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Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 11. Februar 1901.

Diejenigen HerrnOrtSvorstände, welche meine Verfügung vom 3. Januar 1899 A. 24, Kreisblatt Nr. 3, Berich­tigung der Liste der Gemeindeglieder pp. betreffend, bis heute nicht erledigt haben, werden mit Frist bis zum 1 6. d. M t s. hieran erinnert.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz,

Geheimer Regierungs-Rath.

Nichtamtlicher Theil.

Berlin, 10. Februar.

Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin trafen am Freitag Nachmittag 3^ Uhr zum Besuche Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich in Cronberg ein und kehrten nach 1 '/.^ständigem Aufent­halt nach Homburg zurück.

Im R e i ch s t a g hat die erste Lesung de» neuen W e i n g e s e tz e s stattgesunden. Die Frage einer Ab­änderung des bisher giltigen Gesetzes vom 20. April 1892 steht bereits seit lange auf der Tagesordnung. In zahlreichen Eingaben an den Bundesrath, den Reichs­tag und die Reichs-Verwaltung, auf Versammlungen von verschiedenen Jnteressen-Vertretungen, wie Winzer- Vereinen, landwirthschaftlichen Körperschaften, Handels­kammern, Vereinigungen von chemischen Sachverständigen ist der Gegenstand erörtert und eine Aenderung des Ge­

Endlich gefunden.

Roman von Hedda von Schmid.

(Fortsetzung.)

Warum waren Sie so grausam, uns zu verbieten, einander zu schreiben?" sagte der junge Offizier.

Weil es das Richtige war. Sie, der älteste Sohn einer stolzen Familie, eines feudalen Adelsgeschlechts, hätten doch nimmermehr die Tochter eines schlichten Musiklehrers zu ihrer Frau machen können; da war es besser, die Bande zu lösen, so lange e« noch nicht zu spät war, ehe Sie in ihrem jugendlichen Ungestüm da» Her, meines Kindes sich ganz zu eigen machten durch ein Verlöbnis."

Nora liebte mich ebenso wie ich sie," erwiderte Axel Nordlingen, sich stolz emporrichtend,und wäre sie meine Braut geworden, hätten Sie uns den väterlichen Segen nicht verweigert, so hätte ich das Mädchen meiner Wahl trotz aller Hindernisse, welche sich un« voraussichtlich ent­gegengetürmt hätten, zu meiner Frau gemacht. Ein Nord- lingen hält sein Wort."

Aber mit welchen Opfern wäre dies Worthalten er­kauft worden ! Offene Fehde zwischen Ihnen und Ihren Verwandten. Alledem wäre mein Kind, mein schöne», zarte« Kind nicht gewachsen gewesen. Es schläft nun still, und friedlich unter seinem Rasenhügel, anstatt daß sein junges unberührtes Gemüt verletzt worden wäre im Bewußtsein, daß es die Ursache sei, die Sie, Axel, mit den Ihrigen entzweite. Ich schätze Sie hoch, Axel

setzes befürwortet worden. Aus diesen Anregungen und Wünschen nun ist der vorliegende Gesetz-Entwurf hervor­gegangen. Der Entwurf sieht von einer grundsätzlichen Umgestaltung des bestehenden Weingesetze» zur Zeit noch ab. Ueber eine Reihe von wichtigen Fragen, die bei einer Neuregelung zu lösen sein würden, gehen die Meinungen der Sachverständigen und Wein-Interessenten noch weit auseinander. Es empfiehlt sich daher, mit einer grundsätzlichen Gesetzes-Revision zu warten, bis die Auffassungen sich mehr geklärt haben. Wohl aber er­scheint es angebracht, eine Revision des Gesetzes schon jetzt in denjenigen Punkten eintreten zu laffen, über welche im großen und ganzen Uebereinstimmung unter den betheiligten Kreisen herrscht. Es sind dies haupt­sächlich das Verbot der Herstellung von Kunstwein, die Verschärfung der Ueberwachung der Weinbereitung und die Erhöhung der Strafen für Zuwiderhandlungen gegen die einschlägigen gesetzlichen Vorschriften. Von diesen Gesichtspunkten aus ist der vorliegende Gesetz-Entwurf ausgearbeitet worden. An Stelle des Paragraphen 4 des geltenden Gesetzes, der von den unter den Begriff des Kunstwein» fallenden Getränken handelt, sollen neue Bestimmungen treten. Bisher waren die dort aufge- führten Getränke insoweit zum Verkehr zugelaffen, als sie unter einer ihre Beschaffenheit erkennbar machenden oder Verwechselungen ^»»«schließenden Bezeichnung feil- gehalten wurden. Die Erfahrung hat indessen gelehrt, daß ein Verkauf von Kunstwein unter der Angabe, daß es sich um ein künstliches Ersatz-Produkt handelt, zur Seltenheit gehört. E» muß demnach angenommen werden, daß einerseits mit dem Verkaufe von Kunstwein in der Regel unlautere Absichten verfolgt werden und anderseits Abnehmer desselben sich nicht finden würden, wenn die Waare mit ihrem richtigen Namen belegt würde. Unter solchen Umständen kann ein wirthschaftliche» Bedürfniß, Kunstwein zum Handelsverkehr zuzulassen, nicht anerkannt werden. Nach dem Entwürfe soll daher die Herstellung und der Vertrieb derselben verboten sein. Die zweite wichtige Aenderung, welche der Gesetz-Entwurf bringt, liegt in den erweiterten AussichtSbesugnissen gegenüber Weinproduzenten und Weinhändlern. Die Keller und übrigen Räume, in denen Wein hergestellt, gelagert, feilgehalten und zum Versandte gebracht wird, sollen künftig einer schärferen Ueberwachung unterliegen. Zu diesem Zwecke werden Vertrauensmänner, welche au» der Wahl der Selbstverwaltungskörper hervorgegangen sind

Sie gestatten doch Ihrem alten Lehrer noch, Sie bei Ihrem Vornahmen zu nennen?"

Ich hätte Sie Vater genannt mit tausend Freuden, o, wie beglückt hätte es mich, für Sie bin und bleibe ich stets der alte Axel, der Sie durch feinen leichten, beweg­lichen Sinn und feine Oberflächlichkeit so oft zur Ver, zweiflung gebracht hat."

Nicht doch, ich liebe Sie wie meinen Sohn, obgleich ich mich weigerte, da» Recht zu erlangen, Sie so zu nennen. Doch ich bin stets meinen Grundsätzen getreu geblieben und konnte meiner innersten Ueberzeugung nach das einmal ausgesprochene Nein, welche« ich Ihrem Wunsche entgegengesetzt hatte, nicht zurücknehmen."

Diese» harte Nein brach Dora da» Herz," versetzte Axel bittet.

Der alte Mann schüttelte trübe das weiße Haupt.

Nicht mein väterlicher Machtspruch war die Veran­lassung ihre« frühen Tode», sie trug den Keim ihrer Krankheit, ein Erbtheil ihrer armen Mutter, in sich seit ihrer Geburt. Ich wußte es, daß ihr kein langer Erden­wandel bestimmt war. Sollte ich trotzdem in eine Ver- lobung mit Ihnen einwilligen? E» wäre ja eine Sünde gewesen, die ich damit begangen hätte. Besser war«, Nora ging hin, wie eine Blume, die verblüht, und die Erinnerung an Sie, Axel, nahm sie mit in» Grab, wie er- frischender Tau, der die Blumen küßt."

De« alten Musikers Stimme klang leise und weich und berührte Axel Nordlingen, den der erste, tiefe Schmerz seine« Leben« getroffen halte, wie lindernder Balsam. O, wie sehr hatte er Nora, die Tochter seines alten Musik-

und deren Thätigkeit eine ehrenamtliche ist, als Hilfe­organe der Polizei herangezogen werden. Die Anregung zu einer solchen Einrichtung ist aus Winzer-Kreisen selbst hervorgegangen, und es darf angenommen werden, daß die vorgesehene Kontrolle sich als eine wirksame Hand­habe zur Bekämpfung der Weinverfälschung bewähren wird. Der Entwurf deß neuen Weingesetzes hat bei seiner ersten Lesung eine überwiegend günstige Aufnahme gefunden, und so ist zu hoffen, daß seine Bestimmungen, die geeignet erscheinen, sowohl der Förderung von Treu und Redlichkeit im Erwerbsleben wie dem Schutze der nationalen Arbeit zu dienen, demnächst Gesetzeskraft er­langen werden.

Das preußische Abgeordnetenhaus hat die wasser- wirthschaftliche Vorlage einer Kommission von 28 Mitgliedern überwiesen. Vorsitzender der Kommission ist der Abgeordnete v. Eynern, welcher 1899 den Vorsitz in der Kanal-Kommission führte. Stellvertreter des Vor­sitzenden wird, wie 1899, der Abgeordnete Letocha (Ctr.) sein; zum General-Berichterstatter ist der Abgeordnete Dr. Rewold (freikonservativ) ausersehen, neben ihn sollen besondere Referenten für einzelne neu hinzukommende wafferwirthschaftliche Unternehmungen gestellt werden. Die Kommission dürfte ihre Berathungen am Mittwoch, dem 13. Februar, beginnen. Am Freitage wurde im Abgeordnetenhause über den Konitzer Mord. visknti«t, ruhiger, als nach dem voraufgegangenen Geplänkel im Reichstage erwartet werden mochte. Der Justizminister Schönstedt wies nach, daß die Justizverwaltung von An­beginn alles gethan habe, um etwaige Spuren des Mör­ders nach allen Seiten hin zu verfolgen. Ferner wurde die Frage erörtert, ob jüdische Bewerber einen Rechts­anspruch auf Anstellung im Staatsdienst haben.

Die Budget-Kommission des Reichstages hat bei dem Etat der Postverwaltung einen Antrag, den Post- Assistenten die erhöhte Gehaltsstufe vom Anfang der Dienstjahre an zu gewähren, einstimmig angenommen. Regierungsseitig wurde in Aussicht gestellt, die dazu nöthigen 1*/, Millionen Mark zu beschaffen.

An das Nachrichtenbureau des Reichs-Marine-Amt«, da» bereitwilligst Auskunft über die in Ostasien be­findlichen Marinemannschaften (Schiffsbesatzungen und Seebataillone) ertheilt, gelangen noch immer häufig Anfragen, die wegen unvollständiger Angabe der Per­sonalien des Fragestellers oder Desjenigen, über den Auskunft erbeten wird, nicht beantwortet werden können.

lehrerr, geliebt, und feurig und leidenschaftlich, wie er bereite al« Knabe schon seine Entschlüsse zu fassen pflegte hatte er sich'» gelobt: Nora oder keine!

Da hatte ihn der alte Mann dort einmal beiseite genommen, und ihn gebeten, seines Kindes Ruhe nicht zu stören; von der Liebe, die ihn, Axel beseelte, Nora weder zu sprechen noch zu schreiben. Ernst und eindringlich hatte der besorgte Vater geredet in seiner ruhigen, schlichten Art, die jedoch so überzeugend wirkte, und schließlich nach langem Widerstreben zwar halte Axel, da«, was der alte Mann von ihm forderte, geloben müssen.

Aber, als Axel und Nora, bevor jener Reval verließ, um in sein Regiment einzutreten, am letzten Abend im Gärtchen ungestört beisammen waren, drinnen im Zimmer fochten der Vater und ein alter Kollege einen endlosen Streit über eine Fuge au« da zog Axel Nora tiefer in den Schatten der jungen, knospenden Linde; sie sträubte sich nicht, und da vielleicht sah es die Schwalbe wenn sie schlaftrunken aus ihrem Nest geblinzelt da fanden sich die Lippen der beiden jungen Menschenkinder zu einem langen Kusse.

Aber kein Wort von Liebe fiel zwischen ihnen; wozu braucht man auch Worte, wenn da« Klopfen der Herzen deutlicher denn alles andere redet! Die Rosen hatten geduftet, so süß, so berauschend eine trug Axel noch heute in seinem Taschenbuch in der Brusttasche seines Waffenrocke». Und dann als der Kollege des Vaters ge­gangen war, da hatte sich Nora an den Flügel gesetzt, und unter ihren Händen war da« Lied erklungen, das