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Gratisbeilagen r „IUnstrirtes Sonntagsblatt" «. „AUnftrirte landwirthschaftliche Beilage."
Sr. 1W.
ZVmKilh hn 10. November
1900.
erste« Statt
Bestellungen
auf das Hersfelder Kreisblatt
mit den Gratisbeilagen „Jllustrirtes Sonntagsblatt" ™» „Zlluftrirte landwirthschaftl. Beilage" für die Monate November und Dezember werden von allen kaiserlichen Postanstalten, Landbrief- träaern und von der Expedition angenommen.
Amtlicher Theil.
Hersseld, den 6. November 1900.
Am Mittwoch den 14. -. Mts. findet von 10 bis 12 Uhr Vormittags Scharfschießen seitens der hiesigen Kriegsschule südlich Aspenknittel in der Richtung auf den Johannesberg statt.
Das Gelände und die Verbindungswege zwischen den Ortschaften Bingartes, Unterbaun, Oberhaun und Bingar- tes, Johannesberg, Kohlhausen und Roßbach darf während dieser Zeit nicht betreten werden.
Den Anweisungen der aufgestellten Absperrungsposten ist Folge zu leisten.
6239. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz,
Geheimer Regierungs-Rath.
Der Landrath. Hersfeld, den 6. November 1900.
I III. 1029.
Die Verfügung vom 16. Oktober 1883, Nr. 13016, Kreisblatt 112 (1883), wird hiermit aufgehoben.
Die Vorstände der Gemeinden haben hiernach den Terminkalender zu berichtigen.
Freiherr von Schleinitz.
Der Vorsitzende der Hersseld, den 8. Nov. 1900. Veranlagungs-Kommission.
III. 1036.
I, Nach dem Ableben eines Steuerpflichtigen erlischt skine Steuerpflicht nach den gesetzlichen Bestimmungen mit Ablauf des Sterbemonats; daher sind die veranlagten Steuerbeträge von dem ersten des Monats ab, welcher
K Ihr einziger Schutz.
Von Ellen S v a l a.
(Fortsetzung.)
Der Agent, der ihn herumführte, wußte genau, an WM die verschiedenen Villen vermietet waren, auch daß Wäscherin Holfs ihr Häuschen angebracht habe und zwar 011 eine junge Malerin aus London, welche krank ge- ^ssen sei und nun hier gesund werden wollte. Die die nach dem Gärtchen der Holfs ginge, sei noch aber zu groß für einen einzelnen Herrn, da es drei Schlafzimmer, Salon und Eßzimmer darin gäbe, irecil aber war anderer Ansicht. Die Villa gefiel ihm, " habe Freunde genug, die ihn besuchten, und im üb- Ngen liebe er es, genügenden Platz zu haben. Hätte der Agent zur Bedingung gemacht, Cecil müsse jedesmal, er komme, in einem anderen Zimmer schlafen, er d>are auch darauf eingegangen, und dennoch, als er wieder '» der Bahn saß, schüttelte er den Kopf und lachte sich Ittber aus. Aber das verhinderte ihn doch nicht, am Ochsten Tage nach „Jvy Lodge" zurückzukehre» und den ^nzug der Geschwister zu beobachten. Vorläufig wollte ; sich noch nicht zeigen, er wollte es dem Zufall über- alien, sie zusammenzuführen, und er rechnete auf die
auf das den Abgang begründende Ereignitz folgt, in Abgang »n stellen. Eine Forterhebung der veranlagten Steuern von den Erben desselben ist gesetzwidrig.
Die Gemeindevorstünde haben mir von derartigen Abgängen unter Angabe des Todestages, des hinterlassenen Vermögens, sowie der Vornamen, Namen und des Standes der Erben unverzüglich Mittheilung zu machen.
Freiherr von Schleinitz.
Hünfeld, den 5. November 1900.
In der Gemeinde Rimmels ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und in Sargenzell erloschen.
Der Königliche Landrath von S t e i n m a n n.
Nichtamtlicher Theil.
C^tna.
Das deutsch-englischeChina-Abkommen ist in Deutschland bekanntlich ganz besonders auch deshalb willkommen geheißen, weil dadurch dem deutschen Unternehmungsgeiste freier Spielraum im Aangtse-Becken, dem wichtigsten Theile von China, gesichert worden ist. Welch' kritischen Zuständen durch das Abkommen thatsächlich ein Ziel gesetzt ist, geht recht deutlich aus neuern Berichten aus Schanghai hervor.
Darnach wird eine größere Erhebung im Aangtse- Thale kaum zu befürchten sein, wenn die z. Z. begonnene Politik des ernsten Einschreitens im Norden fortdauert. Anders wird aber die Lage, wenn England die Gelegenheit zur Festsetzung um Uangtse benutzt oder einzelne fanatische Engländer, die im Interesse ihres Landes zu handeln glauben, weiter auf eigene Faust Politik machen und einen Konflikt herbeiführen. Die militärischen Kreise sind natürlich zu kriegerischen Aktionen immer gern bereit, und in Schanghai befanden sich Ende September die Offiziere von über 4000 Mann englischer Truppen und einer Mnzahl britischer Kriegsschiffe, die alle auf Lorbeeren warteten!
Dabei sind es zwei Punkte, die man als Anlaß zum Einschreiten benutzen könnte und spstematisch hervorhebt: Unruhen in der Bevölkerung und angebliche EroberungS- pläne einer .fremden Macht" — d. h. Deutschlands — im Aangtse-Thale. In der letzter« Richtung hat man auch die dortige chinesische Presse in Bewegung zu setzen verstanden, die bald behauptet, Graf Waldersee habe ein Ultimatum mit der Androhung der Besetzung des Iangtse- Thales durch Deutschland überreicht, bald schon ankündigt, das deutsche Geschwader sei im Begriffe, in den Fluß einzulaufen, und größere Truppenmassen seien von Peking
herannahenden Pfingstferien, wo es ihm gelingen würde, seine Bekanntschaft mit dem Knaben weiter auSzu- dehnen.
Diesmal hatte Violet gar nicht Zeit, ihren Gedanke" nachzuhängen. Bis sie ihre kleine Haushaltung versorgt, ihr Mittagsmahl gekocht, ausgespült und weggeräumt hatte, war der hauptsächlichste Theil des Tage« vergangen, und da sie im Auftrage einer Weberei neue Muster für die Wintersaison entwerfen mußte, so trug sie sich des Nachmittags Stuhl und Tisch unter die Linde, und arbeitete beim Gezwitscher der Vögel und beim Summen der Insekten, bis ihre Hand müde wurde und sie ausruhend eine Weile im Sessel, den Percy zusammengeleimt hatte, verträumte.
Die frische Luft, die neuen Eindrücke und auch die etwas bessern Einkünfte hatten den denkbar günstigsten Eindruck auf sie ausgeübt, die Schwäche war fast ganz gewichen, und ihr liebliches, trauriges Antlitz trug zu Zeiten einen leichten Hauch von Röte, der ihr ungemein gut stand.
Der Zauber, der sie gleich vom ersten Tage an um« fangen hotte, war noch nicht gewichen, mehr und mehr verliebte sie sich in ihr kleines Heim, nannte es „das Paradieschen," und ihre Briefe an den Bruder sprachen von nicht« anderem, denn davon. Daß sie ihn vermisse,
nach dem Süden aufgebrochen, um die Dangtse-Provinzen zu besetzen. Der General-Gouverneur von Nanking wird — bis jetzt allerdings ohne Erfolg — fortgesetzt durch derartige Behauptungen beunruhigt, und die Engländer sollen trotz der guten Kameradschaft, die sie mit der deutschen Garnison unterhalten, bereits einen Plan ausgearbeitet haben, um den „Schutz", den sie den General- Gouverneuren im Iangtse-Gebiete zugesagt haben, durch Besetzung der wichtigsten Punkte zu verwirklichen.
Wenn die englische Regierung diesem Treiben auch fernsteht, so würde sie vollzogene Thatsachen doch jedenfalls acceptieren und ausnutzen, und es würde dann für Deutschland sehr schwer sein, nachträglich zu beweisen, daß für die Engländer keine ausreichende Veranlassung zum Einschreiten vorgelegen habe. Man wird es daher nochmals nur mit Genugthuung begrüßen können, daß diesen Gefahren durch das Abkommen mit England ein Riegel vorgeschoben ist.
* *
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Die gestrigen Londoner Morgenblätter berichten in einer aus Peking stammenden Depesche (ohne Datum): „Entgegen dem bei chinesischen amtlichen Schreiben üblichen Brauche, den Namen des Diplomaten, von dem das Schriftstück stammt, an den K^pf des Schreibens zu setzen, ist dies in dem Schreiben der Friedensunterhändler Li-Hung-Tschang und Tsching, in dem sie über angebliche Plünderungen und Ausschreitungen der verbündeten Truppen zwischen Peking und Paolingfu Klage führen, nicht der Fall gewesen. Die deswegen befragten chinesischen Stellen haben erklärt, mit der Fortlassung dieser Namen sei beabsichtigt gewesen, den Gesandten Mißachtung auszudrücken. Es ist von den Mächten noch keine gemeinsame Aktion in Folge dieser Verhaltens der Chinesen eingeleitet worden. Die Gesandten Deutschlands, Großbritanniens, Frankreichs und Italiens werden die Annahme des chinesischen Schreibens ablehnen, die der übrigen Mächte dasselbe wahrscheinlich ignorieren."
Rom, 7. November. Der »Agenzia Stefani" wird aus Peking gemeldet: Eine gemischte, aus Deutschen und Italienern, bestehende Kolonne unter dem Befehl des Obersten Garioni ist von Paotingfu hierher zurückgekehrt. Die Kolonne, die nur aus 350 Mann bestand, griff mit großer Kühnheit die befestigte Stadt Kuanhsien an, welche von 1500 mit Gewehren bewaffneten Chinesen und Artillerie vertheidigt wurde. Nach einem heftigen Kampfe besetzte die gemischte Kolonne die Stadt, entwaffnete die chinesischen Soldaten und erbeutete acht Kanonen. Von der Kolonne wurde nur ein Mann schwer verwundet, einige andere wurden leicht verwundet.
P e k i n g , 5. November. Die Truppen des Generals
und den Augenblick herbeisehne, wo „ihr einziger Schutz" in die Ferien komme, war aus jeder Zeile zu lesen, und wenn sie es auch nicht aussprach, Percp verstand es doch, und seine Briefe brachten ungefragte Antwort darauf.
Jeden Monat zweimal hatten die Geschwister Zutritt zu der Klinik, in der man den Vater untergebracht hatte. Mister Blunt war vollständig geistesumnachtet. Er tobte und schrie nicht, sein Irrsinn äußerte sich in gleichmäßiger, nur hier und da von einem scharfen Lachen unterbrochenen Ruhe. Stundenlang beschäftigte er sich damit, Zahlen in haltlosem Durcheinander auf weiße Stücke Papier zu kritzeln und diese sorgfältig gefaltet auseinander zu schichten. Er nannte das seine Check«, erzählte dem Wärter, daß er ein großer Bankier sei und Bankerott gemacht habe, aber alle seine Klienten würden jetzt von ihm ausbezahlt.
Der letzte fürchterliche Schlag seines Lebens war verworren in seinem Gedächtniß verblieben; daß er ein schönes ruhige« Heim, ein blühendes Geschäft gehabt hatte, wußte er nicht mehr; wer die beiden lieblichen Kinder waren, die er hie und da sah, konnte er sich nicht erinnern; er hielt sie für Klienten und gab ihnen seine bekritzelten Papierchen, um damit an seiner Kasse ihr Geld zu erheben. Sein Wärter nannte ihn, auf die