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Gratisbeilagen:«st»irter KonnragOblatt" «.Illuftriete landViethschastUche Beilage".

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Ämaimh »ei 26. Mai

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Erstes Blatt.

Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen Jlluftrirtcs Souiitagsblatt"s Jllustrirte landwirthschaftl. Beilage" für den Monat Juni werden von allen Kaiser5 lichen poftanftalten, Landbriefträgern und von der Ex­pedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Herrfeld, den 15. Mai 1900.

Der Bürgermeister Hellwig zu Kemmerode ist als solcher für einen weiteren achtjährigen Zeitraum vom 21. d. Mt». ab beginnend, wiedergewählt ynd ist diese Wiederwahl diesseits bestätigt worden.

A. 1759. Der Königliche Landrath

J. V.:

Braun, Kreisdeputierler.

Fulda, den 4. Mai 1900.

Die Abhaltung des Bullenmarktes am 20. Juni l. I. und des Vieh- und SchafmarkteS in der Stadt Fulda am 21. Juni l. I. findet unter den seitherigen Bestim­mungen statt.

Ich ersuche um entsprechende Bekanntmachung im dortigen Kreisblatt.

Der Königliche Landrath.

I. A.: von Helmold, Regierungs-Assessor. An den Herrn Landrath zu Hersfeld.

V * *

Wird veröffentlicht. Hersseld, den 23. Mai 1900.

I. 3208. Der Königliche Landrath

I. V.:

Braun, Kreisdeputierter.

Nichtamtlicher Theil.

In tot in Slikfriks.

Die Maschine ist wieder in Bewegung: Die Vorhut des Feldmarschalls Roberts ist bereits über denVaal! Der Draht berichtet aus Kapstadt: Wie verlautet, sind die englischen Truppen in Verecniging eingetroffen und haben die Brücke über den Vaal-Fluß unversehrt gefunden; es verlautet ferner, daß 27 dem Freistaats und Trans­vaal gehörige Lokomotiven erbeutet sind, von welchen 7, d>e reparaturbedürftig sind, nach Kapstadt gesandt wurden.

Daily Telegraph" meldet aus Kioonstad vom 21. d> Mtr., die englische Infanterie sei im Vormarsch be- ariffen; das Hauptquartier werde am 22. vorrücken. Die Truppe« seien in sehr guter Verfassung. Der Kranken- staud sei im Rückgänge begriffen. Die Eisenbahn sei wiederhergestellt. Der erste Zug werde am 23. in Kroon- bad eintreffen. Ueber die Pläne der Buren weiß das- lelbe Blatt zu berichten, der Feind wolle den Kampf Anziehen. Eine Armee desselben sei beim Rhenosterflub damit beschäftigt, mit einer Anzahl von Geschützen sich verschanzen, unter denen sich mehrere Hundeitpfünder und Creusot-Geschütze befinden. Die TranSvaal-Buren ^6mten sich, ihre Streitkräfte würden verzweifelten Widerstand leisten und die Engländer schlagen. Auch der ^'"ichterstatler derDaily Mail" kabelt aus Prätoria, " habe die Versicherung erhalten, die Buren würden, man von ihnen Unterwerfung fordere, bis zum ^"de kämpfen. Ueber die bisherigen amtlichen Maß­

nahmen wird berichtet: In einer unter freiem Himmel abgehaltenen Versammlung in Prätoria, welcher 200 Per­sonen beiwohnten, wurde über die Sachlage im Falle einer Belagerung Prätorias berathen. Es wurde ein Ausschuß eingesetzt, welcher für die Sicherheit der Frauen und Kinder Sorge tragen soll. Gleichzeitig wurde der niederländische Konsul ausgefordert, seiner Regierung zu rathen, daß sie zum Schutze der niederländischen Unter­thanen die nöthigen Maßregeln ergreife. Zwischen dem General-Kommandanten, dem Präsidenten Steijn und der Transvaal-Regierung wurde ferner, wie verlautet, ein Uebereinkommen getroffen, welches in Form einer Cirkularnote an die Ortsvorsteher gesandt worden ist: Es heißt darin, daß, wenn der Feind, was nicht zu fürchten sei, einen Theil des Gebietes von Transvaal besetze, es den Einwohnern frei stehe sich zu entschließen, ob sie ihr Eigenthum verlassen wollen. Jedenfalls aber werden die Männer ihre Kommandos nicht verlassen dürfen.

* * *

London, 23. Mai. Nach den neuesten Verlust­listen stellen sich die Gesammtverluste des britischen Heeres bis zum 19. d. M. auf 20614 Mann. In diesen Zahlen sind jedoch die in den Hospitälern untergebrachten Mannschaften nicht mit einbegriff-r-

London, 24. Mai. Im Unterhaus« richtete Sydney Gedge die Anfrage an die Regierung, ob sie Angesichts der Thatsache, daß viele Hundert englische Soldaten, die in Prätoria gefangen seien, sich in der absoluten Gewalt des Präsidenten Krüger befinden, es zur Vorbedingung für die Einleitung von Friedens- Verhandlungen machen wolle, daß diese Gefangenen vor­her bedingungslos freigelassen und nach britischem Gebiete gesandt würden. Der Erste Lord des Schatzes, Balfour, erwiderte, falls die Idee der Fragestellers die sei, daß Präsident Krüger unter irgend welchen Umständen die Gesetze civilisirter Krieger verletzen könnte, so hoffe und glaube er (Balfour), daß für eine solche Idee keine Be­gründung vorhanden sei.

London, 24. Mai. DemReuterschen Bureau" wird aus dem Bucenlager bei VolkSrust den 20. b. gemeldet: Gestern Nachmittag griffen die Vorposten der Buren eine Abtheilung britischer Truppen zwischen Nqutu und Mount Prospect, südlich von Majuba, an. Acht Engländer wurden gelobtet, dreizehn verwundet. Die Buren hatten keine Verluste. Die Burghers sind mehr denn je entschlossen, einer Invasion in Transvaal ent- gegenzutreten.

Politische Nachrichtcu.

S e. Majestät der Kaiser hörte am Dienstag Nachmittag, wie aus Wiesbaden gemeldet wird, den Vortrag des Chefs des CivilkabinetS, Wirkt. Geh. Raths Dr. v. Lucanus. Während des Besuchs der Vorstellung vonOberon" beehrte der Kaiser einige Darsteller durch Ansprachen, auch den Direktor des Leipziger Stadttheaters, königlichen Kammersänger Stägemann. Zu der Vereinig­ung, welche nach der Vorstellung im Schlosse stattfand, waren außer den Herren des Gefolges geloben: der Intendant v. Hülsen, die Professoren Uphues und Knack- fuß, der Flügeladjutant des Großherzogs von Sachsen Graf v. Bylandt und der Oberst Graf v. Moltke. Am Mitt­woch unternahm der Kaiser einen Spazierritt durch das Nero-Thal nach der Rabenschlucht und erledigte später NegierungSangelegenheiten. Ihre Majestät die Kaiserin ist am Mittwoch Vormittag um 10 Uhr von Kürzel nach Wiesbaden abgereist. Am Bahnhof war eine Ehren- kompagnie aufgestellt. Zur Verabschiedung waren der kommandierende General des 16. Armeekorps, Graf v. Haeseler, der Bezirkspräsident, der Kreisdirektor, der Landrath v. Hantel mit Familie und die Geistlichen beider Konfessionen erschiene», ferner der Kriegerverein und die Schulen.

Ihre Majestät die Kaiserin ist von Kürzel am Mittwoch Nachmittag gegen 5 Uhr in Wiesbaden ein- getroffen und wurde von Seiner Majestät dem Kaiser am 1

Bahnhof empfangen. Der Kaiser hörte gestern den Vortrag de« Chefs des CivilkabinetS Dr. v. Lucanus und erledigte Nachmittags RegierungSangelegeuheilen. Als Schluß- vorstellung der Festspiele wurde Abends nochmals Weber'» Oberon" gegeben. Der Kaiser und der Großherzog von Sachsen wohnten der Vorstellung in der großen Loge bei. Während der Vorstellung vonOberon" beehrte der Kaiser einige Darsteller durch Ansprachen. Heute Vormittag um t/^ Uhr besuchten beide Majestäten die Garnisonkirche und fuhren um 11 Uhr nach Cronberg zum Besuch Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich, um an der dort stattfindenden Feier des 81. Geburtstages der Königin von England theilzunehmen.

(Das F l e i s ch b e s ch a u g e s e tz.) Es muß im Interesse der Volksgesundheit mit Genugthuung begrüßt werden, daß das Fleischbeschaugesetz nach langen parla­mentarischen Kämpfen im Reichstage endlich doch mit einer beträchtlichen Mehrheit in einer Form zur Annahme gelangte, die dem hygienischen Charakter des Gesetzes in genügender Weise Rechnung trägt. Wenn ein Theil der Vertreter landwirthschastlicher Interessen im Reichstag, in dem Bestreben, der Landwirthschaft noch weitere Vor­theile durch das Fleischbeschaugesetz^zuwenden, als sie ohnehin in fiesem Gesetzentwurf enthalten waren, den hygienischen Charakter der Vorlage zurückzudrängen und handelspolitische Tendenzen mit ihm zu verflechten ver­suchte und so das Zustandekommen der Vorlage ernstlich gefährdete, so ist es doppelt anerkennenswerth, daß ein anderer Theil landwirthschastlicher Vertreter, deren auf­richtiges Interesse für die Landwirthschaft außer aller Frage steht, sich die nothwendige Beschränkung auferlegt hat und das Zustandekommen des Gesetzes ermöglichte. Die dem Gesetzentwurf zustimmende Mehrheit des Reichs­tages hat nicht nur einer für die Volksgesundheit über­aus wichtigen und in ihren Folgen zweifellos segens­reichen gesetzgeberischen Maßnahme zur Durchführung verholfen, sondern, soweit dies in dem Rahmen eines hygienischen Gesetzes lag, zugleich auch der Landwirth­schaft einen erheblichen Vortheil zugewandt. Sowohl dadurch, daß die in hygienischem Interesse erschwerte oder verbotene Einfuhr gewisser Fleischgemenge und Fleischsorten der heimischen Fleischproduktion zu gute kommt, dann aber vor Allem dadurch, daß bei der heimischen Fleischbeschau die Bestimmungen für die Produ­zenten so rücksichtsvoll und schonend getroffen sind, wie sich dies irgend mit dem Zweck des Gesetzes vereinbaren ließ. Die Verbündeten Regierungen haben es bei den langwierigen Verhandlungen, die der dritten Lesung des Gesetzes vorausgingen, an Eingehen auf die Wünsche der landwirthschaftlichen Kreise nicht fehlen lassen; sie haben die Forderung der generellen Beaufsichtigung der Hausschlachtung und die allgemeine Trichinenschau im Interesse namentlich der kleinbäuerischen Kreise fallen lassen, sie sind auch gewillt, den Wünschen der Reichs­tagsmehrheit darin Rechnung zu tragen, daß sie schon im Gesetz die Einführung von Würsten und Konserven zu verbieten und Bestimmungen zu treffen bereit sind, durch die die Einfuhr von nicht wirklich durchgepökeltem Pökelfleisch ausgeschlossen erscheint. Wenn die gesammte Fleisch konsumierende Bevölkerung das Fleischbeschau­gesetz als ein wichtiges Schutzmittel für die Volksgesund­heit begrüßen darf, so wird die Fleisch produzierende ländliche Bevölkerung, wenn sie ohne Voreingenommenheit urtheilt, anerkennen, daß dieser erhöhte Schutz der Ge­sundheit nicht nur ohne Schädigung der heimischen Land­wirthschaft, sondern in Verbindung mit nicht unwesent­lichen Vortheilen für sie zu Stande gekommen sind.

Der Berliner amerikanische Botschafter W h i t e empfing eine Abordnung des deutsch-ameri­kanischen Kriegerbundes, dessen Präsident Richard Müller dem Botschafter in warmen Worten für seine unermüd­lichen Bemühungen, ein herzliches Einvernehmen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten zu erhalten, dankte. In seiner Erwiderung wies der Botschafter auf die mannigfachen und wichtigen Bande hin, welche die Vereinigten Staaten und Deutschland verbinden. Er hoffe, daß der Kriegerbund hier und in Amerika dazu