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die Expedition.
Amtlicher Theil.
Hersfeld, den 23. März 1901.
Die Herren Ortsvorstände des Kreises haben die Ihnen in den nächsten Tagen zugehenden Losungsscheine den betreffenden Militärpflichtigen alsbald auszuhändigen und das beigefügte Verzeichnis, nachdem der Empfang der Losungsscheine auf demselben bescheinigt ist, ungesäumt an mich zurück zu senden.
I. II. Nr. 931. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Endlich gefunden.
Roman von H e d d a von S ch m i d.
(Fortsetzung.)
Dora hielt Erich bittend ihre etwas kräftig geformte Rechte im tadellos sitzenden Handschuh hin, er ergriff sie und umschloß sie sekundenlang mit seinen Fingern.
Ein heißes Rot stieg in seine Schläfen, wie damals als er neben Dora auf dem Bock des Char-a-banc gesessen und sie ihn so hochmüthig abgefertigt hatte.
„Sie beschämen mich, Fräulein von Nordlingen," stammelte er bewegt.
Sie sahen sich beide in die Augen, blitzartig ging es wie eine Erkenntniß, eine wortlose Verständigung durch beider Seelen.
Frau Agnes hatte nichts gesehen und gehört, die Kulschtour, welche eben getanzt wurde, fesselte ausschließlich ihre Aufmerksamkeit. Drei Paare aus der Mazurka fehlten, das eine, Friede! und Mademoiselle Jeanne, stellten sich eben wieder im Saal ein. Beide sahen sehr erhitzt aus und schienen keine Lust zu haben, wieder in die Reihen der Tanzenden zu treten, sie wandten sich der Ecke zu, in welcher Dora, die Doktorin und Erich saßen.
Dora faßte ihren Bruder scharf ins Auge:
Hersfeld, den 20. März 1901.
Den Herren Ortsvorständen des Kreises wird hierdurch mit Bezugnahme auf § 106 der deutschen Wehr- Ordnung vom 22. November 1888 die sorgfältigste Beachtung der Bestimmungen in der Anlage 3 zur Wehr- Ordnung über die Mitwirkung bei Ausübung der militärischen Kontrolle in Erinnerung gebracht.
II. 877. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Nath.
Nichtamtlicher Theil.
gitfllanl mit WM.
Die Friedens-Verhandlungen in Südafrika haben sich zerschlagen, aber immer wahrscheinlicher wird es, daß sie in nicht zu ferner Zeit erneuert werden. Die jüngsten Vorgänge ihn China lassen es verständlicher als je erscheinen, daß die Friedensneigung in England rasch an Boden gewinnt; ein Zwischenfall, wie der in Tientsin, kann sich wiederholen, und England muß solchen Eventualitäten mit umso größerer Sorge entgegensehen, je länger ihm in Südafrika die Hände gebunden sind, je mehr Verluste an Menschen-Material und militärischem Ansehen es dort erleidet. Die Erwägung, daß man um Sperlinge sümpft und fette Tauben aus der Hand läßt, muß sich dem britischen Volke immer unabweislicher aufdrängen. Es sind nicht nur die unmittelbaren Opfer an Gut und Blut — allein die annähernd 3 Milliarden Mark Kriegskosten stehen ja zu dem möglichen Gewinn in einem argen Mißverhältniß —, es ist vor allem auch die während der letzten 11 /2 Jahre erlittene gewaltige Einbuße gegenüber dem gefährlichsten Feinde der britischen Machtstellung in Asten, Rußland, die hier ins Gewicht fällt.
Im nördlichen China und in Korea ist an die Stelle des englischen Einflusses der russische getreten; wo die Briten noch vor wenigen Jahren die erste Rolle unter den Ausländern spielten, da müssen sie sich heute stellenweise die schroffsten Rücksichtslosigkeiten gefallen lassen, aller englischen Proteste ungeachtet entfaltet Rußland sein Banner an immer neuen Plätzen im Golfe von Liautung und der Korea-Bai und arbeitet rastlos an der Befestigung seiner Stellung in der Mandschurei. Selbst nach dem Herzen Chinas, nach dem reichen Aangtse-Becken, streckt es mittels des Bahnbaues Kiachta—Peking—Hankau und seiner Niederlassung in letzterer Handels-Metropole
„Mein Lieber, wie siehst du aus, dein Schnurrbart ist ja ganz gepudert!"
„Ach — in der That —" Friede! fuhr sehr per- legen mit seinem nach lilas de Perse duftenden Taschentuch über die von Dora bezeichnete Stelle, und Mademoiselle fand es plötzlich für geboten, den kleinen Battistfetzen, mit dem sie sich eben Kühlung zugeweht, an die dorngeritzte Wange zu drücken und dann mit katzenartiger Geschwindigkeit aus dem Saal zu verschwinde». Es war ein sehr spöttischer Blick, den Dora ihr nachsandte.
Ihr Gespräch mit Erich war unterbrochen, denn nun schlenderte auch Tibbi Jlsenkron heran, sehr verstimmt dreinschauernd; er war Dagmar, die sich unter bem dringenden Vormande, nach einer Kranken sehen zu müssen, dem Tanze entzogen hatte, vergebens in den Park gefolgt, er hatte sie nicht gefunden.
„Doch nichts als Sprödigkeit von der Kleinen, dieses stete Ausweichen," dachte er. Tibbi war nach Schluß des Balles ganz davon überzeugt, daß er Dagmar im Kotillon glänzend unterhalten habe, jedenfalls hatten ihre Augen gestrahlt . . . Sie hatte ihm zwar mehrere Mal ganz verkehrte Antworten gegeben, aber sie war eben rettungslos in ihn verliebt, dadurch erklärte sich alles!"
Ja, Dagmar strahlte, den» Reginald hatte sie fast | in jeder Tour im Kotillon geholt und mit ihn« zi« tanzen,
die Hände aus, und die großen chinesischen Tributär- Staaten im Westen des eigentlichen himmlischenzReicheS drohen unaufhaltsam dem russischen Machtbereiche zu verfallen, nachdem das Oberhaupt des nördlichen Buddhismus, der Dalai Lama, es bereits für angezeigt^erachtet hat, eine Gesandtschaft an den Hof in Livadia zu entsenden. Und nicht nur auf dem Wege über Tibet^pocht Rußland an die Thore Indiens, sondern auch auf dem über Afghanistan und Persien, wo der Einfluß des Zarenreiches den Großbritanniens Schritt für Schritt zurück- drängt.
Mit vollem Rechte betont die „Münchener^Allgemeine Zeitung" in einem diese Verhältnisse behandelnden Artikel, daß Rußland den Engländern keinen schlimmern Dienst erweisen konnte, als indem es ihnen durch das Versprechen, ihnen nirgendwo Schwierigkeiten zu bereiten, Muth zu dem Kriege gegen die Buren machte. „Rußland — so schließt der Artikel — hat es in den 1^/2 Jahren, die der unselige Krieg in Südafrika währt, meisterhaft verstanden, den englischen Einfluß in weitaus dem größten Theile von Asien zu lähmen und zu brechen. Der Krieg gegen die beiden kleinen Buren-Republiken kostet das englische Volk drei Milliarden — und er ist noch nicht zu Ende! —, dem britischen Reiche aber hat dieser Krieg sehr viel mehr gekostet." — Die Engländer sind zu gute Rechner, als daß sie die Richtigkeit dieses Exempels nicht einsehen sollten. Die Thatsachen reden eine eindringliche Sprache, es ist hohe Zeit für England, seine BewegungsFreiheit zurück zu gewinnen und dadurch das Zarenreich zu größerer Zurückhaltung in seinen Ausdehnungs-Plänen zu veranlassen.
Politische Nachrichten.
Berlin, den 23. März.
Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin unternahmen gestern nach der FrühstückStasel eine Fahrt nach dem Mausoleum in Charlottenburg. Um 3*/4 Uhr nach dem Königlichen Schloß zurückgekehrt, empfing Se. Majestät der Kaiser den Reichskanzler Grafen v. Bülow zum Vortrag und erledigte in den späteren Nachmittagsstunden andere Regierungsangelegenheiten. — Heute Morgen hörte Se. Majestät der Kaiser die Vorträge des Staatssekretärs des Reichs-Marineamts, Vizeadmirals von Tirpitz, und des Chefs des MarinekabinetS, Vizeadmirals Freiherr» v. Senden-Bibran. Um 123/4 Uhr empfing AUerhöchstderselbe den Generalleutnant Grafen v. Blumenthal zur Entgegennahme der Orden des ver-
war für sie eine namenlose Wonne. Sie war so glücklich, das verlassene Nesthäkchen, das häßliche, junge Entlein, das sich heute als weißer, glänzender Schwan entpuppt hatte und seine ersten Balltriumphe feierte.
Dagmar tanzte sehr viel und von allen Seilen machte man der Landräthin Komplimente über ihre Jüngste. .
„Jawohl, Dagmar hat Chic," war das Endergebniß der mütterlichen Betrachtungen, welche durch den Beifall, den das Mädchen bei allen fand, hervorgerufen wurden.
Die Königin des Balles blieb jedoch unstreitig Melitta ; so bald Reginald an ihrer Seite war, umspann sie ihn mit dem ganzen berückenden Zauber ihrer Persönlichkeit.
Als er sie zum Abendessen führte, klagte sie ihm in einer halb drolligen Weise, die ihr besonders gut stand: „Dem Himmel sei Dank, daß Sie wieder neben mir sind, Reginald, ich bin halb todt, nein, mehr als halbtodt. Nur Herrn von Rittlingens Unterhaltung hat mich vor bem völligen Todtfein gerettet, mit ihn, konnte ich doch etwas anderes sprechen, als nur über Landwirthschaft. Frau von Reinau setzte mir haarklein auseinander, wieviel Strömlinge ihre Leute jährlich verbrauchen, und wie sie Apfelgelee einkoche. Sieben mir unterhalten sich der alte Klingenthal und Viktor Striedhelni über Tho- masschlacke, den Margaretenpflug und Angler Vollblut.