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trÄr Kreisblatt

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Zonmbtnd den 2. Februar

Eck-s Blatt.

Gestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen Zllustrirtes Sonntagsblatt"» Wustrirte landivirthschaftl. Beilage" für die Monate Februar und März werden von allen Aaiserlichen Postanstalten, Landbriefträaern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 1. Februar 1901.

Im Monate Januar dieses Jahres sind dahier folgende entgeltliche Jahres-Jagdscheine ausgestellt worden und wird solches bestehender Vorschrift gemäß hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht:

1. Am 2./1. für den Königlichen Hauptmann Herrn Nissen in Hersfeld,

2. 3./1. Lederfabrikanten Herrn Christian Rechberg in Hersfeld,

3. 8./1. Rittergutsbesitzer Herrn Richard Braun zu Oberrode.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.

12

Bekanntmachung, betreffend die Außerkurssetzung der Vereinsthaler öster­reichischen Gepräges. Vom 8. November 1900.

Aus Grund des § 1 des Gesetzes, betreffend die Ver­einsthaler österreichischen Gepräges, vom 28. Februar 1892 (Reichsges.-Bl. S. 315) hat der Bundesrath die nachfolgenden Bestimmungen getroffen.

8 1.

Die in Oesterreich bis zum Schlüsse des Jahres 1867 geprägten Vereinsthaler und Vereinsdoppelthaler gelten vom 1. Januar 1901 ab nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel. Es ist von diesem Zeitpunkt ab außer den mit der Einlösung beauftragten Kassen Niemand ver­pflichtet, diese Münzen in Zahlung zu nehmen.

§ 2.

Die Thaler der im § 1 dieser Bekanntmachung be- zeichneten Gattung werden bis zum 31. März 1901 bei den Reichs- und Landeskassen zu dem Werthverhältnisse von drei Mark gleich einem Thaler sowohl in Zahlung als auch zur Umwechselung angenommen.

§ 3.

Die Verpflichtung zur Annahme und zum Umtausche (§ 2) findet auf durchlöcherte und anders als durch den gewöhnlichen Umlauf im Gewichte verringerte sowie aus verfälschte Münzstücke keine Anwendung.

Berlin, den 8. November 1900.

Der Reichskanzler.

J. V.: gez. Freiherr von Thielmann.

Am 25. b. Mt». Nachmittags in einer hiesigen Gold- I waarenhandlung gestohlen: zwei echt goldene Herrenuhr. ketten im Werthe von 140 Mark, ein Herren-Brillantring i» der Form eines Traurings, in der Mitte ein Brillant im Werthe von 140 Mark. In Betracht kommt ein 8 unbekannter Thäter, welcher sich Weber nannte und Roß« C b "^t in Aschaffenburg sein will. Derselbe wird beschrie- .1 ben wie folgt: 50 bis 52 Jahre alt, 1,661,68 m groß, ||III i untersetzter Statur, bartlos, dunkles, kurzgeschniltenes 18' W Kopfhaar, volles runde« Gesicht, bekleidet mit dunkel- I grünem, etwas abgetragenem Ueberzieher, hellgestreifter

D Hofe und dunklem Filzhut. Er zeigte ein sehr rede­

gewandtes Benehmen und soll an der rechten Hand ein Finger, wahrscheinlich der kleine Finger, fehlen. Um Nachforschungen nach den gestohlenen Gegenständen und dem unbekannten Thäter, Festnahme des Letzteren im Be- tretungsfalle und telegraphische Nachricht hierher wird ersucht. Hanau, am 26. Januar 1901.

Königliche Polizei-Direktion.

MmlmchUg.

In der Stadt Hersfeld wird am 11. Feb­ruar d. I. eine

Reichsbank-Nebenstelle

zur Vermittelung von Wechsel-, Lombard- «nd Giro-Geschäften errichtet, deren Leitung dem Herrn Bankbuchhalter Pagel aus Cottbus übertragen ist.

Fulda, den 25. Januar 1901.

Reichsbankstelle:

Knothe. Clemens.

Nichtamtlicher Theil.

China.

Nach New-Dork wird aus Peking vom 28. Januar berichtet: Li-Huug-Tschang und Tsching haben erreicht, daß Scheng und Tschoufu angewiesen wurden, an den Friedensverhandlungen theilzunehmen. Tschoufu, der kürzlich zum Schatzmeister der Provinz Tschili ernannt worden ist, war früher chinesischer Gesandter in Korea. Die Deutschen haben heute mit dem Bau von Baracken für die GesandtschaftSwache begonnen.

S h a n g h a i, 30. Januar. DieNorth China Daily News" melden: Bei der Vernichtung chinesischen Pulvers in Schanhaikwan wurden durch eine Explosion 40 japanische Soldaten getödtet und zwei englische Sol­daten verwundet.

Berlin, 31. Januar. Feldmarschall Graf von Waldersee meldet am 31. Januar aus Peking: Die Colonnen Hoffmann und Auer sind ohne Zwischenfall zurückgekommen, da die Räuber durch vorzüglichen Nach­richtendienst rechtzeitig gewarnt worden sind.

Tientsin, 30. Jan. Die Deutschen sprengten das Arsenal von Tschikn in die Luft. Eine große deutsche Expedition hat Peking verlassen. Sie marschiert nach, der Hauptstadt von Schansi und nahm für vier Wochen Vorräthe mit. Ende März kommen die neuen für das deutsche Expeditionskorps bestimmten Vorräthe in Taku an, ebenso Sommer-Anzüge.

London, 31. Jan. Nach einer demB. L. A." übermittelten Depesche aus Peking übermittelte Graf Waldersee den Gesandten einen Plan mit folgenden Vor­schlägen : Ehe eine Aenderung der militärischen Haltung der Verbündeten möglich sei, müsse die chinesische Regie­rung Schritte zur Erfüllung der Friedensbedingungen unternehmen. Die wirkliche Strafvollstreckung an den Schuldigen, deren Strafe die Gesandten verlangen, ge­nügen hierzu. Nach Erfüllung dieser Bedingung könne der Truppenrückzug aus Peking und Paotingfu erfolgen und die Zahl der Truppen in Petschili reduziert werden. Waldersee macht auf die Unmöglichkeit der Einschiffung von Truppen vor Monat März aufmerksam. Tientsin und die Umgegend von Shanghai müßten von inter­nationalen Truppen besetzt bleiben, bis China die Ord­nung in Tschili hergestellt und die Jndemnilätü-Vorschläge angenommen habe. Waldersee giebt schließlich die Anzahl der nothwendigen Occupationstruppen an den ver­schiedenen Stationen an und schlägt vor, daß auf jeder Station nur Truppen einer Nationalität stehen und der

Oberbefehl jährlich zwischen den Nationen wechseln solle.

Politische Nachrichten.

Berlin, 31. Januar.

Se. Majestät der Kaiser wird nach den bis­herigen Dispositionen am Sonntag, dem 3. Februar, in Homburg v. d. H. eintreffen und sich sofort nach Schloß Friedrichshof zum Besuch seiner Mutter, Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich, begeben.

Aus Homburg v. b. H., 30. Januar, wird gemeldet, Ihre Majestät die Kaiserin begab sich heule Nachmittag 3 Uhr nach Schloß Friedrichshof.

Wie dieKieler Zeitung" meldet, hat Se. Majestät der Kaiser Folgendes bestimmt: Am 2. Februar d. I., dem Beisetzungstage Ihrer Majestät der Königin von Eng­land, haben die Schiffe Sr. Majestät mit Flaggenparade Toppflaggen halbmast zu setzen, die englische Flagge im Großtopp. Am Abend ist ein Trauersalut von 81 Schuß in Intervallen von je einer Minute derart zu feuern, daß der Salut mit Sonnenuntergang beendet ist.

Wie aus L o n d o u gemeldet wird, lautet der amtlich veröffentlichte Text der Ansprache des Königs bei der In­vestitur des Deutschen Kronprinzen mit dem Hosenbandorden in der Uebersetzung wie folgt:Indem ich Eurer Kaiser­lichen und Königlichen Hoheit den alten und vornehmen, von meinen Vorfahren vor vielen Jahrhunderten gestifteten Orden des Hosenbandes verleihe, investire ich Sie mit dem Ritterorden nicht nur als Thronerben eines mächtigen Reiches, sondern auch als nahen Verwandten. Es war der Wunsch meiner geliebten Mutter, der Königin, Ihnen den Orden als ein Zeichen der Gunst zu verleihen. Ich führe nur ihre Wünsche aus und freue mich, dies thun zu dürfen gegenüber dem Sohne meines erhabenen Verwandten, des Deutschen Kaisers, dem ich meinen aufrichtigen Dank aussprechen möchte dafür, daß er sofort hierher gekommen ist und die Königin mit gepflegt und bei ihr gewacht hat, und daß er bei ihr geblieben ist bis zu ihrem letzten Augen­blicke. Ich wünsche und hoffe, daß die Verleihung dieses alten Ordens an Sie die Gesinnung weiter festigen und kräftigen möge, welche zwischen den beiden großen Ländern besteht, und daß wir Hand in Hand vorwärts gehen mögen zu dem hohen Zwecke der Sicherung des Friedens und eintreten für den Fortschritt der Zivilisation der Welt."

Der Reichstag hat am Dienstag die Berathung des Etat» des Reichsamts des Innern fortgesetzt. Am Mittwoch wurde zunächst über die Wohnungsfrage weiter verhandelt. Es wurde der Antrag der Nationalliberalen angenommen, welcher eine WohnungS-Enquete und auf Grund dieser Vorschläge über die zweckmäßige Organi­sation der öffentlichen Wohnungs-Fürsorge verlangt. Sodann gelangte der Antrag der freisinnigen Volkspartei auf Beseitigung der Theater-Zensur zur Berathung. Im preußischen Abgeordnetenhause fand die Fortsetzung der Berathung des Etats der landwirthschaftlichen Ver­waltung statt.

Der Staatssekretär von Podbielski hat, um mit Vertretern der Handels- und Jndustriekreise einige Fragen des Post- und Telegraphen-WesenS zu berathen, für den 18. Februar eine Sitzung im Reichspostgebäude anberaumt. Die BerathungS-Gegenstände beziehen sich auf Telegramm-Entstellungen, Verzögerung, Telegramm- Korrespondenz mit England, Wörter-Verzeichniß zur Ab­fassung von Telegrammen in verabredeter Sprache, gleich­mäßigeres Format für Briefe und schließlich die Postcheck- Frage.

Ueber die geplante Neu-Uniformirung der Armee wird noch mitgetheilt, daß außer Mann­schaften der Jnfanterie-Schießschule in Spandau, welche die neue Kleidung seit einigen Wochen probeweise tragen, binnen Kurzem auch »och andere Truppentheile in größeren Verbänden damit ausgestattet werden sollen. Von dem Ergebniß der weiteren Versuche wird es abhängen, ob diese neue Uniform oder in welcher Art überhaupt eine neue Bekleidung zur Einführung gelangen soll. Daß