atz
a ii i»li
Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.
legt
en| 04
M
Ulfe
M
Grati-bellagen r „Illuftvirtes Sonntag-blatt" «. „Suwfttirte landwisthschastuche Beilage.
Abouncnicntspreis vierteljährlich 1 Mark 40 Psg. exel. Postaufschlag.
Die Jttsertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltkeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Psg. Reklamen die Zeile 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.
tun« N l
!«U
W
ibibt allen.'
St. 116.
Jollilerstag Den 26. September
1660
Bestellungen
auf das
imit den Gratisbeilagen „Jllustrirtes Sonntagsblatt" --» „Jllustrirte landwirthschaftl. Beilage"
; für das vierte Quartal 1900 werden von allen
. Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von ^ der Expedition angenommen.
Hersfeld, den 17. September 1900.
Diejenigen Herren Ortsvorstände, welche noch mit Erledigung der Verfügungen:
1. vom 15. April 1886 Nr. 4578, Kreisblatt Nr. 46, Körung der Zuchtbullen betreffend,
2. vom 14. August 1891 Nr. 8179, Kreisblatt Nr. 99, Einreichung der Nachweisung über vorhandene gewerbliche Anlagen betreffend,
im Rückstände sind, werden hierdurch mit F r i st bis zum 2 2. d. M t s. hieran erinnert.
Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Amtlicher Theil
stehen, zugelassen. An Preisen werden au»g«s«tzt: 2 erste Preise zu je 200 Mk, 2 zweite Preise zu je 150 Mk., 2 dritte Preise zu je 75 Mk., zusammen 850 Mk. Außerdem können bis zu 10 Anerkennungen mit entsprechenden Wegvergütungen vergeben werden. Für die Durchführung der Schau gilt die vom Landwirthschaftsrath erlassene Allgemeine Prämiirungsordnung, deren hierhergehörige Vorschriften ich noch bekannt geben werde.
Mit der Schau wird weiter eine PrämUrung von Ebern und Ziegenböcken verbunden. Für angekörte Gemeinde- und Zuchtvereinseber werden folgende Preise ausgesetzt: 2 erste Preise zu je 60 Mk., 2 zweite Preise zu je 45 Mk , 2 dritte Preise zu je 30 Mk., 6 Anerkennungen mit je 5 Mk. Weggeld, zusammen 300 Mk. Für die Durchführung gilt die vom Landwirthschaftsrath erlassene Allgemeine Schweine-Prämiirungsordnung.
Die Schau wird Samstag den 22. September 1900 Vormittags 8 Uhr auf dem städtischen Viehmarkt in Lauterbach abgehalten und bezweckt vorstehende Veröffentlichung, die Gemeinden und Zuchtvereinsmitglieder schon jetzt auf dieses wichtige Unternehmen aufmerksam zu machen und zu rechtzeitiger Vorbereitung reger Theilnahme zu veranlassen. Wir machen noch besonder» darauf aufmerksam, daß zum Verkauf stehende Zuchtbullen auf die Bullenschau gebracht werden können. Von dem Statthaben der Bullenschau haben wir den benachbarten Verwaltungsbehörden mit dem Ersuchen um weitere Bekanntmachung Kenntniß gegeben, so daß zu erwarten steht, daß sich zahlreiche Käufer einfinden werden.
Mit der lokalen Durchführung ist vom landwirth- schaftlichen Provinzialverein eine Kommission beauftragt, welche sich aus den Vorstandsmitgliedern des landwirth- schaftlichen Bezirksvereins und des Kreiszuchtverein» Lauterbach zusammensetzt.
Alle Anfragen sind an das Gr. Kreisamt zu Lauterbach zu richten. Lauterbach, den 3. September 1900. Der Direktor des landwirthschaftlichen Bezirksverein» und Simmenthaler Kreis-Zuchtvereins. Dr. Wall au.
Hersfeld, den 17. September 1900.
Bezugnehmend auf das diesseitige Ausschreiben vom 21. Oktober 1896 J. I. Nr. 5302, im Kreisblatt Nr. 126, die Errichtung von ländlichen Fortbildungsschulen betreffend, ersuche ich die Herren Ortsschulin - s p e k t o r e n des Kreises mir umgehend mitzutheilen, ob in dem bevorstehenden Winterhalbjahr in den Gemeinden Ihres Bezirks ländliche Fortbildungsschulen errichtet werden sollen oder nicht. Bejahendenfalls ist die in dem oben bezeichneten Kreisblatt abgedruckte Uebersicht auszufüllen und dahier einzureichen.
II. 4950. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 18, September 1900.
Die Abschätzung der gelegentlich der diesjährigen Herbstübungen im diesseitigen Kreise entstandenen Flurschäden wird in der Kürze beginnen.
Die Herren Ortsvorstände pp. des hiesigen Kreises, in deren Gemarkungen durch die diesjährigen Manöver Flurschäden entstanden sind, werden hiermit angewiesen, f gemäß den Bestimmungen zu § 14 des Gesetzes über die -Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden vom 24. Mai 1898 (siehe Verordnung zur Ausführung -desselben vom 13. Juli 1898, abgedruckt im NeichSgesetz- __ Blatt Seite 921 u. f.) das Erforderliche alsbald zu veranlassen.
i Insbesondere sind die auf Seite 969 des Reichöge- setzes von 1898 vorgeschriebenen Nachweisungen sofort k anzufertigen und nachdem dieselben vollständig und W richtig ausgefüllt, mir umgehend einzureichen. H Der Termin der Abschätzung, bei welcher die Ortsvor- | stände zugegen sein müssen, wird demnächst noch be- | kannt gemacht.
11
e
Außerdem werden die Herren Bürgermeister des | Kreises hiermit angewiesen, die in ihren Händen befindlichen Quartierbescheinigungen alsbald dahier einzureichen.
J. II. Nr. 8395.
c«
Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.
Hersseld, den 19. September 1900.
Bezugnehmend auf die diesseitige Bekanntmachung vom 11. Juli 1900 I. II. Nr. 2595, im Kreisblatt Nr. 81, wird den Herrn Ortsvorständen des hiesigen Kreises noch mitgetheilt, daß die darin erwähnte Generalstabsreise voraussichtlich am 23. d. Mts. beginnen wird.
I. II. Nr. 3396. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Nach den Beschlüssen des hessischen Landwirthschafts- raths des Oberhesfischen Provinzialvereins über die Verwendung der Staatsmittel zur Förderung der Land- wirthschaft hat noch im Herbst dieses Jahres für den 2. Oberhessischen Körbezirk, umfassend die Kreise Alsfeld und Lauterbach, eine Bullenschau in Lauterbach stattzu- finden. Zu derselben und der damit verbundenen Prämiirung werden nur Thiere der Simmenthaler Rasse und zwar nur Gemeindebullen und Bullen, welche zu Zuchtzmecken in Gemeinden oder Zuchtvereinen in Dienst
Nichtamtlicher Theil
Lhina.
An die Kaiserlichen Botschaften in London, Pari«, St. Petersburg, Rom, Washington und Wien und an die Kaiserliche Gesandtschaft in Tokio ist das nachstehende Zirkulartelegramm ergangen:
Die Regierung Seiner Majestät des Kaiser» erachtet
ehr
St E
F tgel
iri-
iflef if^
Ein deutsches Mädchen.
Roman von K. Deutsch.
(Fortsetzung.)
«Was Sie sich heute wohl gedacht haben, liebe Kisaszony, als Sie uns heute so trüb einherschleichen sahen! Daß etwas schwer auf allen belastete, werden Sie wohl geahnt haben, aber was, aber was? Und eigentlich werden Sie sich oft im stillen gefragt haben, was es mit der Mutter unserer Kleinen ist; ob sie noch lebt oder todt ist, und warum nie von ihr gesprochen wird? Doch ich wollte Ihnen ja erzählen, und der Reihe nach, erst von dem selige» Herrn, dann von ihr — vom meinem Liebling.
Meine Gnädige ist aus dem fürstlichen Hause Klary und hat den gnädigen Herrn aus Liebe geheirathet Er war ja auch der schönste Kavalier des Landes, feurig und muthig, daß sein Name nur mit Stolz genannt wurde.
„Sie waren ein schönes Paar, meine Gnädige und her Herr Graf, und wenn sie sich auf der Straße zeigten, blieben die Leute stehen und blickten ihnen nach. ' Sie führten aber auch ein Leben, wie die Engel im Himmel, " ihr jeden Wunsch an den Augen absehend, sie keine Freude außer ihn kennend. Und als erst Geza geboren wurde und sechs Jahre später die Irma, — dieses Glück
fl-^
dieser Jubel! Ich glaub* nicht, ob es im Lande glücklichere Menschen gegeben hat, als es die beiden waren. Und o, meine Gnädige, sie war damals ganz anders als jetzt! Fröhlich und glücklich und hatte ein Herz für andere. Nie ging das Unglück ungetröstet von ihr. Stolz war sie immer und warum sollte sie es nicht sein? So jung, so schön, aus dem fürstlichen Hause, angebetet von den Eltern, deren einzig Kind sie war, und vergöttert von ihrem Manne! Eine Kaisertochter hatte es nicht beffer als sie.
So gingen die Jahre hin, der Geza war acht, die Irma zwei Jahre alt, da brach die Revolution aus. Der Adel erhob sich und hielt mit dem Volk, |um Recht und Freiheit zu retten und an der Spitze der Bewegung stand unser Herr.
Wie sie ihn liebte, meine Gnädige, ich kann es nicht sagen! Und doch, wie sprach sie zu ihm, als er Abschied nahm, um zu dem geworbenen Heere nach Preßburg zu stoßen. Die Irma auf dem Arme, den Geza an der Hand, so stand sie vor ihm, und sie glaubte nicht anders, als das Herz breche ihr vor Jammer.
„Geh mit Gott," sagte sie, „geh mit Gott! Wie kann ich dich von dem zurückhalten, wozu alle deine Standesgenossen Mut und Aufopserungssinn haben? Das Land rüst, geh', und Gott beschütze dich! Er ging und sie sah ihn nimmer wieder.
Die Alte hielt eine Weile inne und fuhr dann fort:
„Sie haben studiert und kennen die Geschichte jene» unglücklichen Jahres besser als ich; Sie wissen, wie es begann, und wie es endete.
Unfern armen Herren ereilte da» Verhängniß früh. Er war von den wilden Scharen des Heynau geschlagen und gefangen genommen worden und sollte in Preßburg gehängt werden, gehängt, denken Sie sich, der stolze Graf Csillagi, der edelste Kavalier des Lande», gehängt, wie ein gemeiner Dieb.
Als die Schreckensnachricht aus Preßburg kam, war der Jammer und das Entsetzen groß, ich glaubte nicht als daß die Hochwohlgeborene wahnsinnig werden würde. Zwei Tag und zwei Nächte verbrachte sie ohne Speis« und Trank in wortlosem Jammer. Am dritten Morgen faßte sie endlich einen Entschluß. Sie ließ anspannen und fuhr nach Preßburg. Doch sie kam nicht weit in der gräflichen Kutsche. Die ganze Gegend wimmelte von Kaiserlichen. Eine Stunde von hier ließ sie den Wagen zurück und ging als Bäuerin verkleidet zu Fuß nach Preßburg. Was sie dort wollte? Ihn noch ein» mal sehen, ihn retten oder wenigstens den schmählichen Tod von ihm abwenden. Es sollte ihr gar nichts gelingen, nicht einmal der Zutritt wurde ihr zu ihm gewährt. Man hatte kein Mitleid mit der Frau be« Rebellen. E» mußte ein Beispiel gegeben werden, indem man den stolzesten Edelmann des Landes auf diese Weise enden ließ.