für den Tag des Entsatzes von Maseking begriffen
war, setzt angeblich seine Arbeit ungestört fort. Doch ist zu bemerken, daß die Nachricht, die Buren hätten die Kaffernstadt von Mafeking besetzt, keinen Widerspruch mehr findet. Und es ist schwer zu glauben, daß Baden- Powell sich dann noch mit Aussicht auf Erfolg halten könnte; daß er mit seinen abgezehrten Truppen sogar einen dauernd erfolgreichen Angriff auf die cingedrungenen Buren gemacht hätte, wie die „Daily Mail" meint, ist an sich ein Nonsens.
Ebenso unsicher sind die Meldungen, die seither über ein Gefecht bei Mafeking gekommen sind. Während „amtliche portugiesische" Quellen die Buren mit schweren Verlusten zurückgeworfen sein lassen, in der Nachricht aber nur die gänzlich vage Ortsbezeichnung „bei Mafeking" anzugeben wissen, liegt wieder ein allerdings unbeglaubig- tes Telegramm von der Burenseile vor, das ganz anders berichtet:
P r ä t o r i a , 17. Mai. Wie amtlich berichtet wird, ist das englische Hilfskorps, welches nach Mafeking unterwegs war, mit schweren Verlusten zurückgeschlagen worden. „Daily Telegraph" veröffentlicht hierüber ein Telegramm aus Kapstadt, in welchem berichtet wird, daß vergangenen Dienstag ein Kamps zwischen dem englischen Hilfskorps und den Bur?m stattgefunden hat. Das Gefecht war äußerst erbittert und fand bei Kraalpan statt. Die Buren erlitten ebenfalls schwere Verluste. Bei dieser Gelegenheit soll ein Enkel des Präsidenten Krüger, mit Namen Eloof, den Engländern in die Hände gefallen sein.
Wenn nicht bald ein zuverlässiges Dementi aller dieser Gerüchte von englischen Niederlagen eintreffen sollte, wird man sie ruhig als thatsächlich vorhanden betrachten können.
Die Buren mission wird auch amtlich in Amerika höchst ehrenvoll behandelt. Der Draht meldet:
Washington, 16. Mai. Drei Senatoren, drei Mitglieder des Kongresses und eine Anzahl Bürger be- geben sich am Donnerstag nach New-Dork, um die Abordnung der Buren hierher zu geleiten, welche am Freitag Nachmittag hier eintreffen soll. Am Sonnabend statten die Buren dem Präsidenten Mc Kinley einen Besuch ab. Am Sonntag Abend findet im Opernhaus eine große Volksversammlung statt, auf welcher die Buren, Senatoren und Mitglieder des Repräsentantenhauses sprechen werden.
Politische Nachrichten.
Berlin, den 17. Mai.
Se. Majestät der Kaiser erledigte gestern Nachmittag, wie aus Wiesbaden gemeldet wird, Regier- ungsangelegenheiten und unternahm dann mit dem Prinzen und der Prinzessin Adolf zu Schaumburg-Lippe und den Herren seiner Umgebung eine Spazierfahrt in das Nerothal und einen Spaziergang daselbst. Um 5*/4 Uhr fand Mittagstafel im Schloß statt. — Zu der gestrigen Frühstückslafel bei Sr. Majestät dem Kaiser waren außer den bereits genannten Personen noch Graf Goertz-Schlitz und dessen Gemahlin geladen. — Der Ober-Bürgermeister von Wiesbaden Dr. v. Jbell erhielt den Rothen Adlerorden dritter Klasse mit der Schleife.
Einer Nachricht aus Karlsruhe zufolge meldet der dortige Hofbericht von gestern, daß Se. Königl. Hoheit derGroßherzogvonBaden wegen eines Bronchialkatarrh« seit vorgestern das Bett hüten muß.
Am Mittwoch stand im Abgeordnetenhaus der Antrag v. Mendel (kons.) auf der Tagesordnung: Die Regierung möge noch in dieser Session einen Gesetzentwurf gegen den Kontraktbruch ländlicher Arbeiter und gegen die Verleitung dazu vorlegen. Nach der Begründung durch den Antragsteller erklärte Minister v. Hammerstein, eine entsprechende Vorlage fei ausgearbeitet und liege z. Z. dem Landesökonomiekollegium vor. Ob sie noch in dieser Tagung an das Haus gelangen könne, sei aber fraglich, jedenfalls solle die Vorlage eine der ersten der nächsten Session sein. Abg. Fritzen (Ctr.) stimmte dem Anträge zu, wünschte jedoch zugleich die