■y- ......" ■■'■' -'■=!<•
Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.
Abonnementspreis vierteljährlich 1 Mark 40 Psg. excl. Postaufschlag.
Die Jnsertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.
ersselkr greteMatt
Gratisbeilagen: „IUnftrirter Sonnragrblatt" «. „Illnftrirte landwirthschaftliche Veilage.
Imerßag Ni 14. März
Vestellnngen auf das Hersfelder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen „Jllustrirtes Sonntagsblatt" -» „Jllustrirte landivirthschaftl. Beilage" für den Monat März werden von allen Kaiser« lichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtlicher Theil.
Cassel, den 23. Februar 1901.
Da die Räude unter den Schafen im hiesigen Regierungsbezirk noch immer in erheblicher Verbreitung herrscht, und vielfach die rechtzeitige Anzeige von dem Ausbruche der Seuche unterlassen wird, so bestimme ich hiermit, daß sämmtliche Schasheerden des Bezirks von den zuständigen beamteten Thierärzten bis auf Weiteres regelmäßig im Frühjahr einer gründlichen Untersuchung unterworfen werden. Die Untersuchungen haben nach einem vorher zu entwerfenden Reiseplan in der Zeit zu geschehen, wo die Thiere stch noch in vollem Vließe befinden und müssen deshalb bis zum Beginne der Woll, schur beendet sein.
Von diesen Untersuchungen, welche derartig vorzu- nehmen sind, daß die Stückzahl (Prozentsatz) der erkrankten Schafe sicher ermittelt werden kann, hoffe ich einen genaueren Ueberblick über die Ausbreitung der Schafräude im Bezirke und zugleich einen Anhaltspunkt für die etwa zu ergreifenden Schutz- und Tilgungsmaßregeln zu gewinnen. Unmittelbar nach Beendigung der Wollschur sind die erkrankten Schafe (eventl. bei Erkrankung über 10 °/0) die Heerden — falls nicht deren sofortige Tödt- ung veranlaßt wird — der Badebehandlung nach Professor Fröhner zu unterwerfen und zwar nach Maßgabe der Rundverfügung vom 15. Juni 1888 — A. III. 8776. Andere Behandlungsmittel dürfen überhaupt nicht zur Anwendung gebracht werden, außer im Winter, wo das Badeverfahren undurchführbar ist.
Ferner muß hierbei noch ganz besonderer Werth auf
Endlich gefunden.
Roman von Hedda von Schmid.
(Fortsetzung.)
Melitta hatte wie immer Reginald als ihren Ritter mit Beschlag belegt, und während Friedel und Tibbi Jlsenkron sich vom gefälligen Pächter, dessen Pflugochsen eigener Zucht zeigen ließen, hatte sich Axel zu Ruth gesellt. Sie standen jetzt gut miteinander, die beiden, und sie paßten auch gut zusammen, wenigstens, was ihr Aeu- ßeres anbetraf. So waren sie nebeneinander durch die niederen Ackerbeerbüsche, durch das Zittergras, welches hier "die Sense verschont hatte, und die blauen, auf schwanken Stengeln sich wiegenden Glockenblumen einhergegangen, sie hatte die Schleppe ihres dunklen Reit- rockes emporgerafft und auf das gelauscht, was Axel ihr erzählt. Er redete niemals im Salontone zu ihr, sondern ebenso schlicht und einfach, wie er e« in früherer Zeit in Reval im Häuschen auf der Stadtmauer gethan hatte. Und Ruth tauschte mit ihm Gedanken und Ansichten aus, als wäre sie jahrelang mit ihm zusammengewesen. Sie bat ihm jetzt im stillen manche» frühere, schroffe Urtheil ab.
Aber mit Melitta kann sie sich nicht aussöhnen, und sie zittert bei der Vorstellung, Reginald könne um die junge, schöne Witwe werben.
Dieser quälende Gedanke beherrscht sie heute, wo sein räthselhastes Ausbleiben sie in eine fieberhafte Unruhe versetzt, mehr denn je. Sie nimmt am Flügel
die gründliche Desinfektion der Stallungen gelegt werden, in welchen die kranken Thiere während der Frühjahrszeit aufgestellt, sowie derjenigen Geräthschaften (Futterraufen, Pferche rc.), welche mit den kranken und verdächtigen Thieren in Berührung gewesen find. (§ 121 Abs. 2, bezw. § 129 d. B. R. Jnstrukl.)
Die Desinfektion, welche vom Kreisthierarzt bei Feststellung eines Räudeausbruchs schriftlich angeordnet werden muß, hat sogleich mit der Einleitung des Badeverfahrens zu erfolgen und ist deren vorschriftsmäßige Ausführung von dem beamteten Thierarzte bei Gelegenheit der Untersuchung der Schafe nach Beendigung des Heilverfahrens zu kontrolieren.
Diejenigen Heerden, welche bei der Frühjahrsuntersuchung zweifellos räudefrei befunden werden, sind bei Gelegenheit anderer Dienstreisen während des Sommers und des Herbstes, sonst aber vor der Winteraufstellung einer nochmaligen gründlichen Untersuchung zu unterwerfen.
Der RegierungS-Präsident. J. V.: (Unterschrift.) An die Herren Landräthe des Bezirks (mit Ausnahme von Rotenburg) und den Herrn Polizei-Direktor hier.
*
Hersfeld, den 11. März 1901.
Vorstehend abgedruckte Verfügung bringe ich zur Kenntniß der Ortspolizeibehörden des Kreises mit der Veranlassung, dahin Anordnungen zu treffen, daß dem Königlichen Kreisthierarzt bei Vornahme der Schafuntersuchungen keine Schwierigkeiten entgegen gesetzt werden und daß ihm auf Verlangen Hilfsmannschaft zur Verfügung gestellt wird. Auch die Königliche Gendarmerie hat, soweit es erforderlich und möglich ist, den Herrn Kreisthierarzt hierbei zu unterstützen.
Die Badebehandlung der für räudig befundenen Schafe muß thunlichst zu gleicher Zeit, unmittelbar nach der Wollschur, zur Ausführung gebracht und die Desinfektion, die polizeilich zu überwachen ist, bei Beginn der Behandlung vorgenommen werden.
I. 1307. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Cassel, den 2. März 1901.
Zur Verbesserung des Zeichenunterrichts an den gewerblichen Fortbildungsschulen werden auf Veranlassung des Herrn Ministers für Handel und Gewerbe schon seit
Platz und greift träumerisch einige Akkorde, dann vereinen sich die Töne zu einer ausgesprochenen Melodie: eine Gavotte von Czibulka ist's, die Ruth spielt, eins ihrer Lieblingsstücke, und vor ihrem Geiste ersteht ein verwilderter Garten, blaue Glockenblumen schaukeln sich im Winde, und eine wohlklingende Männerstimme erzählt eine alte Sage von einem unterirdischen Gang, der früher in der Nähe der jetzigen Ruine existiert oder sogar in einen der Keller der ehemaligen Burg gemündet haben soll.
„Reginald, endlich ist er da!" ruft Ruth erleichtert und springt von der Klavierbank empor. „Die Hunde kündigen seine Nachhausekommen an, gleich muß er da sein."
Da steigt er bereits sporenklingend die Treppe hinan.
„Wo warst du Reginald T ruft Ruth, ihm entgegenfliegend.
„Hast du dich gesorgt um mich 7 Arme Kleine, verzeih'! Was aber hätte mir denn zustoßen können, „Odin" ist ein sicherer Gaul, das weißt du ja."
„Man bangt stets um das Liebste, wenn es nicht bei einem ist."
Reginald küßt die Schwester sanft auf das weiche Gelock, das ihr auf die Stirn fällt.
„Wo warst du?" wiederholte Ruth ihre Frage.
„In Treuenhoff," erwiderte Reginald mit leisem Zögern, ich habe bereits dort zu Abend gespeist, laß nicht unnütz für mich decken.
einer Reihe von Jahren Zeichenkurse zur Ausbildung von Lehrern in gewerblichen Fortbildungsschulen abgehalten. Diese Kurse haben bisher in Berlin, in letzter Zeit auch in Hannover in den Sommermonaten (meistens Juli, August) stattgefunden und sind in der Regel von 4wöchiger Dauer. Voraussetzung für die Einberufung eines Lehrers zu dem Zeichenkursus ist, daß er an einer gewerblichen Fortbildungsschule entweder Zeichenunterricht ertheilt oder hierfür in Aussicht genommen ist, daß ihm von seiner vorgesetzten Behörde der nöthige Urlaub ertheilt wird und durch seine Vertretung der Staatskasse Kosten nicht erwachsen. Die Theilnehmer erhalten die Kosten der Eisenbahnfahrt in der III. Wagenklasse und ein Tagegeld von 5 Mark aus der Staatskasse ersetzt.
Es erscheint dringend wünschenswerth, daß, soweit dies noch nicht der Fall ist, jede Fortbildungsschule, an der Zeichenunterricht ertheilt wird, einen im gewerblichen Zeichnen ausgebildeten Lehrer besitzt. Ich ersuche daher, mir nach Benehmen mit den Vorständen der in Betracht kommenden Fortbildungsschulen Ihres Bezirks bis zum 1. kommenden Monats diejenigen Lehrer namhaft zu machen, deren Einberufung zu einem im laufenden Jahre stattfindenden Zeichenkursus unter den angegebenen Voraussetzungen beantragt wird.
Der Regierungs-Präfident. I. V.: M a u v e. An die Herren Landräthe des Bezirks mit Ausnahme derjenigen zu Cassel, Fritzlar, Gersfeld, Fulda und Marburg.
Hersfeld, den 11. März 1901.
Unter Mittheilung des Inhalts der vorstehenden RegierungSverfÜgung ersuche die Herren Ortsschulinspek- toren der hiesigen Kreises ich hierdurch ergebenst um gefällige Namhastmachung derjenigen Herren Lehrer, deren Einberufung zu einem im laufenden Jahre stattfindenden Zeichenkursus unter den angegebenen Voraussetzungen beantragt wird, bis zum 20. d. Mts.
I. 1397. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 11. März 1901.
Der Landwirth George Rennstiel und der Landwirth Georg Heinrich Rennstiel zu Harnrode sind heute als Ortsschätzer-Stellvertreter für diese Gemeinde
„Im Speisezimmer steht alles bereit und harrt deiner."
„Danke, wie gut du bist, Ruth! Aber ich empfinde wirklich keinen Hunger; komm, laß uns dort auf dem kleinen Divan in deinem Zimmer Platz nehmen und gemütlich miteinander plaudern. — Freust du dich auf den morgigen Ball?"
„Ich weiß nicht, es ist ja mein erster Ball," sagte Ruth zerstreut.
In ihren Schläfen hämmerte es, quälende Vorstellungen ängstigten sie: Reginald ist ja wieder in Treuenhoff gewesen; sie kann es also nicht verhüten, daß er so oft dort ist.
„In der That dein erster Ball, Ruth. Nun, um so herrlicher wirst du dich amüsieren!"
„Ich glaube kaum, daß ich an einem Ball besonderes Vergnügen finden werde."
„Weil dir der Reiz eines solchen Festes noch unbekannt ist. Sehr unrecht war es von dir, dich jeder größeren Geselligkeit zu entfremden. In Reval bei der Tante, hättest du oft Gelegenheit gehabt, dich zu amüsieren!
„Aber ich wollte nicht, es war viel schöner hier in Kreutz. Und Dagmar Nordlingen war mir eine liebere Gesellschaft, als alle jene fremden Menschen, die ich in Tantes Salon kennen gelernt hätte. Sag', Reginald, ist Nesthäkchen nicht ein süßes, liebes Geschöpf?"
„O ja, wirft Reginald halb zerstreut hin, ein ganz nettes, kleines Mädchen, nichts besonderes jedoch."
„Ihr alle kennt Dagmar nicht, wie ich sie kenne,"