Einzelbild herunterladen
 

,. ..... ......-- y

Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.

Abonnementspreis

vierteljährlich 1 Mari 40 Psg.

cxcl. Postausschlag.

Die Jnsertionsgebühre» betragen sür den Raum einer Spaltzeile 10 Psg., im amtlichen Theile 15 Psg. Reklamen die Zeile 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

Pfeiler meisblatt.

S ^ '.l.'« n >> .. -L1,"!»»1^«BWR^i^^tiriMM»»SBegSSCTÜB^^^^BBBBgBgMBBBaBgB^SSgSSgBBBSSSBSgBBBBWaMMBMg

Gratisbeilagen rIUnftrirter Ksnntagsblatt" n.Illnktrirte lanöwirthsehaftliche Vettage."

Rr. 51 MOg talMWI M

Veftellnngen auf das Hersfelder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen Jllustrirtes Sonntagsblatt" -n» Mustrirte landwirthschaftl. Beilage" für die Monate Mai und Juni werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 22. April 1901.

Zufolge einer Mittheilung des Königlichen Bezirks- Kommandos hier find bei dem Königlichen Kriegsministerium zu Berlin eine größere Anzahl Gesuche in Pensions­und Unterstützungsangelegenheiten eingelaufen. Ein großer Theil der Gesuche scheint durch das in der Presse bekannt gewordene neue Kriegsinvaliden-Gesetz veranlaßt zu sein, welches gegenwärtig dem Reichstag vorliegt, diese Gesuche sind aber zur Zeit ganz zweck­los, da vor Verabschiedung des Gesetzes nichts ver­anlaßt werden kann.

Aber auch nach Inkrafttreten des Gesetzes wird es der Gesuche nicht bedürfen, da beabsichtigt, die zu­ständig werdenden höheren Gebührnisse ohne Weiteres auf Grund der bei den Bezirks-Kommandos vorhandenen Akten zur Anweisung bringen zu lassen.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises haben Vor­stehendes alsbald in ortsüblicher Weise bekannt machen zu lassen und dahin zu wirken, daß die Militär­behörden mit derartigen zwecklosen Gesuchen verschont bleiben.

I. 2211. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Die Königlichen Herren Ortsschulinspektoren de« hiesigen Kreises wollen mir gefälligst bis spätestens zum 5. Mai d. Is. mittheilen, von wie viel Kindern die Ihnen unterstellten Schulen am 1. Mai d. Js. besucht worden sind und (bei mehrklassigen Schulen) wie viel davon aus eine Lehrkraft entfallen.

I. 2200. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Endlich gefunden.

Roman von H e d d a von S ch m i d.

(Fortsetzung.)

15. September.

Papa hat endlich seine Einwilligung zu Doras Ver­bindung mit Erich gegeben. Im Frühjahr soll nun die Hochzeit dieser beiden Glücklichen stattsinden. Vorher noch heirathen Ruth und Axel.

Alle meine Geschwister verlassen mich, ich bleibe ganz allein. War ichs denn aber nicht immer? Ich sonne mich jetzt in Doras und Axels Glück, jedoch fremdes Glück erwärmt nicht so wie eigenes.

Heute verließ uns Friedel, Papa hat ihn in Livland als Forsteleven angebracht, er war ganz gerührt, als er von mir Abschied nahm; er ist doch ein guter Mensch, aus dem noch etwas Tüchtiges wird.

* , *

Nun war er wieder im Lande, der grimme Winter; er breitete seinen schneeglitzernden Mantel aus und tödtete alles Leben in der Natur durch seine eisige Um­armung.

ES war gegen neun Uhr abends, als Rolf Kreutz allein in seines Bruder« Kabinett saß, in Träumerei

Hersfeld, den 18. April 1901,

Ich habe die von Baumbach'schen Forstverwalter Lichtenberg und Untersörster Kegelmann und Kehl auch in der Gemarkung Willingshain mit der Ausübung des Jagdschutzes beauftragt.

I. 2053. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Fulda, am 24. April 1901.

Die Abhaltung des am 2. Mai 1901 hier stattfinden- den Viehmarkles erfolgt unter den seitherigen Beding­ungen.

Ich ersuche um entsprechende Bekanntmachung im dortigen Kreisblatt.

Der Königliche Landrath. Steffens. An das Königliche Landrathsamt zu Hersfeld.

* * *

Wird veröffentlicht. Hersfeld, den 27. April 1901.

I. 2340. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Homberg, den 24. April 1901.

Die unter der Schafheerde des Schäfers Wilhelm Schneider zu Mühlbach ausgebrochene Räude ist erloschen.

Der Landrath. v. Gehren.

Hierdurch die ergebenste Mittheilung, daß die Er­öffnung der Fohlenweide zu Bieberstein a. Rhön mit dem Auftrieb der Fohlen Dienstag den 21. Mai d. J. stattsinden wird.

Das Weidegeld ist auf 15 Mk. für Fohlen aus dem hiesigen Kammerbezirk und für andere Fohlen auf 20 Mk. festgesetzt.

Für jedes aufgetriebene Fohlen sollen drei Centner Hafer, marktfähige, gesunde Durchschnittswaare geliefert oder der jeweilige Marktpreis dafür an die Kasse der Fohlenweide bezahlt werden, dessen Höhe von der Kom­mission bestimmt wird.

Der Vorstand der Kommission der Fohlenweide zu Bieberstein a. Rhön:

F. Klostermann, Kgl. AmtSrath.

Nichtamtlicher Theil.

China.

General-Feldmarschall Graf Waldersee meldet aus Peking: Auf Meldung, daß das Räuberunwesen in

versunken. Heute früh waren Ruth und Reginald nach Reval gereist, wo Axel ihrer bereits harrte.

Lange halte ich es dort nicht aus/ hatte Reginald gesagt,Kreutz ist mir der liebste Aufenthalt."

Ein leises, schmerzliches Lächeln war über Rolfs Züge geglitten.Ich kann mirs denken, weshalb es dich so mächtig heimziehen wird," hatte er bemerkt.

«Wieso? Wie meinst du da« ?"

Etwas unsicher hatte Reginalds Frage geklungen, ohne eine Antwort abzuwarten, hatte er sich abgewandt und sich am Schloß seiner Reisetasche zu schaffen gemacht. Ja, Frauen wie Melitta liebt man rasend, aber man heirathet sie nicht. Und wenn man in ein so reizendes, reines Mädchenantlitz schaut wie das Dagmar Nord- lingen«, dann wird man geheilt von einer Leidenschaft, die schließlich doch nicht dem innigsten Herzen entsprungen . Konnte oder wollte Reginald die schüchterne Sprache, welche Dagmar« Augen unbewußt redeten, nicht ver­stehen ? Und was hätte er, Rolf, darum gegeben, wenn diese unschuldigen, süßen Augen ihn so angelächelt hätten. Aber Reginald täuschte ihn nicht, er begann bereits ein tieferes Interesse für Dagmar zu empfinden. Und Rolf gönnte ihm von Herzen bas Glück, welche« er im Geist bereits für ihn erschaute.

Horch! was ist da« ? Rolf vernimmt ganz deutlich

Gegend von Hosiwu und Mathou wieder zugenommen und ein Angriff auf einen Dschunkentransport zwischen diesen beiden Orten stattgefunden hat, ist Oberstleutnant v. Arnstedt von Tientsin aus mit kleiner gemischten Kolonne dorthin entsendet. In Houotschou (westlich Phingshan) explodierte bei Kolonne Kettler durch Unvor­sichtigkeit eines Mannes eine mit Pulver gefüllte Kiste, wobei vom 3. Regiment ein Musketier getödtet und drei leicht verwundet wurden.

General-Feldmarschall Graf Waldersee meldet weiter aus Peking: Bei großer Mauer 10 Kilometer südlich Heischankuan ist es am 23. noch zu einem Gefecht ge­kommen, wobei Kolonne Hoffmeister (Kommandeur des 4. Infanterie-Regiments) mit 2 Kompagnieen und Ge­birgsartillerie den Feind angegriffen und mit großem Verluste genöthigt hat, nach Schansi zurückzugehen. Dies­seits 4 Verwundete. 4 Fahnen, 4 Geschütze älteren Modells erbeutet.

General Voyron hat mitgetheilt, er werde Gegend von Schengting räumen und auf Paotingfu zurückgehen, sein äußerster Posten werde Sinle bleiben. Ich behalte Antsuling-Paß besetzt.

Aus Peking meldet ein Telegramm desReuterschen Bureaus" vom 26. April: Eine Boxerbande, die etwa 1000 Mann zählen soll, hält sich 20 Meilen südlich von Paotingfu auf. Die Boxer haben in der letzten Woche drei Dörfer geplündert und drohen, die Christen nieder­zumetzeln ; viele der Letzteren haben in Paotingfu Zu­flucht gesucht. In dem Distrikt von Manlscheng, nord­westlich von Paotingfu, begehen andere Boxerhaufen Ausschreitungen. Ihr Führer hat die Absicht ausge­sprochen, die Stadt Mantscheng selbst anzugreifen, in der ein Posten von 20 Deutschen steht. In Paotingfu selber fehlt es jetzt, wo die Stadt von Truppen entblößt ist, nicht an Anzeichen dafür, daß unter den zweifelhaften Elementen unter der Bevölkerung eine nicht zu unter­schätzende Erregung herrscht. Kompetente Beobachter glauben, daß die gefährlichste Klaffe der Chinesen nur den Abzug der fremden Truppen abwartet, um dann die Ausrottung der eingeborenen Christen fortzusetzen. Die Boxer in den genannten Distrikten setzen sich aus der Hefe der Bevölkerung zusammen, die lieber plündern als ehrlich arbeiten wollen. Dazu haben sich noch Leute ge­sellt, welche durch den Verlust ihrer Häuser, ihrer Pferde und ihres Viehs in einen Zustand der Verzweiflung ge­rathen sind.

Houotschou, 26. April. Gestern ereignete sich hier eine Pulverexplosion. In einem verlassenen chine­sischen Hause fanden vier Mann von der 5. Compagnie des 3. ostasiatischen Infanterie-Regiments offene, mit Pulver gefüllte Gefäße. Um den Inhalt zu untersuchen,

Schellengeklingel drunten auf dem schneeverwehten Hof, er hört, wie in der Halle Thüren auf- und zugeschlagen werden, dann vernimmt er Schritte, der Bediente tritt eilig ein und meldet:

Gnädiger Herr, das jüngste Fräulein aus Treuen- hoff sitzt drunten im Schlitten und fragt an, ob der Herr Doktor noch einmal hierher erwartet wird, und wohin er von hier aus gefahren ist?"

Der Doktor war allerdings im Laufe des Nachmittag« in Kreutz; ein Knechtskind war an der Diphtheritis schwer erkrankt, und Doktor Reimsen war auch im KnechtS- Hause gewesen, jedoch nicht aufS Schloß gekommen. Und Dagmar unten im Schlitten, jetzt zu so später Stunde. Was sollte da« bedeuten? In Treuenhoff mußte jemand plötzlich schwer erkrankt sein. Ohne Rücksicht auf seine Schmerzen, auf bas ihn entnervende Fieber, welche« schon tagelang in seinen Adern glüht, läßt Rolf sich vom Diener den pelzgefütterten Mantel und die zottige Fell­mütze bringen und eilt hinab in die Halle.

Endlich," ruft Dagmar, als der Diener den Thür­flügel aufreißt,sagen Sie mir schnell, wo finde ich den Doktor? Geht es dem Baron schlimmer?"

Nein, der Doktor kam nicht meinetwegen," tönte es aus dem Dunkel der Halle.

Baron Rolf, um Gotterwillen, Sie holen sich den