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HerWer Zreisblatt.

Gratisbeilagen rIUastrirtes Sonntagsblatt" «.Illaftrirte landwirthschaftliche Veilage/^

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Bestellungen auf das Hersselder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen Zllustrirtes Sonntagsblatt" «» Jllustrirte landwirthschaftl. Beilage" für die Monate Mai und Juni werden von allen kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträaern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 23. April 1901.

Die diesjährigen Impf- und Nachschau-Ter­mine im Kreise Hersfeld sind wie folgt anberaumt worden:

1. Station Hersfeld,

a. Stadt Hersfeld, Impfung.

Impfung; Freitag den 10. Mai 1901, Vormittags 9 Uhr.

Nachschau: Freitag den 17. Mai 1901, Vormittags 9 Uhr.

b. Stadt Herrfeld, Wiederimpfung und Land.

Impfung: Sonnabend den 11. Mai 1901, Vormittags 9 Uhr.

Nachschau: Sonnabend den 18. Mai 1901, Vormittags 9 Uhr.

2. Station S o r g a.

Impfung: Sonnabend den 11. Mai 1901, Nachmittags

4 Uhr.

Nachschau: Sonnabend den 18. Mai 1901, Nachmittags 4 Uhr.

3. Station Friedlos.

Impfung: Mittwoch den 22.Mai.1901, Nachmittags 4 Uhr.

Nachschau: Mittwoch den 29.Mai 1901, Nachmittags 4 Uhr.

4. Station O b e r g e i s.

Impfung: Donnerstag den 23. Mai 1901, Nachmittags 4'/. Uhr.

Nachschau: Donnerstag den 30. Mai 1901, Nachmittags 4«/» Uhr.

5. Station Schenklengsfeld.

Impfung: Freitag den 31. Mai 1901, Vormittags 8 Uhr.

Nachschau: Freitag den 7. Juni 1901, Vormittags 8 Uhr.

6. Station Ransbach.

Impfung: Freitag den 31. Mai 1901, Mittags 12. Uhr. Nachschau: Freitag den 7. Juni 1901, Mittags 12 Uhr.

7. Station Philippsthal.

Impfung: Freitag den 31. Mai 1901, Nachmittags 2 Uhr. Nachschau: Freitag den 7. Juni 1901, Nachmittags 2 Uhr.

8. Station Asbach.

Impfung: Mittwoch den 22. Mai 1901, Nachmittags 2 Uhr. Nachschau: Mittwoch den29. Mai 1901, Nachmittags 2 Uhr.

9. Station Unterhaun.

Impfung: Freitag den 17. Mai 1901, Nachmittags 3 Uhr. Nachschau: Freitag den 24. Mai 1901, Nachmittags 3 Uhr.

10. Station N i e d e r a u l a.

Impfung: Freitag den 24. Mai 1901, Vormittags 9 Uhr. Nachschau: Freitag den 31. Mai 1901, Vormittags 9 Uhr.

11. Station Frielingen.

Impfung: Donnerstag den 23. Mai 1901, Vormittags 11 Uhr.

Nachschau: Donnerstag den 30. Mai 1901, Vormittags 11 Uhr.

12. Station K i r ch h e i m.

Impfung: Donnerstag den 23. Mai 1901, Nachmittags 1 Uhr.

Nachschau: Donnerstag den 30. Mai 1901, Nachmittags 1 Uhr.

13. Station Friedewald. Impfung: Mittwoch den 22. Mai 1901, Vormittags 9 Uhr. Nachschau: Mittwoch den 29. Mai 1901, Vormittags 9 Uhr.

14. Station Widdershausen. Impfung: Freitag den 24. Mai 1901, Vormittags 10 Uhr. Nachschau: Freitag den 31. Mai 1901, Vormittags 10 Uhr.

15. Station Heringen.

Impfung: Freitag den 24. Mai 1901, Mittags 12 Uhr. Nachschau: Freitag den 31. Mai 1901, Mittags 12 Uhr.

16. Station Heimboldshausen. Impfung: Freitag den 24. Mai 1901, Nachmittags 2 Uhr. Nachschau: Freitag den 31. Mai 1901, Nachmittags 2 Uhr.

17. Station H s l z h e i m.

Impfung: Sonnabend den 11. Mai 1901, Vormittags 10 Uhr.

Nachschau: Sonnabend den 18. Mai 1901, Vormittags 10 Uhr.

In der Stadt Hersfeld findet die Impfung im Saale des Gastwirths Constantin Otto hier statt, während in

den übrigen Jmpfstationen des Kreises hierzu die Schul- räume benutzt werden.

Die Impfung wird seitens der Jmpfärzte «uest- geldlich ausgeführt.

Außer Denjenigen, welche sich aus freier Entschließung impfen lassen wollen, unter­liegen der Impfung im Jahre 1901:

1. jedes im Jahre 1900 geborene Kind, sofern es nicht nach ärztlichem Zeugniß die natürlichen Blattern überstanden hat,

2. die Kinder, welche, im Jahre 1899 oder früher ge­boren und im Jahre 1900 ohne Erfolg, ohne ge­nügenden Erfolg oder gar nicht geimpft worden sind, sofern sie nicht nach ärztlichem Zeugnisse die natür­lichen Blattern überstanden haben,

3. jeder Schüler einer öffentlichen Schule oder Privat­schule, welcher:

a) in diesem Jahre da« 12. Lebensjahr zurück­gelegt hat bezw. zurücklegt oder

b) den Nachweis der geschehenen Impfung oder, wenn er über 12 Jahre alt ist, auch den der Wiederimpfung nicht erbracht hat.

Die Herren Ortsvorstände des Kreise« haben Vor­stehendes, namentlich aber die Termine auf ortsübliche Weise zu wiederholten Malen bekannt machen zu lassen und dafür Sorge zu tragen, daß alle zu impfenden Kinder und Schüler an Ort und Stelle find.

Bei der Bekanntmachung der Termine rc. ist gleich­zeitig nachdrücklichst darauf aufmerksam zu machen, daß nach § 14 des oben erwähnten Gesetze« Eltern, Pflegeeltern und Vormünder, welche es unterlassen, den Nachweis zu führen, daß die Impfung ihrer Kinder oder Pflegebefohlenen erfolgt oder aus einem gesetzlichen Grunde unterblieben ist, mit einer Geldstrafe bis zu 20 Mk. und Eltern, Pflegeeltern und Vormünder, deren Kinder und Pflegebefohlenen ohne gesetzlichen Grund und trotz amtlicher Aufforderung der Impfung oder der ihr folgenden Nachschau entzogen geblieben sind, mit Geld­strafe bis zu 50 Mark oder mit Haft bis zu 3 Tagen ; bestraft werden.

Die Herren Lehrer haben ebenfalls als Vorsteher der Schulanstalten, die Verpflichtung, bei der Aufnahme von Schülern durch Einfordern der vorgeschriebenen Be­scheinigungen festzustellen, ob die gesetzliche Impfung er­folgt ist, bezw. dafür zu sorgen, daß die während bei Besuches der Anstalt impfpflichtig werdende« Zöglinge dieser Verpflichtung genügen.

Endlich gefunden.

Roman von Hedda von Schmid.

(Schluß.)

Er ergriff Dagmars Hand, die sie ihm willig über­ließ, sie lenkte nur mit der Linken, sie brauchte das Pferd nicht zurückzuhalten, je schneller es dahinjagte, um so besser. Da richtete sich Dagmar im Schlitten empor, in nächster Nähe erblickte man einen sich von der weißen Fläche dunkler abhebenden Streifen, es war der gefähr­liche Flußarm.

Wir kommen nicht mehr hinüber, das Eis trägt uns nicht, und wir können auch nicht zurück," sagte sie ton­los.Gott sei uns gnädig!" Instinktiv wickelte sie die Leinen fester um die Hand, dann schloß sie die Augen, das Unabwendbare erwartend. Da fühlte sie, wie sich zwei heiße Lippen aus die ihren preßten, hörte, wie eine Stimme flüsterte:Dein Leben soll erhalten bleiben für Reginald, Gott schütze dich, Dagmar, und schenke dir das reichste Glück! Dich allein wird das Eis tragen." Dann schlug ein Gurgeln und Krache» an Dagmars Ohr, die Nixen des Buchtstromes zogen ihr Opfer hinab in die Tiefe, Estafette aber flog mit dem Schlitten, in dem nur eine leichte, regungslose Mädchengestalt ruhte, über das krachende, splitternde Eis dahin und erreichte glücklich das Ufer.

* * *

Wenn Sie mich fragen, Reginald, ob ich Sie liebe,

so kann ich Ihnen nur erwidern, ich liebe Sie, seit ich mit Bewußtsein denke. Ich habe mit dieser Liebe ge­rungen, ich wollte sie, da ich sie hoffnungslos wähnte, aus meinem Herzen reißen und vermochte es doch nicht. Und nun bricht dieses unerreichbar geglaubte Glück über mich herein. Reginald, sagen Sie es mir noch einmal, daß Sie mich lieb haben."

Dagmar," flüstert der Schloßherr von Kreutz,ich liebe dich unaussprechlich, du bist das reichste Glück meines Lebens."

Das reichste Glück," wiederholt sie leise, als er sie in seine Arme zieht,reichstes Glück wünschte mir dein unglücklicher Bruder in seiner Todesstunde. Er starb, um mich zu retten."

Es sind bald zwei Jahre seitdem vergangen, Dag­mar, suche zu vergessen, ich will meine junge Frau und die sollst du nach zwei Monaten werden, länger warte ich nicht, das erkläre ich deinen Eltern noch heute nur heiter sehen."

Reginald hebt Dagmar in den Sattel, und sie reiten durch den sommerlichen Wald.

Die entsetzliche Fahrt über die Bucht hatte damit ge­endet, daß Dagmar bewußtlos im Schlitten liegend, der wie durch ein Wunder unterwegs nicht umgefallen, in Treuenhoff angelangt war. Dagmar fiel in ein schweres Nervenfieber; der Doktor konnte gleich zwei Patienten in Behandlung nehmen. Der kleine Alfred genas nach kurzer Zeit, Dagmar jedoch schwebte lange zwischen Leben und Tod. Endlich siegte ihre kräftige Natur, aber tiefe

Schwermuth hatte sich der langsam Genesenden bemäch­tigt. Da war es Reginald gewesen, der Dagmar, dir sich anklogte, die Veranlassung zu Rolf» freiwilligem Tod gewesen zu sein, ausgerichtet, der geduldig die einer krank­haften Einbildungskraft entsprungenen Selbstanklage« niedergekämpft und endlich dem jungen Herzen wieder frischen Lebensmuth zu verleihen vermocht hatte.

Und endlich hat er ihr heute gestanden, daß er sie liebe, und nun ist sie sein. Melitta ist eine reiche, viel- beneidete Frau geworden, die von ihrem Manne, ihrer Schwiegermutter und Schwägerin vergöttert wird.

Tora und Erich, Axel und Ruth sind glücklich ver- heirathet, und bei beiden Paaren ist vor ganz kurzer Zeit der Storch eingekehrt.

Eine grüne, unabsehbare Fläche, auf der die Sonnen­strahlen mannigfache Farbentöne hervorzaubern, liegt die Bucht da, an deren Saum Dagmar und Reginald lang­sam hinabtraben. Rolf« Kreutz Leiche wurde nicht ge­funden, die Wasser der Bucht haben sie hinausgetragen in die wogende See. __________________________

Eine Verwechselung.

Eine Erzählung von C. Borge«.

I.

Es war ein lieblicher Frühlingsabend. Vom nahen Kirchthurme klangen die Abendglocken herüber, jetzt silber. hell, dann zu sanftem Geflüster herabsinkend. Wie im