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Hersseliier Kreisbliltt.

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Gratirbeilag«« rIlltrstrirter Ksnntagrblatt" «.«ftriste landwirthschaftUche Vettage."

«r. 31. tienftna Ki 12. März 1901.

Vestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen Jllustrirtes Sonntagsblatt" -» Jllnstrirte landwirthschaftl. Beilag e" für den Monat März werden von allen Kaiser­lichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Ex­pedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 6. März 1901.

Auf Sonnabend, den 23. März 1901, Vor - mittags 10 Uhr ist eine Kreistagssitzung in dem Saale des hiesigen Rathhauses anberaumt worden.

Tagesordnung.

1. Prüfung der Verhandlungen über die im Oktober und November 1900 erfolgten Nemvahlen znm Kreistage, Beschlußfassung über die Gültigkeit dieser Wahlen und Einführung der neu Gewählten in ihr Amt. (§ 71 der Kreisordnung und § 2 der Geschäftsordnung.)

2. Feststellung des Kreishanshalts-Etats für 1901/02. (§ 84 der Kreisordnung.)

3. Nochmalige Beschlußfassung über das Gesuch der Ge­meinde Aua um Bewilligung einer Unterstützung aus der Kreiskommunalkasse dahier zur Bestreitung der Kosten des Baues einer Brücke über den Geisbach im Dorfe Aua.

4. Begutachtung des Projekts betr. die Erbreiterung des Hersfeld-Nippa'er Landwegs im Orte Conrode.

5. Beauftragung einer Commission aus den Mitgliedern des Kreistags mit Prüfung der demnächst aufzustellen- den Kreiskommunalkassen-Rechnung für 1900/01. (§ 87 der Kreisordnung.)

6. Wahl von je 7 Vertrauensmännern für den Ausschuß bei den Amtsgerichten Friedewald, Hersfeld, Niederaula und Schenklengsfeld znr Mitwirkung bei der in 1901 stattfindenden Auswahl der Schöffen und Geschworenen für das Jahr 1902. (§ 40 des Gerichtsverfassungs­gesetzes vom 27. Januar 1877, Reichsgesetz-Sammlung Seite 49 von 1877 und § 35 des Ausführungs­

Endlich gefunden.

Roman von Hedda von Schmid.

(Fortsetzung.)

Ob sie da« Gut, nachdem e« ihnen durch die Erb­schaft zugesallen, wohl verkaufen werden?" sprach Erich, , in dessen Augen e« unruhig aufflackerte.

Der Doktor zuckte mit den Achseln.Liebe Agnes," wandte er sich zu seiner Frau,willst du nicht Erich und mir ein Gla« Punsch brauen? Das thut gut nach der Fahrt und dem Ritt im Regen."

Besten Dank, Onkel, es ist ja warmer Sommerregen, der heute fällt; ich muß eilen, nach Hause zu kommen, in Treuenhoff wird morgen mit dem Roggenschnitt be­gonnen: ich muß mit Tagesanbruch aus dem Felde sein, du gestattest, Tante, daß ich ausstehe, ich möchte mein Pferd bestellen."

Bitte, lassen Sie Jürri anspannen," rief Dora dem jungen Manne nach.

Es lag diesmal nur eine höfliche Bitte, kein trotziger Befehl in ihren Worten.

Wie hat Dora sich verändert," dachte Dagmar,sie bittet Herrn Wald, den sie früher behandelte wie einen Bedienten."

Der Treuenhoffsche Wagen rollte langsam in den durchweichten Wegegeleisen dahin; da ea ziemlich dunkel war und die finstern Regenwolken da« Mond­licht verhinderten, die Erde freundlich zu beleuchten,

gesetzes zum Deutschen Gerichtsverfassungsgesetz vom 24. April 1878, Gesetz-Sammlung Seite 237 von 1878.)

7. Wahl eines Mitgliedes der Gebäudesteuer-Veranlag- ungs-Commission an Stelle des verstorbenen Siebmacher­meisters Herrn Georg Steinweg dahier.

8. Beschlußfassung über die Uebernahme der Grundent­schädigung für den Bau einer Nebenbahn von Gerstnngen über Vacha, Wenigentaft, Eiterfeld nach Hünfeld, soweit dieselbe den Kreis Hersfeld berührt, auf den Kreis.

A. 539. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersseld, den 5. März 1901.

Ich habe mit dem Jagdschutze beauftragt:

Herrn Förster Teichert zu Mecklar für die Gemarkungen Mecklar, Reilos und Rohrbach,

Herrn Förster Jacob zu Forsthaus Dieberg für die Ge­markungen Rohrbach und Tann,

Herrn Hülfsjäger Klös zu Reilos für die Gemarkungen Mecklar, Reilos, Rohrbach und Tann,

Herrn Forstaufseher Steinhösel zu Biedebach für die Ge­markungen Biedebach und Tann,

Herrn Förster Sorg zu Heenes für die Gemarkungen Heenes, Tann und Allmershausen,

Herrn Förster Malkmus zu Giltersdorf für die Ge­markungen Allmershausen, Gittersdorf und Untergeis, Herrn Förster Nogatz zu Gittersdorf für die Gemarkungen Gittersdorf, Untergeis und Obergeis,

Herrn Förster Langerhans für die Gemarkungen Holz­heim, Stärklos, Kruspis, Kerspenhausen, Hilper- hausen, Solms, MengShausen,

Herrn Förster Neuschäfer für die Gemarkungen Hatten- bach, Niederjossa, Kleba, Niederaula und Kemmerode, Herrn Förster Kohl für Niederaula und Kleba,

Herrn Förster Schnell für Beiershausen, Asbach, Kirch- Heim und Reckerodr,

Herrn Förster Preschen für Gershausen, Reimboldshausen, Allendorf i. W., Heddersdorf und Kleba,

den von Baumbach'schen Herrn Forstverwalter Lichten- berg und die von Baumbach'schen Unterförster Kegel­mann und Kehl für die Gemarkungen Frielingen GerSdorf, GoßmannSrode, Heddersdorf, Kirchheim, Reckerode, Rotlerterode mit BeyerSgraben sowie den fiskalischen Gutsbezirken Niederaula und Neuenstein, den Herrn Förster Herterich zu Forsthau« Herfa und Herrn Forstausseher Bernhardt zu Bengendorf für

so hatte Jürri die Lichter in beiden Wagenlaternen angezündet.

Dagmar hielt einen großen Strauß gelber Rosen, den ihr die Doktorin im Garten geschnitten hatte, in ihrem Schoß, sie war in Gedanken versunken, die sich vorzugs­weise mit dem morgigen Balle beschäftigten. Auch aus den benachbarten Kirchspielen waren mehrere Familien geladen worden, es würden im ganzen ungefähr fünfzig Personen versammelt sein.

Dagmar hatte ihr Taschengeld vom Vater erhalten- und sich einen hübschen, weißen Stoff zu einer Ball- toilette aus Reval kommen lassen. Elly, Melitta« Zofe, hatte ihr nun eine solche hergestellt. Dagmar hatte zag­haft da« Entstehen bes anmutigen Machwerke« betrachtet, doch, wenn das Kleid auch noch so hübsch war, sie würde darin dennoch hinter ihrer Schwester und den andern jungen Frauen und Mädchen zurückbleiben. Niemand würde sich um sie kümmern, nur Ruth und TibbiJlsen- kron, der unausstehliche Tibbi, der ihr mit seiner ab­geschmackten Courmacherei sehr lästig war. Warum nur hatte Friedel den albernen Burschen eingeladen! Er heftete sich klettensrtig an ihre Fersen und folgte ihr auf Schritt und Tritt, sogar bis in den Milchkeller. Und derjenige, für den allein Dagmar sich schmücken wollte, er hatte keinen Blick für sie.

Warum ließ man mich nicht erfrieren damals in jener Schneewehe, warum rettete man mein Leben!" sagt Dagmar verbittert in ihren trüben Gedanken, die so ganz verschieden sind von denjenigen, die ei« junges

die linksseitig der Werra gelegenen Theile der Ge­markungen Wölfershausen, Bengendorf und Heringen.

I. 1249. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.

Berlin, den 9. März.

Wie von heute Vormittag gemeldet wird, ist das Befinden Sr. Majestät des K a i s e r « unverändert. Ein Verbandwechsel war nicht erforderlich. Se. Majestät empfing gestern Mittag den Reichskanzler Grafen von Bülow und verweilte im Laufe des Nachmittags im Arbeitszimmer. Gestern Abend empfing Se. Majestät den zum Besuch hier eingetroffenen Prinzen Heinrich.

Ueber den Fortgang der Untersuchung wird berichtet: Bremen, 8. März.Boermanns Telegr.-Bureau" meldet: Die polizeilichen Akten über die Vernehmung Weilands wurden der Staatsanwaltschaft und dem Unter­suchungsrichter übergeben. Trotzdem setzt die Polizei ihre Recherchen und die Vernehmung von Zeugen un­ausgesetzt fort; jedoch hat sich nichts Neues ergeben, be­sonders ist keinerlei Anlaß vorhanden, der That irgend­welche politische Motive beizumeffen. Der gerichtlichen Untersuchung wird unzweifelhaft eine mehrwöchige Jnter» nirung des Weiland in einer Irrenanstalt folgen, um seinen geistigen Zustand ärztlicherseits zu beobachten und definitiv festzustellen.

Der Präsident des Herrenhauses, Fürst zu Wied, hat gestern namens des Herrenhauses in einem Schreiben an Se. Majestät den Kaiser dem Abscheu über das Attentat sowie der herzlichen Theilnahme des Hauses Ausdruck gegeben.

Zahlreich sind nach wie vor die Kundgebungen der Theilnahme im Reiche und im Auslande.

Bremen, 8. März. Bei Eröffnung der heutigen Börsenversammlung hielt der Präses der Handelskammer W. A. Fritze folgende Ansprache an die versammelte Kaufmannschaft:Geehrte Herren! Die Handelskammer glaubt im Sinne der Kaufmannschaft und der gesammten Bevölkerung Bremens zu handeln, wenn sie Sie auf- fordert, dem Gefühl des Schmerzes und der Trauer Ausdruck zu geben über den schmachvollen Angriff, der auf Se. Majestät den Kaiser in unsern Mauern verübt worden ist. Daß unsere Stadt, wo Se. Majestät oft

Mädchen gewöhnlich am Vorabend eines Balles hegt.

Nesthäkchen, du bist beneidenswerth," sagt Dora plötz­lich ganz unvermittelt.

Glaubst du?" erwiderte Dagmar leise.

Gewiß, du gehst so ruhig und unangefochten deinen Weg."

Allerdings, mir hat von jeher niemand besondere Beachtung geschenkt."

Wie bitter das klingt, Dagmar!

Wundert es dich, wenn ich mich endlich auf meine einsame Kindheit, meine vereinsamte Stellung in unserm Elternhause besinne? Ein Kind leidet, ohne oft die Ursache seines Kummers zu ergründen oder richtig zu fassen ; ein erwachsener Mensch jedoch wird sich bald über den Urquell seines Leidens klar!"

Dora schlingt plötzlich den Arm um die Schwester.

Dagmar, willst du willst du meine Freundin sein? Du bist ja nur um weniges jünger als ich. Ich habe dir auch noch nicht einmal von Herzen dafür ge­dankt, daß du mich so treu gepflegt hast."

Gottlob, daß du wieder gesund bist, Dora."

Schlag' ein, Dagmar! Wir wollen von nun an nicht mehr fremd und kühl neben einander dahergehen, sondern versuchen, uns näher zu treten und mehr mit einander zu theilen?"

Mit festem Druck umschließen sich bie beiden schlanken Mädchenhände, dann lehnen die Schwestern schweigend Wang' an Wange, und Dagmar fühlt plötzlich, wie ein warmer Tropfen in das Spitzengekrüusel, da« den Hals-