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erWer Kreisblatt.
Gratisbeilagenx „ZUnftrirter Konntagrblatt" «. „)ll«ttrirte lanbwirthschaftliche Veklage".
Sr. U.
AtHa« den A. N 1900.
Veftellungen auf das Hersfelder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen „Jllustrirtes Sonntagsblatt" »n» „Zllustrirte landtvirthschaftl. Beilage" für die Monate August und September 1900 werden von allen Kaiserlichen poftanftalten, Landbrief- trägern und von der Expedition angenommen.
Amtlicher Theil.
Hersfeld, den 26. Juli 1900.
Die Herren Ortsvorstände zu
Bingartes, Eichhof, Kohlhausen, Kruspis, Lamperts- feld, Leimbach, Lengers, Meckbach, Mecklar, Meisebach, Mengshausen, Oberrode, PeterSberg, Rohrbach, Unter» haun, Unterneurode, Wehrshausen, Widdershausen und ^Wölsershausen werden hierdurch an die Erledigung meiner Verfügung vom 15. März d. JS., I. I, Nr. 1732, Kreisblatt Nr. 33, Beiträge zur LandwirthschastSkammer betreffend, wiederholt erinnert mit Frist bis zum 1. August d. Js. bei Meidung von 3 Mark Strafe.
l. 4383. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 23. Juli 1900.
Bezüglich der im Laufe dieses Jahres stattgefundenen ErgänzungSwahlen zur Gemeindevertretung ist, ebenso wie im Vorjahre, die Aufstellung von Zählbogen angeordnet worden.
Unter Bezugnahme auf die diesseitige Bekanntmachung vom 28. Juli v. Js., 1.1. Nr. 4377, im Kreisblatt Nr. 90, werden die Herren Ortsvorstände derjenigen Gemeinden, in welchen sich gewählte Gemeindevertretungen befinden, hiermit angewiesen, die ihnen in den nächsten Tagen zugehendpn Zählbogen unter Beachtung der mitgelheilten Erläuterungen alsbald auszufüllen und nachdem solches .geschehen, umgehend zurückzusenden. Es wird er»
Am blauen Mälar.
Novelle von Herbert Rivulet (Freifrau G. v. Schlippenbach).
(Fortsetzung.)
i »Ich traue dem schwarzen Kerl, dem Miska nicht," versetzte der Clown mißtrauisch. „Er allein haßt Sie wegen des strengen Verweises, den Ferotti ihm ertheilte, und ich fürchte immer, daß er etwas Büfls gegen Sie plant."
, Sie treuer, guter Mensch!" rief die Schulreiterin .gerührt. „Sie sehen Dinge, die nicht existieren. Aber «es wäre trotzdem gut, wenn Sie ein achtsames Auge auf den Ungarn haben."
, »^e können sich aus mich verlaffen, denn Sie wissen a' ?. ©Ulla, ich lasse mein Leben für Sie!"
Drese Unterredung fand nach der Probe statt, als (der Clown und seine Beschützerin, den kleinen Dampfer benutzend, nach Südermalm hinübersuhren, um die kleine Mens? ^suchen, die dort bei ihrer Pflegerin in P ^ö ^b landeten und im Gespräch einige Schritte Megangen waren, fuhr eine Droschke an ihnen vorbei, M" ber "» Herr saß; es war Boris FÜrst Arbanoff, der loeven angekommen war.
er p?rteUa. "^ ‘bF Begleiter beachteten ihn nicht, aber feg “7" " '°’°Ft llnb ^bß den Wage» halten; er - buust^r Entfernung, sich voller Neugier M 9 nb' ““* s" in diesen entlegenen Stadttheil führe.
wartet, daß bis zum 10. August d. Js. sämmtliche Zählbogen bei mir wieder eingegangen sind.
I. 4067 II. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 30. Juli 1900.
Zur Verwendung für die Pflege der nach China entsandten Truppen durch den Deutschey Verein vom Rothen Kreuz sind in Folge des Aufrufes im Kreisblatt Nr. 84 anher abgeliefert: von der Gemeinde Bengendorf 4,20 Mk. „ „ „ Gershausen 18,00 Mk. „ „ „ Lengers 20,00 Mk.
„ den Schulkindern in Mecklar 4,85 Mk.
Der Königliche Landrath
Freiherr von Schlei« itz, Geheimer Regierungs-Rath.
Fulda, den 24. Juli 1900.
Die Abhaltung des Viehmarkte« am 9. Aug u st l. I S. und des Vieh- und Schafmarktes am 30. August l. I S. erfolgt unter den seitherigen Bedingungen.
34 ersuche um entsprechende Bekanntmachung im dortigen Kreisblatt.
Der Königliche Landrath.
J. V.: von H e l m o l t, Regierungs-Assessor.
An das Königl. Landrathsamt zu Hersfeld. I. 8474.
* * * Wird veröffentlicht. Hersfeld, den 28. Juli 1900.
I. 4402. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, ____________________Geheimer Regierungs-Rath.
Homberg, den 26. Juli 1900.
Die unter dem Schweinebestande des Oberamtmanns Reinhard zu Neuenstein ausgebrochene Rothlausseuche ist erloschen.
Der Landrath von Gehren.
Nichtamtlicher Theil.
China.
Di e Abreise des deutschen ExpeditonS- Corps für Ostasien hat ihren Anfang genommen, und
Als nach einem kurzem Gange beide in ein stilles Gäßchen einbogen, sah er, daß sie in ein Haus traten.
Bald darauf verließ der Clown es wieder und der Russe versteckte sich, bis er vorüber war, daraus ging er Stell« nach und blieb an der halboffenen Thür eines Zimmers im Flur stehen.
„Mein Seelchen, mein Täubchen," klang die weiche Stimme der Schulreiterin bis zu ihm, „es fällt mir jedesmal schwerer, dich, zu verlaffen. Könntte ich dich doch immer bei mir haben!"
Ein liebreizendes Bild bot sich dem Auge des Lauschers dar, als er vorsichtig durch die Spalte lugte.
Stell« saß auf einem niedrigen Stuhl und hielt ein kleines, einige Monate altes Kind in den Armen, dessen Gliederchen munter zappelten, sie küßte zärtlich die dicken Händchen und die dunklen Löckchen, die den Kops der Kleinen umgaben.
Ein häßlicher Verdacht durchzuckte Boris Wladimiro- witschs Hirn. War es ihr Kind? War sie nur i h m gegenüber kalt und feindselig, um andern zu gewähren, wofür er seine Seele verkauft hatte, ihre Liebe, ihren Besitz?
Er wollte hinausgehen, als August zurückkehite. Schnell entschlossen that er, als fei er eben erst in das Haus gekommen, und stieg die Treppe zum obern Stock empor.
„Zu dumm," schimpfte er, da schließt der Tölpel die Thür!"
wie vor etwa vier Wochen die Mannschaften der beiden See-Bataillone, so hat auch die erste große Abtheilung des ExpeditionS-CorpS, die sich am Freitag in Bremer» Haven einschiffte, eine markige, begeisternde Ansprache des Kaisers mit auf den Weg erhalten. Hinter unserer Armee liegt eine lange Friedenszeit, und in seiner treffenden Weise hob Kaiser Wilhelm hervor, daß die aussahrenden Mannschaften jetzt zum ersten Male Gelegenheit haben, zu zeigen, daß die Armee in dieser Friedenszeit nach richtigen Grundsätzen weiter gebildet ist. Und sie werden es zeigen! Dafür bürgt die hervorragende Haltung, die von der Schwester der Landarmee, der Marine, bereits an den Tag gelegt ist, dafür bürgt der Geist, der unter den Mannschaften des Expeditions-Corps selbst herrscht. Freiwillig haben sie sich dazu gedrängt, die Ehre Deutschlands in fernen Landen zu vertheidigen, und wer Gelegenheit hatte, in diesen Tagen die frische, kernige Haltung unserer „Ostasiaten" zu beobachten, der wird davon überzeugt sein, daß die deutsche Sache bei ihnen in guten Händen liegt. Die kaiserliche Politik hat es ja gerade in den jetzigen Wirren wieder verstanden, sich überall Ansehen und Vertrauen zu erwerben; das Rundschreiben des Grasen von Bülow an die deutschen Bundesregierungen und seine Abweisung des heuchlerischen chtnejifchen Vermitttungs-Gesuches sind weit über die Grenzen Deutschlands hinaus als geradezu vorbildlich für die internationale Politik bezeichnet worden. Aber das gleiche Vertrauen darf das Vaterland auch denen entgegenbringen, die dazu berufen sind, das an den leitenden Stellen in der Heimath als richtig Erkannte draußen in die That umzusetzen. Kaiser Wilhelm hat den abfahrenden Mannschaften zugerufen, die Gebete eines ganzen Volkes begleiteten jeden Einzelnen von ihnen. Damit hat er allen Deutschen aus dem Herzen gesprochen. Möge es dem Expeditions-Corps vergönnt sein, den deutschen Namen im fernen Osten zu volle» Ehren zu bringen ! Möge das Corps die Aufgaben, die ihm gestellt sind, zum guten Ende führen, und möge es alle Gefahren siegreich überdauern! Das ist der Segenswunsch, den das Vaterland seinen tapfern Söhnen auf den Weg giebt.
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Die Ansprache Sr. Majestät des Kaisers an die Truppen lautete etwa folgendermaßen: „Große überseeische Aufgaben sind es, die dem neu entstandenen Deutschen Reiche zugesallen find, Aufgaben weit größer, als viele Meiner Landsleute es erwartet
Er schlich leise heran und drückte das Ohr an das Schlüsselloch, so daß er alles hören konnte.
„Da, Duschenka," sagte Stell«, „nicht wahr, das ist hübsch, das hat der Papa gut ausgesucht?"
Das Geräusch einer Kinderklappper ließ sich oer» nehmen, dazwischen das Jauchzen der Kleinen.
„Miß Stella, wenn meine selige Peppi es vom Himmel herabsieht, wie engelsgut Sie für ihr verwaistes Kind sind, so segnet sie Sie gewiß!" sagte August bewegt. „Ich bete auch jeden Abend für Sie!"
Arbanoff ließ einen leisen Pfiff hören.
„Ach, so hängt die Sache zusammen," dachte er, ,,e« thut mir fast leid, ich hätte gern etwas gewußt, womit ich sie demüthigen könnte!"
Er verließ rasch das Haus, warf sich in einen Wagen und fuhr zum Hotel Rydberg, wohin fein Kammerdiener bereits mit feinem Gepäck vorangeschickt worden war.
„Der Herr wird hier wohl längere Zeit bleibe» ?" fragte der Wirth, aber der Angeredete zuckte die Achseln und sagte in gebrochenem Deutsch: „Nix verstehen."
Ei» schlichter, graugekleideter Mann, auf den niemand achtete, war zu gleicher Zeit angekonimen und verlangte ein bescheidenes Zimmer im dritten Stock. Er erzählte, daß er aus Leipzig komme und in einem Slahlwaren- Geschäft Kommis sei, er habe in Schweden größere Einkäufe zu machen. , k _
Stell« war kaum eine Stunde nach dem Kung Karl