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Erstes Statt.

Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen Jllustrirtes Sonntagsblatt"» Jllustrirte landwirthschastl. Beilage" für das erste Ouartal 1901 werden von allen Aaiserlichen Postanstalten, kandbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 2. Januar 1901.

Im Monat Dezember 1900 sind dahier für folgende Herren Jagdscheine ausgestellt worden und wird solches bestehender Vorschrift gemäß hierdurch veröffentlicht.

A. Jahresjagdscheine r

a. entgeltliche:

am 3/12. für den Schneider Johanne« Rosenthal in Ransbach ;

5/12. Kaufmann Ludols Schuchard in Niederaula;

10/12. Karl Merkel zu Heiligenrode bei Vacha;

10/12. Oberleutnant v. Rhöneck in Philipps­thal ;

14/12. Schloßgutsbesitzer Robert Patry in Hattenbach;

15/12. vr. mscl. Olto Lylander in Hersfeld;

22/12. Maschinenführer Justu» Göbel in Wüstseld;

22/12. Oekonomierath Julius Weitemeyer in Gethsemane;

,, 24/12. Amtsrichter Bertram in Vacha;

27/12. ,, Landesbauinspektor Xylander in Hersfeld;

27/12. Oberamtmann Freyfe zu Bingartes;

27/12. Landwirth Baron Emil v. Lepel jun. in Hattenbach;

27/12. Tuchfabrikant Georg Braun jun. in Hersfeld;

28/12. Gutsbesitzer E. Zimmermann zu Hof Kühnbach;

,, 31/12. Hermann Patry aus Genf (Schweiz), b unentgeltliche:

am 11/12, für den Königlichen Forstmeister Jordan in Hersfeld;

11/12. Königl. Förster Sippe! in Friedlos;

11/12. Königl. Forstausseher Marschausen in Kathus;

14/12. Königl.Hülfsjäger Kranz in Philipp«, thal:

19/12. von Baumbach'schen Unterförster Jo­hannes Kegelmann in Frielingen.

B. Tagesjagdscheine:

am 4/12. für den Bürgermeister Rudolph in Oberzella;

4/12; Forstasseffor von Grebe in Oberzella; , -8/12. Bauführer Heinrich Gute zu Forst- Hau» Eorga.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Nichtamtlicher Theil.

Lhina.

(Der Frieden mit Chinaj Der Kaiser von China hat befohlen, daß die Friedens-Bedingungen, wie sie in der gemeinsamen Note der Vertreter der Mächte in Peking aufgestellt sind, von den beiden chinesischen Unterhändlern Li-Hung-Tschang und Prinz Tsching an­genommen werden sollen. So behaupten die beiden Unterhändler selbst. Hoffentlich ist e» wahr. Wuting- fang, der chinesische Gesandte in Washington, will die Meldung nicht glauben; er hat sein Erstaunen darüber geäußert, daß man dem Kaiser von China eine solche Nachgiebigkeit zutraue, wahrscheinlich nehme dar kaiser­liche Edikt die Frieden-bedingungen der Mächte nur als Grundlage für weitere Verhandlungen an. Da» wäre ja echt chinesisch: Scheinbare Nachgiebigkeit mit einer Reihe von Hintergedanken, und e» ist kein Zweifel, daß Wulingfang, der Geriebensten einer, der sich bisher mit einem gewissen Erfolge bemüht hat, die diplomatischen Wasser zu trüben, auch jetzt noch seine Spekulationen auf Zwietracht unter den Mächten fortsetzt. Gleichwohl sind die Meldungen über das kaiserliche Edikt so be­stimmt, daß man in der That einer baldigen Beendigung des Friedenswerkes entgegensehen darf. Für die Wahr­heit der Annahme der Friedens-Bedingungen spricht der Wunsch des chinesischen Hofes, möglichst bald nach Peking zurückzukehren. So lange sich die alte Kaiserstadt im ausschließlichen Besitze fremder Truppen befindet, kann der Hof nicht dahin zurückkehren, ohne seine Stellung nach den Vorstellungen der Chinesen aufs tiefste zu er­schüttern. Für die baldige Beendigung der Wirren kommt alles darauf an, daß die Diplomatie der Mächte einig und fest bleibt. Man weiß, daß diese Einigkeit nicht immer vorhanden war und daß manche» geschehen ist, war die chinesischen Machthaber in ihrem Widerstand gegen volle Sühne der begangenen Verbrechen und gegen ausreichende Garantien für die Zukunft bestärkte. Selbst die französische Presse kann trotz aller Zurückhaltung gegenüber russischen Maßregeln nicht verhehlen, daß die Zurückziehung der russischen Truppen au» Peking und die Verlegung der russischen Gesandtschaft nach Tientsin unglücklich gewirkt hat. Vom russischen Standpunkt aus waren ja diese Maßregeln ziemlich begreiflich; die russische Politik hat von vornherein konsequent nur die eigensten Interessen wahrgenommen, Rußland war von allen Mächten in der bequemsten Lage, al» Grenznachbar China», der sich in der Occupation der Mandschurei eine sichere Position schaffen konnte und sich möglichst wenig in einen allgemeinen Krieg hineinziehen zu lassen brauchte. Aber nachdem e» sich jene Position gesichert hat, kann es kein Interesse daran haben, den Aufenthalt der fremden Truppen in der Provinz Petschili zu ver, länger». Wir glauben daher, daß der Erfolg, der in der chinesischen Annahme der in der gemeinsamen Note der Mächte ausgestellten Friedensbedingungen liegt, fest- gehalten werden und zu einem baldigen Abschluß des Friedens-Vertrages führen wird. Schwierigkeiten mögen noch bei der Festsetzung der Summe entstehen, die China als Entschädigungen für die Zerstörung der Eigenthums der Fremden und chinesischer Christen und für die Kriegs­kosten der Mächte zu zahlen hat. Ueber die andern Fragen enthielt die Note der Mächte bereits ziemlich genaue Bestimmungen, so daß, wenn sich die Meldungen über da» Kaiserliche Annahme-Edikt bestätigen, der Ver- tragS-Abschluß sich nicht mehr lange zu verzögern braucht.

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*

Vom militärischen Felde ist folgende Nachricht ein­getroffen: Peking, 2. Januar. Die Expedition des General» Bailloud, der nach Schintingsu abgegangen war, um dem dort von regulären chinesischen Truppen bedrohten Obersten Guillet zu Hilfe zu kommen, ist jetzt beendigt. Die Chinesen haben ohne Kampf die Flucht ergriffen. Nach einem neuen russischen Generatstabs­bericht sind die letzten chinesischen Banden erst in der

zweiten Hälfte des Dezember zerstreut worden. Ein neuer Ausbruch der Feindseligkeiten ist natürlich ebenso­wenig wie in Petschili ausgeschlossen.

DieTimes" meldet aus Peking vom 31. Dezember: Zwischen Rußland und China ist ein Uebereinkommen abgeschlossen bezüglich der militärischen Besetzung der Provinz Fengtien in der Mandschurei durch die Russen und der Wiederaufnahme der Civilverwaltung der Provinz durch die Chinesen unter russtscheiLOberhoheit.

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Die Hinrichtung des Mörder« v.Kettler's wird in einem Telegramm derB. L. A." folgender­maßen beschrieben: Enhai, der Mörder des Freiherr» von Ketteler, wurde Nachmittag» 3 Uhr in Gegenwart der Generale Leffel und Trotha, sowie vieler Offiziere in der Kelteler-Straße auf der Stelle, wo der Mord ge­schehen war, enthauptet. Der Verurtheilte wurde zwanzig Minuten vorher auf einem chinesischen Gefängniß-Karren, in Eisen gefesselt, auf den Richtplatz gebracht. Dort wurden ihm die Fußfesseln, aber nicht die Handschellen gelöst, man ließ ihn zurücktreten und nach chinesischer Gerichtsgewohnheit niederknien. Enhai zeigte keine Furcht, schaute öfters rund umher und lächelte einige Male höhnisch. Plötzlich sagte er einige Worte zu dem Publikum, das von ihm kaum drei Schritte entfernt stand.Was hat er gesagt?'- fragte ein Offizier seinen des Chinesischen mächtigen Nachbar, welcher zur Um­gebung Sir Robert HartS gehörte. Enhai hat gesagt: Ich bin bestochen". Wenige Minuten später lachte der Mörder in gezwungener Weise laut auf und blieb dann eine Weile ruhig. Plötzlich sagte er wieder einige Worte, welche, wie folgt, übersetzt wurden:So schaut, wie mein Herz ruhig ist!" Pünktlich um 3 Uhr erschien General v. Lessel auf dem Platze, das Urtheil wurde in chinesischer Sprache verlesen, der Mörder wurde den chinesischen Be­amten übergeben und sogleich trennte der Scharfrichter mit seinem einem Brotmesser ähnlichen Richtschwerte durch einen Hieb das Haupt vom Körper. Der Kopf wurde in eine in der Nähe bereitstehende Kiste, der Körper in einen Sarg gelegt und hinweg gefahren.

Politische Nachrichten.

Berlin, 3. Januar.

Se. Majestät der Kaiser ist heute früh bald nach 8 Uhr in Hamburg eingetroffen und am Bahnhof von dem Gesandten Grafen Wolff-Metternich, sowie den Bürgermeistern Dr. Hachmann und Dr. Mönckeberg em­pfangen worden. Vom Bahnhof fuhr Se. Majestät mit dem Gesandten Grafen Wolff-Metternich nach der Nacht .Viktoria Luise." Mit Sr. Majestät dem Kaiser ist der Reich»kanzler Graf von Bülow eingetroffen.

Wie derOstpreußischen Zeitung" aus Berlin ge­meldet wird, hat Se. Majestät der Kaiser befohlen, daß an sämmtlichen preußischen Universitäten, Akademieen und allen höheren und niederen Schulen am 18. Januar das 200 jährige Krönungsjubiläum durch einen Festakt unter Wegfall des Unterrichts festlich begangen' werden soll. Mit diesem Festakt soll in diesem Jahre die Feier des Geburtstage» Sr. Majestät des Kaiser« derart verbunden werden, daß am 27. Januar keine be­sondere Feier stattfindet.

Der DampferAndalusia" mit den geretteten Mannschaften derGneisenau" ist in Wilhelms- Haven eingetroffen. Die Mannschaften trugen bei ihrer Ankunft in WilhelmShaven Civilkleidung und spanische Mützen. Nach der Landung fand im Exerzierschuppen der zweiten Matrosen-Division ein Begrüßungs-Appell statt, an den sich eine gottesdienstliche Feier anschloß, bei welcher Marine-Oberpfarrer Goedel die Predigt hielt. Das Aussehen der Mannschaften ist gut.

Der erste Tag des eben begonnenen Jahres war für die R e i ch ü b a n k in doppelter Hinsicht von Bedeutung. Einmal waren an diesem Tage fünfundzwanzig Jahre verflossen, seit die damalige Preußische Bank in die ReichSbank umgewandell wurde, und sodann find flennt