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Gratisbeilagen: „^Unftrirtes Senntagsblatt4* tu „3Huftrirte lan-wirthschaftliche Beilage
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1906
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Mit dem i- Juli beginnt ein neues Abonnement auf das wöchentlich 3 Mal erscheinende
Hersfelder Kreisblatt
mit den Gratisbeilagen
„Jllustrirtes Sonntagsblatt" ^ „Jllustrirte landwirthschaftl. Beilage".
Das „Kreisblatt" bringt außer den amtlichen Bekanntmachungen zuverlässige Mittheilungen über Ereignisse in der Politik, Berichte aus dem Kreise und der Provinz. Reichhaltige Nachrichten vermissten Inhalts bringen alle sonstigen mittheilenswerthen Ereignisse des täglichen Lebens zur Kenntniß der Leser. Daneben werden sorgfältig ausgewählte Erzählungen einen weiteren Theil des Lesestoffes bilden.
AV- Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch Telegramme zu und werden wir dieselben nöthigen- falls durch Extrablätter verbreiten.
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die Expedition.
Amtlicher Theil.
Hersfeld, den 23. Juni 1900.
Die Einzahlung der rückständigen Umlagebeiträge pro 1899 für die Hessen-Nassauische landwirthschaftliche Be- rufsgenossenschast bringe ich hiermit, in Erinnerung, mit Frist b i s z u in 3. I u l i d. I.
A. 2132. Der Sektionsvorstand:
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.
Hersfeld, den 23. Juli 1900.
Die evangelische Schulstelle in Heenes wird v 0 m
(Nachdruck verboten.)
In tot hob Schloß sialktithaf.
Kriminal-Novelle von Friedrich Freiherr v. Used 0 m.
(Fortsetzung.)
»Neulich sagtest du zu mir, Wolf, ich sehe Gespenster, nun siehst du sieh," lachte Pauline schnippisch.
Einmal, als Korowrky über Land mir — er brächte, '"^ches Geld an den Mann —- kam Andreas Goltermann ind steckte ihm eine Visitenkarte beS Assessors zu, auf peren Rückseite geschrieben stand: „Sofort zu vernichten. Will" me‘nfm Diener Andreas Döll in allem zu ^" Architekt zündete sich mit der Karte seine kurze Pfeife an und sagte dann: „Sie wünschen?"
„Bitte, kommen Sie in größter Verschwiegenheit I Mmal mit mir. Sie gingen nach oben im Schlosse: | H"r Architekt soll eine Aenderung anblingen," ^klärte Andreas dem neugierigen Kastellan.
I Alte brummte: „Das ganze Schloß wird noch I gestellt." Andreas hörte es und lachte: ! »Ja bald."
I . ^"' ’.m Korridor, wo das kleine Kreuz noch an | ," E-ind saß, blieb er mit dem Architekten stehen, lauschte t Mund"l^g * b^* ""b flüsterte dann, den Finger auf den | ®, "A"r muß sich eine drehbare Nische befinden. Können sie entdecken?"
1. Juli d. I. ab frei. Das Einkommen derselben besteht neben freier Wohnung in 1000 Mk. Grundgehalt und 150 Mk. Kirchendienstvergütung. Der Einheitssatz der Alterszulage beträgt 120 Mk.
Bewerber um dieselbe wollen ihre MeldungSgesuche nebst den erforderlichen Zeugnissen innerhalb 10 Tagen bei dem Königlichen OrtSschulinspektor Herrn Pfarrer Hosbach in HerSfeld oder dem Unterzeichneten einreichen.
Namens des Schulvorstandes von Heenes:
I. 3781. Freiherr von Schleinitz, Königlicher Landrath, Geheimer RegierungS-Rath.
Homberg, den 19. Juni 1900.
Unter dem Schweinebestande des Landwirths Heinrich Heß zu Mühlbach ist die Rothlaufseuche und Nesselfieber ausgebrochen.
I. Nr. 4399. Der Landrath: v. Gehren.
An das Königliche Landrathsamt zu Hersfeld. * * *
Wird veröffentlicht. Hersfeld, den 23. Juni 1900.
l. 3754. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, ________________________Geheimer NegierungS-Nath.
Homberg, den 19. Juni 1900.
Unter dM Schweinebestande .oeS Ackermann» Wilhelm Kolbe zu Salzberg ist die Rothlaufseuche auSgebrochen.. Nr. 4400. Der Landrath v. Gehren.
An das Königliche Landrathsamt zu Hersfeld.
* * * Wird veröffentlicht. HerSfeld. den 23. Juni 1900.
I. 3755. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.
Nichtamtlicher Theil.
d?ma.
Die größte Gefahr der chinesischen Wirren liegt offenbar in der Möglichkeit, daß die europäischen Mächte, Nordamerika und Japan unter einander in Streit gerathen könnten. Glücklicherweise haben stch in demselben Maße wie sich die Lage bei Peking und Tientsin verschlimmert hat, die Zeichen dafür vermehrt, daß die Mächte zu einmütigem Vorgehen entschlossen sind und gemeinsam ihr Augenmerk auf die schleunige Herstellung
Er lauschte rechts und links, während der Architekt die Wand besah und befühlte, dann den Fußboden. „Hier I"
Auf dem Fußboden befand sich ein unscheinbarer Knopf, der wie ein hervorstehender Nagel aussah. Er trat darauf. Eine Thür drehte sich langsam und schloß leise.
Andreas lachte, dann sagte er: „Wollen Sie mit ?" „Natürlich!"
Andreas holte aus der Fracktasche seiner Livre eine Blendlaterne hervor, zündete sie an und trat auf den Knopf. Die Thür drehte sich hinter den Eingetretenen Sie standen auf einer Eisentreppe.
„Habe ich geahnt," lachte Andreas Döll. „Wo ist der Hebel, der wieder von innen öffnet?" „Hier ist das Pendant," flüsterte der Architekt. Sie propierten; richtig, so war'».
„Nun hinunter," sagte Döll entschlossen.
„Können Sie auf Ehrenwort schweigen?" — „Auf Ehre!"
Andreas zeigte ihm nun ein kleines blankes Schild- chen. — „Von der Kriminalpolizei? Ah!" — „Nun kommen Sie!"
Sie stiegen hinab und kamen — in den Keller. Drüben war eine Vermauerung, zu welcher eine Thür führte. „Aha," lachte Andreas Döll, „hilft nichts, müssen umkehren, ein andermal!" Sie stiegen hinauf, kamen wieder in den Korridor und traten in den 1 Rittersaal.
der Ordnung richten. Sowohl im englischen als auch im französischen Parlamente sind Erklärungen vom Ministertische abgegeben worden, die besagen, daß die Rivalität unter den Mächten schweige und alles darauf ankomme, die begangenen Unthaten zu sühnen und dem Trotz der chinesischen Regierung ein Ende zu machen.
Inzwischen haben denn auch, wie schon gemeldet, die Landungskorps der vor Taku vereinigten Geschwader Schulter an Schulter miteinander im Feuer gestanden. Während von der Entsatztruppe unter Admiral Seymour und der nach Peking vorgerückten russischen Abtheilung, wie überhaupt über die Lage in Peking, bis zum Sonnabend keine zuverlässige amtliche Meldung eingetroffen war, lagen schon am Freitag Nachrichten über heftige Kämpfe bei Tientsin vor. Dieser große Handelsplatz war zuerst von Boxern angegriffen worden, vom 16. Juni ab haben aber auch reguläre chinesische Truppen die Stadt bombardiert und die russische Abtheilung, die den Bahnhof besetzt hielt, hart bedrängt. Am 2l. Juni sind 240 deutsche Seesoldaten, 380 Engländer und 1500 Russen mit Artillerie von Taku abgegangen und wahrscheinlich, da der größere Theil der Eisenbahnstrecke fahrbar war, noch am selben Tage vor Tientsin eingetroffen. Deutschland hat in Tientsin eine eigene Niederlassung in der Größe von 57 Hektaren, die wie die andern Konzessionen zwar unter chinesischer Hoheit aber unter eigener Verwaltung steht. Der Handel liegt hauptsächlich in deutschen Händen, unter deutschem Schutze stehen 24 Firmen, nach der Statistik des dortigen See-Zoll- amtes gingen 1896 Waaren im Werthe von 154 Will. Mark dort ein und au». Es sind also neben den Interessen der christlichen Missions-Gesellschaften ganz bedeutende Handelr-Jnteressen dort geschädigt und bedroht. Hoffentlich ist es den vereinten Streitkräften der Mächte bereits gelungen, weiterm Blutvergießen Einhalt zu thun. Jedenfalls war aber schon" der größere Theil der fremden Niederlassung vorher zerstört.
Wenngleich die deutsche Politik in der Provinz Petschili nur Handels- und allgemeine, keine politischen Erwerbs-Jntereffen zu vertreten hat, so sind doch eben jene so bedeutend, daß die Entsendung aller verfügbaren See-Streilkräste nach Ostasien geboten ist. Unsere Missionare, unsere Kaufleute, unsere Ingenieure und ihre Unternehmungen müssen energisch geschirmt, für das bei Taku und Tientsin vergossene deutsche Blut muß vollste Genugthuung verlangt werden. Wir dürfen die Zuversicht hegen, daß sich unter der machtvollen Führung
„Das war nur der Vorsicht wegen," sagte Döll leise. „Mein Zweck ist erreicht!" Jeder ging wieder an seine Verrichtung.
Als Döll auf seinem Zimmer war, sagte er zu sich : „Da muß sich die Stampfe befinden, deren Geräusch ich Nachts hörte.
Am dritten Tage kam an ihn eine Kiste aus der Hauptstadt, er öffnete und fand ein vollständiges Handwerkszeug mit Dietrichen und dergleichen. „Nun werden wir bald sehen," lachte er.
* ^ ♦
Es ging zum Frühjahr. Der Verwalter Wedekind hatte Kühe und Schafe, Pferde, Knechte und Mägde. Auf Falkenhof herrschte ein reges Leben. Da traf Bodo eines Tages unerwartet ein. Er hatte sofort eine lange Unterredung mit Andreas Döll.
„Sie meinen!" sagte er zuletzt. „Ja!" „Nun übermorgen." „Gut, ich muß sofort nach Worbisch zu Herrn von Draht."
„Schön, Herr Assessor, ich begleite Sie." „Sind Sie toll, Zülcher?"
„Nein, ich muß als Leopold Seligmann mal wieder in den braunen Hirsch." — „So? Das ist etwas andere« !"
Zu Kochs Gaudium fuhren beide ab.
Der Assessor fuhr direkt nach Worbisch, Seligmann erschien am selben Abend wieder im braunen Hirsch Ah da seid Ihr ja wieder," empfing ihn Büchler "®u'te Geschäfte gemacht?" — „Ja, bin zufrieden